Wespensommer von Helga Glaesener

Buchvorstellungund Rezension

Wespensommer von Helga Glaesener

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „Wespensommer“,, 400 Seiten.ISBN 3-471-79514-6.

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Kurzgefasst:

Cecilia Barghini ist viel zu eigenwillig – das findet jedenfalls ihre strenge Großmutter. Obwohl Cecilias heimliche Affäre mit einem Theaterautor unglücklich endete, weigert sie sich, den von der Familie ausgewählten Mann zu heiraten. Im Florenz des Jahres 1780 ist sie damit gesellschaftlich geächtet, sie wird aufs Land geschickt und soll dem verwitweten Richter Enzo Rossi bei der Erziehung seiner Tochter Dina beistehen. Gleich bei der Ankunft in dem malerischen Toskana-Städtchen Montecatini weiß Cecilia, daß sie hier nicht bleiben will: Der Richter ist jähzornig und hochnäsig, das Haus verwahrlost, Dina ein verzogenes Gör. Da übernimmt Enzo die Ermittlungen in einem rätselhaften Mordfall, und Cecilia kann ihre Neugier nicht zügeln – wem in dem kleinen Ort wäre soviel Grausamkeit zuzutrauen? Wider Willen wird Cecilia zur Detektivin; sie beschließt, zu bleiben und sich gegen den sturen Richter durchzusetzen. Doch dann verschwindet die kleine Dina, und Cecilia und Enzo müssen dem gefährlichen Mörder gemeinsam entgegentreten. 

Das meint Histo-Couch.de: „;Lesenswert, kein Meisterwerk“;70

Rezension von Anna-Friederike Lewald

Der historische Roman „;Wespensommer“; von Helga Glaesener führt den Leser nach Florenz in das Jahr 1780. Die junge Cecilia Barghini genießt im Hause ihrer Großmutter Bianca eine tadellose Erziehung. Diese wählt den humorlosen, glatzköpfigen Augusto Inconti als Cecilias zukünftigen Ehemann aus. Cecilia aber lässt die Hochzeit platzen, da sie sich in einen mittellosen Dichter verliebt hat, der sich ohne Abschied aus dem Staub macht. Bianca ist in ihrem Stolz verletzt und beschließt, Cecilia zu dem Manne ihrer verstorbenen Cousine nach Montecatini zu schicken, damit sie dessen Tochter erzieht.

Der Richter, Giudice Rossi, lebt seit dem Tode seiner Frau so vor sich hin, ohne auf gute Manieren zu achten. Um seine Tochter kümmert er sich eigentlich gar nicht. Man sollte meinen, dass er froh wäre, Cecilia als Mutterersatz für seine Tochter zu bekommen, aber sie wird in seinem Hause eher geduldet als willkommen geheißen. Das Kind, ein kleiner Wildfang, wächst Cecilia ans Herz, so dass sie sich mehr und mehr für sie verantwortlich fühlt. Das Verhältnis zwischen Cecilia und dem Richter bessert sich erst, nachdem der erste Mord geschehen ist und der Richter ziemlich ratlos zurückbleibt. Gemeinsam finden sie auch einen Mörder und bringen ihn in Verwahrung. Kurze Zeit später ist ein kleiner Junge verschwunden und es stellte sich heraus, dass der Mörder doch nicht der Richtige sein kann. Cecilia gelingt es durch ihr Einfühlungsvermögen und ihre Klugheit den Richter einerseits dazu zu bewegen, sich mehr um seine Tochter zu kümmern und andererseits ihm eine neue Sichtweise im Lösen der Mordfälle zu geben. Nur ungern lässt dieser sich von einer Frau helfen.

Gemeinsam machen sich Cecilia und Giudice Rossi auf die Jagd nach dem richtigen Mörder.
Dabei gibt es viele Personen , die sie unterstützen. Manch einem Leser wird es hier etwas schwierig erscheinen, die vielen Charaktere eindeutig voneinander zu unterscheiden. Etwas Spannung kommt auf als Rossi selbst unter Verdacht gerät und im Kerker schmoren muss. Cecilia, die in gutem Hause aufgewachsen ist, kann kaum glauben, welche rauen Sitten im Gefängnis herrschen und versucht alles um Rossi zu helfen. Danach überschlagen sich fast die Ereignisse. Es geschieht ein weiterer Mord und es gibt einen neuen Verdächtigen. Obwohl sich die Handlung eher langsam hinzieht, ahnt man nicht, wer der Mörder ist, auch das Motiv ist nicht vorhersehbar. Auf den letzten Seiten wird alles entwirrt und der Mörder entlarvt. Dies erfordert vom Leser höchste Konzentration um alles richtig zu verstehen.

Viele Tote, wenig Spannung?

Trotz vieler Morde ist dieses Buch leider nicht wirklich spannend. Die Geschehnisse werden eher emotionslos dargestellt, es fällt schwer sich in die einzelnen Personen und ihre Handlungsmotive hineinzuversetzen. Zwar sind im Anhang einige Erläuterungen zu Begriffen und Geschehnissen aufgeführt, jedoch werden manche Wörter nicht erklärt, die dem Verständnis gedient hätten. Hier kann man aber unterschiedlicher Meinung sein, denn wer schon viele historische Krimis gelesen hat, wird damit einfacher zurecht kommen, als Neulinge auf dem Gebiet. Die historischen Hintergründe sind sehr kurz gehalten, die Handlung beschränkt sich auf die Suche nach dem Mörder.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und vollkommen unähnlich dem typischen Glaesener-Schreibstil, den wir aus „;Die Safranhändlerin“; und „;Safran für Venedig“; kennen. Viele eingefügte Nebensätze in Form von Gedankengängen lassen die Handlung manchmal etwas schwerfällig erscheinen. Die wörtliche Rede wird oft mittendrin abgebrochen, so dass der Leser sich den Rest denken muss. Die Handlung an sich ist gut zu überschauen, manchmal wünscht man sich etwas mehr Spannung.

