Die Wanderhure von Iny Lorentz

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Die Wanderhure“,, 606 Seiten.ISBN 3-426-62934-8.

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Kurzgefasst:

Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückscheut. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaustreibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf …

Das meint Histo-Couch.de: „;Mittelalter, Erotik und das Schicksal eines Mädchens“;90Treffer

Rezension von af

Das junge Mädchen Marie lebt zusammen mit ihrem Vater, einem wohlhabendem Kaufmann, in geordneten und behüteten Verhältnissen, als eines Tages der Bastardsohn des Grafen von Keilburg bei ihrem Vater um ihre Hand anhält. Geblendet vom Titel und vom Ruhm des Mannes, ignoriert Meister Matthis seine warnende innere Stimme und will seine Tochter an Ruppertus Splendidus verheiraten. Marie akzeptiert, trotz einer Warnung ihres Jugendfreundes Michel, ihren zukünftigen Ehemann.

In der Nacht vor ihrer Hochzeit wird Marie durch eine Intrige von ihrem Ehemann der Hurerei beschuldigt und verhaftet. Damit ihre Unschuld durch eine Matrone, welche ihr die Jungfernschaft vor einem Gericht bestätigen könnte, nicht bewiesen werden kann, wird Marie in der Nacht im Kerker von dem örtlichen Büttel, dem ehemaligen Schreiber ihres Vaters und eines Handlangers Rupperts, vergewaltigt. An ihrem Prozesstag wird sie der Prostitution für schuldig befunden. Die Strafe wird im Anschluss an das Urteil vollstreckt. Auf dem Marktplatz wird Marie von dem Büttel öffentlich ausgepeitscht und zur Stadt hinausgetrieben. Halb tot wird sie von der wandernden Hübschlerin Hiltrud aufgelesen und gesund gepflegt. Fortan muss sie ihren Körper verkaufen, doch sie schwört Rache.

Lebensunterhalt durch Prostitution

Die Autorin erzählt vor einem gut recherchierten Hintergrund eine spannende und fesselnde Geschichte. Interessant ist, dass der Leser nicht mehr weiß als der Hauptcharakter selbst. Somit bleibt die Geschichte immer spannend und überraschend, selten ahnt man die Geschehnisse voraus. Den ethischen Konflikt Maries, ihr Geld durch Prostitution verdienen, kann der Leser dadurch gut nachvollziehen. Iny Lorentz macht es ihren Lesern leicht, sich in Marie, Hiltrud und Co. hineinzuversetzen.

Gut kann man sich als Leser aber auch in die Welt Maries hineindenken. Iny Lorentz’ Mittelalter ist nicht sauber und rein – als Leser ist man sich immer bewusst, welche Zeit das Buch beschreibt. Die Menschen sind durch sie Selbsternennung dreier amtierender Päpste verwirrt und gerade das Volk sieht sich zwischen den Fronten. Das im Roman aufgegriffene Konstanzer Konzil wird authentisch erzählt, vor allen Dingen aber der Gewissenskonflikt der armen Menschen gegenüber Jan Hus und seinen Lehren.

Der gelungene Anfang einer großartigen Trilogie

Als Leser fiebert man kontinuierlich mit Marie und ihren Freunden mit. Man leidet, freut und weint mit ihnen. Dieses Buch fesselt und entführt in eine fremde, längst vergangene Zeit. Doch trotz der weltlichen und spirituellen Unterschiede vom Mittelalter zur Gegenwart fühlt sich der Leser schnell zu Hause. Das Buch bleibt durchgehend spannend und Iny Lorentz versteht es, den Leser zu binden und ihn schnell, doch ohne Hektik, von einer spannenden Situation in die nächste zu führen.

Die Motivation Maries, ihren Körper wie eine Ware feilzubieten, bleibt allgegenwärtig, wodurch der Leser ihre Gedanken und Gefühle nicht nur verstehen, sondern auch nachempfinden kann.
Das Buch behandelt eine fiktive Geschichte vor einem historischen Hintergrund. Es kann dem Leser die erahnten Gedanken der Menschen damals näher bringen und erzählt gekonnt die Geschichte einer jungen Frau, der himmelschreiendes Unrecht geschieht und welche nur durch den Wunsch nach Rache weiterlebt. Das Buch „;Die Wanderhure“ ist ein durchaus gelungener Auftakt einer wirklich großartigen historischen Trilogie.

