Das Bouquet der Leidenschaft von Uwe Schreiber

Buchvorstellungund Rezension

Das Bouquet der Leidenschaft von Uwe Schreiber

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Das Bouquet der Leidenschaft“,, 377 Seiten.ISBN 3866804393.

»Das Bouquet der Leidenschaft« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

Kurzgefasst:

Der Komet von 1811 verheißt Großartiges. Nicht nur ein fantastischer Wein wird im Jahr seines Erscheinens in der Pfalz gekeltert, sondern auch ein ungewöhnlich talentierter Winzer erblickt das Licht der Welt. Emil Jordan hat ein gutes Händchen und eine ausgezeichnete Nase für Wein. Ihm gelingt die Kreation der viel gefeierten Spätlese, doch den Ruhm erntet Carl Bassermann, der missgünstige Sohn des Weingutbesitzers.

Als sich auch noch seine große Liebe Josefine aus unerklärlichen Gründen von ihm abwendet, bricht für Emil eine Welt zusammen. Er wandert nach Amerika aus und verwirklicht in Kalifornien seinen Traum vom eigenen Weingut. Seine Weine erlangen Weltruhm, doch schon bald rafft die Reblaus alles dahin. Wieder steht Emil vor den Trümmern seines Lebens. Ein letztes Mal bricht er auf, um in der pfälzischen Heimat sein Glück zu suchen.

Dort trifft er Josefine wieder und deckt ein Netz aus Lügen und Intrigen auf, die sein Lebensglück zerstört haben. Wird er schließlich doch noch den ihm zustehenden Ruhm ernten und seine große Liebe zurückgewinnen können? Und wird sich sein Traum von einem wahrhaft großen Wein, einem Jahrhundertwein, erfüllen?

Das meint Histo-Couch.de: „Ein toller Erstlingsroman zwischen Wein und Leidenschaft“85Treffer

Rezension von Volker Faßnacht

Mit Das Bouquet der Leidenschaft legt der Jurist, Betriebswirt, Berater von Weinbaubetrieben und Autor Uwe Schreiber ein tolles Debütwerk vor.

Ein kometenhaftes Leben

Im Jahre 1811, als die Chronisten tatsächlich von einem Jahrhundert-Weinjahrgang zu berichten wissen, beginnt Uwe Schreibers Roman mit der Geburt eines Jungen, dessen Vater im Krieg gegen Napoleon als vermisst – wahrscheinlich längst tot – gilt und dessen Mutter bei der Geburt stirbt.
Dieser Junge ist die Hauptperson Emil Jordan, der bei dem Vorarbeiter Louis Buché des Pfälzer Weinguts Heinrich Bassermann aufwächst und viel vom Weinbau lernen kann. Ausgestattet mit einer feinen Nase ist er schon bald ein begnadeter Weinfachmann, der vom alten Bassermann schon fast dem eigenen Sohn vorgezogen wird. Als sich Emil ausgerechnet in die Tochter des Hauses Bassermann verliebt und der Sohn tatsächlich fürchten muss, dass nicht er das Weingut seines Vaters erben wird, schlägt das Vertrauen und die seitherige Freundschaft in Neid und Missgunst um. Emil wird zum Konkurrenten des jungen Weingutbesitzers Carl Bassermann. Eine klug eingefädelte Intrige von Mutter und Sohn beenden jäh alle Träume von Emil Jordan. Ihm bleibt nur noch, sein Glück in Amerika zu suchen.

