Die Rosen von Montevideo von Carla Federico

Buchvorstellungund Rezension

Die Rosen von Montevideo von Carla Federico

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Die Rosen von Montevideo“,, 784 Seiten.ISBN 3-426-51023-5.

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Kurzgefasst:

Montevideo 1843. Der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann verliebt sich Hals über Kopf in die lebenslustige Rosa, Tochter einer der ältesten spanischen Familien Uruguays. Doch ihre Liebe zwingt sie zum Verzicht auf ihre Heimat, ein Schicksal, das fortan alle Nachfahrinnen ihrer Familie teilen. Sind die Frauen stark genug, um für ihre Leidenschaft zu kämpfen?

Das meint Histo-Couch.de: „Viel Liebe, viel Leid und etwas Politik“85Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Im 19. Jahrhundert in Südamerika: zwischen Uruguay und Paraguay herrscht Krieg. Die Verhältnisse sind nicht ausgeglichen – während Uruguay auf eine gut ausgerüstete Armee bauen kann, müssen die Soldaten Paraguays sich mit veralteten Waffen begnügen. Eine Bande verwegener Paraguayer dringt in Montevideo in die Lagerhalle des reichen Kaufmanns Julio de la Vega ein, wo eine größere Ladung Waffen aus Frankreich angekommen ist. Angeführt wird die Bande von den Söhnen eines ermordeten Plantagenbesitzers, von Pablo und Valentin Lorente. Beim Diebstahl der Waffen stoßen sie auf De la Vegas Nichte Valeria Gothmann, die in der Lagerhalle Stoffe vermutet hatte und für ihre Cousine Isabella heimlich etwas davon holen wollte. Die Paraguayer entführen Valeria, um von De la Vega weitere Waffenlieferungen zu erpressen. Sie schleppen die junge Frau durch unwegsame Pampa und Urwald nach Paraguay. In diesen Monaten kommen sich Valentin und Valeria näher, wohl wissend, dass ihre Liebe keine Zukunft haben kann. Valerias deutsche Cousine Claire Gothmann steht ihr zur Seite und versucht, der verzweifelten jungen Frau zu helfen. Dabei zählt sie auch auf die Hilfe des Polizisten Luis Silveira, in den sie sich verliebt hat und mit dem sie sich eine Zukunft erhofft. Die Frauen sind bereit, für ihre Liebe einen hohen Preis zu bezahlen, wie ihn auch schon Valerias Vorfahrinnen immer wieder hatten zahlen müssen. Und Valeria gibt dieses schwere Erbe an ihre Nachkommen weiter.

Zwei aufeinander prallende Welten

Grundtenor des Romans von Carla Federico ist das Aufeinanderprallen von zwei Welten. Zum einen ist es die unglückliche Rosa, die ihre Heimat Uruguay verlässt, um an der Seite des Deutschen Bankiers Albert in dessen Heimat zu leben und dort nur auf Kälte trifft, die die Lebenslust der Südamerikanerin mit spanischen Wurzeln zerstört. Zum anderen ist es Valeria, die von der politischen Einstellung ihrer Verwandten geprägt feststellen muss, dass ihre Ansicht über Paraguay eine ganz andere Wirklichkeit ist, als jene ihres Geliebten Valentin. Die Grenzen zwischen Feind und Freund weichen sich auf. Schließlich ist es auch die unterschiedliche Wirklichkeit, mit der Valerias beide Töchter konfrontiert sind, die eine tragende Rolle spielt. Das Muster, das sich über mehrere Generationen hin zieht, wird von der Autorin allerdings stark ausgereizt – sie geht an Grenzen, ohne diese aber letztlich zu überschreiten. Gekonnt schlängelt sich Carla Federico durch den Dschungel einer üppigen Familiensaga. Obwohl sich Schicksale und Themen wiederholen, wenngleich in neuer Variation angeboten, bleibt die Saga spannend. Das verdankt sie einigen unerwarteten Wendungen – aber auch der feinen Anlehnung an den Kästner-Romanklassiker Das doppelte Lottchen.