Ihre Meinung zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«

Bettina Drexler zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«11.11.2017
Nette Ferienlektüre ohne Tiefgang und ohne jeglichen historischen Anspruch. Fast alle historischen Fakten sind verfälscht, die Beschreibung der Lebensumstände, der Kleidung und der Glaubenswelt des späten Mittelalters sind völlig falsch wiedergegeben. Wer seichte, leichte Unterhaltung mag, kann sich damit ganz nett die Zeit vertreiben. Einen Einblick in die beschriebene Zeit kann man durch dieses Buch jedoch nicht gewinnen. Für historisch Interessierte würde ich eher auf die sehr gut recherchierten, fachlich fundierten Bücher von Rebecca Gablé hinweisen.
Katze zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«29.05.2013
Also ich fand das Buch zwar doch ganz spannend, aber sehr seicht. Ich habe es in nur zwei Tagen gelesen-da ich krank im Bett lag und es doch interessant zu lesen war. Gleichzeitig hab ich mich aber auch immer wieder geärgert: es gab ja nur schwarz oder weiß. und 95% der Männer waren "dauergeile Böcke" (Entschuldigung für diese Ausdrucksweise, aber die passt ja auch zum Sprachstil!). Ich fand es unnötig, diese Vergewaltigungs- und Ausweidungsszenen so eklig zu beschreiben. Sprachlich haben mich genervt, dass immer wieder die gleichen Ausdrücke verwendet wurden, was langweilig wurde.

Richtig blöde schmalzig war aber das Happy-End! Nach hunderten Seiten, auf denen es nur Vergewaltiger, stinkende und rücksichtslose Freier und Verrat und Macht gab, ist auf den letzten 10 Seiten alles gerecht?! Na ja...

Aber es war trotzdem ein ganz netter Zeitvertreib, aber nochmals lesen werde ich es bestimmt nicht.

Mich wundert es aber, dass die Meisten, die das Buch sehr schlecht finden, es zu Ende gelesen haben?! Das ist doch Zeitverschwendung (wenn man nicht krank im Bett liegt ;-))

Mein ursprüngliches Bedürfnis, mehr über die Zeit des Mittelalters in meiner Gegend herauszubekommen, wurde schon etwas angekratzt...
Aber ich freue mich jetzt auf ein wissenschaftliches Geschichtsbuch, das gebunden und mit vielen Abbildungen ist - und für fast den gleichen Umfang nur die Hälfte kostet!
MarleeCKay zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«26.10.2012
Der Einstieg in den Roman ist allzu typisch Lorentz: Rache eines vergraulten jungen Mädchens. Die ersten Seiten sind dabei wirklich herzblutend zu lesen, das Geschehen wird beinah unerträglich. Danach geht es zwischendurch bergauf und das Buch wird angenehmer zu lesen. Es gibt ein Happy End, und zwar ein sehr gründliches...
Natascha zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«25.10.2012
Nun, die Geschichte ist für sich war eigentlich nicht schlecht. Jedenfalls hatte es sehr viel Spannung darin und man wollte nie aufhören zu lesen, weil man wissen wollte, wie es weiter geht. Es gab jedoch auch ein paar Stellen, die sich ewigs in die Länge zogen, obwohl man es hätte kürzer halten können...

Jedoch was die historische Angeht, war nicht alles korrekt. Aber mich stört das eigentlich wenig. Hauptsache, die Geschichte ist gut.

Was jedoch gar nicht ging (Aber da kann das Buch nix für), ist die Verfilmung davon. Die war so schlecht, historisch völlig unauthentisch, langweilig und kam weit vom Buch ab, dass es eigntlich gar nicht als Verfilmung dieses Buches gelten dürfte. Ich ahtte den Film einmal geschaut und werde es NIE wieder tun!
Dominin zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«23.07.2012
Ein richtiges Raubergschichterl. Wenn auch flüssig und spannend zu Lesen. Aber historisch mag ich gar nicht nachgehen, was da alles nicht stimmt...

... angefangen gleich mit dem ersten Plot. Nicht einmal in finstersten Mittelalter wäre der böse Bösewicht mit so einer Betrugs-Nummer durchgekommen und dass sich ausgerechnet die gewieften Kaufleute einer reichen Handelsstadt so brachial über den Tisch ziehen lassen - dazu muss man ziemlich die Fakten verbiegen.