Wer einen historischen Krimi zum Abschalten und Entspannen sucht, ist hier sicher nicht an der richtigen Stelle. Der Roman ist keine Meisterleistung der Autorin, die ihren beliebten Schreibstil hier vermissen lässt, aber trotzdem lesenswert.

Ihre Meinung zu »Helga Glaesener: Wespensommer«

Franziska zu »Helga Glaesener: Wespensommer«11.09.2011
Wespensommer ist es wirklich wert, es zu lesen! Ich habe mir das Buch aus der Bücherei ausgeliehen, weil ich besonders nach historischen Kriminalromanen gesucht haben, bei denen eine weibliche Detektivin die Hauptrolle spielt. Dieses Buch entsprach genau meinem Suchschema und ich wurde nicht enttäuscht, nein, ich es war sogart richtig toll. Die weiteren Bände werde ich mir auf jeden Fall ebenfalls ausleihen.
Phoebe zu »Helga Glaesener: Wespensommer«08.10.2010
Eigentlich lese ich kaum Kriminalromane, abder da ich die Romane von Helga Glaesener alle mag, kam mir die Toskana-Reihe in die Hände... und ich muss sagen, es ist wunderbar, spannend und man kann mit der Hauptperson sehr mitfühlen... mittlerweile habe ich "Wespensommer" und "Wölfe im Olivenhain" schon zweimal gelesen und fand sie beim zweiten Mal fast noch interessanter! Helga Glaesener ist eine absolute Größe unter den Kriminal/Historienromanen. Bitte, schreib noch mehr!
Judith zu »Helga Glaesener: Wespensommer«28.04.2009
Ich gehöre eigentlich zu der Sorte Menschen, denen das Lesen nicht unbedingt viel Freude bereitet, es sei denn, es handelt sich um humorvolle Kurzgeschichten. Durch Zufall bin ich in den Besitz von "Wespensommer" gekommen und habe das Buch lediglich verschlungen. Schnell folgte " Wölfe im Olivenhain" und nun habe ich mir eine ganze Sammlung der Werke bestellt. Dankeschön, .... so macht man aus einem Lesemuffel eine Leseratte.
tassieteufel zu »Helga Glaesener: Wespensommer«13.01.2009
Die Toscana 1780, nach einem unverzeihlichen Fauxpas wird die junge Cecila Barghini nach Montecatini verbannt, um sich dort um die Tochter ihrer verstorbenen Cousine zu kümmern. Der Vater des Mädchens, der streitbare, brummige und in Cecilias Familie
nicht sehr angesehene Richter Enzo Rossi ist zunächst nicht sehr begeistert über Cecilias Erscheinen,die Beiden raufen sich aber zusammen, als ein brutaler Mord geschieht.
Als sich die Hinweise häufen, das der Mörder aus besseren Kreisen stammt, beginnt es in der Bevölkerung zu gären.
Ich kann hier die Wertung der Histo-Couch nicht teilen, das Buch ist durchweg spannend und mir hat besonders der Schreibstil der Autorin gefallen, der sich durch viel Wortwitz auszeichnet, aber vielleicht nicht jedermanns Sache ist.
Anschaulich wird das Leben in der Toscana Ende des 18. Jh. geschildert, Helga Glaesner ist es dabei sehr gut gelungen, die Veränderungen im Leben von Bauern und Adligen durch die Verwaltungsreform Großherzog Leopolds II mit in die Handlung einzubeziehen. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und besonders Enzo Rossi ist hier mal eine gelungene Abwechslung zu den herkömmlichen Ermittlern.
Der Krimifall ist spannend bis zum Schluß und wird am Ende recht originell aufgelöst. Besonders gut gefallen hat mir hier der Schreibstil der Autorin, der mich oft zum Schmunzeln brachte, besonders die Dialoge zwischen Rossi und Cecilia sind einfach herrlich, maches habe ich mehrfach gelesen, weil es einfach zu schön war.
Fazit: hier stimmt einfach alles, eine gelungene Mischung aus Histo und Krimi mit ungewöhnlichen Figuren, viel Situationskomik, herrlichen Dialogen und einem bis zum Ende gehaltenen Spannungsbogen.
miss-vblue zu »Helga Glaesener: Wespensommer«10.02.2007
Nun, ich habe den Wespensommer gerade zuende gelesen. Und ich war überraschend zufrieden. Ich finde das Buch spannend und fesselnd geschrieben. Es gibt sowohl gute Einblicke in die Zeit, in die Mentalität des Landlebens um Florenz und ist trotzdem nicht so weitläufig in den Erklärungen, sondern spannend. Da dachte ich nämlich schon, "nun kommen wir zum Ende" aber seltsamerweise waren noch soviel Seiten übrig?! Tja, und dann holt die Autorin nochmal alles raus und alles endet doch anders als man erwartet. Auf jeden Fall habe ich das Buch weggelegt mit dem Gedanken an eine Fortsetztung.
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