Der Medicus von Noah Gordon

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1986unter dem Titel „The Physician“,deutsche Ausgabe erstmals 1987, 694 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Ulrike Wasel.

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Kurzgefasst:

Rob Jeremy Cole ist gerade neun Jahre alt als er im Jahre 1021 von einem fahrenden Bader als Gehilfe angenommen wird. Dieser Croft ist nicht nur ein Genie, was den Verkauf seiner Elixiere und das Behandeln verschiedenster Leiden anbetrifft, sondern auch ein grosser Lebenskünstler. Der Bader lehrt Rob jedoch nicht nur die Grundlagen der Heilkunst sondern auch die Furcht vor der katholischen Kirche, da Bader in jenen Tagen häufig als Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.

Das meint Histo-Couch.de: „Detailreich, interkulturell – bemerkenswert!“84

Rezension von Annalena Brix

Heute vollbringt die Medizin Dinge, die noch vor 50 Jahren undenkbar erschienen. Wie die Menschen im Mittelalter unter Krankheiten und Verletzungen zu leiden hatten, können wir heute kaum ermessen. Noah Gordon erzählt in „;Der Medicus“ eine beeindruckende Geschichte über medizinische Kenntnisse und kulturelle Differenzen der damaligen Zeit.

Reise in ein neues Leben

Im Alter von neun Jahren verliert Rob Jeremy Cole seine Eltern. Die Mutter stirbt bei der Geburt des jüngsten Bruders, der Vater erliegt einer Krankheit. Die Londoner Zimmermannszunft, der der Vater angehörte, bringt Robs Geschwister in verschiedenen Familien unter. Nur Rob bleibt übrig, bis ein Bader vor seiner Tür steht, der ihn als Lehrling aufnimmt. Auf den gemeinsamen Reisen durchs Land lernt Rob das Jonglieren, das Zaubern und erlangt erste medizinische Grundkenntnisse.

Als der Bader nach einigen Jahren einen plötzlichen Tod findet, zieht der junge Mann allein weiter und beschließt sein Wissen zu erweitern. Seine Reise führt ihn weit über die Grenzen Europas hinaus, wo er vielen unterschiedlichen Kulturen begegnet, was ihn nicht selten vor Schwierigkeiten stellt, die ihn an seine Grenzen bringen. In der Zweckgemeinschaft einer Karawane stößt er auf die unterschiedlichsten Leute. Die Juden, die hinter ihm in der Reihe reisen, erweisen sich als wertvolle Begleiter. Getarnt kommt er der Verwirklichung seines Traumes, dem Medizinstudium, schließlich näher.

Reisebericht mit zahlreichen Details und
schlüssigen Etappen

Die langen Reisen der Hauptfigur Rob nehmen im Roman reichlich Platz ein. Dem Autor gelingt es aber diese durch ausschweifende Beschreibungen der unterschiedlichen Landschaften und Kulturen, sowie durch besondere Erlebnisse stets lebendig zu halten. So wird die Geschichte nie langweilig, sondern bewegt den Leser fließend mit durch Länder und Geschehen. Die Eindrücke erschließen sich durch eine fast kindlich-neugierige Perspektive.

[...] aber der See – er hieß Balaton – war ein überirdischer Traum aus dunklem Wasser, das aussah wie ein Edelstein. Weißer Nebel stieg von der Oberfläche auf [...]

Als sie wieder einmal zwischen grasbestandenen Hügeln dahinzogen, hörte er ein völlig neues Geräusch, das von fern zu der Karawane drang. Es war ein Klingen, das von Engeln stammen mochte. Als er näher kam, erblickte er zum ersten Mal eine Kamelkarawane.

Außerdem wird die uralte Feindschaft zwischen Christentum und Judentum sensibel von verschiedenen Seiten beleuchtet. Auch Rob selbst hadert zeitweise mit den befremdlichen Bräuchen und Ansichten. Gordon macht ohnehin eine Menge Erzählstränge auf, die er immer wieder schlüssig auflösen kann. Bis sich am Ende von Robs Lebensreise der Kreis endgültig schließt!

Studium von Menschen und Wissenschaften

Während seiner Studienzeit lernt Rob nicht nur viel über Medizin, sondern erlebt seit langem zwischenmenschliche Beziehungen, die ihm so etwas wie Familie bedeuten können. Er gewinnt enge Freunde und trifft eine alte Bekannte wieder. Rob erfährt das Grauen der Pest und die Hilflosigkeit, wenn jede Hilfe zu spät ist.

