Alex Haley

Der schwarze us-amerikanische Schriftsteller Alexander Murray Palmer Haley wurde am 11. August 1921 in Ithaca, New York geboren und wuchs im Süden der USA auf. Sein Vater Simon Haley war ein Veteran des Ersten Weltkriegs und studierte Landwirtschaft an der Cornell University, seine Mutter Bertha Palmer Haley war Lehrerin.

Die ersten fünf Lebensjahre verlebte Haley mit seiner Mutter und seinen Großeltern, da sein Vater sein Studium noch abschliessen musste. Nach seinem Abschluß kehrte der Vater zurück zu seiner Familie nach Tennessee und wurde Professor für Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten im Süden der USA. Alex war immer sehr stolz auf seinen Vater, der immer gegen Rassismus anzukämpfen hatte und versuchte, seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen.

Alex schloss mit 15 die High School ab und studierte am Alcorn A&M College, der Alcorn State University in Mississippi. Ein Jahr später wechselte er an das Elizabeth City State Teachers College in North Carolina. Zeit Jahre später, im Jahr 1939 verließ er auch diese Uni und ging zur Küstenwache. Zwar begann er als normaler Seemann, machte aber schnell Karriere in der Offizierslaufbahn. Wenn er Langeweile hatte, setzte er sich an seine tragbare Schreibmaschine und schrieb Liebesbriefe für seine Kameraden, die nicht schreiben konnten. Zudem verfasst er auch Kurzgeschichten und Artikel für Magazine in den USA. Einige seiner Kurzgeschichten wurden sogar gedruckt, und so wurde er ermutigt, mit dem Schreiben weiterzumachen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm von der Küstenwache versagt, ein normaler Journalist zu werden, und so wurde er ein First Class Petty Officer im Rang eines Journalisten, um Chefjournalist der Küstenwache zu werden. Diesen Posten behielt er für 20 Jahre, bis er 1959 in den Ruhestand ging. In dieser Zeit hat er zahlreiche Medaillen und Ehrungen erhalten.

Er wurde freischaffender Journalist und Autor und konnte sich trotz eines 16-Stunden-Tags gerade so über Wasser halten, da die Bezahlung sehr schlecht war. 1962 wendete sich das Blatt, als er für den Playboy den Trompeter Miles Davis interviewen sollte. Das Interview war ein grosser Erfolg und er begann eine Reihe von grossen Interviews mit Schwarzen, darunter auch Martin Luther King, Sammy Davis Jr, Quincy Jones und Malcolm X. Nach dessen Interview im Jahr 1963 bat Malcolm X Haley darum, ob er mit ihm zusammen seine Autobiografie schreiben würde, und so erschien 1965 das Werk, das ihn weithin bekannt machte.

In den folgenden acht Jahren beschäftigte sich Haley hauptsächlich mit einem Prjekt über seine Vorfahren, beginnend mit Kunta Kinte, der 1767 im heutigen Gambia entführt wurde und als Sklave in die damalige Kolonie Maryland verschleppt wurde. Mit dieser Geschichte fasste er seine Familiengeschichte zusammen und veröffentlichte diesen historischen Roman 1976 unter dem Titel Roots (dt. Wurzeln). Der Roman wurde direkt als Miniserie für das Fernsehen verfilmt und 1977 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Fernsehausstrahlung bescherte dem Sender ABC Rekordquoten und viele Städte erklärten die Januar-Woche, in der die Serie ausgestrahlt wurde, zur Roots Week.

In den 1980er Jahren begann Haley mit der Arbeit an seinem zweiten Roman, der sich mit einem anderen Zweig seiner Familie beschäftigte, diesmal um seine Großmutter Queen. Er starb vor Vollendung des Manuskripts am 10. Februar 1992 in Seattle, und der Roman wurde von David Stevens fertig gestellt und posthum veröffentlicht und 1993 auch verfilmt.

Alex Haley war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe mit Nannie Branch hielt 13 Jahre und wurde 1954 geschieden. Noch im selben Jahr heiratete er Juliette Collins, von der er sich 1972 trennte. Mit seiner letzten Frau Myra Lewis blieb er bis zum Ende seines Lebens verheiratet. Er hatte drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter.

Trotz seiner Erfolge waren sein Werke auch stets umstritten und von Plagiatsvorwürfen verfolgt, weswegen er auch mehrmals verklagt wurde. So wurde er auch von der Familie von Malcolm X wegen verfälschter Darstellung historischer Tatsachen angeklagt. Sein Ansehen nahm dadurch ab 1978 Schaden, aber der Titel Roots steht noch immer für die Geschichte der Schwarzen in Amerika, und wurde als Titel auch früh in der deutschen Sprache übernommen.

Historische Romane von Alex Haley:

  • (1976) Wurzeln – Roots
    Roots: The Saga of an American Family
  • (1993) Queen (posthum erschienen, von David Stevens fertig gestellt)
    Alex Haley´s Queen: The Story of an American Family
  • (1998) Mama Flora´s Family (posthum erschienen, von David Stevens fertig gestellt)