Die Goldhändlerin von Iny Lorentz
Buchvorstellung und Rezension
Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel „Die Goldhändlerin“, , 624 Seiten. ISBN 3-426-62568-7.
Kurzgefasst:
Deutschland im Jahre 1485. Für die junge Jüdin Lea endet ein Jahr der Katastrophen, denn ihr Vater und ihr jüngerer Bruder Samuel kamen bei einem Pogrom ums Leben. Um das Erbe ihres Vaters und damit ihr Überleben und das ihrer Geschwister zu sichern, muss Lea sich fortan als Samuel ausgeben. In ihrer Doppelrolle drohen ihr viele Gefahren, nicht nur von christlicher Seite, sondern auch von ihren Glaubensbrüdern, die »Samuel« unbedingt verheiraten wollen. Und dann verliebt sie sich ausgerechnet in den mysteriösen Roland, der sie zu einer mehr als abenteuerlichen Mission verleitet …
Das meint Histo-Couch.de: „;Inquisition, Verwandlungen und Familienbande“;
von Annalena Brix
Iny Lorentz lädt den Leser wie gewohnt dazu ein, eine junge Frau auf ihrem oftmals steinigen und spannenden Weg zum Glück zu begleiten. Der Weg beginnt in diesem Fall im Süden Deutschlands und führt über Umwege durchs Ausland bis nach Hamburg. Vor dem historischen Hintergrund der Judenfeindlichkeit im Mittelalter wird die Tochter eines jüdischen Händlers auf zahlreichen Reisen und Abenteuern begleitet.Bei einem Pogrom, welches durch geschürten Aberglauben aufkeimt, verliert Lea Vater und Bruder. Sie selbst entkommt nur mit Glück und in Verkleidung gemeinsam mit den jüngeren Geschwistern Rachel und Elieser. Da der junge Elieser durch eine schwere Verletzung das Bett hüten muss und zudem noch nicht offiziell als erwachsen gilt, sieht Lea keinen anderen Ausweg, als in die Rolle ihres verstorbenen, älteren Bruders zu schlüpfen. Nur so kann sie vorerst das Wohl ihrer Familie schützen, bis Elieser seine Stellung als Mann wahrnehmen kann.
Reisen, Geschäfte, Begegnungen
Iny Lorentz schickt ihre Hauptfigur quer durch Deutschland und schließlich sogar nach Spanien. Neben der Angst vor Entdeckung als Frau in Männergestalt, die den Leser immer wieder in die Gefühlswelt Leas entführt, zeichnet das Autorenehepaar behutsam das Bild des damaligen jüdischen Lebens mit seinen Riten, den alltäglichen Gewohnheiten und Hindernissen. Die aufkommende Inquisition und das intrigante Verhalten von Landsherren werden an Leas Geschichte exemplarisch dargestellt. Außerdem entwickelt sie sich mehr und mehr zu einer emanzipierten Frau, die nicht in die konventionelle Hausfrauenrolle passt, welche ihr traditionsgemäß zugedacht war.
Versiert geht sie mit ihren männlichen Handelspartnern um. Bei all ihren Begegnungen kann sie die Maske des jungen begabten Juden wahren. Selbst den christlichen Roland Fischkopf täuscht sie mit ihrer Verkleidung. Längst ist Lea in ihre Rolle hineingewachsen, die doch nur übergangsweise bestehen sollte. Der Rückweg ins „;normale“ Leben erscheint schwierig. Zum Einen hat Lea sich mit ihrem neuen Leben angefreundet, zum Anderen ist sie derart oft fort, dass sie es versäumt ihre Geschwister in die vorgesehenen Bahnen zu lenken. Ihre Probleme machen Lea blind für die schleichende Entfremdung. Jahrelang zieht sie als bartloser Mann durch die Welt und mehrt dabei erfolgreich das Vermögen der Familie. Eine Frau bleibt sie dabei dennoch, doch dies wird ihr selbst erst später schmerzlich bewusst.
Liebende Familie und alte Gewohnheiten
„;Die Goldhändlerin“ wäre kein Buch von Iny Lorentz, wenn die Hauptfigur – neben dem Leid und den Schwierigkeiten – nicht auch der Liebe begegnen würde. Die Liebe scheint den Beteiligten quasi zu „;passieren“. Sie schleicht sich ohne Vorwarnung an und ist plötzlich präsent, aber nicht ohne Hindernisse, welche es zu überwinden gilt. Äußere Umstände paaren sich mit unerwarteten Komplikationen, die der eigenen Familie entwachsen. Den Leser erwarten Vorahnungen und Überraschungen. Eine subtile und gleichwohl romantische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der jüdischen Kultur und dem Hort der Familie.
