Das Geheimnis der Hebamme von Sabine Ebert
Buchvorstellung und Rezension
Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel „Das Geheimnis der Hebamme“, , 648 Seiten. ISBN 3-426-63412-0.
Kurzgefasst:
Deutschland zur Zeit von Kaiser Barbarossa: Weil sein Sohn tot geboren wurde, will Burgherr Wulfhart der jungen Hebamme Marthe Hände und Füße abschlagen lassen. Nur mit knapper Not gelingt ihr die Flucht aus dem Dorf. Um zu überleben, schließt sich das Mädchen einer Gruppe Siedler an, die ostwärts ziehen, um sich in dem noch unerschlossenen Gebiet ein neues, freies Leben aufzubauen. Angeführt werden sie von dem edlen Ritter Christian, der sofort von Marthe fasziniert ist. Doch ihre Schönheit und ihre besondere heilende Gabe haben auch die Aufmerksamkeit von Randolf erregt, Christians erbittertstem Feind…
Das meint Histo-Couch.de: „;Klischeereiches Debüt mit Potenzial“;
von Katharina Lewald
„;Das Geheimnis der Hebamme“ ist eines der Bücher, über die derzeit geredet wird. Von sämtlichen Ecken, aus etlichen Foren und von vielen Internetseiten hört man derzeit die Empfehlung, dieses Buch unbedingt zu lesen – sonst würde man etwas verpassen. Aber bricht Sabine Eberts Roman wirklich alle qualitativen Rekorde?Ein schweres Leben
Der jungen Hebamme und Kräuterkundigen Marthe gelingt unter großer Anstrengung die Flucht vor ihrem Herrn Wulfhart, der ihr die Schuld am Tod seines totgeborenen Sohnes gibt. Kurz darauf lässt der Tyrann ihre Ziehmutter Serafina töten und seine Männer, die selbst Angst vor der Wut ihres Anführers haben, suchen nach Marthe. Sie schließt sich einem Siedlerzug an, der von dem furchtlosen Ritter Christian geleitet wird. Die Siedler, Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, wollen ins heutige Sachsen gen Osten ziehen.
Nach harten entbehrungsreichen Wanderwochen, Überfälle lassen natürlich nicht auf sich warten, gelangen Marthe und der Siedlerzug ans Ziel ihrer Reise und gründen Christiansdorf. Marthe und Christian empfinden mehr als nur Sympathie füreinander und er nimmt sie mit nach Meißen, um den Sohn des Markgrafen Otto und seiner Frau Hedwig zu heilen. Sie schafft es und sichert sich den Respekt der Edelleute, die ihr noch hilfreich sein werden.
Doch auch Christians erbitterter Feind Randolf hat ein Auge auf die schöne, kluge Marthe geworfen und der Silberfund in Christiansdorf erregt schon bald das Aufsehen vieler, die ein Stück vom großen Kuchen des Erfolgs abbekommen möchten …
Eine Wunderfrau, diese Marthe
Sabine Ebert hat mit Marthe eine Protagonistin erschaffen, die durchaus viele Fähigkeiten hat:
Sie hat „;Gesichte“, was bedeutet, dass sie Visionen hat. Sie kann quasi die Zukunft voraussagen, so wie hier:
Ein jäher Schmerz durchzuckte ihre rechte Schläfe. Mit einem Mal war ihr, als ob eine Stimme in Ihrem Kopf erklang: „;Drei werden sterben, und einer wird uns ganz furchtbar verraten.“ Dann sah sie den Boden auf sich zukommen.
Jener Satz („;Drei werden sterben, und einer wird uns ganz furchtbar verraten.“) wird während des gesamten Buches alle dreißig bis vierzig Seiten wiederholt und raubt dem Leser schnell den letzten Nerv.
Marthe ist auch wunderschön. Mehr als drei Männer verlieben sich gleichzeitig in sie – doch natürlich hat sie nur Augen für den tapferen Ritter Christian. Ständig denken Marthes Verehrer daran, sie flachzulegen, dem ein oder anderen gelingt es auch, allerdings sehr zu Marthes Leidwesen. Eine Vergewaltigung durch vier Männer gleichzeitig ist schon ein starkes Stück und es ist fraglich, ob solche Szenen notwendig sind, um den Leser zu unterhalten.