Noah Gordon beschreibt sehr eindrucksvoll das medizinische Wissen, das im Orient zu jener Zeit bereits bestand. Schonungslos wird der Leser mit Einzelheiten von Operationen konfrontiert und kann sich gut in die Position des Lernenden versetzen. Die charakterstarke Hauptfigur wirkt durch Unsicherheit und Ängstlichkeit, aber auch durch Zielstrebigkeit und Mitgefühl absolut menschlich und sympathisch.

Dann bewege die Nadelspitze zum äußeren Augenwinkel hin, und zwar auf gleicher Höhe mit und nur ein wenig oberhalb der Pupille. Dadurch sinkt die Katarakt unter die Pupille.

Ein Klassiker, bei dem sich mehrfaches Lesen lohnt!

„;Der Medicus“ von Noah Gordon gehört auf jeden Fall zu den Klassikern unter den historischen Romanen, der sich auch in der aktuellen Angebotsflut nicht verstecken muss. Der Autor hat ein interessantes und unterhaltsames Werk geschaffen, das er mit zwei weiteren Büchern zu einer Trilogie komplettierte. Robs Euphorie und Wissbegier steckt auch beim Wiederlesen noch an!

Ihre Meinung zu »Noah Gordon: Der Medicus«

vujvgui7zfv zu »Noah Gordon: Der Medicus«01.01.2015
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Jan v. Flocken zu »Noah Gordon: Der Medicus«23.11.2014
Herr Gordon hat vom 11. Jahrhundert erstaunlich wenig Ahnung. Andauernd trinken hier die Leute "Schnaps", der damals völlig unbekannt war. Von Konstantinopel aus sieht man "Türken" und die "Türkei", obwohl es die erst Jahrhunderte später gab. Die Kirche Hagia Sophia (heilige Weisheit) mutiert zur Kirche der Heiligen Sophie und die Priester in Byzanz lesen ihre Messe auf Latein obwohl dort damals ausschließlich Griechisch gesprochen wurde. Die ungarische Stadf Siofok am Balaton exisitierte zu jener Zeit noch nicht...Ubd so geht es munter weiter
lesejunkie67 zu »Noah Gordon: Der Medicus«07.03.2014
Ich habe dieses Buch bereits 1987 das erste Mal gelesen. Und seitdem alle Jahre immer mal wieder, weil es einfach so gut ist. Die Geschichte ist genial erzählt, wenn vielleicht auch nicht historisch genau. Egal. Man lässt sich durch die Handlung entführen und erlebt diese Reise einfach mit. Die Geschichte ist spannend von der ersten Seite an. Da fällt die eine oder andere historische Ungenauheit nicht ins Gewicht. Dies ist einfach ein großartiger Roman. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Habe ich es schon gesagt? Ich liebe dieses Buch!
Leider habe ich mir den Film angesehen. Es stimmt schon, dass der Roman eigentlich nicht verfilmbar ist. Gott, da war aber wirklich nur noch das Handlungsgerippe über. Die Liebesgeschichte und die zentrale Figur des Karim wurden verfälscht und verschenkt. Schade.
Optikus zu »Noah Gordon: Der Medicus«19.02.2014
Wunderschönes Buch. Aber es bleiben Fragen bleiben offen, woher wusste Ibn Sina von Robs wahrer Identität? Leider die Flucht aus Isfahan und die Rückreise sehr knapp gehalten und auch der Aufenthalt in London ist sehr wirr und unsinnig. Hr. Gordon hätte die Geschwistersuche deutlicher ausführen können. Auch wäre viel interessanter wäre der Rückreiseweg gewesenund was aus Robs Wagen und Pferd , der ihn ein halbes Buch begleitet hat geworden ist.
Trotzdem 3/4 des Buches sind sehr spannend und kaum zum weglegen.
Eduard v. Asow zu »Noah Gordon: Der Medicus«17.01.2014
Es ist, wenn man dem Erzähler einige historische Freiheiten zugesteht, ein wundervolles Buch über Toleranz zwischen den Religionen (und den dazugehörigenMenschen) und nebenbei eine Werbung für den Beruf des Heilkundigen.
Erhellt wird der Blick aus der Düsternis des christlichen Mittelaltertums sobald die gebildeten, bescheidenen reisenden Juden oder die Lichtgestalt des Universalgelehrten Avicenna = Ibn Sina erscheinen.
Das damals gelebte intolerante Christentum kommt im Vergleich zu den beiden anderen Weltreligionen verdientermaßen nicht gut weg. Vielmehr wächst das Bewusstsein, dass es "andersartige" Kulturen brauchte, um uns in düsteren Zeiten der regionalen Menschheitsgeschichte überhaupt Fortschritt in Gang zu bringen.
