Enie van Aanthuis

Hinter dem Pseudonym einer niederländischen Schriftstellerin stehen tatsächlich zwei deutsche Schriftsteller, die als Autorenduo einen neuen Schritt in ihrer jeweiligen Vita gemacht haben.

Die Autorin Martina Sahler, Jahrgang 1963, aus Kürten und der Flensburger Autor Hendrik Gruner, Jahrgang 1958, lernten sich über das Internet kennen, wo sie beide bei diversen literarischen Ausschreibungen für Kurzgeschichten Kontakt fanden. Nachdem sie herausfanden, dass ihre schriftstellerischen Begabungen auf unterhaltsame Art miteinander harmonieren, beschlossen sie, gemeinsam einen historischen Roman zu schreiben.

Dabei kamen ihnen ihre verschiedenen Vorgeschichten durchaus zugute. Martina Sahler studierte Germanistik und Anglistik und arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Autorin, Ghostwriterin und Lektorin. Zudem schreibt sie Bücher zu Filmen und Jugendromane und bearbeitet Manuskripte aus dem gesamten belletristischen Spektrum. Hendrik Gruner ist geboren und aufgewachsen in Duisburg. Nach Ausbildungen zum Elektriker, Pferdewirt und Bürokaufmann und einem Zwischenspiel bei der Bundeswehr lebt er seit Mitte der achtziger Jahre als Schriftsteller in Flensburg.

Im November 2005 begeisterte Gruner seine Kollegin mit der Idee, eine Geschichte um die Tulpomanie im Holland des 17. Jahrhunderts zu schreiben. Schon seit längerer Zeit war er dabei, ein Exposé zu entwerfen, das nun von Sahler enthusiastisch aufgenommen und bearbeitet wurde. Gemeinsam ließen sie sich von Gemälden von Rembrandt und Vermeer inspirieren und machten sich alsbald an die Arbeit. Schon nach kurzer Zeit hatten sie ihren Schreibrhythmus gefunden und wechselten täglich Ideen und Szenen, Dialoge und Informationen aus und schickten die ersten Entwürfe samt dem Exposé an verschiedene Verlage.

Das reine Schreiben des Romans dauerte ein halbes Jahr, während dem sie als Autorengemeinschaft schließlich beim Rowohlt-Verlag unterkamen. Und noch immer hatten sich die beiden nicht persönlich kennen gelernt, harmonierten aber trotzdem in ihrer Zusammenarbeit unheimlich gut und auch pünktlich miteinander. Während Gruner in der Ausarbeitung sein Talent für detaillierte Beschreibungen von stimmungsvollen Alltagsszenerien auslebte, war Sahler mehr für romantische Episoden und die Dramaturgie zuständig.

Nachdem sie sich auf das Pseudonym Enie van Aanthuis geeinigt hatten, lernten sie sich bei Abgabe des Manuskripts endlich persönlich kennen. Inzwischen glühen wieder die Drähte von Internet und Telefon zwischen den beiden, denn eine Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung.

Historische Romane von Enie van Aanthuis:

Mehr über Enie van Aanthuis: