Die Büßerin von Gudhem von Jan Guillou

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1999unter dem Titel „Tempelriddaren“,deutsche Ausgabe erstmals 2000, 477 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Im Heiligen Land stehen sich die Kreuzfahrer und die Getreuen Saladins unversöhnlich gegenüber. Der Tempelritter Arn Magnusson führt einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen das übermächtige gegnerische Heer. Längst hat er die keineswegs so edlen Beweggründe seiner christlichen Mitstreiter durchschaut, die sie ins Heilige Land führten. Währenddessen wartet Cecilia im fernen Götaland auf die Heimkehr ihres geliebten Arn und ahnt nicht, daß dieser sich in Saladins Gefangenschaft befindet… Der zweite, in sich abgeschlossene Roman der großartigen Trilogie um das abenteuerliche Leben des Arn Magnusson.

Das meint Histo-Couch.de: „;Gewaltige Fortsetzung der Kreuzfahrer-Saga“;93Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Mit dem zweiten Band seiner Trilogie über das Leben des Arn Magnusson setzt Jan Guillou seine Geschichte fort, die mit „Die Frauen von Götaland“ furios begann und hier ebenso wortgewaltig wie fantasievoll weitergeht.

Arn und seine Geliebte Cecilia haben Blutschande begangen. Während Arn zur Strafe für zwanzig Jahre ins Heilige Land geschickt wird, wo er als Tempelritter mithelfen soll Jerusalem zu befreien, muss Cecilia in einem Kloster zwanzig Jahre Buße tun. Cecilia, im dritten Monat schwanger, kommt in ein Kloster, in dem die Äbtissin Mutter Rikissa das Regime führt. Rikissa ist aus dem Geschlecht der Sverker, die momentan an der Macht sind und die Gegner der Sippe Celias sind. Das sind keine guten Voraussetzungen für ein Leben hinter klösterlichen Mauern, zumal die meisten der Nonnen und Novizinnen ebenfalls aus dem sverkerschen Geschlecht stammen, da das Kloster Gudhem auf deren Grund und Boden liegt.

Cecilias Kampf im Kloster

Cecilia wird vom ersten Tag an auf Wasser und Brot gesetzt, was der Entwicklung ihres ungeborenen Kindes nicht gut tun kann und wohl nach Rikissas Willen auch nicht wird. Doch wider Erwarten gelingt die Geburt eines gesunden Sohnes, gegen alle Qualen, die Mutter Rikissa Cecilia hat angedeihen lassen. Sofort kommt Cecilias Familie, um das Kind in ihrer Obhut aufzuziehen und es so vor dem Zugriff der brutalen Klostervorsteherin zu schützen. Cecilia lernt eine andere Cecilia kennen, die ebenfalls ins Kloster kommt und die sich mit Rikissa anlegt. Die neue Cecilia bekommt wegen ihrer blonden Haare den Namen Cecilia Blanka, während Arns Cecilia den Namen Cecilia Rosa bekommt, wegen ihrer roten Haare. Cecilia Blanka ist die Verlobte des möglichen neuen Königs, aber solange die politischen Verhältnisse unverändert bleiben, bedeutet das gar nichts. Doch die jene Verhältnisse ändern sich in diesen Tagen schneller, als mancher es gerne hätte und so scheinen die enthaltsamen Tage im Kloster bald gezählt zu sein.

Arns Kampf im Heiligen Land

Während Cecilia also in einem Kloster ihr Leben in die Hand nimmt, tut Arn dies im Heiligen Land. Durch Zufall rettet er einem Kämpfer das Leben, der künftig als Saladin von sich reden machen wird. Arn findet neue Freunde, die ihn durch viele Kämpfe und andere Gefahren durch die Zeit helfen, denn wie Cecilia an ihn denkt, so denkt auch er an seine Geliebte und an sein Kind, von denen er keine Nachricht hat.

Mit seinem treuen Pferd Chamsiin tritt er in einem Heer gegen Saladins Truppen an und wird gefangen genommen. Seiner Tat, Saladin nicht getötet zu haben, verdankt er nun sein Leben, zudem auch den Respekt von Saladin, da Arn ein respektabler Kämpfer mit geschickter Taktik geworden ist. Aber damit ist die Geschichte Arns im Heiligen Land noch lange nicht zu Ende, gelingt ihm doch die Flucht. Auch Richard Löwenherz, bekannt aus der Geschichte von Robin Hood, wird noch eine Rolle spielen.

Natürlich kann man davon ausgehen, dass Arn überlebt, da es einen dritten Band gibt, aber er wird gezeichnet sein von seinen Erlebnissen als Tempelritter. Tempelriddaren ist auch der Originaltitel des Buches und er meint nicht nur Arns Weg, sondern auch Cecilias Weg durch ihr Klosterleben, in dem sie sich für kommende Aufgaben rüstet.

Geschickt erzählt Guillou immer im Wechsel die Geschichten der beiden über zwanzig Jahre hinweg, in denen sie sich nicht sehen und so weit voneinander entfernt sind. Nachrichten aus dem Heiligen Land kommen nur spärlich nach Skandinavien und wenn, dann sind sie natürlich schon ziemlich alt. Guillou wechselt aber feinfühlig zwischen den beiden hin und her, ohne dabei die Erzählspannung zu verlieren. Der Reichtum seiner Formulierungen stellt dabei fast noch den der „Frauen von Götaland“ in den Schatten, zumal er sich hier in zwei völlig verschiedenen Welten bewegt, kulturell wie auch in den Bezeichnungen und geografischen Verhältnissen.