Heilkundig ist Marthe auch. Und entgegen des Titels ist sie nicht nur Hebamme und kann Kinder zur Welt bringen (was sie während der ganzen Geschichte nur sehr wenige Male auch tut), sondern kennt auch alle möglichen Kräuter, die gegen fast jedes Leiden helfen. Im Laufe der Geschichte macht sie so viele Menschen gesund, die ihr daraufhin natürlich sehr dankbar sind.
Außerdem ist Marthe hart im Nehmen. Eine Vergewaltigung ist immer eine furchtbare Angelegenheit und für niemanden leicht zu verschmerzen. Marthe hat natürlich auch Angst vor weiteren derartigen Übergriffen (zu denen es natürlich auch kommt), sie kommt jedoch erstaunlich gut damit zurecht. Die Angst hält sie nicht davon ab, anderen Menschen zu helfen, die in Not sind. Dafür vergisst sie schon mal ihre eigene Sicherheit.
Marthe ist also ein vielbegabtes, wunderschönes, junges Mädchen. Eine geborene Romanheldin sozusagen. Aber gerade aufgrund ihrer vielen Talente wird die Geschichte schnell unrealistisch, zumal die junge Frau aus heiklen Situationen meistens schnell herauskommt oder sich alles doch noch zum Guten wendet. Ach ja: Ritter Christian schreitet auch wie zufällig in vielen letzten Momenten ein, um die arme Marthe zu retten, zu befreien, zu beschützen …Meistens weiß der Leser schon lange vorher, was passieren wird.
Spannend, trotz vieler Klischees
Aber genug Sarkasmus. Während die ersten einhundert Seiten dahinplätschern und der Leser kurz vor dem Aufgeben ist, nimmt das Geschehen langsam an Spannung zu und spätestens ab dem Silberfund in Christiansdorf möchte man doch wissen, wie es weitergehen wird. Die vielen Klischees, die bedient werden, nerven zwar, tun aber dem Lesefluss keinen Abbruch.
Anstatt der Hauptprotagonisten, Marthe und Christian, werden vielen Lesern andere Charaktere sympathischer sein, wie zum Beispiel Markgräfin Hedwig oder Christians Ziehmutter. Christian ist der arme Ritter, der aber Ehre hat und ständig auf der Hut vor seinen Widersachern sein muss. Außerdem ist er wegen Liebeskummers sehr in sich gekehrt und lebt erst – wie sollte es anders sein – nach dem Zusammentreffen mit Marthe wieder auf. Die melancholische Grundstimmung Christians lässt ihn wenig heldenhaft wirken, was sich jedoch ebenfalls zum Ende des Buches ändert. Trotzdem bleiben die Protagonisten recht flach, auch wenn Ebert versucht ihre Gefühlslage so gut wie möglich zu erläutern. Sie entwickeln sich kaum weiter, bleiben auf der Stelle.
Typische Anfängerfehler einer Debütantin
Dass auch Marthe sämtliche Klischees anhaften, wurde schon beschrieben. Es bleibt also abzuwarten, ob Sabine Ebert in den folgenden Teilen ihre schriftstellerische Leistung zu steigern vermag. Ja, es wird mehrere Fortsetzungen geben, der zweite Teil ist bereits in Arbeit.
Wer sich nicht an einer klischeelastigen Handlung stört, dem wird „;Das Geheimnis der Hebamme“ in jedem Falle zusagen, zumal Sabine Ebert es versteht durch spannende Handlung zu unterhalten. Leser, die bereits viele historische Romane gelesen haben, werden genervt sein von den ewigen Klischees und brutalen Szenen, denn es gibt einige Autoren, die mehr als deutlich zeigen, dass es auch anders geht. Der Autorin bleibt zu wünschen, diese typischen Anfängerfehler in ihren weiteren Werken nicht fortzusetzen – denn es steckt einiges Potenzial in Sabine Ebert und ihrer Geschichte.
