Die Gefährtin des Vaganten von Andrea Schacht

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel „Die Gefährtin des Vaganten“, , 528 Seiten. ISBN 3-7645-0349-1.

Kurzgefasst:

März 1415. Drei Päpste hat die Welt. Doch nur einer reist zum Konzil in Konstanz an – und wird dort mit einer Anklageschrift konfrontiert. Ein guter Grund unterzutauchen. Aus dem Staub macht sich auch Bischof Hagan von Speyer, als ein heimtückischer Anschlag auf ihn verübt wird. Er schließt sich einer Vagantengruppe an, die in einem Gasthof unterkommt. Die misstrauische Wirtin Laure wird schon bald zu seiner Verbündeten auf der Suche nach den Verbrechern, denn mit ihren entlarvenden Karikaturen hält sie die Lösung in der Hand …

Das meint Histo-Couch.de: „Gewohnt solide Unterhaltung“

von Daniela Loisl

Auf Betreiben König Sigismunds wird 1414 ein Konzil in Konstanz einberufen. Es gibt drei Päpste, ein Zustand, der nicht länger haltbar ist. Bischof Hagan von Speyer ist natürlich auch in Konstanz und spät nachts unterwegs zum Treffen mit einer Frau. Als diese ermordet wird und er versucht ihr zu helfen, muss letztendlich auch er fliehen,
Zur Tarnung schließt er sich einer Gruppe Vaganten an und reist als Magister Hagan mit dem bunten Haufen Richtung Köln. Halt macht die Truppe kurz vor Köln im Gasthof „Zur Bischofsmütze“, der von der jungen Witwe Laure geführt wird. Hagan macht sich nun auf die Suche nach den Verbrechern, denen er in Konstanz gerade noch entkommen konnte und kommt nach und nach einer regelrechten Verschwörung auf die Spur.

Nett und flott erzählt

Schacht führt mit gewohnter Routine durch die Geschichte, lässt durch stetigen Schauplatzwechsel und immer wieder unerwarteten Geschehnissen nie Längen aufkommen und erzählt wie immer leicht und flüssig. Die Autorin sorgt auch mit diesem Buch wieder für kurzweilige Stunden.

Laura Rademacher, Witwe und Mutter zweier Kinder, muss sich das Erbe ihres Mannes mit ihrem Stiefsohn und dessen Frau teilen. Leider etwas klischeehaft sind die Protagonisten und auch der Aufbau der Erzählung. Laura, eine durchwegs sympathische Figur, ist natürlich hübsch, fleißig, klug und – wie könnte es anders sein – nach dem Tode ihres ersten Mannes noch immer ungebunden. Natürlich ist die zweite Hauptfigur, der als Magister reisende Hagan, das ideale und passende Pendant. Dass die Richtung, in die sich die Figuren entwickeln, von vornherein auf der Hand liegt, ist wohl jedem Leser nach wenigen Seiten klar. Einmal etwas mehr Abwechslung, etwas Innovativität, mehr überraschende Details oder nicht zu erwartende Wendungen hätten diesem Buch sehr gut getan. So steht der Leser zwar mitten im Geschehen und fühlt sich nie gelangweilt, aber etwas Einzigartiges oder gar Neues wird ihm leider nicht geboten.

Etwas viele Zufälle

Um das Leben Lauras nicht zu einfach zu gestalten, machen ihr Goswin, ihr Stiefsohn, ein nicht gerader sehr heller, aber labiler Wagner und seine keifende Frau Elseken, das Leben schwer. Auch Hagans Tochter Melle ist alles andere als ein einfaches Mädchen. Doch die beiden Protagonisten meistern natürlich alle Hürden und sind allen Anforderungen gewachsen. Ist es erfreulich, dass sich die positiven Figuren weiterentwickeln, kann man nicht von der Hand weisen, dass dafür die Gegenspieler – bis auf eine einzige Ausnahme – auf der Stelle treten und schablonenhaft bleiben. Man begegnet noch einigen anderen mehr oder weniger einnehmenden Personen und trifft letztendlich auch auf den Drahtzieher hinter all den tragischen Geschehnissen. Zwar gelingt es Andrea Schacht, den wahren Antagonisten bis zum Schluss hinter einer Maske verborgen zu halten, aber eine großartige Überraschung ist die Enthüllung dennoch nicht. So ist das Buch tempo- und ereignisreich, aber es gibt auch jede Menge – etwas fragwürdiger – Zufälle, um verschiedene Ereignisse zu verknüpfen.

Im Fazit bietet das Buch gute Unterhaltung und erlaubt es, sich für einige Zeit in eine andere Welt zu begeben. Das alltägliche Geschehen versteht Andrea Schacht stets glaubhaft und authentisch zu vermitteln, so dass man über die Schwächen auch hinwegsehen kann. Wer Tiefgang oder Unterhaltung auf hohem Niveau sucht, wird mit diesem Buch nicht gut beraten sein.

Ihre Meinung zu »Andrea Schacht: Die Gefährtin des Vaganten«

M-L zu »Andrea Schacht: Die Gefährtin des Vaganten« 03.12.2011
Das Buch hat mir gut gefallen, obwohl ich erst große Probleme hatte, mich in die Geschichte einzufinden. Es beginnt sehr langatmig, aber dann... Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe es gestern und heute zu Ende gelesen. Ich brauchte erst einige Zeit, um die verschiedenen Personen kennenzulernen und zu mögen. Ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen. Es ist spannend geschrieben, die Geschichte ist schlüssig erzählt. vermisst habe ich einen Anhang mit den Rezepten von Laure

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