Viel Gefühl

Wie von einer Familiensaga erwartet, vermag Die Rosen von Montevideo mit viel Gefühl aufwarten. Es sind die Schicksale der Frauen, die berühren und bewegen – ihre verzweifelte Suche nach der Liebe und ihre Bereitschaft, für den Liebsten alles aufzugeben. Manchem Leser mag das etwas theatralisch vorkommen, andere dürften gerade hier in den Roman versinken und sich von den Figuren mitreißen lassen. Carla Federico spricht eindeutig ein Publikum an, das sich gutgeschriebenen Liebesgeschichten zuwenden mag und bereit ist, einen Hauch von etwas gar süßer Liebe zu verzeihen und den Roman dennoch als tiefgründiges Werk erkennen kann. Denn so stark sich die Autorin auch dem Muster des Liebesromans anpasst, sie tut dies auf einem hohen Niveau und präsentiert ein Roman, der wesentlich mehr zu bieten hat. Besonders die politischen Verhältnisse in Südamerika, aber auch die sich zuspitzende Situation und die Veränderungen in Europa sind meisterhaft aufgefangen und dargestellt. Sie geben der Geschichte eine solide Grundlage, die die eigentliche Klasse des Romans ausmacht.

Nahe gekommen

Wer nach fast 800 Seiten das Buch zuklappt, wird nicht nur den einzelnen Protagonisten mit ihrer so unterschiedlichen Kultur und ihrem jeweils sehr speziellen Temperament nahe gekommen sein. Er wird auch wissen, wie stark der Einfluss Europas die Entwicklung Südamerikas geprägt hat, weshalb sich Länder wie Uruguay und Paraguay nicht nahe standen oder wie es zu den finanziellen Zusammenbrüchen der europäischen Bankhäuser kommen konnte. Carla Federico zeigt ein umfassendes Bild von Gesellschaft und Wirtschaft, bevölkert ihren Roman durch interessante Charaktere und bietet einen überzeugenden Spannungsbogen, der die Familiensaga bis zuletzt prägt. Dass der Schluss auf weitere Bände schließen lässt, mag nach der Chile-Trilogie der Autorin nicht weiter erstaunen.

Ihre Meinung zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«

Gelinde zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«24.07.2015
Die Rosen von Montevideo ein historischer Roman von Carla Federico (alias Julia Kröhn).

Das Buch ist sehr schön gestaltet, der Umschlag kann sowohl vorne wie hinten ausgeklappt werden. Das Cover gefällt mir mit den in Orange gehaltenen Tönen und dem Dschungel, dem Schiff und dem exotischen Tukan sehr gut und weckt meine Sehnsucht nach fernen Ländern.

Vorab ein sehr schönes Zitat, das im Buch sowie auch auf dem rückwärtigen Klappumschlag steht:
> Wir alle sind ein wenig wie Rosen, wir können wunderbar blühen und duften, aber wir haben auch unsere Stacheln. <

Zum Inhalt:
Die Geschichte ist in 3 Teile aufgeteilt.

1.Buch 1847-1851 (Rosa : die Exotin)
Hier geht es hauptsächlich um Rosa und Albert.
Rosa soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Sie flüchtet aus ihrem Elternhaus in Montevideo, dabei wird sie gefangen genommen.
Durch einen Zufall kommt der Sohn eines Deutschen Bankiers, Albert, vorbei und verhilft ihr zur Flucht. Es entwickelt sich eine kurze Romanze.
Dann geht alles sehr schnell und als seine Frau kommt Rosa nach Deutschland.
Von den wenigen Verwandten wird sie nicht gerade freundlich aufgenommen, und weil Alberts Vater gestorben ist, und er sich um die Bank kümmern muss steht Rosa plötzlich alleine in einem fremden Land.
Als sie nach schweren Depressionen durch den Musiklehrer Fabien wieder Freude am Leben findet, wird ihr durch Missgunst ein Verhältnis zu diesem angedichtet und es kommt zu einer Katastrophe die eine unüberbrückbare Kluft zwischen sie und Albert reißt.

2.Buch 1866-1870 (Valeria + Claire)
In diesem Teil kommt jetzt die nächste Generation. Valeria die Tochter von Rosa und Claire die Tochter von ihrer Schwägerin. Die beiden wachsen fast wie Schwestern auf und stehen sich auch so nahe.
Doch sind sie sehr unterschiedlich. Claire reist mit dem Schiff mit ihrem Vater nach Montevideo, Valeria schleicht sich, fürs erste, als blinder Passagier aufs Schiff und kommt so auch nach Montevideo.
Hier wiederholt sich für Valeria in gewisser Weise das Schicksal, sie wird gefangen genommen und entführt. Dabei muss sie unglaubliches ertragen, aber sie lernt auch Valentin kennen. – Kann aus den Beiden etwas werden?
Claire will verzweifelt auch an der Suche teilnehmen und trifft so auf Luis, einen sehr pflichtbewussten Polizisten. Auch hier entwickelt sich eine schwierige Liebesgeschichte.
Dieser Teil ist sehr dramatisch.

