Der König der purpurnen Stadt von Rebecca Gablé

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Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel „Der König der purpurnen Stadt“, , 960 Seiten. ISBN 3-431-03439-X.

Kurzgefasst:

London 1330: Der achtzehnjährige Jonah hat kein leichtes Leben als Lehrjunge im Haushalt seines trunksüchtigen Cousins, des Tuchhändlers Rupert Hillock. Einzig seine Großmutter Cecilia schenkt ihrem verwaisten Enkel ein wenig von der Zuneigung, die der verschlossene Junge braucht. Doch eine Begegnung mit dem jungen König Edward und Königin Philippa lenkt Jonahs Schicksal in neue Bahnen. Als jüngstes Mitglied ihrer Geschichte findet er Aufnahme in der elitären Londoner Tuchhändlergilde, und gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er die englische Tuchproduktion. Aber je größer sein Erfolg, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Neider und Widersacher, allen voran sein Cousin Rupert, und Jonahs Schwäche für Frauen – vor allem für die Königin – macht ihn verwundbar. Als der Hundertjährige Krieg ausbricht, gelangt Jonah als Bankier der Krone dennoch zu Reichtum und politischem Einfluss. Doch der alte Adel betrachtet die neue Macht der Kaufleute mit Missgunst, und der ungestüme König Edward führt die Seinen nicht nur in finanzielle Wagnisse …

Ihre Meinung zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt«

Iris Wemmel zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 19.03.2012
Ich habe dieses Buch ganz zufällig in unserer hiesigen kirchlichen Bücherei gefunden. Da ich schon einmal ein Buch von Rebecca Gable gelesen habe, nämlich "Die Siedler von Catan" (übrigens: Weltklasse!!!) dachte ich mir, versuch ich´s nochmal. Von den ca. 960 Seiten habe ich bis jetzt ca. 400 gelesen und bin soooooo begeistert, dass ich am liebsten ALLES stehen und liegen lassen möchte, nur um lesen zu können! Rebecca Gable hat eine ganz besondere Art, Personen zu beschreiben. Man fühlt mit ihnen. Man kann sich in ihre Gedankengänge einbringen. Und die immer wieder neuen Wandlungen verblüffen mich immerzu. Woher nimmt diese Frau bloß dieses unglaubliche Wissen und diese unglaubliche Fantasie? Sie ist für mich einfach die größe Autorin der mittelalterlichen Romane schlechthin. Ich verehre diese Frau.
Danke.
Iris Wemmel
Katja zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 28.02.2012
Dieses Buch ist eines ihrer besten Werke. Ich las es mit 12 und noch jetzt les ich es zum 5ten mal.
Wie gesagt ein Traum, es ist auch relativ realititätsnah.
einfach ein super gutes Buch.
Am liebsten wär ich in dieser Gschichte und würde es erleben wollen was jonah (der noch zu dem unglaublich schön beschrieben ist) getan und gefühlt hatte.
Aber es ist auch sehr leidenschaftlich dieses Buch :D
Stefan83 zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 07.03.2010
Rebecca Gablés dritter historischer Roman, „Der König der purpurnen Stadt“, führt uns zurück ins England des 14. Jahrhunderts, welches bereits Schauplatz ihres Erstlings „Das Lächeln der Fortuna“ war:

London im Jahre 1330. Der junge Jonah Durham ist Lehrjunge im Tuchhandel-Geschäft seines despotischen Cousins Rupert Hillock, welcher ihn nur unter dem Druck der gemeinsamen Großmutter Cecilia in seinem Haus aufgenommen hat. Rupert neidet Jonah dessen kaufmännisches Talent und die Aufmerksamkeit und Zuneigung von Cecilia. Diese versucht die Geschicke ihres Enkels so gut wie möglich zu lenken, erkennt sie doch in ihm den einzigen Verwandten mit Ehrgeiz und Potenzial. Da ist es egal, dass ihr Schützling selbst nur wenig von ihren wohlgemeinten Ratschlägen hält. Als Cecilia eines Tages stirbt, ist es somit Jonah, der ein halbes Vermögen erbt, wohingegen Rupert leer ausgeht. Es ist der Beginn eines Zerwürfnisses mit folgender lebenslanger Feindschaft. Jonah baut sich nun ein eigenes Geschäft auf, sein Erfolg missträuisch beäugt von dessen Cousin. Bei einem missglückten Anschlag auf sein Leben macht Jonah schließlich die Bekanntschaft des jungen König Edwards III. und Königin Philippas. Und als er letzterer bei einem Unfall während eines Turniers das Leben retten kann, ist dies der Beginn einer beispiellosen Karriere.

