Der Gesandte des Papstes von Christoph Lode

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel „Der Gesandte des Papstes“, , 480 Seiten. ISBN 3-442-20326-0.

Kurzgefasst:

Oberlothringen, im Jahre 1303. Der junge Ritter Raoul von Bazerat führt ein sorgloses, ausschweifendes Leben, bis er erfährt, dass er todkrank ist. Er entschließt sich zu einer Pilgerfahrt nach Rom, wo er um Vergebung für seine Sünden bitten will. Dort angekommen, rettet er Kardinal Morra, einem Vertrauten des Papstes, das Leben.

Morra verspricht Raoul daraufhin einen umfassenden Sündenablass, vorausgesetzt, er reist nach Palästina und überbringt dort einem Agenten des Heiligen Stuhls ein altes, vergessen geglaubtes Manuskript, die Lebensgeschichte des heiligen Antonius; das Schriftstück soll zu dessen Stab führen, dem magische Kräfte nachgesagt werden. Raoul willigt sofort ein und begibt sich auf die Reise. Schon bald findet er sich im Zentrum von Intrigen und Machtkämpfen wieder und wird von päpstlichen Handlangern und den Söldnern von Sultan an-Nasir verfolgt. Denn der Sultan fürchtet, der Papst wolle mithilfe des Antoniusstabes einen neuen Kreuzzug entfesseln. Auf seiner Flucht durch Vorderasien schließt sich Raoul der geheimnisvollen Ägypterin Jada an – und sie ist die Einzige, die ihm die Wahrheit über den wundersamen Stab offenbaren kann …

Das meint Histo-Couch.de: „Eine Schatzsuche in exotischen Gefilden“

von Katharina Lewald

Während die Einen sich noch durch die immer gleichen, im europäischen Raum spielenden Mittelalterromane quälen, haben die Anderen längst die historischen Romane entdeckt, die in wärmeren Gefilden angesiedelt sind: in Konstantinopel, in Jerusalem …Auch Cristoph Lode hat für sein Debütwerk „;Der Gesandte des Papstes“ einige exotische Schauplätze gewählt und versucht hiermit zu überzeugen.

Eine Reise durch die Welt

Als Raoul von Bazerat erfährt, dass er todkrank ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Ein anfänglich als harmlos eingeschätztes Lungenleiden entpuppt sich als „;karkinos“, sprich: Lungenkrebs. Raoul stellt plötzlich fest, dass sein Leben bisher wenig Großes zutage förderte – weder eine eigene Familie, noch große berufliche Ehren kann er vorweisen, gilt er doch als leichtlebiger Aufreißer junger Frauen, deren Namen er auch schnell vergisst.

Schnell wird dem jungen Lebemann klar, dass er seinem Leben noch einen Sinn verleihen muss, bevor er stirbt: Er möchte eine Pilgerreise nach Rom antreten, um dort an den Gräbern der Apostel um die Vergebung seiner Sünden zu bitten. Doch aus dem frommen Vorhaben wird bald mehr, als Raoul Kardinal Morra trifft, der ihn mit einer ungewöhnlichen Aufgabe betraut: Zusammen mit dem Kaufmann Cristoforo Battiasta und dem Buchhalter Matteo Gaspare soll er sich ins Heilige Land aufmachen, um dort mit Hilfe des zweiten Teils der Vita Antonii den Stab des heiligen Antonius zu finden, der – wie später bekannt wird – angeblich
unglaubliche Heilkräfte besitzen soll. Raoul entschließt sich zu dieser großen Reise, um seinem Leben einen würdigen Abschluss zu verleihen.

In Jerusalem angekommen, wird jedoch schnell klar, dass die drei Abgesandten des Papstes nicht die Einzigen sind, die nach eben jenem Stab suchen. Auch der Sultan hat eine Söldnertruppe um den furchteinflößenden Kadar al-Munahid beauftragt, den Stab zu erlangen – natürlich bevor die Christen ihn in die Hände bekommen, fürchtet man sich doch vor einem erneuten Kreuzzug Roms. Nach und nach wird Raoul klar, auf was für ein gefährliches Vorhaben er sich eingelassen hat. Doch seit er von den angeblichen Heilkräften des Stabes weiß, will er helfen, ihn zu finden – um jeden Preis?

Für ein Debüt: ordentlich!

Obwohl „;Der Gesandte des Papstes“ Christoph Lodes Debütroman ist, fallen kaum sprachliche Schnitzer oder inhaltliche Ungereimtheiten auf. Seine Sprache scheint zu den Wüstenlandschaften und Hafenstädten zu passen, in denen die Geschichte um Raoul von Bazerat angesiedelt ist.

