Das Totendorf von Alexandra Sell

Buchvorstellungund Rezension

Das Totendorf von Alexandra Sell

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Das Totendorf“,, 368 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Ein Dorf im Harz, 1729. Seit einigen Jahren versetzen seltsame Todesfälle und unerklärlicher Wahnsinn die Einwohner in Angst und Schrecken. Das junge Dienstmädchen Ida und die Nonne Johanna sitzen nach einem Unfall im Dorf fest. Johanna findet schließlich heraus, dass der Ursprung der Vorfälle beim mythischen Wesen Lugus liegt, der germanischen Gottheit des Chaos. Doch ihr bleibt nur wenig Zeit: Von Tag zu Tag werden die Dorfbewohner misstrauischer, und schließlich beginnt eine mörderische Hexenjagd …

Das meint Histo-Couch.de: „Fesselndes magisch-mystisches Historienabenteuer“92Treffer

Rezension von Eva Schuster


Berlin, 1729: Der junge Leutnant Robert Collas erhält von Preußenkönig Friedrich Wilhelm einen brisanten Auftrag. Im einsamen Örtchen Ödrode mitten im Harz geschehen seit sechs Jahren seltsame Dinge. Dorfbewohner verschwinden spurlos, andere werden wahnsinnig und begehen Selbstmord oder töten scheinbar grundlos andere Einwohner. Robert Collas soll die Ursache klären und in dem abgelegenen Ort für Ordnung sorgen. Auf dem Weg dorthin trifft Robert eine Kutsche, die aufgrund eines Schadens liegen geblieben ist. Die Fahrgäste sind das junge Dienstmädchen Ida, der junge Student Benedikt Pohl, die wohlhabende und ordinäre Sophie Ruhleben und eine Nonne mittleren Alters, Schwester Johanna.

Die Fahrgäste werden von Robert und seinen vier Rekruten nach Ödrode gebracht, um dort auf die Weiterfahrt zu warten. Schon bald stellt Robert fest, dass Schwester Johanna das gleiche Ziel hat wie er: Die sehr belesene Frau hat ein großes Interesse an übernatürlichen Phänomenen und will ebenfalls das Rätsel um die mysteriösen Vorfälle lösen.

Kurz nach der Ankunft erleben die Dorfgäste auch schon hautnah einen weiteren Wahnsinsfall, als eine Frau während der Messe einen Mann mit dem Messer angreift. Anfangs glauben Johanna und Robert noch an eine natürliche Ursache wie vergiftetes Wasser. Doch schon bald ist ihnen klar, dass sie es mit der Macht eines germanischen Wesens zu tun haben, das das ganze Dorf in Chaos und Zerstörung legen will. Alles hat seinen Ursprung in einem tausend Jahre alten Fluch …

Der Lugus geht um

Als eine äußerst gelungene Mischung aus historischer Kulisse und nordischer Mythologie präsentiert sich Das Totendorf, das den Leser von Beginn an fesselt. Das einsame Dorf trägt seinen gruseligen Spitznamen zu Recht, denn alle Bewohner erscheinen durch die schrecklichen Vorfälle teilnahmslos und der Verzweiflung nah. Das Auftauchen des Leutnants und seiner Männer gibt leise Hoffnung für die Einwohner, dass ihnen jemand bei diesen unerklärlichen Ereignissen beisteht. Wie nötig das ist, zeigt sich ausgerechnet in der Messe. Aus heiterem Himmel zückt eine Frau ein Messer, verletzt eine Greisin und geht auf den Schustermeister Michael los, ehe sie mit Mühe gebändigt und gefangen genommen wird. Ein erkennbares Schema gibt es nicht, jeder scheint gefährdet zu sein, plötzlich vom Wahnsinn ergriffen zu werden. Während Robert noch versucht, eine rationale Erklärung zu finden, ist Schwester Johanna schon längst davon überzeugt, dass hier höhere Mächte am Werk sind. Sie durchstöbert ihre zahlreichen Bücher, die sich mit düsteren Phänomenen befassen und kommt zu einem unglaublichen Schluss: Offenbar ist das germanische Gottwesen Lugus, auch als Loki bekannt, unter ihnen und schlüpft in die Gestalten verschiedener Dorfbewohner. Sein Ziel ist Chaos und Verwirrung und es fehlt nicht mehr viel, um das Dörfchen Ödrode zu zerstören.

