Verschwörung im Zeughaus von Petra Schier

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Verschwörung im Zeughaus“,, 352 Seiten.ISBN 3-499-25922-2.

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Kurzgefasst:

Köln zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Im frühen Dämmerlicht, als die Stadt zum Leben erwacht, nähert sich verstohlen eine Gestalt dem Haus von Apothekerin Adelina: Ihr Bruder Tilmann – schwer verwundet. Der Hauptmann der Kölner Stadtgarde kann nur noch ein paar Worte stammeln, bevor er zusammenbricht. Die zweite Begegnung an diesem Morgen ist nicht weniger verstörend für Adelina: Ihr Bruder wird wegen Mordes gesucht. Von einer Verschwörung ist die Rede, im Zeughaus wurde eine Leiche gefunden, neben ihr Tilmanns Dolch. Was ist geschehen? Während Tilmann mit dem Tode ringt, kämpft Adelina ihren eigenen Kampf: Soll sie den ungeliebten Bruder verraten, um ihre Familie zu schützen?

Das meint Histo-Couch.de: „Kölscher Klüngel im Mittelalter“80

Rezension von ngo

In der frühen Morgendämmerung bekommt Adelina unerwarteten Besuch: ihr Bruder Tilmann bricht schwer verwundet auf ihrer Schwelle zusammen. Gemeinsam mit ihrer Familie und dem Gesinde kümmert sie sich um ihn, aber er fällt in fiebrige Bewusstlosigkeit. Kurz darauf erfährt sie, dass er des Mordes verdächtigt wird, denn im Zeughaus wurde eine Leiche entdeckt, neben der Tilmanns Dolch lag. Adelina kann es nicht glauben und ermittelt auf eigene Faust. Aber wem kann sie trauen, und wer steckt hinter der Verschwörung?

Alte Freunde und neue Gegner

Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um den fünften Teil der Adelina-Reihe von Petra Schier. Allerdings muss man die vorherigen nicht gelesen haben, um sich in diesem Band zurechtzufinden, denn die Autorin versteht es, in das Geschehen die Figuren, ihre Beziehungen untereinander und ihre Charakterzüge so einzuflechten, dass man schnell mit ihnen vertraut wird und man sich ein gutes Bild von ihnen und ihren Verhältnissen untereinander machen kann.

Wenn man die Bücher um die Apothekerin Adelina gelesen hat, ist man mit den Figuren durchaus vertraut und nimmt teil an ihrer Entwicklung und an ihrem Leben. Sie wachsen an ihren Aufgaben, auch wenn man sich bei dem ein oder anderen manche Ecke oder Kante wünschen würde. Dennoch schafft es die Autorin, Charaktere zu erschaffen, die lebendig und stark wirken, sei es nun im Guten oder Schlechten.

Dies ist ihr besonders hier bei Tilmann und Mira gelungen, die sich stets einen amüsanten Schlagabtausch liefern, der in derselben Tradition steht wie jener von Benedikt und Beatrice aus Viel Lärm um nichts von Shakespeare, aber nicht ganz so zungenfertig ist.

Detailreiche Mittelalterwelt

Die Sprache ist angepasst an die damalige Zeit, aber nicht zu verfremdet, so dass sie gut lesbar ist, sich der Leser aber dennoch in die damalige Zeit versetzt fühlt. Dazu tragen vor allem die zahlreichen Details bei, die eine mediävale Atmosphäre heraufbeschwören, in der Feuerschüren, Kräutermischen oder Brotteigkneten zu alltäglichen Handlungen gehörten. Es wird nichts ausgelassen, weder die Beschreibung von Kleidungsstücken, die einem heutzutage etwas wunderlich anmuten wie der Bruch (man würde es heute wohl Boxershorts nennen), noch das übermäßige Trinken von Würzwein oder Bier, das bedeutend reiner war als Wasser.

Bei den Ermittlungen werden die komplizierten Strukturen einer mittelalterlichen Stadt deutlich, in der Intrigen, Korruption und Klüngelei an der Tagesordnung standen. Hinweise darauf werden geschickt in das Geschehen eingeflochten, aber was ist Wahrheit, was eine Finte? Der Leser tappt genauso im Dunkeln wie Adelina und ihre Helfer.

Spannung bis zum Schluss

Ein schlauer Kniff ist es, die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Charaktere zu erzählen. Das wirkt facettenreich und gibt der Geschichte ein umfassendes Bild.