3.Buch 1888-1889 ( Carlota + Tabitha)
Nun ist wieder eine Zeitspanne übersprungen und die nächste Generation ist am Zug.
Es gibt wieder einige Parallelen zu den Eltern bzw. Großeltern.
Einige Erklärungen zu vergangenen Zeiten und Handlungen und am Schluss ein phänomenaler „Showdown“ bei dem ich dachte: das ist ja fast zu viel.


Meine Meinung:
Die Story des Buches ist genau mein „ Beuteschema „.
Familiensagas in fernen Ländern. Starke Frauen, in die ich mich hineinversetzten und mit denen ich fühlen und leiden kann.
Montevideo, ist eine aufstrebende sehr exotische Stadt, auch das Land Uruguay mit seiner Tier und Pflanzenwelt, die Weite der Pampa, sowie Paraguay mit dem herrlich beschriebenen Dschungel und dazu Europa (Hamburg und Frankfurt) als Gegenkontrast ist sehr gut gewählt.

Leider ist bei mir der Funke beim Lesen nicht übergesprungen.
Es war für mich als ob ich mir einen Film anschaue, oder mir eine Geschichte erzählt würde. Ich war nicht mittendrin, ich habe nicht mit den Personen mitgefiebert, mitgelitten, oder mitgehofft.
Die Situationen waren mir teilweise zu sehr konstruiert und unglaubwürdig.
Es gab zu viele Parallelen und Wiederholungen.
Vor allem die komplizierten, und für mich kalten, Mutter-Kind Beziehungen haben mich vor den Kopf gestoßen.
Und der Schluss war dann (für mich) zu überfrachtet, da konnte ich es dann nicht mehr genießen.

Ich würde dem Buch 3,5 Sterne geben, da aber nur volle zählen finde ich im Vergleich zu meinen sonstigen 4 Sterne Büchern, reicht es dann hier nur für
3 Sterne.
Nuigurumi zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«01.08.2014
Vorweg gesagt, ich liebe historische Romane, und noch mehr wenn sie sich über mehrere Generationen ziehen und fremde Länder darin vorkommen. Daher hatte ich mich sehr auf diesen 700 Seiten dicken Schmöker gefreut.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1847 mit Rosa in Uruguay. Sie weigert sich, den viel älteren Mann zu heiraten, den ihr Vater für sie ausgesucht hat, und heiratet Hals über Kopf den Deutschen Albert Gothmann und geht mit ihm nach Deutschland. Ihre Tochter Valeria verschlägt es 1866 wieder nach Uruguay, während von ihren eigenen Töchtern später eine bei ihr in Montevideo und eine bei den Großeltern in Deutschland aufwächst. Fast jede der Frauen wird irgendwann in ihrem Leben einmal entführt und jede verliebt sich in einen unpassenden Mann, vorzugsweise den Gesangslehrer.

Das ist eigentlich schon alles. Warum hat dieses Buch über 700 Seiten? Es passiert absolut nichts, es gibt keinen Spannungsbogen, keine Höhepunkte. Nach 700 Seiten weiß ich immer noch nichts über Valeria und die anderen Frauen. Die Charaktere sind völlig flach und nichtssagend. Um dem Buch eine faire Rezension zu geben, habe ich nicht abgebrochen, sondern bis zum Ende gelesen, aber ich musste mich dazu zwingen und ich habe mich selten bei einem Buch so gelangweilt.

Abgesehen davon, dass die Autorin nicht weiß, wie man Spannung aufbaut, schafft sie es auch, die wirklich spannenden Teile der Handlung zu umgehen. Auf Seite 485 beschließt Valeria, deren Großeltern sie nicht aus dem Haus gehen lassen, zu fliehen. Auf Seite 486, nur wenige Sätze später und ohne dass es auch nur einen richtigen Absatz im Text gegeben hätte, erfährt der Leser so ganz nebenbei, dass Valeria weg ist. Ich dachte zuerst, in meinem Buch würden ein paar Seiten fehlen, aber es waren alle da...

Einmal verhilft Valerias Cousine Claire jemandem zur Flucht, indem sie einem Soldaten seine Uniform stiehlt. Man erfährt zwar, dass Claire sich viele Gedanken darum macht, wie sie die Uniform zurückgeben soll, aber eine Seite weiter ist es wieder einfach passiert… Und das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Die Sprache des Romans ist romantisch angehaucht. Das geht auf 100 oder 200 Seiten, aber dann wird es einfach nur noch nervig.