Zugegeben - nimmt man es einfach nur als Geschichterl, ist es auch durchaus unterhaltsam. Aber die Fortsetzungen werde ich dennoch nicht lesen.
Bob zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«19.05.2012
Unbegreiflich dass man sich für solche kitschige Schreiberei begeistern kann. Wenn man mal einen gut recherchierten historischen Roman lesen will, der ausserdem unglaublich spannend wirkt, soll man die Romane van Ken Follet lesen. Die haben wenigstens Hand und Fuss.
Iny Lorentz wirkt dagegen banal und langweilig. Nicht zu empfehlen !Bob
schnell zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«02.03.2012
Habe die Verfilmung in SAT1 gesehen, dabei festgestellt, dass historisch ein wenig geschlampt wurde. Zu der Zeit der Handlung gab es noch keine Gabeln im Besteck und diese waren auch nicht in guten Häusern im Gebrauch (wohl in alter Zeit bei den Römern, wurden dann aber vergessen). Im Film wurden aber mehrfach 2zinkige Gabeln gezeigt.
Oliver zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«01.03.2012
Das Negativ-Beispiel für das Genre des historischen Romans behandelt eine anspruchslose, fiktive Geschichte vor einem historischen Hintergrund. Eine Schicksalsroman um ein junges Mädchen, die sich als fahrende Prostituierte ihr Geld verdient, ist genremäßig mit der "Angélique" Reihe (Romanzyklus von Anne Golon) gleichzusetzen - nur schlechter!
Trotz der detailverliebten Beschreibungen ist "Die Wanderhure" unspannend und mit viel Herzschmerz geschrieben.
Ich habe mich durch die ersten 100 Seiten gequält. Tatsächlich habe ich das Buch nach der Hälfte weggelegt weil es so mies ist. Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht.
TM1993 zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«13.08.2011
hallo :)
ich finde dieses buch ist einfach nur der wahnsinn. der mut von marie ist einfach bewunderswert denn wer hat nach so einem erlebnis noch den mut und die kraft mit so etwas seinen lebensunterhalt zu verdienen. das buch ist von anfang bis ende einfach toll und ich konnte es kaum aus der hand legen. von der verfilmung muss ich zugeben war ich mehr als nur enttäuscht weil es nicht wirklich mit dem buch in verbindung steht. Iny Lorentz ist eine so tolle autorin und ich hoffe es kommen noch viele tolle romane :)
el broto zu »Iny Lorentz: Die Wanderhure«15.07.2011
Ich habe das Buch mit 65 bewertet.

Warum?
Weil zwar die Handlung als solches flüssig (wenngleich auf mittelmäßigem Sprachniveau) geschrieben ist und relativ wenige "Hänger" vorhanden sind, aber die Charactere größtenzeils schlecht gezeichnet sind.
Ausnahmen erkenne ich (mit Abstrichen) in der Hauptfigur und ihrer Begleiterein Hiltrud. Alle anderen, inklusive des Rivalen Ruppert, sind dermaßen schlecht konstruiert dass die Handlungen vorhersehbar sind oder man schlicht und ergreifend zu wenig von ihnen erfährt als dass es ausgewachsene Figuren sein können.

Negativ kommt außerdem der sehr schlecht recherchierte (oder absichtlich stark verfälschte) historische Hintergrund. Dem Kaiser (der zum Zeitpunkt der Handlung noch gar kein Kaiser war, aber permanent als solcher bezeichnet wird) kommt, obwohl aktiv auftauchend erst am Schluss, eine zentrale Bedeutung in der Auflösung der Geschichte zu. Er wird dabei allwen bekannten historischen Fakten zum Trotz völlig verfälscht dargestellt.

Fazit. Leicht lesbar was den Schreistil betrifft, Handlung schreitet immer voran und bleibt selten irgendwo hängen, aber unter einbem Guten Historischen Roman der die Bezeichnung auch verdient verstehe ich was anderes (Verweise auf die Bücher von Rebecca Gaböé und andere)

Und im Übrigen kann man sich das Lesen der ersten 100 Seiten schenken, denn die dort beschriebene Handlung istselbst Ohne Kenntnis des Rückseitentextes extremst vorhersehbar. Interessant wird es daher erst nach Ende des ersten Abschnittes.

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