Als reines Historienwerk nicht wirklich präzise, aber darauf kommt es bei einem ROMAN eigentlich auch nicht an. Dann muß man sich halt statt dessen durch meist recht zähe Dokus durcharbeiten.
Als Plädoyer für Toleranz, Respekt und Nächstenliebe ein wirklich sehr großes Buch.
Melanie Scheuer zu »Noah Gordon: Der Medicus«16.12.2013
Wird der Film auch in England gezeigt werden? Mein Lebensgefährte lebt dort. Er war so gegeistert von der Geschichte, dass er unbedingt der Film sehen möchte. Leider ist sein Deutsch nicht so gut, als das er sich den Film in Deutsch sehen könnte. Daher meine Frage, wird der Film auch in England anlaufen und wenn ja, wann?
Derfel zu »Noah Gordon: Der Medicus«11.11.2013
Dies war vor einigen Jahren mein erster historischer Roman, den ich gelesen habe. Eigentlich aus Langeweile, denn die Zeit im Krankenhaus musste ja irgendwie vergehen.
Und ich war begeistert !
Sooo toll und interessant kann Geschichte sein.
Der Autor versteht es meisterhaft, seinen Leser mit in die Zeit zu nehmen und lässt ihn teilhaben am damaligen Geschehen.
Nicht nur eine Epoche der Medizin wird erläutert, auch die unterschiedlichen Religionen und Kulturen werden sehr kurzweilig angeschnitten.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir.
Chrisu zu »Noah Gordon: Der Medicus«15.09.2012
Ein Bader nimmt Rob Cole unter seine Fittiche und legt damit den Grundstein, dass Rob seinen Weg in der Welt der Bader und Ärzte findet. Er muss einen anstrengenden Weg hinter sich bringen, um sein Ziel zu erreichen. Noah Gordon gelingt es sehr gut, seine Leser in diese Zeitepoche eintauchen zu lassen. Das Leben, die Gemeinschaft und auch der Glaube sind zu dieser Zeit für unsere Begriffe brutal und oft nicht nachvollziehbar. Man bekommt Einblick in die Bedürfnisse und Intrigen im Mittelalter, die Macht, die damals herrschte im Osten, Einblick ins Judentum und auch in den Islam. Und natürlich in die Liebe, die hier natürlich auch auf seine Kosten kommt. Ein Buch, das vom Lesestil leicht zu begreifen ist, aber trotzdem zum Nachdenken anregt. Ein faszinierendes Buch, das man lesen sollte.
Martin zu »Noah Gordon: Der Medicus«27.07.2012
Liest sich stellenweise wie diese Einweg-Liebesromane Cora/Julia und wie sie alle heißen
Zielgruppe des Buches sind definitiv (Haus-) Frauen.
Wenn ich so zurück denke ist mir das Buch auch immer nur von FRauen empfohlen worden...
Habe es dann doch durchgelesen. Für mich war es im Nachhinein schade um die Zeit.
Leseratte zu »Noah Gordon: Der Medicus«09.06.2012
Ich beginne gerade erst mit dem Buch und überlege bereits es wieder zur Seite zu legen. Wenn bereits auf den ersten Seiten die historischen Fakten durcheinandergewirbelt werden (Zünfte entstanden z.B. erst über einhundert Jahre später - als ertsteurkundlich belegte Zunft gilt die der Kölner Bettdeckenweber aus dem Jahr 1149). Auch irritiert die Einleitung, da die Verbrennung von "Hexen" oder "Hexern" ihren Ursprung in den Alpen des 14. Jahrhunderts haben und zuvor das Verbrennen auf "Ketzer" (von "Katherer" = "Die Reinen) begrenzt war (Siehe dazu auch Arno Borst "Die Welt des Mittelalters). In vorangegangen Zeiten waren Mystiker von der Kirche geduldet. Überhaupt ist die Schilderung der Alltagsverhältnisse im London des 11.Jahrhunderts lange vor der Invasion des Normannen "Wilhelm der Erorberer" so nicht korrekt).
Ich wünschte mir mehr Verantwortung der Autoren für die Darstellung einer Zeit, die bereits durch manigfaltige Zerrbilder leidet und eine Leserschaft, die nicht nur pure Unterhaltung sucht sondern Freude an historisch plausibler Bildung hat und die es genießt zu begreifen wie andersartig die Weltanschauungen in anderen Epochen waren um daraus ableiten zu können wie wenig statisch auch unsere eigenen heutigen Anschaungen sein müssen. Dieses kann mit Geschichtsverzerrung und der Einbettung einer Handlung in einen vom Heute geliehenen Denkkontext nicht geschehen.

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