Historische Romane über das Altertum

In dieser Kategorie haben wir die „Hochkulturen des Altertums“ und die „klassische Antike“ zusammengefasst.

Hochkulturen des Altertums

In dieser Rubrik finden Sie vor allem Romane, die im Alten Ägypten spielen. Auch die griechische/römische Antike und Bücher über Mesopotamien und Babylon können Sie hier entdecken.

Das Alte Ägypten

Das Alte Ägypten umfasst einen Zeitraum von gut 3.000 Jahren, von der Vereinigung Ober- und Unterägyptens bis zur Eroberung durch die Römer. Es war ein gewaltiges Reich entlang des Nils, von Königinnen und Königen regiert, den Pharaonen, mit einem durchorganisierten Verwaltungs- und Steuersystem. Es gab große Städte mit Palästen und berühmten Tempelanlagen, wie zum Beispiel Theben, Memphis, Karnak, Luxor oder Amarna. Krieg, Eroberungen und ein ausgedehntes Handelsnetz vom Inneren Afrikas bis zum Mittelmeer machten das Land reich.

Die ägyptische Mythologie  

Der Glaube und die Verehrung einer Vielzahl von Göttinnen und Göttern, aber auch die Abwehr von Dämonen und Geistern bestimmte die Mythologie der alten Ägypter. Es gibt verschiedene Schöpfungsmythen, gemeinsam ist ihnen die Vorstellung von einem Ur-Ozean, der Sonne und der Zeugung von Göttern. Zu den bis heute bekanntesten Göttern gehören zum Beispiel Re (Sonne), Amun (Schöpfergott und Hauptgottheit Thebens), Isis (Fruchtbarkeit), Hathor (Glücks- und Schönheitsgöttin), Horus (Himmelsgott, Beschützer der Kinder, mit dem Falkenkopf), Anubis (der hundsköpfige Totengott), Osiris (Fruchtbarkeit, Wiedergeburt), Maat (Göttin des Gleichgewichts und der Gerechtigkeit), Bastet (Katzen- und Glücksgöttin), Aton (Schöpfergott, Sonnengott) und Hapi (Nilüberschwemmung). Sehr wichtig war auch der Totenkult. Die Totenbücher, Begräbnisstätten wie die Pyramiden, Statuen zur Erinnerung an Herrscher, Vornehme, Beamte und Privatpersonen, viele Tempel und eine ganz eigene Form der Bestattung und die Mumienkultur, kennzeichnen ihn. Religiöse Bedeutung kam auch dem Nil zu. Kalender und Jahreslauf richteten sich nach den Nilüberschwemmungen in jedem Sommer, der dem Land seine Fruchtbarkeit schenkte. Flusstiere wie Krokodile und Nilpferde galten als heilig, die Lotosblüte war ein herausragendes Symbol.

Das tägliche Leben 

Außer bei Königen war Einehe die Regel. Heirat von Geschwistern untereinander war nicht verboten, aber selten und eher auf die vornehmen Stände beschränkt. Die Frau war dem Mann gleichberechtigt, sie durfte über das Vermögen bestimmen. Frauen wurden mit großem Respekt behandelt. Über Berufe von Frauen ist wenig bekannt, neben „typischen“ Berufen als Wäscherinnen, Näherinnen und Hausbediensteten gab es Töpferinnen, Malerinnen, Tänzerinnen und Musikerinnen, gerade Letztere waren hoch angesehen. Sehr bedeutend war der Stand der Priesterinnen, ein Amt, das oft vornehmen Frauen vorbehalten war. Kinder galten als Segen. Die Väter freuten sich meist mehr über Söhne, da diese die Familie weiterführten und zur späteren Grabespflege der Eltern verpflichtet waren.

 Schreiben und Lesen galt als wichtige Kunst, die allerdings nur von Wenigen ausgeübt wurde. Die Ägypter besaßen mit den Hieroglyphen eine eigene Schrift. Schreiber wurden in besonderen Schulen ausgebildet und waren hochgeachtete Mitglieder der Gesellschaft. Hochentwickelt war auch die Heilkunst, es gab Operationen an Schädeln, wirksame Behandlung von Knochenbrüchen und sogar Zahnersatz.

Wohnen im Alten Ägypten

Die Häuser wurden meist aus luftgetrockneten Ziegeln oder getrocknetem Nilschlamm gebaut, leider blieben nur wenige erhalten. Bauern und die ärmere Stadtbevölkerung hatten nur ein oder zwei Zimmer zur Verfügung, die bestenfalls mit Matten aus Stroh und Schilf ausgelegt waren. Als Geschirr wurden einfache Tonwaren gebraucht, Haustiere und Menschen lebten oftmals im gleichen Raum. Die Häuser der reicheren Bevölkerung waren sehr groß und luxuriös ausgestattet. Oft hatten sie einen Garten. Die große Diele, eine Art Salon, lag direkt hinter der Eingangstür und war der wichtigste Raum, da dort der Besuch empfangen wurde. Dahinter schlossen sich die eigentlichen Wohnräume an, wie die Frauengemächer und ein „Büro“ für den Hausherrn. Es gab Badezimmer mit fließendem Wasser und Toiletten mit Wasserspülung. In Nebengebäuden waren die zahlreichen Diener und Sklaven untergebracht, die zur Führung großer Haushalte benötigt wurden.

