James A. Michener

Der amerikanische Autor James Albert Michener erblickte am 3. Februar 1907 in New York City das Licht der Welt. Als Waise wuchs er bis zu seinem zehnten Lebensjahr bei seiner Pflegemutter Mabel Michener in Doylestown, Bucks County, Pennsylvania, auf. Dann machte er sich auf, um sein Glück zu versuchen. Er reiste „klassisch“ in einem Güterwagen durch das Land und übernahm verschiedene Arbeiten, u.a. in Karnevalshows. Auf diese Weise lernte er sehr viel kennen und hatte bis zum Alter von 20 Jahren alle bis auf drei Staaten der USA bereist.

Schließlich ging er aufs Swarthmore College und schloß es mit Bestnoten ab. Anschließend ging er nach Schottland, wo er die St.- Andrews-Universität besuchte und ging dann wieder zurück nach Bucks County, um dort als Lehrer zu arbeiten. In den folgenden zwei Jahren unterrichtete er als Lehrer am Colorado State College und anschließend als Gastprofessor in Geschichte an der Harvard Universität. Seine Arbeit als Lektor für eine New Yorker Werbefirma musste er unterbrechen, da er zur Navy in den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde.

Im Krieg wurde er an den Pazifik verlegt und schrieb hier sein erstes Buch Tales of the South Pacific, eine Sammlung von Kurzgeschichten, für die er 1948 den Pulitzer-Preis erhielt. Die Komponisten Richard Rogers und Oscar Hammerstein machten daraus das Broadway-Musical South Pacific, das sich über Jahrzehnte auf den Bühnen hielt.

Nach dem Krieg nahm Michener seine Arbeit als Lektor wieder auf und bereiste den Pazifik viele weitere Male. 1949 liess er sich auf Hawaii nieder und beteiligte sich dort rege am Gemeindeleben. Zehn Jahre später erschien sein großangelegter Roman Hawaii, für den er vier Jahre Vorbereitung und weitere drei Jahre zum verfassen brauchte. Er beendete den Roman genau an dem Tag, an dem Hawaii in die USA eintrat.

Insgesamt reiste Michener sehr viel um die Welt. Für die Nachforschungen für seine Romane lernte er nahezu alle Länder der Erde kennen und blieb dort meist so lange, wie er brauchte, um Land und Leute und deren Gebräuche kennen zu lernen. Diese Forschungen beziehen sein Heimatland, die USA, mit ein.

Seine zahlreichen sind zum Großteil Romane, von denen sich viele mit dem Leben in einem bestimmten Land oder US-Bundesstaat von den Anfängen bis zur Gegenwart beschäftigen. Diese Romane basieren auf historisch korrekten Informationen, während die meisten Hauptfiguren fiktiv sind. Seine Bücher sind in fast allen Sprachen der Welt erschienen und erreichten Auflagen in Millionenhöhe.

Viele seiner Bücher wurden für das Kino oder das Fernsehen verfilmt, so unter anderen Colorado Saga mit Richard Chamberlain. In den meisten Fällen schrieb Michener auch das Drehbuch selbst, wie auch für andere Fernsehserien.

Nebenher engagierte er sich auch sehr im politischen Bereich. 1962 bewarb er sich als Kongreßabgeordneter für die Demokraten, unterlag aber seinem Gegenkandidaten. 1968 wurde er Sekretär der Pennsylvania Constitution Convention, und von 1979 bis 1983 war er Mitglied des Beratungsstabs der NASA, eine Erfahrung, die seinem Interesse für dieses Gebiet stark entgegen kam. Zudem war Michener für zahlreiche Länder als Kulturbotschafter tätig und war Mitglied in den Beiräten des U.S. Postal Service und des International Broadcasting Board.

Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören Dokorwürden in fünf verschiedenen Disziplinen und im Jahr 1977 die Medal of Freedom, dem höchsten zivilen Orden der Vereinigten Staaten. 1983 erhielt er einen Preis des Präsidenten für seine Verdienste in den Künsten und in humanitären Engagements.

James A. Michener war insgesamt dreimal verheiratet. Seine dritte Ehe mit der japanischstämmigen Amerikanerin Mari Yoriko Sabusawa hielt 39 Jahre, bis sie 1994 starb. Mit ihr zusammen veröffentlichter er auch einige Werke über japanische Kupferstiche. Da alle seine Ehen kinderlos blieben, spendete er insgesamt über 100 Millionen Dollar an Universitäten, Büchereien, Museen und karitative Einrichtungen. Zudem befindet sich an der Universität von Texas die Michener Art Collection, ein Museum für zeitgenössische Kunst.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Austin, Texas und war nicht nur ein großer Fan des Texas Longhorn Frauenbasketballteams, sondern gründete auch ein Programm für angehende Schriftsteller, das nun Michener Center for Writers heißt.

Ab 1995 war Michener Dialysepatient und ließ nach zwei Jahren die Behandlung abbrechen. Eine Woche später starb er im Oktober 1997 an akutem Nierenversagen im Alter von 90 Jahren.

1992 erschien seine Autobiographie The World is My Home (dt. Die Welt ist mein Zuhause). Neben seinen zahlreichen Romanen veröffentlichte er auch zahlreiche Sachbücher zu verschiedenen Themenbereichen.

Historische Romane von James A. Michener:

Weitere Romane von James A. Michener:

  • (1949) Frühlingsfeuer
    The Fires of Spring
  • (1951) Zurück ins Paradies
    Return to Paradise
  • (1953) Die Brücken von Toko-Ri
    The Bridges at Toko-Ri
  • (1954) The Floating World
  • (1954) Sayonara
    Sayonara
  • (1968) Iberia
    Iberia
  • (1971) Die Kinder von Torremolinos
    The Drifters
  • (1982) Sternenjäger
    Space
  • (1987) Patrioten
    Legacy
  • (1991) Dresden, Pennsylvania
    The Novel
  • (1992) Mexiko
    Mexico
  • (1994) Endstation Florida
    Recessional
  • (2007) Matecumbe, posthum