Insbesondere Raouls Krankheit gibt diesem historischen Roman irgendwie einen einzigartigen Touch – auch wenn Lungenkrebs nun nicht gerade eine sehr kreative Art ist, jemanden in einem Buch sterben zu lassen. Trotzdem kann man so Raouls Beweggründe für diese gefährliche Reise verstehen und vor allem seinen Willen, bis zuletzt durchzuhalten. Eine Liebelei ist natürlich auch dabei, denn Raoul trifft die wunderschöne Prinzessin Jada bint-Ghassan, die ganz anders zu sein scheint, als der erste Blickkontakt vermuten lässt. Und auch der gefährliche Söldnerführer Kadar al-Munahid wird beleuchtet, seine Vergangenheit, alles Schreckliche, was er erleben musste – sodass dem Leser auch in die Seele dieses anfangs undurchsichtigen Mannes Einblick gewährt wird.

Ein Frühjahrshit?

Ein Frühjahrshit wird „;Der Gesandte des Papstes“ aus unserer Sicht jedoch nicht werden – dafür fehlt einiges an Biss, Witz und Spannung. Auch der ganze Plot – die Suche nach einem uralten Relikt, das magische Kräfte haben soll, ist nicht neu, daran ändern auch die exotischen Schauplätze nichts.

Trotz allem überzeugt dieser Roman durch die stimmungsvolle Beschreibung ferner Länder und Gegenden, sowie durch die Einflechtung von Raouls Krankheit in das Geschehen, die der ganzen Story einiges an Tiefgang verleiht und zum Nachdenken anregt. Alles in allem ein Buch, das Spaß macht zu lesen – aber nicht umhaut.

Ihre Meinung zu »Christoph Lode: Der Gesandte des Papstes«

M.Reinsch zu »Christoph Lode: Der Gesandte des Papstes« 02.02.2011
Für ein Erstlingswerk, mehr als Ordentlich!
Der Leser wird in eine Art Indiana Jones Geschichte, die am Anfang des 14.Jahrhunderts spielt, gebracht.
Viele interessante historische Details, die in einer gut lesbaren Geschichte verquickt werden. Vielleicht etwas viel Mystik, aber vielleicht ist das ja auch die gewisse Würze (mich hat es nicht al zu sehr gestört).
Interessant ist vor allem die Tiefe, die den beiden "bösen" Charakteren inne wohnt. Hier ist nicht Böse = Böse.
Abrundent hat das Buch eine kleine Zeittafel und ein interessantes Nachwort des Autors (mir immer sehr wichtig, da ich gerne weis, wie die Idee zu der Geschichte entstanden ist.
Kurzum gute, historische Unterhaltung mit einem schwachen Mystic-Touch = 85°
Micha
MariaAmalia zu »Christoph Lode: Der Gesandte des Papstes« 23.05.2008
Es gibt auf der einen Seite historische Romane, die pure Unterhaltungslektüre vor einer austauschbaren, oft schlecht recherchierten historischen Kulisse sind und es gibt auf der anderen Seite historische Romane, bei denen Fiktion und Historie eine Symbiose eingehen, an deren Ende erzählte Geschichte steht, gewissenhaft recherchiert und authentisch. Zu letzteren gehört auch der Debütroman von Christoph Lode.

Hier wird Geschichte nicht lediglich als bunte Staffage benutzt, sondern erzählt. Die Grenzen zwischen Fiktion und Historie sind fließend. "Historische Korrekturen" zugunsten der Dramaturgie sind nicht auf Kosten der Authentizität vorgenommen worden, sondern mit Fingerspitzengefühl.
Roland zu »Christoph Lode: Der Gesandte des Papstes« 07.05.2008
Ein Tolles Buch mit einer schönen Geschichte.
Es ist ein historischer Roman mit einen hauch tausend und einer Nacht.
Die Storry fesselt einen von der ersten Seite an. Spannend und abwechslungsreich geschrieben. Brutale abschnitte werden nicht, wie in vielen anderen Romanen, detailliert geschildert und halten sich in Grenzen. Gut gefallen haben mir die einzelnen Rückblenden der Hauptfiguren um ihre beweggründe besser zu verstehen.
Ich würde es einordnen etwas über „sollte man Lesen“ und etwas unter „muss man Lesen“. Ein gelungenes Erstlingswerk. Man kann sich schon auf seinen neuen Roman, der schon in Vorbereitung sein soll, freuen.
Thorsten Harris zu »Christoph Lode: Der Gesandte des Papstes« 05.03.2008
tolle Story, interessante Charaktere, gut beschriebene Schauplätze => großes Kompliment an den Autor ... kaum zu glauben, dass es dessen erstes Werk ist !

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