Die vielen grausamen Vorfälle haben die Dorfbewohner verhärtet, sie stehen sich misstrauisch gegenüber und der schon längst überwunden geglaubte Hexenwahn bekommt neue Nahrung. Obwohl im Königreich Preußen die Hexenverbrennungen untersagt sind, wollen die Dorfbewohner die zuletzt dem Wahnsinn anheim gefallene Frau auf den Scheiterhaufen bringen. Robert begreift schnell, dass er und seine vier Männer dem Zorn der Dorfbewohner nicht mehr lange standhalten können – zu viel musste das Dorf in den letzten sechs Jahren erleiden, als dass es sich noch von den königlichen Gesetzen abschrecken ließe. Der Pöbel giert nach Blutrache und will die Wahnsinnigen mittlerweile am liebsten sofort hinrichten, statt nach der Ursache zu suchen. Robert und Johanna stehen einem fast aussichtslosen Kampf gegen eine böse Macht gegenüber, Unterstützung durch die Bevölkerung können sie dabei ohnehin nicht erwarten. Da der Roman ohne Ich-Erzähler auskommt, gibt es niemanden unter den Figuren, der vor dem Tod gefeit ist. Liebgewonnene Hauptfiguren können genauso sterben wie sympathische Nebenfiguren – und tatsächlich gibt es im Verlauf der Handlung die eine oder andere Figur, die zum Bedauern des Lesers sterben muss.

Überzeugende Charaktere

Im Mittelpunkt stehen gleichermaßen Robert Collas, Schwester Johanna und das Dienstmädchen Ida. Robert gewinnt gleich in seiner ersten Szene die Sympathie des Lesers, als er mit seiner humorvoll-forschen Art den Preußenkönig vor den Kopf stößt. Zugleich erscheint er aber auch als tatkräftiger Leutnant, der seine Aufgabe mit dem nötigen Ernst verfolgt und dabei unbeirrt den gesetzestreuen Weg verfolgt. Schwester Johanna ist trotz ihres festen Glaubens nicht gerade eine typische Nonne: Obwohl sie ihr Kloster liebt, zieht es sie dank ihrer verständnisvollen Äbtissin dennoch regelmäßig hinaus in die Welt, um Forschungen zu betreiben und übernatürliche Phänomene zu erkunden. Auch ihre scharfe Zunge, ihr Sinn für geistreichen Spott und ihre Vorliebe für Branntwein, worin sie den Soldaten in nichts nachsteht, machen ihren liebenswerten und originellen Charakter aus. Johanna und Robert verbindet ein mächtiges Band, nachdem sie begriffen haben, dass Lugus in jedem der Dorfbewohner stecken könnte und dass es immer vier Gestalten zugleich sind, in die er geschlüpft ist. Sie beide sind die einzigen, die sich noch trauen können. Die achtzehnjährige Ida ist ein schüchternes Mädchen, das nach dem Tod der Dienstherrin nun die weite Reise von ihrer einstigen Heimat Frankfurt nach Braunschweig antritt. Ida verkörpert eine Mischung aus Unschuld und Naivität, gänzlich unerfahren mit den Männern und sehr unglücklich darüber, welche Wendung die Reise genommen hat. Im Laufe der Handlung entwickeln sich zarte Bande zwischen Ida und dem Schustergesellen Paul, wohin das aber führt, ist bis kurz vor Schluss ungewiss.