Gemeinsam mit der Königin, die er insgeheim liebt, revolutioniert er den Tuchhandel Englands, holt er entgegen des Protests der Gilde Flamen ins Land und macht bereits in jungen Jahren ein Vermögen. Doch mit seinem Einfluss am Hofe und dem Ansehen wachsen auch Jonahs Neider. Mit William de la Pole schafft er sich einen mächtigen Feind und auch Rupert, der mittlerweile von der Hand in den Mund lebt, hat mit dem sehr selbstzufriedenen Jonah noch eine Rechnung offen. Während Englands Ritter gegen Frankreich in den Krieg ziehen, muss der junge Tuchhändler seinen eigenen Kampf ausfechten, um nicht all das zu verlieren, was er sich so hart erarbeitet hat …

Harte Arbeit muss auch die Recherche für diesen historischen Roman gewesen sein, in dem Rebecca Gablé einmal mehr äußerst geschickt die realen Geschehnisse und Persönlichkeiten einer geschichtlichen Epoche mit den fiktiven Figuren und deren Lebensläufen in Einklang bringt. „Der König der purpurnen Stadt“ ist dabei so etwas wie ein inoffzielles Prequel zur Waringham-Trilogie, da u.a. Geoffrey Dermond und Gervais of Waringham, Robins Vater, hier kleine, aber nicht unwichtige Rollen spielen. Und auch mit den augenzwinkernden Auftritten des jungen John of Gaunt und dessen Bruder, dem späteren „Schwarzen Prinzen“, gelingt ihr eine äußerst amüsante Verknüpfung. Doch trotz dieser kurzen Gastspiele stehen die Ritter und Adeligen diesmal nicht im Mittelpunkt. Gablé hat stattdessen ihr Augenmerk, wie auch schon in der abgekürzten Inhaltsangabe angedeutet, auf das Wirken der Londoner Händler zur Zeit Edwards III. gerichet. Zu Beginn erleben wir dessen wagemutiges Eindringen in Nottingham Castle, wo er seine Mutter und deren Liebhaber Mortimer festsetzt und einer blutigen Herrschaft damit ein Ende macht. Gemeinsam mit Philippa verhilft er England zu neuer Größe, in großen Maße unterstützt durch eben jene Woll- und Tuchhändler, welche Edwards Kriegspläne finanziell unterstützen und die heimische Wirtschaft mit der Ansiedlung von flämischen Webern und Walkern stärken.

Das Gablé aber nicht ganz ohne Adel und Rittertum kann, wird im Lebenslauf Jonahs deutlich. Dessen Aufstieg ist, trotz vieler Rück- und Schicksalsschläge, kometenhaft und scheint, das mekrt leider auch der Leser ziemlich schnell, relativ ungefährdet. Dabei wäre hier Potenzial für mehr vorhanden gewesen. Im Gegensatz zu Robin („Das Lächeln der Fortuna“) und Caedmon („Das zweite Königreich“) ist nämlich Jonah alles andere als untadelig. Hochmut, Selbstherrlichkeit und Gefühlskälte sind nur einige der charakterlichen Schwächen, derer er sich rühmen darf. Ein interessanter Ansatz, der die Figur wohl realistischer und glaubhafter machen sollte, welcher aber am Ende im krassen Gegensatz zu seinen außergewöhnlichen Erfolgen steht. Es gibt fast nichts, was dem glücklichen Jonah nicht gelingt, und eben das sorgt bald für Langeweile. Hätte Gablé diese Figur gewagter entwickelt, sie hätte einen hassenswerten Anti-Helden ergeben. So bleibt sie, zumindest mir, bis zum Ende hin nur unnahbar und unsympathisch. Das die Autorin ihren Schützling nicht derart finster zeichnen wollte, liegt vielleicht auch an William de la Pole. Diesen ebenso genialen wie skrupellosen Kaufmann hat es in der Tat gegeben, und er ist es auch, der den schillernden Bösewicht in dieser Geschichte verkörpern soll. Einziges Manko: Seine Auftritte sind selten, die Gefahr, welche von ihm ausgeht, stets zu gering, als das man um die Helden im Buch bangen müsste. Überhaupt ließen mich die Erlebnisse von Jonah und seinen Freunden, bis auf wenige Ausnahmen, im Ganzen ziemlich kalt. Das Mitfiebern, Mitbangen und -zittern, das die beiden vorherigen Bücher so spannend mache, fehlte mir hier zu oft.

