Die Medici Verschwörung von Lorenzo de Medici

Buchvorstellungund Rezension

Die Medici Verschwörung von Lorenzo de Medici

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „La conjura de la reina“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 332 Seiten.ISBN 3-431-03692-9.Übersetzung ins Deutsche von Sybille Martin.

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Kurzgefasst:

Das Schloss von Blois, 5. Januar 1589. Katharina de’ Medici, einst Königin von Frankreich und die Mutter dreier Könige, liegt im Sterben. Die Ärzte kämpfen um ihr Leben, doch alle Anstrengungen sind vergebens. Katharina spürt, dass ihre Kräfte sie verlassen. Das nahende Ende vor Augen, wird sie von ihrer Vergangenheit heimgesucht. Ihre Erinnerungen führen sie zurück in das Jahr 1572, zu jenem verhängnisvollen Tag unmittelbar vor der Bartholomäusnacht. Nach der Hochzeit zwischen dem Protestanten Heinrich von Navarra und Katharinas Tochter Margarete gewinnen die Hugenotten immer mehr Einfluss am französischen Hof. Nachdem ihr Anführer, Gaspard de Coligny, nur knapp einem Attentat entronnen ist, wittern die Hugenotten die Gefahr. Truppen scharen sich um Coligny, und dieser schmiedet einen perfiden Plan, um die Königin zu beseitigen. Ein Diener soll Katharina ein vergiftetes Buch zukommen lassen …

Das meint Histo-Couch.de: „Überzeugende Spannung,
anstrengende Längen“86Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Nicht zu verwechseln mit seinem Vorfahren aus dem 15. Jahrhundert, ist Lorenzo de’ Medici dennoch ein Mitglied der überaus berühmten und auch berüchtigten Familie der Medici. Mit seinem Roman „Die Medici Verschwörung“ erzählt er einen Tag einer seiner berühmtesten Urahnen – Katharina de’ Medici, Königin von Frankreich, plant einen Gegenschlag gegen die Hugenotten, die in Paris immer mehr Macht gewinnen. Was folgt, ist in der Geschichte unter dem Begriff „Bartholomäusnacht“ berühmt geworden.

Rückblick einer Königin

Am 5. Januar 1589 liegt Katharina de’ Medici, ehemalige Königin von Frankreich, auf Schloss Bois im Sterben. Nach einem erfüllten und nicht immer erfolgreich gestalteten Leben hält sie für sich Rückschau und bleibt an dem zentralen Ereignis hängen, das Frankreich und Europa verändert hat. Die Ereignisse dieses Tages werden penibel aufgerollt, die Beweggründe für ihre Entscheidungen werden bis ins Kleinste erklärt und somit verständlich gemacht.

Doch nicht nur ihr Weg wird in diesem Buch verfolgt, sondern auch der von zwei weiteren Personen. Tinella, die junge Kammerzofe der Königin, wurde von Katharina gewissermaßen aufgezogen. Sie ist der Schnittpunkt zwischen den Räumen der Königin und der Küche, wo Menschen eines Standes herumlaufen, mit denen sich eine Königin sonst nicht abgibt. Hier lernt die hübsche Tinella auch François kennen, ein Frauenheld und eigentlich kein Bediensteter des Hofes. Seine Tante ist die dritte Köchin Ihrer Majestät und so hat er gelegentlich Zutritt zum Palast.

Intrigen und Spionage am französischen Hof

Sein weniges Geld, das François verdient, bekommt er für Botengänge für Nachrichten vom Schloss zu Häusern außerhalb des Palastes. Da ihm egal ist, für wen und was genau er da tut, sondern sich nur für das Geld interessiert, weiß er nicht, dass er eigentlich Bindeglied in einem großen Spionagefall ist. Zudem verliebt er sich in Tinella – und Tinella in ihn. Doch wie kann eine neue Liebe einen Schubser bekommen, ohne dass sich der gesamte Hof gleich die Mäuler darüber zerreißt?

Katharina ist eigentlich gar nicht mehr die amtierende Königin, sondern nur noch die Königinmutter. Regierender König ist ihr Sohn Karl, was sie allerdings nicht daran hindert, im Hintergrund fleißig die wirklich bedeutenden Fäden zu ziehen. Dass dies einigen Menschen innerhalb und außerhalb des Hofes ein Dorn im Auge ist, ist klar, und so beschließen einige Männer, einen Anschlag auf sie zu verüben. So soll ein Buch mit vergifteten Seiten eingeschmuggelt werden, dessen Thema nur die Königin wirklich brennend interessieren soll. Als Überbringer des Buches dient natürlich François, der neben seinem Nebenverdienst als Bote leider aber auch Frauen und somit seine Karriere am Hof im Hinterkopf hat.