Der größte Teil des Buches besteht aus Beschreibungen aller Art und aus Diskussionen über die wirtschaftliche und politische Situation in Deutschland und Südamerika. Das einzige Positive, was ich über dieses Buch sagen kann, ist, dass die Autorin wirklich sehr gut recherchiert hat.

Es ist richtig schade um das Buch, denn aus dem Hintergrundwissen der Autorin und der Handlung hätte man einen wirklich guten historischen Roman machen können, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Booki zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«29.06.2013
1843. In diesem Jahr beginnt die Handlung im Roman " Die Rosen von Montevideo" von Carla Federico.

Die Geschichte spielt wie der Titel schon sagt, in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays. Rosa de la Vages soll , von ihrem Vater gezwungen, den uralten Mann Ricardo de Monte zu heiraten. Durch Albert Gothmann, einen deutschen Bankierssohn, entkommt Rosa jedoch ihrem Schicksal. Sie geht mit Albert nach Frankfurt da dieser dort seinem Vater ins Amt eines großen Bankiers folgt. Die Liebe der beiden entwickelt sich jedoch nach einiger Zeit wieder in entgegengesetzte Richtung und so muss Rosa in Deutschland, fern ihrer geliebten Heimat bei einem Mann, der ihre Liebe nicht so erwidert wie sie es sich wünscht, leben.

Dies ist aber nur Inhalt des ersten Abschnittes des 800 Seiten langen Romans. Es gibt zwei weitere Abschnitte, die in der Zeit von 1847-1889, die Weiterentwicklung der Familie zeigen.Im zweiten Abschnitt wird das Leben von Valeria, der Tochter von Rosa und Albert geschildert und im dritten Abschnitt, das Leben der Zwillinge Tabitha und Carlota, Valerias Kinder zum Hauptthema gemacht.

Meiner Meinung nach ist "Die Rosen von Montevideo" von Carla Federico ein durchaus Lesenswerter Roman. Man erfährt etwas über die Stadt Montevideo und deren Geschichte. Man kann sich gut in die damalige Situation, vorallem in die der der Frauen, hineinversetzen. Carla Federico zeigt auf, wie schwer es manche Frauen in vergangenen Zeiten oft hatten und was sie alles aufgeben mussten für eine manchmal unerfüllte Liebe.Der Schreibstil ist sehr schön zu lesen und auch gut zu verstehen.Allerdings wird das Buch gerade de Ende zu, oftmals an einigen Stellen sehr unübersichtlich und man kommt nicht mehr mit der Handlung mit. Es tauchen ebenfalls oft Parallelen zwischen den Handlungsmustern auf, vorallem was die Beziehungen und Schicksale der Frauen angeht.

Ich würde das Buch allen empfehlen, die Romane lieben und Familiensagen gerne lesen. Aber man sollte sich für das Buch viel Zeit nehmen um alles zu verstehen.
Miss Sunshine zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«28.06.2013
Rosa de la Vegas soll gegen ihren Willen an einen doppelt so alten Mann verheiratet werden. Sie wehrt sich und verliebt sich während ihrer Rebellion in den steifen Deutschen Albert Gothmann. Beide heiraten und lassen Montevideo, anscheinend, hinter sich.

Das Buch erzählt die Schicksale der Frauen aus Rosas Umgebung: das Leben ihrer Schwiegermutter und Schwägerin, ihrer Tochter und deren Cousine und das ihrer Enkeltöchter. Immer wieder wechselt der Schauplatz von Deutschland nach Südamerika und umgekehrt, während die Frauen einiges an Leid und Freude durchleben und sich ihre Schicksale oft ähneln.

Trotz spannender und abwechslungsreicher Handlung kann das Buch, aufgrund der sprachlichen und teilweise logischen Mängel, nicht bestehen. Die mit pathetischem Kitsch überstrapazierten Sätze lassen viele der Beschreibungen nur mehr als Teil eines schlechten Liebesromans erscheinen.

Ebenfalls kritisch zu bemerken ist der lehrhafte Ton in den Erklärungen über politische und kriegerische Ereignisse in Deutschland und Südamerika. Es scheint als sollten möglichst alle Rechercheergebnisse verwertet werden. Auch wenn zwei bis dreimal eine gute Einflechtung der Geschichtsstunde mit der Handlung gelingt, bleibt es ein störender Faktor.