Ist „Der König der purpurnen Stadt“ deswegen ein schlechtes Buch? Ganz schnelle Antwort: Auf keinen Fall. Auch diesmal glänzt Gablé mit hohem Unterhaltungswert und einer sprachlich schlichten, aber dafür ungestelzten Geschichte. Sehr geschickt verbindet sie das Leben am könglichen Hofe mit dem komplizierten Geflecht der Kaufmannswelt, wodurch der Leser einen guten Einblick in das Stände- und Gildensystem der damaligen Zeit und dessen Auswirkungen auf den Verlauf des hundertjährigen Krieges erhält. Dieser wird, bis auf die Seeschlacht von Sluis, relativ schnell abgehandelt, was natürlich den Hauptfiguren des Romans geschuldet ist. Besonders lobenswert und hervorzuheben ist Gablés Schilderung der ersten Pestepidemie, welche in den Jahren 1348/49 die Bevölkerung Europas um gut die Hälfte reduzierte. Das Herannahen des „Schwarzes Tods“ und dessen letztendliches Ausbrechen in London wird erschreckend eindringlich in Szene gesetzt. Das Buch endet schließlich kurz vor Beginn der Ereignisse von „Das Lächeln der Fortuna“. Und nicht nur wer wissen will, was aus den beiden liebenswerten Halunken Gervais und Geoffrey werden wird, sollte dieses Buch unbedingt im Anschluss lesen.

Insgesamt ist „Der König der purpurnen Stadt“ ein guter historischer Roman, der jedoch an der fehlenden Tiefe und den vor allem sehr eindimensional geratenen Figuren krankt. Gablé kann es eigentlich besser und hat dies insbesondere in der Waringham-Trilogie eindrücklich bewiesen. Trotz all dieser Kritik: Ein Buch, das einen Großteil der Konkurrenz immer noch weit hinter sich lässt und jedem Freund historischer Schmöker ans Herz gelegt werden kann.
Susannah zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 19.02.2010
Rebecca Gablé gehört seit "Das Lächeln der Fortuna" zu meinen Lieblingsautorinnen. In "Der König der purpurnen Stadt" entführt sie uns in die Zeit davor, in die Zeit von König Edward III. und Phillippa. Kenner des "Lächeln der Fortuna" werden schmunzeln, wenn der schwarze Prinz und John of Gaunt das Licht erblicken, und strahlend staunen, wenn man die Namen Dermond und Waringham liest.

Der Hauptcharakter jedoch ist Jonah. Jonah ist eigentlich alles andere als ein Vorzeigemensch. Er ist verschlossen, Gehorsam und Demut zählen nicht zu seinen Stärken und auch Humanismus hat man dem jungen Jonah nicht eingeimpft. Im Haushalt seines Onkels leiden er, sein Freund Crispin und besonders Annot. Doch eine Begegnung mit dem Königspaar gibt Jonahs Leben eine neue, beeindruckende Wendung. Er geht seinen steilen weg, der dennoch voll mit Steinen ist.

Mir gefällt das Buch noch besser als ihr Erstlingswerk. Die Charaktere wirken auf mich glaubhafter (sie sind eben moralisch wie körperlich alles andere als perfekt), und ich hätte nie gedacht, dass ich den Kaufmännern - den Pfeffersäcken - soviel abgewinnen konnte. Gablés Charaktere zeigen sich wie immer durch starke Charakterzüge, jede Figur hat für mich Mimik, Gestik und Stimme.