Der kriminelle Handlungsstrang buhlt mit der eingeflochtenen Liebesgeschichte, aber beide bekommen genügend Raum, so dass sie sich nicht gegenseitig erwürgen, erzeugen dabei Komplexität und Tiefe. Man taucht völlig ein in das alte Köln, das sich nicht nur goldglänzend, sondern durchaus auch dreckiggrau präsentiert und erlebt bis zum Ende dramatische und mitreißende Wendungen. 

Wer eintauchen will in ein gründlich recherchiertes und detailopulentes Mittelalterspektakel mit ausgefeilten Charakteren, macht mit diesem Roman nichts falsch.

Ihre Meinung zu »Petra Schier: Verschwörung im Zeughaus«

LettersFromJuliet zu »Petra Schier: Verschwörung im Zeughaus«09.09.2013
Inhalt

Früh am Morgen klopft Adelinas Bruder Tilmann an ihre Tür. Er ist schwer verletzt und muss sich verstecken, er wird wegen Mordes gesucht. Angeblich soll er einen guten Freund im Zeughaus erstochen haben, zumindest hat man seinen Dolch nehmen der Leiche gefunden.
Tilmann mag zwar angsteinflößend und manchmal etwas ruppig sein, aber er ist ganz bestimmt kein Mörder. Adelina will herausfinden was wirklich geschah und erhält überraschender Weise Hilfe von ihrer Gesellin Mira. Seltsam, sie und Tilmann können sich doch gar nicht leiden…

Meine Meinung

Nach dem ich vom 4. Adelina Band ziemlich enttäuscht war, konnte mich der neuste wieder vollkommen überzeugen, was u.a. auch daran liegt, dass gehörig die Funken fliegen zwischen Tilmann und Mira. Das war ja nach dem Ende des letzten Bandes schon vorherzusehen und umso mehr freute ich mich, dass die Geschichte zwischen den beiden nochmal aufgegriffen wurde.
Bislang wurden die Handlung nur aus Adelinas Sicht beschrieben, jetzt kommen aber auch die Sichtweisen von Mira und Tilmann hinzu, wodurch der Leser einen viel besseren Einblick von deren Gefühlswelt bekommt.
Übrigens sind seit dem letzten Band 3 Jahre vergangen, bzw. wurden literarisch übersprungen. Die beiden Mädchen sind fast erwachsen, die kleine Katharina ist kein Baby mehr müsste ca. 6 Jahre alt sein. Dadurch, dass die Charaktere mit einem Sprung 3 Jahre älter wurden, kann sie die Geschichte auch ganz anders entwickeln.
In jedem Band lernt man mittelalterliche Heilmethoden kennen und dieses Mal brachte mich Ludmilla zum staunen, denn sie verwendete lebende Maden um den Wundbrand zu bekämpfen. Ziemlich eklig, aber wirkungsvoll und interessant.
Leider müssen wir jetzt einige Zeit auf den nächsten Band warten, denn Petra Schier muss ihn schließlich erst mal schreiben. Trotzdem freue ich mich jetzt schon auf einen neuen spannenden Mittelalter-Kriminalfall.

Fazit

Ein wirklich toller 5. Band aus der Adelina Reihe mit jede Menge Spannung, Verschwörungstheorien und Liebe.
PMelittaM zu »Petra Schier: Verschwörung im Zeughaus«27.07.2013
Adelinas Bruder, Tilmann Greverode, wird des Mordes verdächtigt. Er taucht schwerverletzt bei Adelina auf und behauptet, nichts mit dem Mord zu tun zu haben sondern selbst ein Opfer zu sein. Adelina muss sich nun entscheiden, ob sie ihrem Bruder glaubt und ihm hilft, indem sie ihn zunächst versteckt und pflegt und damit womöglich die ganze Familie in Gefahr bringt …

Petra Schier wirft uns dieses Mal sofort mitten ins Geschehen. Es gibt kein Vorgeplänkel, nein, Adelina wird direkt mit ihrem schwerverletzten Bruder konfrontiert und damit mit der Tat, die es in diesem Roman gilt aufzuklären. Spannung ist somit von Anfang an garantiert. Wie immer lässt sich der Roman sehr flüssig lesen, man fängt an und wird sofort von der Geschichte gefangen genommen und (falls einem das zeitlich möglich ist)verlässt sie erst wieder, wenn das Buch zu Ende ist.