Ihre Meinung zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme«
- Vera Kratochwill zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 27.12.2009
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ich habe mir den ersten teil der hebamme geholt, und konnte es kaum erwarten auch die anderen beiden teile zu lesen. spannend ist das bzw. die bücher auf jeden fall. vorallem fühlt man sich sehr schnell in die beziehung der beiden hinein, so daß mann voller glücksehligkeit, spannung, leid und trauer gleichzeitig ist.
ich habe noch lange gebraucht das gelesene zu verarbeiten, da die gefühle doch ziemlich durch einander geraten.
ich hoffe daß die schriftstellerin uns noch weiterhin mit solchen großartigen romanen erfreuen wird!
- Ingrid Schreyer zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 15.11.2009
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Einfach Klasse spannent bis zur letzten Seite dass man gar nicht aufhören kann mit dem lesen
Was haben die Frauen alles mitmachen
müssen die Jahrhunderte hindurch
bis sie endlich die Gleichstellung von heute erreichten.Und die damalige Zeit ist brutal
gewesen was man in Chroniken nachlesen kann. Habe alle 3 Bände gelesen und warte mit Spannung auf den nächsten Band
- lesemoni zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 02.11.2009
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Hallo Hilde,
auch ich liebe die Bücher von Sabine Ebert und hoffe morgen mein signiertes Exemplar mit der Post zu bekommen,das ich mir im Freiberger Buchladen bestellt habe." Blut und Silber " ist keine direkte Fortsetzung.Es macht aber eine Nachfahrin von Marthe und Christian mit.Teil 4 kommt nächstes Jahr in den Handel.Sabine schreibt soeweit ich weiß schon daran.Nun ist sie allerdings auf einer Lesereise die bis in den Dezember hineingeht
liebe Grüße Moni
- HildeHeinrich zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 02.11.2009
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Ich las gerade die teils vernichtenden Kritiken zu den Hebamme Büchern und bin entsetzt. Ich lese viel und eigentlich alle Genres und wartete immer sehnsüchtig auf die Folgebücher. Sie sind sehr unterhaltsam geschrieben und man hat sich mit den Protagonisten identifiziert und auch lieb gewonnen. Marthe ist eine tapferer Frau und musste aber im Rahmen des damaligen Zeit sich bedeckt halten. Ich habe die Bücher sehr gerne gelesen und man konnte eine Weile die damalige Welt abtauchen. Gibt es evtl. von Marthe doch noch einen 4 Band? oder ist das Buch " Blut und Siber" die direkte Fortsetzung? Ich wünsche Ihnen noch viel Freude am Schreiben. Viele Grüße
Hilde Heinrich
- Silberfee28 zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 10.10.2009
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n dem vorliegenden Buch "Das Geheimnis der Hebamme" geht es um eine Heilerin die sehr jung aus dem Dorf fliehen muß, sich einem Wanderzug anschließt , mit ihnen diverse Abenteuer durchlebt und schließlich ihr persönliches Glück findet.
Das Buch stellt den Anfang der Hebammen Trilogie von Sabine Ebert dar. Es folgen noch zwei weitere Bücher , weitere 2 Bücher sind von Seiten der Autorin geplant.
Die Autorin die mit diesem Buch ihren ersten historischen Roman veröffentlicht hat ist es gelungen historische Fakten in einen brillianten und spannenden Roman zu verarbeiten.
Ralitisch, detailgetreu ohne zu übertreiben werden Szenen des täglichen Lebens in der Zeitepoche erzählt, man hat mehr als einmal das Gefühl mittendrin zu stehen.
Nicht einmal geht die erzeugte Spannung verloren, der Leser giert quasi nach den Seiten und erlebt teils drastische Szenen als ob er mittendrin stehen würde.
Nachdem man das erste Buch gelesen hat will man natürlich auch wissen wie die Geschichte weitergeht und greift bestimmt direkt zum Folgeband.
Ich kann nur sagen für alle Freunde der historischen Romane eine gute Anschaffung die garantiert nicht bereut wird.