Beliebte Autoren und Klassiker

Wer historische Romane liebt, deren Geschichten im Alten Ägypten spielen, wird um die Namen Christian Jacq („Ramses“-Romane, „Osiris“-Reihe) und Pauline Gedge (Die Herrin vom Nil) keinesfalls herumkommen. Weniger bekannt, aber auch sehr erfolgreich sind Hanns Kneifel und Andreas Schramek, sowie Suzanne Frank und Birgit Fiolka. Auch Brigitte Riebe schrieb unter anderem Romane, die das Alte Ägypten behandeln. Philipp Vandenberg gehört unbestritten zu den Klassikern des Ägypten-Romans (Der Fluch der Pharaonen, Die Pharaonin) ebenso wie Mika Waltari, dessen großer Ägyptenroman Sinuhe der Ägypter in der Zeit Echnatons spielt.

Die klassische Antike

Die Epoche der Antike ist ein wahres Highlight für Fans historischer Romane. Von den ersten Entwicklungen der Demokratie in Griechenland, dem Kampf der Stadtstaaten, vom Weltfeldzug Alexanders des Großen über das Erstarken des Imperium Romanum bis schließlich zur Geburt des Christentums – viel ist in der Zeit von etwa 1200 v. Chr. bis ungefähr 600 n. Chr. passiert. Nicht umsonst bezeichnet man diese Epoche auch als die Wiege der europäischen Kultur.

Das alles fing ca. 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung an, als indoeuropäische Stämme Hellas besiedelten und auf Kreta die erste europäische Kultur gründeten und aus der sich auf dem griechischen Festland die mykenische Kultur ergab. Die Nähe zu den fortgeschrittenen Kulturen des Nahen Ostens gab Schwung: Es wurde intensiv gehandelt, das Alphabet von den Phöniziern übernommen. Es waren aber auch kriegerische Zeiten, wobei sich die Hellenen vor allem gegen die Perser zu verteidigen hatten. So wurde aus der Not eine Tugend: Mächtige Städte mit prächtigen Palästen wuchsen, Horte der Disziplin und des geistigen Reichtums. Alexander der Große trug auf seinem Feldzug die hellenistische Kultur bis weit nach Asien, was Autoren wie Valerio M. Manfredi oder Gisbert Haefs spannend in ihren Romanen aufgriffen.

Das Weltreich Rom

Doch die Griechen konnten sich nicht auf Dauer im Mittelmeerraum als Macht halten. Zu stark wurden die Römer. 272 v. Chr. unterwarfen sie ganz Italien bis südlich der Po-Ebene und ihr Expansionsdrang sollte damit nicht beendet sein. Die hellenistischen Großmächte als auch Ägypten wurden Protektorate des Römischen Reiches, bald schon war Rom eine antike Weltmacht, ihre monumentalen Bauten wie der Circus Maximus sind bis heute Zeitzeugen einer hochentwickelten, mächtigen Kultur. Die aber auch immer wieder Rückschläge einstecken musste – als Stichworte sollen hier die Bürgerkriege, Hannibals Zug über die Alpen oder die Schlacht im Teutoburger Wald ausreichen.

Das Christentum

Und dass die gottgleichen römischen Kaiser nicht immer ihre Untertanen im Griff hatten, wurde deutlich, als aus einer nich überschaubaren kleinen Sekte in Palästina die spätere Weltreligion der Christenheit entstand. Die konnten schließlich auch die römischen Imperatoren auf Dauer nicht beugen. Konstantin I. erkannte im 3. Jahrhundert n. Chr. das Christentum an, 395 n. Chr. teilten die Söhne des Theodosius Rom ins weströmische und oströmische Reich mit Zentrum Konstantinopel. Das Weströmische Reich war dem Untergang geweiht, als im 4. Jahrhundert n. Chr. Vandalen und Westgoten Rom plünderten. Das Oströmische Reich war hingegen noch bis ins Mittelalter überlebensfähig, die arabische Expansion im 7. Jahrhundert bildet dennoch einen deutlichen Schnitt in der Geschichtsschreibung.

Historische Romane um die klassische Antike

Sie sehen, an Stoff für lesenswerte historische Romane mangelt es nicht. Die Britin Lindsey Davis schreibt beispielsweise eine scheinbar nicht versiegende Krimi-Reihe um Marcus Didius Falco, der Italiener Valerio M. Manfredi hat eine Trilogie um Alexander den Großen veröffentlicht, der Deutsche Gisbert Haefs beschäftigt sich unter anderem mit Troja und Karthago.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erkunden dieser Epoche!