Spannung durch Misstrauen

Obwohl Lorenzo de’ Medici hier über seine eigene Familie schreibt, versucht er nicht, irgendwelche Taten oder Vorkommnisse zu verschleiern oder zu beschönigen, was dem Buch gut bekommt. Vielmehr schlüsselt er die Ursachen und die Beweggründe für die Bartholomäusnacht auf. Er beschreibt nicht nur die schönen Seiten des Lebens, sondern schildert, teilweise sehr drastisch, auch die unangenehmen und brutalen Seiten, vor allem während des Aufstandes. Der Autor erlaubt den Blick aus verschiedenen Perspektiven – der der Königin, der des Königs, der der Dienerschaft und sogar der der Intriganten.

Überhaupt ist das ein großes Plus des Buches: die Darstellung der Intriganten. Dem zugute kommt, dass am Hof niemand wirklich weiß, was draußen im Volk vor sich geht und umgelehrt ist es genauso. Alles geschieht durch Boten und Spione und es ist nicht so ganz klar, wer hier wirklich die Fäden in der Hand hat, aber das macht nichts. Das bringt der ganzen Geschichte die Würze, die man für böses Ränkespiel am Königshof braucht. Nur drei Worte aus dem Buch lassen die Spannung erahnen: keiner traut keinem …

Lebendige Figuren

Neben den sympathischen Hauptfiguren versteht es de’ Medici, auch kleinere Randfiguren lebendig erscheinen zu lassen. Die Zeit und ihre handelnden Personen werden von ihm genau, aber nicht übertrieben geschildert, sodass man einen wirklich guten Eindruck vom Leben sowohl am Königshof, als auch außerhalb des Hofes bekommt. Und die Konzentration der eigentlichen Erzählung auf den Tag und die Nacht des 23. August 1572, also nur 24 Stunden, bringt ein ganz besonders intensives Leseerlebnis, in das man tief eintauchen kann.

Was dem Buch allerdings nicht ganz so gut bekommt, sind die teilweise doch sehr lang geratenen Gedankenmonologe, vor allem von Katharina. Sie sind interessant, sicherlich, aber sie sind häufig inhaltlich gleich und treiben das Geschehen nicht voran. Ruhepunkte in einer hektischen und mit Spannung geladenen Atmosphäre sind gut, aber zu viele stören dann doch.

Dass Katharina überlebt, wird natürlich schon klar, weil der Rahmen des Buches aus ihrer Perspektive geschrieben ist. Aber sie ist nicht mehr dieselbe, die sie vorher war. Nicht alle Personen überleben die Bartholomäusnacht oder das Buch, aber auf Einzelschicksale hat man in diesen Zeiten eben keine Rücksicht genommen.

Alles in allem gelingt Lorenzo de’ Medici ein teilweise sehr spannendes und geschickt konstruiertes Buch über Katharina de' Medici und die Bartholomäusnacht, das man gerne weiterempfehlen kann.

Ihre Meinung zu »Lorenzo de Medici: Die Medici Verschwörung«

bernd zu »Lorenzo de Medici: Die Medici Verschwörung«10.03.2011
ein spannend geschriebener roman der inhaltlich sehr genau die bartholomäusnacht, ihre ursachen, die brutalität der vorgehensweise und ihre verflechtungen in die höfischen intrigen wiedergibt.
Da lorenzo de medici sicherlich auch über sehr genaue kenntnis und unterlagen verfügt (betrifft es doch eine der berühmtesten vorfahren seiner familie) kommen im roman sichtweisen und handlungsabläufe zum tragen die ein teilweise neues bild auf die vorgänge der bartholomäusnacht entstehen lassen.
louisa zu »Lorenzo de Medici: Die Medici Verschwörung«21.08.2007
mir hat das buch zum einen sehr gefallen da es durchaus spannend aber auch sehr informativ geschrieben ist. da ich über katharina von medici meine facharbeit schreiben muss hat es mir sehr geholfen mich an das thema zu gewöhnen.
schweer fand ich nur herauszufinden was denn nurn roman und was tatsache ist da keinerlei literaturnachweise gegeben sind.
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