Diesen schon fünften Adelina-Band kann man, wie alle anderen auch dann lesen, wenn man die Vorgänger nicht kennt, das Lesevergnügen ist aber größer, wenn man weiß, wie sich Adelinas Leben und das ihrer Lieben bis dahin entwickelt hat., vor allem, wenn man die Vorgeschichte zwischen ihr und ihrem Bruder kennt. Tilmann Greverode hat eine tolle, aber immer glaubwürdige Entwicklung hingelegt, wer hätte das noch im ersten Band gedacht …

Einen weiteren Adelina-Band zu lesen, ist ein bisschen wie heimkommen. Man kennt und liebt Adelina, ihren Haushalt, ihre Freunde und freut sich, sie alle wiederzutreffen und weiter an ihrem Leben teilhaben zu können. Alle Charaktere haben im Laufe der Zeit auch eine Entwicklung durchgemacht und man kann bei jedem Buch gespannt sein, was da noch kommt. In diesem Buch ist der Fokus etwas von Adelina selbst gewichen, hier stehen ein paar andere Figuren mehr im Vordergrund als bisher gewohnt, vor allem natürlich Tilmann, aber z. B. auch Mira, Adelinas Lehrmädchen (und nun Gesellin) nimmt einen größeren Platz ein. Sehr gefreut habe ich mich auch, dass Ludmilla gleich mehrfach auftaucht und eine recht wichtige Rolle innehat. Und es gibt sogar einen Neuzugang, der wohl nicht nur vorübergehend sein wird.

Die Geschichte an sich ist interessant und spannend. Petra Schier baut den Roman wieder einmal auf einer tatsächlichen historischen Begebenheit auf, auf die sieauch im Nachwort näher eingeht. Allerdings hat mir persönlich der Twist am Ende nicht so ganz gefallen, für mich wäre es in diesem Roman logischer gewesen ohne eine solche auszukommen. Der Fokus lag für mich beim Lesen woanders und ich empfand das dann als eher störend. Ich möchte hier nicht spoilern, deshalb kann ich nicht näher darauf eingehen, wer das Buch gelesen hat, weiß aber sicher, was ich meine. Obwohl mich das sonst oft stört, wenn die Auflösung in meinen Augen nicht passend ist (hier ist sie wenigstens nicht unlogisch), hat das hier nur marginale Auswirkungen, das Buch ist insgesamt so gut, dass ich auf jeden Fall volle Punktzahl geben „muss“.

Allen, die historische Kriminalromane lieben, allen, die gerne Serien lesen, kann ich die Adelina-Reihe absolut empfehlen. Man sollte sie aber möglichst der Reihe nach lesen. Wer die vorherigen Romane schon gelesen hat, muss hier einfach zu greifen. In meinen Augen ist das der bisher beste Roman der Reihe (und die waren alle richtig gut). Absolute Leseempfehlung von mir!
Mohnblume zu »Petra Schier: Verschwörung im Zeughaus«26.07.2013
Es ist der 5. Band über die Apothekertocher Adelina .


Ein fantastischer und Grandioser Roman der 5 Sterne verdient. Ein gelungener Mix aus Historischem und Krimi.

Die Autorin Petra Schier schreibt sehr flüssig , Spannend und lebendig
über die Famile Burka und ihre Freunde ,die man sofort alle ins Herz schließt. Man fühlt sich eingebunden in die Geschichte und unbewusst wird man eins mit den Progonisten. Man taucht ab ins Mitteralterliche Köln. Leidet und freut sich mit Adelina und den Ihren. Geht mit ihnen auf Geheimnisvolle Spurensuche nach dem Mörder um den Mord an dem Hauptmann Clais aufzudecken. Aber man sucht auch nach den Verschwörern , die das ganze Angezettelt haben und jetzt dies vertuschen wollen. Den der Bruder Adelinas Tilmann Greverode beschuldigt man des Mordes.Er ist schwer verletzt worden und halb Tod bei Adelina angekommen. Er bittet sie um Unterschlupf und das man ihn nicht verrät. Es ist auch die Rede von einer Verschwörung im Zeughaus .Werden Sie den Kampf gewinnen und Tilmanns Unschuld beweisen können ? Es geht um Macht, Intrigen , Küngeleien einen Überfall auf die Magd und Drohungen gegen die Familie Burka. Ein Verwirrspiel beginnt. Auch Griet die Stieftocher Adelinas hütet ein Geheimnis. Und warum verhält sich Mira die Gesellin so Ablehnend
gegenüber Tilmann. Warum gerät sie mit ihm immer wieder aneinander. Unterstützung findet die Familie auch bei der Alten Hebamme Ludmilla. Es wird sich zum Schluss alles Aufklären , aber ganz anders als man denkt. Von der ersten bis zur letzten Seite ist Spannung angesagt , die sich von Seite zu Seite steigert.