Auf der Handlungsebene sind die typisierten Figuren zu bemängeln. Die weinerliche und kopflose Rosa treibt die Leser, wie ihre impulsive und störrische Tochter Valeria, an den Rand der Sympathie.

Fazit: Für eine einmalige und anspruchslose Urlaubslektüre ideal!
passionelibro zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«25.06.2013
Die Rosen von Montevideo von Carla Federico erzählt die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen, wobei die Hauptcharaktere jeweils die Frauen sind. Sie spielt in Uruguay und Deutschland im 19. Jahrhundert und ist beim Knaur Taschenbuch im Juni 2013 erschienen. Der Roman ist ein richtiger Schmöker mit seinen 774 Seiten und der Schreibstil der Autorin verleitet den Leser gerne weiterzulesen.
Die Familiensaga beginnt mit der Geschichte von Rosa, einer jungen, stolzen Frau aus reicher Familie, die nicht mit der Bräutigamswahl ihres Bruders und Vaters einverstanden ist und deshalb aus dem Haus der Familie in Montevideo flüchtet. Dabei gerät sie in Schwierigkeiten und trifft auf den jungen Bankierssohn Albert aus Frankfurt. Es kommt zu engen Verflechtungen der zwei Familien und die Geschichte zieht sich bis hin zu den Enkelkindern, Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Das Buch ist in drei Bücher unterteilt, das 1. erzählt die Geschichte Rosas, das 2. die Geschichte ihrer Tochter Valeria und das 3. erzählt die Geschichte der Zwillinge Carlota und Tabitha. Dadurch verlagert sich jeweils der Schwerpunkt der Geschichte auf die nächste Generation und dem Leser tun sich immer mehr Parallelen in den unterschiedlichen Leben auf, dass es doch etwas zu viel des Guten wird.
Das Buch ist eine nette Lektüre für Zwischendurch für Leser, die gerne historische Romane mit Familiensaga kombiniert lesen und nicht jedes Detail genau unter die Lupe nehmen wollen.
darklittle zu »Carla Federico: Die Rosen von Montevideo«20.06.2013
Die Rosen von Montevideo spielt hauptsächlich im Uruguay und Deutschland des 19. Jahrhunderts. Die Autorin Carla Frederico beschreibt die historischen Vorgänge dieser Zeit sehr umfassend und gibt so einen guten Einblick in die Zeit in der das Buch spielt. Auch die Landschaft in Südamerika ist meiner Meinung nach gut beschrieben. Sobald es um kleinere räumliche Einheiten geht, werden die Beschreibungen der Handlungsorte etwas karger.
Da Die Rosen von Montevideo eine Familiensaga ist die sich über mehrere Generationen spannt, gibt es mehrere Hauptfiguren. Anfangs konnte ich mich noch gut in die Lage der ersten Hauptfigur Rosa hinein versetzen, aber je weiter die Geschichte voranschritt und je mehr Figuren dazukamen, desto schwerer fiel es mir mich mit den Figuren zu identifizieren. Außerdem fällt auf, dass die Figuren sich sehr ähnlich (wenn nicht schon stereotyp) sind. Das lässt sich allerdings nicht nur durch Verwandtschaft erklären. So sind sich zum Beispiel Albert, Luis und Antonio von ihren Eigenschaften her wirklich sehr ähnlich, obwohl nur Luis und Antonio miteinander verwandt sind. Ähnliche Parallelen lassen sich auch bei den Frauen ziehen.
Was die Parallelen betrifft, so gab es von diesen in der Handlung mehr als genug. Anfangs war die Verwendung von Parallelen wirklich ein gelungenes Stilmittel, das ich sehr zu schätzen wusste. Mit der Zeit wurden diese Parallelen jedoch zur Qual und eigentlich nur noch langweilig. Hier ist weniger oft mehr.
Generell muss ich sagen, dass mit Die Rosen von Montevideo für meinen Geschmack wohl zu viel auf einmal versucht wurde. Die Mischung aus Liebesgeschichte, Drama, Historienroman und Familiensaga hat mich einfach überwältigt. Hier wäre locker Stoff für drei Bücher vorhanden gewesen. Ich will damit nicht sagen, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat. Es hat mich vor allem im ersten Drittel gut unterhalten und auch die historischen Hintergrundinformationen waren sicher gut recherchiert.
Mein Fazit: Ein Roman für historisch Interessierte die drei Generationen junger Frauen auf ihrem holprigen und und von Parallelen geprägten Kampf ums Glück begleiten wollen.
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