- Tom zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 08.09.2009
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Wer schreibt denn bitte solche Abhandlungen über ein wahrhaft gelungenes Buch? Wenn die Frauen im Mittelalter mit den vorherrschenden Zuständen zurecht kamen, warum dann nicht die Protagonistin des Buches, welche in jener Zeit lebt? Typische Anfängerfehler? Wenn es sonst nix zu kritisieren gibt, dann sagt sich das anscheinend leicht dahin, wenn auch nicht näher auf die Art der Fehler eingegangen werden muss. Ich jedenfalls konnte die Geschehnisse nicht vorhersagen.
Ein tolles Buch, ein überflüssiger Kommentar von HISTO-COUCH.
- Elchi130 zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 19.07.2009
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Marthe, Christian und ein paar andere Personen sind mir direkt ans Herz gewachsen. Die Geschichte ist von Beginn an spannend. Ab etwa der Hälfte des Buches habe ich jedoch immer wieder überlegt, ob ich es abbreche. Es reiht sich ein Negativereignis an das nächste. Klar darf es auch Probleme und Katastrophen geben, insgesamt sollte jedoch das Positive überwiegen. Das ist hier nicht der Fall. Das Buch ist dadurch unglaublich deprimierend und ich werde aus diesem Grunde die Nachfolgeromane auch nicht mehr lesen. Schade!
- Antje zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 14.07.2009
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Ich finde das Buch, zumindest den ersten Teil ziemlich gut und spannend.Ich lese gerade den zweiten Teil, und den finde ich bisher nicht so prickelend.
Er ist nicht unbedingt langweilig,aber ich kann mich in die Emotionen usw. nicht hineinversetzen und das,was Marthe an Wundern geschieht und den anderen, ist unrealistisch.Das große Glück,das sie immer hat,mit den psychischen und physischen Folgeschäden "wettzumachen",liest sich langweilig und nervend,genau wie die vielen Wort,-und Satzwiederholungen.
- Damaris zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 05.06.2009
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Geniales Buch! Ich bin beeindruckt von der plastischen und detailgetreuen Beschreibung des Alltagslebens im Mittelalter, von den Charakteren die unheimlich liebevoll gezeichnet sind, den Emotionen, den Intrigen, usw. usw. Das Buch hat es geschafft, dass ich einen halben Tag fast vergessen habe zu essen und in einer Nacht auf Montag wegen akuter Lesesucht nur zwei Stunden Schlaf gefunden habe und daraufhin sehr übermüdet einen kompletten Arbeitstag irgendwie hinter mich bringen musste.
Hm, ich finde den Histo-Couch-Kommentar auch nicht sooo ganz nachvollziehbar. Das Mittelalter war eben einfach brutal, zumindest so wie wir es uns heute vorstellen, deshalb ist auch die Darstellungsweise gerechtfertigt. Ich finde es realistisch, dass Marthe das scheinbar „gut aushält“ (wobei das ja auch nicht ganz so stimmt, man merkt ja an manchen Stellen schon sehr wie sie unter verschiedenen Situationen leidet). Aber was bleibt ihr denn übrig, sie kann sich ja schlecht krankschreiben lassen oder sich mal einem Psychotherapeuten vorstellen oder anderweitig ihr Leid pflegen. Gewisse Grausamkeiten sind wohl im Mittelalter einfach normal gewesen und mussten eben so weggesteckt werden, fertig aus.
Außerdem ist es ganz normal, dass eine Geschichte nur aus den wichtigsten Ereignissen besteht, die verdichtet erzählt werden. Es hätte wenig Sinn wenn die Autorin eins zu eins erzählen würde, dass grade ein paar Monate lang eigentlich alles relativ ok war und beschreibt wie die Hühner auf dem Hof scharren, das Gemüse gedeiht und die Schweine immer fetter werden. Das birgt aber auch die Gefahr, dass einem diese Verdichtung der packendsten Ereignisse unrealistisch vorkommt, was aber eigentlich nicht so sein muss.
- olympia zu »Sabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme« 25.04.2009
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zu Gert Ulhmann,
also, hm, das IST aber der erste Band über den du hier urteilst. Keine Ahnung, welches Buch du zuerst gelesen hast, aber
1. Band "Das Geheimnisder Hebamme"
2. Band "Die Spur der Hebamme"
3. Band "Die Entscheidung der Hebamme"
Du dürftest da irgendetwas durcheinander gebracht haben :-)
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