Besonders möchte ich wieder den historischen Kontext hervorheben. Wird erfahren wieder sehr viel über die Zeit, König Edward III und seine Phillippa haben ihre Stärken und Schwächen, sind vielschichtig únd erleichtern die Einführung in den historischen Kontext. Auch die Beziehungen nach Frankreich sind eindringlich, aber liebevoll in die Romanhandlung eingearbeitet. Besonders beeindruckend: Die erste Pestseuche in England, die halb London dahinrafft. In diesen Momenten ist man froh, dass wir diese Krankheit loslassen.

Laufen, lesen, abtauchen!
spielpfeife zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 14.01.2010
Dies ist erst mein zweites Buch von RG - und es gefällt mir noch besser als "Hiobsbrüder". Falls das überhaupt noch möglich war. Wieder bekommt der Leser eine überaus spannende wissenschaftliche Vorlesung in englischer Geschichte, wieder spannt sich darum eine fiktive Geschichte mit einem Helden, der sehr liebenswert ist, da er so seine großen und kleinen fehler hat. Und wieder steht bei mir - die ich in der Schule den Geschichtsunterricht gehasst habe - ein weiterer historischer Roman im Bücherregal. Ich werde noch zum Histo-Fan...
Mondschatten zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 31.08.2008
War auch mein erstes Buch von Rebecca Gable und hat mich von der ersten Seite an mitgerissen. Ich habe mich gefühlt wie wenn ich als unsichtbarer Beobachter dirket im Geschehen mit dabei bin.
Es ist absolut nachvollziehbar geschrieben und wenn mans zu Ende gelesen hat spürt man noch ein bissel Wehmut um sich herum fliegen!
Ich kanns nur empfehlen!!!
Astrid zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 13.08.2008
Ein überaus empfehlenswertes Buch. Es war das erste, welches ich von Rebecca Gablé gelesen habe und ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nicht das letzte gewesen ist. Sie versteht es meisterhaft, den Leser in die Gefühlswelt der Hauptprotagonisten einzuführen und an deren großen und kleinen Sorgen teilhaben zu lassen. Sehr gut gelungen ist aus die Darstellung von "Jonah Durham", der nicht der typische, strahlende Held ist, wie man ihn aus anderen Roman kennt. Das macht sein fiktives Schicksal neben den historisch belegten Ereignissen sehr authentisch. Alles in allem wirklich ein sehr gutes Buch, bei dem es schwer fällt, es aus der Hand zu legen. Schlaflose Nächte sind da wohl vorprogrammiert.
Klaus Kröger zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 08.08.2008
In diesem Roman wird eindrucksvoll das aufkommende Bürgertum und die zunehmende Bedeutung der Kaufleute im späten Mittelalter dargestellt. Gut auch, dass Frau Gable einmal der Königin ein Denkmal gesetzt hat, die mir bisher gänzlich unbekannt war.
Deliah zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 04.07.2008
Auch dieses Buch von Gablé ist ein wahres Meisterwerk. Jonah ist für mich, während ich das Buch las, fast zu einer leibhaftigen Person geworden, über den ich viel nachgedacht und gegrübelt habe, so sehr hat er mich fasziniert. Unbestreitbar ist auch der dem Leser wunderbar nahe gebrachte historische Hintergrund des Romans, der mich, trotzdem ich mich damals nicht übermäßig für Geschichte interessierte, gefesselt hat. Dieses Buch hat das geändert. Man versinkt geradezu darin.
Unebdingt empfehlenswert.
Steffi81 zu »Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt« 23.05.2008
Ein absolut genialer Roman! Wie in allen historischen Romanen von Rebecca Gable findet man auch hier eine gekonnte Mischung aus realer Geschichte und Fiktion, die auf keiner Seite auch nur eine Spur von Langeweile aufkommen lässt! Der Leser erhält einen (für einen Roman) umfang- und facettenreichen Einblick in die englische Geschichte des 14. Jh., wobei als Hauptakteure nicht nur Adel und Ritterschaft, sondern auch (bzw. vor allem) die Kaufleute im Mittelpunkt stehen. Sehr menschlich - und damit absolut authentisch und sympathisch - ist Jonah Durham, ein Kaufmann und Hauptfigur in diesem Roman. Mit seinen Ecken und Kanten ist er nicht der abgehobene Held, wie man es aus vielen anderen Büchern oder Filmen kennt, sondern eine Hauptfigur, mit der man auf jeder Seite des Buches mitlebt und -leidet. Meine Bewertung: 100%

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