" Ein Buch das man so schnell nicht mehr aus der Hand legen wird ."
" Ein Wahrer Purer Lesegenuss "

" Was für ein Historischer Krimi "
passionelibro zu »Petra Schier: Verschwörung im Zeughaus«25.07.2013
Ein Genuss für alle Fans historischer Krimis
Der historische Krimi „Verschwörung im Zeughaus“ von Petra Schier ist der fünfte Band der historischen Reihe um die Kölner Apothekerin Adelina und ihrer Familie.
Tilmann, Adelinas Stiefbruder, schleicht sich schwer verletzt in der Nacht in Adelinas Apotheke, stammelt ein paar Worte und bricht dann zusammen. Adelina kann sich keinen Reim darauf machen, aber kurz darauf klopft es an ihrer Tür und sie erfährt, dass ihr Bruder wegen Mordes an seinen Freund gesucht wird. Es wird von einer Verschwörung im Zeughaus gesprochen und man fand dort auch den Dolch Tilmanns. Adelina kann nicht glauben, dass Tilmann schuldig sein soll und versteckt ihn in der Unterstadt, gleichzeitig beginnt sie, ihre Familie sowie auch Freunde mit den Ermittlungen.
Es wird spannend und man versucht sich als Leser, einen Reim darauf zu machen, muss aber erkennen, dass der Fall zu verworren ist. Lieber lässt man sich von der Autorin bei der Hand nehmen und genießt Seite für Seite die Aufdeckungen, die ans Licht gelangen und die bildhafte Sprache, mit der man sich in das mittelalterliche Köln zurückversetzt fühlt. Außerdem gibt es noch Nebengeschichten, die als Rahmen dienen und den Leser bestens unterhalten.
Das Buch ist lesenswert, wobei es sich empfiehlt, einen oder mehrere Vorgänger der Reihe vorab zu lesen, um alle Hintergründe gut zu verstehen.
mabuerele zu »Petra Schier: Verschwörung im Zeughaus«12.07.2013
Apothekerin Adelina verteilt in ihrem Haushalt gerade die Aufgaben, als ihr Halbbruder Tilmann erscheint. Er ist schwer verletzt. Tillmann ist Hauptmann der Stadtwache. Bevor er ohnmächtig wird, bittet er Adelina, niemand von seiner Anwesenheit zu verraten. Sie bringen Tilmann in Colins Kammer und Jupp versorgt ihn. Colin ist der kleine Sohn von Adelina.
Eine Stunde später steht der neue Vogt vor Adelinas Tür. Er sucht Tilmann und beschuldigt ihn, den Stadthauptmann Clais von Dalen getötet zu haben. Clais und Tilmann aber waren befreundet.
Die Autorin ließ mich erneut tief in die Kölner Welt des Mittelalters eintauchen. Die Welt der Kaufleute und die Gerichtsbarkeit stehen im Mittelpunkt. Außerdem wird die Rechtlosigkeit junge Mädchen und Frauen deutlich. Der Vater bestimmt über Wohl und Wehe, selbst wenn das zur Erniedrigung und zum psychischen Zusammenbruch führt..
Da der Augenschein für Tilmanns Täterschaft sprach, war es so gut wie verurteilt. Adelina aber gibt sich damit nicht zufrieden. Sie nimmt die Ermittlungen selbst in die Hand. Das war nicht ganz ungefährlich. Wie bei einem Krimi der Neuzeit gibt mir die Autorin in ihrem historischen Krimi auch die Möglichkeit, mitzudenken und zu ermitteln. Ein erstes Mordmotiv und etliche Verdächtige lassen mich schnell in die Irre gehen. Habgier, Neid und Eifersucht sind die zeitlosen Motive für viele Verbrechen.
Das Buch ist spannend geschrieben. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Dazu trugen auch die gut charakterisierten Protagonisten bei. Im Mittelpunkt steht Adelina. Sie ist eine selbstbewusste Frau, die Haus und Gesinde voll im Griff hat.
Tilmann, ihr Halbbruder, wirkt nach außen hart und unnahbar. Adelina erkennt aber bald, dass er ein weiches Herz hat. Zu Adelinas Haushalt gehört Mira. Sie stammt aus adligen Haus, hat eine Heirat mit Tilmann abgelehnt und durfte bei Adelina ihren Gesellenbrief als Apothekerin machen. Die Auseinandersetzungen zwischen Tilmann und Mira gehören zu den Glanzpunkten des Romans. Die beiden schenken sich in ihren Streitgesprächen nichts.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat es geschickt verstanden, Krimi und historischen Roman miteinander zu verknüpfen. Keine der beiden Genre kam dabei zu kurz.
Beigefügt sind ein Personenregister und ein Nachwort, in dem die Autorin die historischen Fakten darlegt.
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