Die gute Stadt Paris von Robert Merle

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Originalausgabe erschienen 1980 unter dem Titel „Paris ma bonne ville“, deutsche Ausgabe erstmals 1992 , 706 Seiten. ISBN nicht vorhanden. Übersetzung ins Deutsche von Edgar Völkl.

Kurzgefasst:

Der vorliegende Roman führt in das Frankreich der Hugenottenkriege und das Paris des Jahres 1572, wo Katholiken und Protestanten einander niedermetzeln. Pierre de Siorac, frischgebachener Doktor der Medizin, muss sich, wegen eines Duells von der Todesstrafe bedroht, in die Hauptstadt flüchten, um die Gnade des Königs zu erflehen. Dort wird der verwegene junge Mann in den Strudel der Bartholomäusnacht gerissen.

Ihre Meinung zu »Robert Merle: Die gute Stadt Paris«

Susannah zu »Robert Merle: Die gute Stadt Paris« 19.02.2010
1572 - ein Jahr, das in Frankreich für ein grausames Blutvergießen steht. In eben diesem Jahr treffen wir den jungen hugenottischen Baronssohn Pierre de Siorac wieder, der soeben Doktor der Medizin geworden ist und seine Heimreise antritt. Doch das Glück scheint dem jungen Mann nicht hold, als er in ein Duell verwickelt wird, seinen Angreifer tötet, und ob seines Glaubens plötzlich vom Galgen bedroht wird. So muss, zusammen mit seinem Bruder Samson und seinem Freund Giacomo, nach Paris, um dort die Gnade Karls IX. zu erflehen. Kein leichtes Unterfangen, bedenkt man, dass derKönig katholischen Glaubens ist und Pierre zu den "Ketzern" gehört. Und sofort beeindruckt ihn diese Stadt Paris, die so anders ist als die anderen Städte. Leider auch grausamer,wie er sieht, denn an allen Ecken und Enden wird das Feuer des Hasses geschürt und die Flamme des Zorns angefacht. Hetzerische Reden und nicht zuletzt Intrigen am Hofe machen die Pariser scharf wie Bluthunde, die nur darauf warten, ein Massaker abzuhalten. Nach der Vermählung der Schwester des Königs mit dem hugenottischen König von Navarra ist es soweit. In der Nacht zum Feiertag des Heiligen Bartholomäus leuten die Glocken, und ganz Paris macht sich zu einem schlachten auf, dessen Opfer die Seine nahezu verstopft. Und mitten in dieser Bartholomäusnacht hängt Pierres Leben mehr als einmal am seidenen Faden ...

Der dritte Teil der langen Reihe, mit Sicherheit der bisher dramatischste. WIr lernen zum ersten Mal die mächtigen Frankreichs kennen: Karl IX.,der leidenschaftlich gerne Trompete und Ball spielt und sich rasch erzürnt, seine Mutter, Katharina von Medici, die immer schwarz trägt und den Teufel im Herzen, wie man meinen könnte. Wieder haucht Merle jenen Figuren diese wundervolle Lebendigkeit ein, wie man sie nur selten findet. Sein Gespür für historischen Humor ist ebenso beeindruckend wie seine Liebe zum (historischen) Detail, ohne dabei den Leser zu ermüden. Gerade die Darstellungen der Bartholomäusnacht sind ergreifen und schockieren den Leser, der nicht glauben will, wie eine ganze Stadt sich so im Blut ertränken konnte.

Freunde französischer Geschichte - in Robert Merle habt ihr einen eurer Meister gefunden!
anath zu »Robert Merle: Die gute Stadt Paris« 15.08.2007
Pierre muß nach Paris reisen um dort das Pardon des Königs zu erbitten.Unabkömmliche Begleiter sind Miroul und Samson.Die Stimmung in Paris ist aufgeheizt gegen die Hugenotten.Viele Hugenotten sind in der Stadt um die Hochzeit des Prinzen Heinrich von Navarra mit der Prinzessin Margot mit zu erleben.
Als dann das Grauen der Bartholomäusnacht beginnt,können Pierre und Miroul nur hoffen,dem Morden irgendwie zu entkommen...

Ich habe bereits mehrere Bücher gelesen,die die Bartholomäusnacht schildern.Keines war so minutiös recherchiert wie dieses. Merle liefert ein Sittenbild von Stadt und Zeit,verbunden mit historischer Akuratesse.Bewundernswert,spannend und mitreißend.

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