Sten Nadolny

Der Sohn des Schriftstellerpaars Burkhard und Isabella Nadolny wurde 1942 in Zehdenick an der Havel geboren. Er wuchs in Oberbayern auf und machte sein Abitur in Traunstein. Anschließend studierte er in München, Göttingen, Tübingen und Berlin Geschichte und Politologie. 1976 promovierte er schließlich an der Freien Universität Berlin zum Thema Abrüstungsdiplomatie 1932/33. Eine große Hilfe war ihm hierfür, dass sein Großvater Rudolf Nadolny zu dieser Zeit die deutsche Delegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz leitete.

Nach seiner erfolgreichen Promotion arbeitete er zunächst als Lehrer für Geschichte und Taxifahrer, ehe er als Aufnahmeleiter zunächst den Weg zum Film fand. Als er ein Stipendium für ein Drehbuch-Exposé erhielt, war dies nicht der Beginn für eine Karriere beim Film, sondern der Start zur literarischen Laufbahn. Aus dem Drehbuch, das nie verfilmt wurde, entstand später sein erster Roman Netzkarte, der 1981 erschien.

Zuvor hatte er bereits 1980 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen – für das fünfte Kapitel des Romans, der 1983 erschien und ein Welterfolg wurde: Die Entdeckung der Langsamkeit. Bei der Verleihung sorgte er nicht nur durch seinen Text für Aufsehen, sondern er kritisierte auch den Wettbewerb an sich und teilte daraufhin das Preisgeld unter allen Teilnehmern auf.

Neben seinen Poetikvorlesungen im Jahr 1990 an der Münchener Universität erhielt im Laufe der Jahre zahlreiche Preise, so 1985 den Hans-Fallada-Preis, 1986 den Premio Vallombrosa, 1996 den Ernst-Hofrichter-Preis und 2004 den Jakob-Wassermann-Literaturpreis. Im Jahr 2005 wurde er zum Mainzer Stadtschreiber berufen.

Er lebt heute in Berlin.

Historische Romane von Sten Nadolny:

Weitere Romane von Sten Nadolny:

  • (1981) Netzkarte
  • (1990) Selim oder Die Gabe der Rede
  • (1994) Ein Gott der Frechheit
  • (1999) Er oder ich