Dann ist da noch der lange Zeit undurchschaubare Student der Naturwissenschaften Benedikt Pohl. Schon während der Kutschfahrt hat er ein Auge auf Ida geworfen, die ihn aber konsequent zurückweist. Immer wieder ergeben sich Situationen, in denen er ihr beisteht, trotzdem wissen weder Ida noch der Leser zunächst, ob ihm zu trauen ist. Ein herber Gegensatz zu der verschüchterten Ida ist die ordinäre Sophie Ruhleben, die mit jedem Mann flirtet und ein Ausbund an Oberflächlichkeit ist. Vor allem aus diesem Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Charaktere ergeben sich immer wieder sehr reizvolle amüsante Szenarien – seien es Wortgefechte zwischen Sophie Ruhleben und Schwester Johanna, die die Ordensschwester mühelos gewinnt oder die Ratschläge zum Flirten, die Ida von Sophie erhält und die das unbedarfte Mädchen in Verlegenheit bringen. Trotz dieser humoristischen Einlagen verliert die Handlung nie an Dramatik, stattdessen gelingt der Autorin eine hervorragende Ausgewogenheit zwischen Spannung und Augenzwinkern. Besonders reizvoll ist das ständige Bangen, dass einer der sympathischen Charaktere sich als Truggestalt des Lugus entpuppt. Bis auf Robert und Johanna kommt jeder dafür in Frage und tatsächlich gibt es die eine oder andere Person, die sich dann entgegen der Hoffnung des Lesers als Lugus herausstellt.

Nur winzige Schwächen

Anzukreiden ist dem gelungenen Roman wahrlich wenig. Vielleicht gelingt es Schwester Johanna ein wenig zu leicht, auf Lugus als Ursache hinter den Vorfällen zu schließen, ein bisschen länger im Dunkeln zu tappen wäre realistischer gewesen. Generell hätten dem Roman ein paar zusätzliche Seiten durchaus gut getan, denn gegen Ende entwickeln sich manche Dinge doch ein wenig sehr schnell. Das gilt vor allem für die Liebesgefühle, die jemand plötzlich entdeckt und die ein bisschen wie aus heiterem Himmel erscheinen. Der Prolog, der im Jahr 723 spielt, ist zwar sehr atmosphärisch, verrät aber etwas zu viel, dabei wäre es interessant gewesen, einiges erst im Laufe der Handlung zu enthüllen.

Unterm Strich ist Das Totendorf ein höchst lesenswerter historischer Roman mit leichtem Fantasyeinschlag, der durch Spannung, sorgsam dosiertem Humor und sehr sympathischen Hauptfiguren überzeugt.

Ihre Meinung zu »Alexandra Sell: Das Totendorf«

Leseteufel zu »Alexandra Sell: Das Totendorf«11.01.2016
Trotz einiger stilistischer Schnitzer (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod!) ist das Buch flott und spannend geschrieben mit sehr sympathischen Hauptpersonen. Die Sage vom keltischen Gott Lugus, der bei den Germanen Loki heißt, wird von der Autorin geschickt mit der Handlung verwoben. Am Ende gibt es noch einen besonderen Knalleffekt, der aber einem unaufmerksamem Leser entgeht. Also, genau lesen und notfalls zurückblättern!
Nikki zu »Alexandra Sell: Das Totendorf«23.01.2013
Ich mag den Harz sehr (hier fast um die Ecke) und auch die sagenumwobenen Geschichten z. B. von der Walpurgisnacht, wenn dann die Hexen dort mit dem Teufel auf dem Brocken tanzen. Also habe ich mich auch auf das Buch eingelassen, angekündigt wurde das Buch als eine Mischung aus "Historie" mit Fantasy-Elementen. Ich bin nicht unbedingt die Fantasy-Leserin, aber war doch offen.

Leider hat mich das Buch etwas enttäuscht... Eine illustre Reisgesellschaft muss zwangsweise einen Zwischenstopp in Ödrode - was für ein Ortsname - aufgrund eines Sabotageaktes (verursacht vom Bösen?) machen. Ausgerechnet das Dorf, welches seit Jahren von unheimlichen Vorfällen heimgesucht wird. Die Menschen drehen dort durch, bringen sich gegeseitig um, suchen den Freitod, zerstören Hab und Gut. Der tapfere Robert von Collas wird von Friedrich Wilhelm I entsandt, um der Sache auf den Grund zu gehen und dem ein Garaus zu machen.