Sehr gute Figurenführung

Guillous Beschreibungen zeigen einen großen Detailreichtum, so als wäre er selbst vor Ort gewesen und hätte sich die Plätze des Geschehens angesehen. Das verwundert für den skandinavischen Teil natürlich nicht, ist aber für Arns Erzählteil bewundernswert und von großer Bedeutung. Und wie schon im ersten Teil, so werden auch hier alle Figuren sehr gut charakterisiert und geführt.

Würdiger Mittelteil der Trilogie

„Die Büßerin von Gudhem“ ist ein würdiger Mittelteil der Trilogie, der in Intensität und Einfallsreichtum seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Sind diese Mittelteile ja oft der Schwachpunkt einer Trilogie, so besticht dieses Buch durch seine Aufteilung in zwei Welten, in die Geschichte zweier Liebenden, die sich zwanzig Jahre nicht sehen und nichts voneinander hören.

Bis zum Wiedersehen in „Die Krone von Götaland“ sind viele Abenteuer zu bestehen, die den Leser fesseln und packen und die ihn das Buch nicht so leicht aus der Hand legen lassen. Endlich ist dieser Band wieder erhältlich, aber seien Sie gewarnt: Sie werden den dritten Band direkt hinterher lesen wollen. Es ist eine Sucht, die abhängig macht, aber es ist nicht ungesund, ihr zu erliegen.

Ihre Meinung zu »Jan Guillou: Die Büßerin von Gudhem«

Christian Debus zu »Jan Guillou: Die Büßerin von Gudhem«26.06.2010
Das Buch Der Kreutzritter / Verbannung ist eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Spannend erzählt und doch sehr nüchtern was die beteiligten um die fiktive Gestalt und Grundsteinleger eines späteren Schwedens angeht.

Auch lesenswert die anderen drei Teile:

Der Kreuzritter - Aufbruch (1)
Der Kreuzritter - Rückkehr (3)
Der Kreuzritter - Erbe (4)
Dieter Göbler zu »Jan Guillou: Die Büßerin von Gudhem«07.08.2009
Auch ich kenne das Buch nur unter der Bezeichnung:
Arn
Der Kreuzritter 1.Aufbruch
2.Verbannung
3.Heimkehr (ab Okt.`09)

Eine wunderbare Stimmungslage aus der Zeit der Staatengründung.
Das Christentum und der Islam werden mit Stärken und Schwächen beschrieben.
Schön ist es zu lesen wie Menschen in dieser "Dunklen Zeit" leben und lieben konnten.
Eine ausgezeichnete Verfilmung der ersten beiden Bücher ist

Arn - der Kreuzritter

Selten ist ein Buch so gut verfilmt worden.
Wer es kürzer haben will; Film sehen, für alle anderen ; Bücher lesen...es lohnt sich!!!!!!!!!!!!!!

Dieter Göbler
Keera zu »Jan Guillou: Die Büßerin von Gudhem«26.07.2009
Ich habe das Buch in der neuen Auflage unter dem Titel „Der Kreuzritter – Verbannung“ gelesen.
Der zweite Band der Kreuzrittter Reihe erzählt die Geschichte von Arn und Cecilia während ihrer 20jährigen Verbannung.
Im Kloster Gudhem, ist die 17jährige Cecilia harten Bestrafungen für kleine Vergehen und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt. Das Mädchen wird fast zum Opfer von politischen Intrigen, die bis in die abgeschlossene Welt des Klosters reichen. Nach und nach kann sie jedoch ihre Lage verbessern und zu einer einflussreichen Frau werden, um deren Unterstützung auch die Mächtigen des neuen Staates werben.
Arn begegnen wir wieder, als er ungefähr 13 Jahre seiner Verbannung hinter sich gebracht hat. Davon hat er 10 Jahre in „Outremer“ verbracht. Der begabte aber unsichere und unfertige Junge des ersten Bandes ist zu einem bedeutenden Tempelritter geworden. Arn ist fest eingebunden in die Welt der Templer, dabei ist er offen geblieben für alles Neue und Fremde. Er hat akzeptiert, dass die Kultur der Araber derjenigen der Franken und erst recht der der Nordländer weit überlegen ist und er lernt, was immer er lernen kann.
Durch die Figur des Arn gelingt es Guillou, dem Leser bedeutende Persönlichkeiten des 12. Jahrhunderts, die mit den Kreuzzügen zu tun hatten (und das hatten viele!), vorzustellen. Hier ist natürlich an erster Stelle Saladin zu nennen. Mit Arn nehmen wir Teil an der für die abendländischen Ritter desaströsen Schlacht von Hattin, am Massaker von Akkon und am Verlust der Stadt Jerusalem.
Wie im ersten Band erzählt Guillou seine Geschichte interessant und gut lesbar. Die Charaktere ändern sich kaum merklich aber stetig und glaubhaft.
Arn und Cecilia sind am Ende der 20 Jahre der Verbannung tief geprägt von ihren außergewöhnlichen Erfahrungen. Beide haben viel Stärke gewonnen, haben aber auch tiefe psychische Wunden und Narben. Wie sich das auf ihr weiteres Leben und ihr Zusammentreffen auswirken wird, erwarte ich mit Spannung.
Arel o Imladris zu »Jan Guillou: Die Büßerin von Gudhem«22.08.2008
Das Buch ist nur was für Leute, die mit hintergründigem Humor und historischer detailverliebtheit zurecht kommen. Wer historische Romane nur als Krimi lesen kann oder Karl Mays Stil nie durchstiegen hat, sollte sich nicht mit diesem Buch quülen. Für alle, die mit diesen Dingen keine Probleme haben, ist dieses Buch ein informatives, abr auch amüsantes Portrait einer faszinierenden Zeit aus einer Perspektive, die sehr interessant und nicht sehr häufig ist.
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