Von Einem der auszog, das Glück zu suchen

„Vom Tellerwäscher zum Millionär“ oder „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, so denkt man wohl, wenn das Gespräch auf Amerika kommt. Doch Emil lernt sehr schnell, dass dieser Werbespruch wohl nur für die sehr wenigen Frühberufenen und Reichen gilt und nur dem Zweck dient, eben diesen genügend Arbeitskräfte auf dem neuen Kontinent zu verschaffen. Viel größer ist die Chance, dass man einer von vielen wird, die in New York mittellos stranden. Diesem Schicksal kann Emil zwar entgehen, weil er den unbedingten Willen hat, den besten Wein anzubauen, der sogar noch den Kometenjahrgang 1811 übertreffen sollte, aber trotzdem bleibt ihm das große Glück immer wieder einen Schritt voraus. Auch kann Emil seine große Liebe niemals ganz vergessen. Josefine! Wird er sie wiedersehen und sich mit ihr aussöhnen können?

Die Geschichte des Weins in Europa und Nordamerika im Romanformat

Einer der Gründe, weshalb der Roman zu empfehlen ist, besteht in dem Umstand, dass Uwe Schreiber weiß, wovon er schreibt. Man merkt deutlich, dass er im Weinbau tätig ist, denn das lässt er in seinen Roman gekonnt einfließen. Viele Geschichtsdaten sind wahrheitsgemäß wiedergegeben oder allenfalls zeitlich um äußerst kurze Intervalle verschoben, so dass es in die Lebensspanne des Protagonisten hinein gepasst hat. Und so passiert es ganz automatisch, dass man lesend auf große Fahrt mit Emil Jordan geht, Einblicke erhält, wie die Menschen damals über den Atlantik gefahren sind, voller Hoffnung zwischen all dem Elend gescheiterter Träume in der Großstadt New York, der Aufbruch nach Westen, die harte Pionierarbeit bei der Besiedlung des weiten Landes, die Goldgräberstimmung, die Anfänge des kalifornischen Weinbaus, die Träume der Menschen vom großen Glück, aber auch von den Gefahren des Scheitern und dass es oft kleine Dinge sind, die den großen Traum zerstören können. Uwe Schreiber vermag es ausgezeichnet, all diese unterschiedlichen Atmosphären einzufangen und zu erzählen.

Ein furioses Finale mit kleinen Längen

Der dritte Teil der Geschichte handelt wiederum in der Pfalz, wo Emil versucht, seine große Liebe zurück zu gewinnen. Uwe Schreiber erzählt in feinen Nuancen, wie die Intrige gesponnen wurde und wie seine Protagonisten langsam diesem dunklen Spiel auf die Spur kommen. Doch finden die beiden jemals wieder zusammen? Es gibt ein furioses Finale mit manchmal vielleicht etwas zu vielen Irrungen und Wirrungen, so dass man doch an der einen oder anderen Stelle versucht wäre, Emil und Josefine einen Schubs in die richtige Richtung zu geben, so offensichtlich erahnt die Leserschaft, was die Protagonisten sich wohl doch noch nicht zusammenreimen können.

Wäre man anhand des Buchtitels zunächst geneigt zu glauben, dass das Buch hauptsächlich den Weinanbau behandeln würde, darf man gespannt und voller Freude erkennen, dass dem nicht so ist. Die Geschichte ist sehr gut ausgewogen und lebt über weite Teile von der feingliedrig beschriebenen Gefühlswelt der Personen im Roman. Ein Kleinod des Genres, das von den großen Verlagen wohl nicht veröffentlicht würde; zu weit scheint das Thema von der üblichen Kost entfernt zu sein. Aber gerade das dürfte für einen Teil der Leserschaft durchaus interessant sein, auch wenn der eher kurz geratene Roman (mit 377 Seiten) bei einem Preis von 14,90 EUR als Taschenbuch-Ausgabe einen stolzen Betrag aufruft. Andererseits bekommt ein kleiner Verlag wie der Sutton-Verlag sicherlich nicht die Verkaufszahlen, wie die großen Verlage und muss deshalb höhere Preise berechnen. Ein Teufelskreis, aber hier lohnt sich die Investition …

 

Ihre Meinung zu »Uwe Schreiber: Das Bouquet der Leidenschaft«

Ihr Kommentar zu Das Bouquet der Leidenschaft

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.