So ein Buch mit Mystery-Touch hätte so gut werden können (ich liebe die Bücher von Thomas Thiemeyer, er hat den Harz-Thriller-Mystery-Roman "Nebra" geschrieben) aber bei mir hat die Autorin leider nicht so recht den Funken zünden können. Das zog sich hin, für mich kein recht roter Spannungsfaden und irgendwie haben mich alle Figuren genervt. Warum ist das so? Falscher Lese-Zeitpunkt oder geht es anderen ähnlich.
rad-der-fortuna zu »Alexandra Sell: Das Totendorf«23.05.2012
Die Lektüre des Romans war enttäuschend! Dabei hatte mich seine interessante Grundidee sehr gereizt: in einem abgelegenen Ort, tief im düster-schroffen Harz gelegen, wo sich seit jeher Hexen und Fabelwesen herumtreiben, geschieht viel Unheimliches. Löste ein Fluch aus einer dunklen heidnischen Vergangenheit die brutalen Selbstmorde aus oder sind die Menschen dem Wahnsinn verfallen? Aber nicht nur die Gegend, auch die Zeit – das frühe 18. Jahrhundert, Ära des preußischen Soldatenkönigs, versprach eine interessante Lektüre, denn diese spannungsgeladene Zeit - calvinistische Strenge versus hochbarocken Luxus – ist bisher viel zu selten belletristisch verarbeitet worden.
Jedoch ist aus diesen vielversprechenden Zutaten kein überzeugendes Werk geworden. Die Autorin setzt ihr erzählerisches Talent nur sparsam ein und so bleiben die Figuren klischeehaft, ihre Handlungsweisen sind kaum nachvollziehbar. Besonders schwerwiegend ist dabei, dass die Gegend mit ihren Eigenheiten, ihre Bewohner mit ihren regionalen Traditionen unsichtbar bleiben. Ebenso ergeht es den Details, die die barocke Epoche des Soldatenkönigs kennzeichnen. Weder die Mode der Damen, die sich im Übrigen nie sehr damenhaft benehmen, noch die Eigenheiten der damaligen Sprache oder die speziellen Umgangsformen dieser Zeit werden aufgezeigt. So vergisst man im Verlauf der Lektüre immer wieder, in welcher Zeit der Roman spielt. Der saloppe Umgangston der beiden Hauptfiguren, eines adligen Offiziers und einer ebenso hochgeborenen Nonne, erinnert eher an Detektivromane, die im New York der 30er Jahre spielen. „Nun ziehen Sie nicht so ein Gesicht“ (S. 46) pflaumt die Nonne den Soldaten an. Ihre Aufforderung, ihr Neuigkeiten zu berichten, liest sich folgendermaßen: „Raus damit, Leutnant. Ich ertrage meine Neugier keine Minute länger mehr.“ (S. 209). Da wird „gegrübelt“, die ganze Geschichte geht der Nonne „auf die Nerven“ usw. Auch die Tatsache, dass die ortsansässige Gräfin die Protagonisten des Romans zum zwanglosen Diner mit anschließendem Logis in ihr Schloß einlädt, das Dienstmädchen Ida inklusive, trägt nicht zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Völlig unpassend wird sie auch noch andauernd mit dem Prädikat „Hoheit“ angesprochen. Genug der Beispiele, derer sich leicht noch weitere finden lassen. Hier ist nichts stimmig, das gezeichnete Bild einer kleinen Reisegesellschaft aus dem frühen 18. Jahrhundert, die unterwegs ist im geheimnisvollen Harz, umgeben vom erstarkenden Preußen, dieses Bild überzeugt nicht, es bleibt leblos und verwehrt dem Leser darin einzutauchen.
Mein Urteil: Die Geschichte hat eine originelle Grundidee, die leider (mangels Erzähllust oder -talent) verschenkt worden ist.
tassieteufel zu »Alexandra Sell: Das Totendorf«18.02.2012
Seit einigen Jahren erschüttern seltsame Todesfälle und unerklärlicher Wahnsinn ein kleines Dorf im Harz. Darum schickt Friedrich Wilhelm der I im Herbst des Jahres 1729 den Leutnant Robert von Collas an den Ort des Geschehens, damit diese Vorfälle aufgeklärt werden. Vor Collas waren schon 2 andere Ermittler dort, die beide unter seltsamen Umständen ums Leben kamen. Als der Leutnant und seine Männer kurz vor Ödrode sind, stoßen sie zunächst auf eine Postkutsche, die mit Achsenbruch feststeckt und geleiten die Reisenden in den Ort. Unter ihnen ist auch die Nonne Johanna, die ebenfalls eine Erklärung für die merkwürdigen Vorkommnisse sucht. Doch mit dem Fortschreiten der Ermittlungen geraten alle in große Gefahr.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog im Jahre 723 und wechselt dann ins Jahr 1729. Erzählt wird aus Sicht von drei Personen. Da ist einmal Leutnant von Collas, dann die Nonne Johanna und schließlich noch das Dienstmädchen Ida, das sich ebenfalls in der Postkutsche befand und nach dem Tod ihrer alten Herrschaft auf dem Weg zu einer neuen Arbeitsstelle ist. Robert von Collas, der sich mit seinem losen Mundwerk und seiner lockeren Art bisher keine Freunde gemacht hat, war mir von Anfang an sympathisch und gleich in seiner ersten Szene, als er selbst den König ein wenig brüskiert, spricht das ungemein für ihn. Seine Ermittlungen sind zielstrebig und das er bei seinen Nachforschungen auf Johannas Wissen zurückgreift, zeigt seine unkonventionelle Art. Für meinen Geschmack hatte er im Buch etwas wenig Auftritte, das fand ich ein wenig schade u. hätte durchaus weiter ausgebaut werden können.
Johanna ist eine ungewöhnliche Nonne, die mit ihrem Sinn für Humor und ihrem Interesse für
okulte und unbekannte Dinge in ihrem Kloster nicht nur Verständnis erntet. Zum Glück hat ihre Äbtissin ein Einsehen und erlaubt ihr ab u. an außerhalb des Klosters ihre Forschungen zu betreiben. Ihre ganze Art und auch ihre Einstellung zu Hexenverbrennungen machen Johanna von Anfang an zu einer Sympathieträgerin und das ändert sich auch im Verlauf der Geschichte nicht.
Dann ist da noch das Dienstmädchen Ida, mit ihr konnte ich zunächst nicht so wirklich warm
werden. Sie ist ein unbedarftes junges Mädchen, das bisher kaum aus dem Haus ihrer Herrschaft
heraus kam, nun ist sie auf dem Weg zu einer neuen Arbeitgeberin und alles um sie herum ist für sie neu und ungewohnt. Das sie sich dann so kopfüber in die Ermittlungen stürzt war für mich auch nicht so ganz nachzuvollziehen, ebenso ihre Aversion gegenüber dem mitreisenden Studenten Benedikt Pohl, aber man muß ja auch nicht jede Hauptfigur in einem Buch mögen oder verstehen.
Etwas arg konstruiert und sehr plötzlich fand ich auch die geschilderte Liebesgeschichte die 2
Personen im Buch erleben, ebenso wie deren Ausgang, hier hätte dem Buch doch ein wenig mehr Ausführlichkeit und Tiefgang gutgetan.
Sehr gelungen ist im Buch dann aber die Verknüpfung von historischem Hintergrund mit der mythologischen nordischen Sagenwelt. Das Johannas Erkenntnisse in dieser Richtung doch ziemlich schnell erfolgen, war für mich kein Manko. Mit den Informationen, die man im Prolog bekommt, kann ein aufmerksamer Leser allerdings schon bald ahnen, wo hier der Hase lang läuft, und Johannas Schlußfolgerungen bestärken dann nur diese Ahnung.
Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen, es ließ sich flott lesen, war durchgängig spannend obwohl das Ende für meinen Geschmack ein wenig überstürzt daher kam und um mich völlig zu begeistern hat mir hier einfach die düstere und unheimliche Atmosphäre gefehlt, die mit den ganzen mysteriösen Vorfällen einhergehen sollte. Wer selbst schon einmal an einem dämmrigen, nebelverhangenen Herbsttag im Harz unterwegs war, weiß wie unheimlich es im Wald werden kann, wenn irgendwo im Gebüsch Äste knacken und irgendwelche Tierschreie im Wald erklingen.
Und genau diese Stimmung hat mir irgendwie im Buch gefehlt, aber vielleicht ist man als Leser
auch nur wesentlich kritischer, wenn ein Buch in der Gegend handelt, in der man wohnt.

Fazit: ein kurzweiliger u. spannender historischer Roman mit leichten Mysterielementen, der sich leicht und flüssig lesen läßt, um mich restlos zu begeistern hat mir aber hier doch das ein oder andere gefehlt und insgesamt hätten dem Buch ein paar Seiten mehr gutgetan.
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