Zum Leidwesen des einen oder anderen Lesers lassen die bekannten, fast schon stereotypen Motive auch in „;Die Goldhändlerin“ nicht lange auf sich warten. Die weibliche Hauptfigur ist beziehungsweise wird elternlos und bestreitet ihren Kampf in Männerkluft. Wer Iny Lorentz mag, wird ihr das gerne verzeihen. Es ist ja nicht zuletzt der Verlag, der eine gewisse Grundkonstellation wünscht und dieser fühlt sich durch den Käufer bestätigt. Und trotz der wiederkehrenden Motive werden historischer Hintergrund und Thema immer wieder variiert. Ebenso unterscheiden sich die verschiedenen Hauptfiguren wie beispielsweise. Lea charakterlich deutlich von Marie (Wanderhure-Trilogie) oder Caterina („;Die Löwin“). Entsprechendes gilt für die männlichen Pendants. So erwartet den Leser mit jedem Buch eine etwas andere Figur, die er durch eine jeweils andere Facette des Mittelalters begleiten darf. Mit diesem Werk hat das Autorenehepaar daher abermals ein lesenswertes Buch geschrieben, das Spaß macht und spannend bleibt.
Ihre Meinung zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin«
- Georg zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 06.01.2011
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Dieser Kommentar ist von der Redaktion gelöscht worden, weil er einen stark antisemitischen Inhalt hatte. Wir bitten die Userinnen und User, bei der Kommentierung von Romanen auf antisemitische, rassistische und beleidigende Äuserungen zu verzichten.
- Andreas Schulz zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 26.08.2008
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Noch intensiver als Lesen ist das Hören dieses lebendig geschriebenen Buches, das, historisch korrekt, die gesellschaftliche Lage der Juden schildert und ihre Ausbeutung durch Menschen, die sich Christen nennen, und geldgierige Adlige. Der zum Leben notwendige Geschlechtsrollentausch zeigt vor allem wie festgelegt diese Rollen waren
und das soziale Leben eines Menschen bestimmen.
Es ist das erste Buch dieser Autorin und es lohnt sich, es zu lesen oder - zu hören
- anushka zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 11.03.2008
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Ich habe schon viele Bücher von Iny Lorentz gelesen und befürchtet, dass sich die Geschichten immer mehr gleichen. Dieses Buch hebt sich jedoch wirklich von den anderen ab und bietet einen interessanten Hintergrund. Dass es Judenverfolgungen schon im Mittelalter gab, lernt man ja in der Schule. Aber das Ausmaß und die europaweite Verbreitung dieser Praktik wird einem durch diesen Roman sehr anschaulich gemacht. Und auch die Tatsache, dass eigentlich beide Seiten nicht aufeinander zugehen wollen. Erschreckend ist dabei jedoch die Ausweglosigkeit der damaligen Juden, denn wohin hätten sie fliehen können, wenn ganz Europa die Juden aus ihrem Land vertreiben will? Die Situation der Juden im Mittelalter war sehr prekär: zum einen waren sie beliebt, um die Wirtschaft der Region anzukurbeln und die ewig bankrotten Landesherren zu finanzieren. Andererseits liefen sie Gefahr, dass man ihnen den Wohlstand neidete und sich auf übelste Weise ihrer entledigte, wenn man das Geld nicht zurückzahlen wollte.
Dieses Buch war sehr spannend und die Charaktere weitestgehend überzeugend. Allerdings war das Ende dann wiederum ein typisches Iny-Lorentz-Ende: oberflächliches, zu kurz geratenes Happy End, bei dem sich auch die emanzipierteste Frau freudestrahlend in die ihr zugedachte weibliche Rolle fügt.
- bini zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 09.02.2008
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Bin auch der Meinung dass dies bis jetzt das beste Buch von Iny Lorentz ist, welches ich bisher gelesen habe. Bereits nach wenigen Seiten hatte mich das Thema gefesselt und so habe ich das Buch innerhalb weniger Tage gelesen.
Die Zeit in Spanien fand ich etwas langatmig, dafür das Ende zu kurz beschrieben - dies tut dem Gesamtbild aber keinen Abbruch. Wenn man Iny Lorentz Bücher mag sollte man dieses Buch unbedingt lesen.
- Lisa zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 24.01.2008
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Nach der Triologie der Wanderhure,die ich schwerenherzens zu ende gelesen habe, war die Goldändlerin mein nächstes Buch von Iny Lorentz. Es war sehr gut zu lesen und konnte es ebenfalls kaum aus der Hand legen. Ich hätte aber gern noch ein bisschen mehr über das Zusammenleben mit Orlando erfahren, fand den Schluß aber trotzdem sehr süß :) . Das Buch war im Gegensatz zu den Wanderhurenbüchern nicht ganz so "dreckig" geschrieben ist aber ein durchaus lesenswertes Buch. Wie bei jedem guten Buch bin ich traurig, dass es ich zu ende gelesen habe. Trotzdem ist bis jetzt die Triologie bei mir auf Platz eins.
- Anne zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 14.11.2007
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Wenn man das Buch einmal zur Handgenommen hat kann man es nicht mehr weg legen.
Man denkt man ist Lea Goldstaub und erlebt den Progrom mit und trifft seine wahre Liebe.
Ich will niemand etwas vorweg nehmen, man sollte es lieber selbst lesen und sich eine eigene meinung bilden !!!
Meiner Meinung nach kann man keine schlechte Meinung haben, sondern nur eine GUTE !!!
- Larissa zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 25.11.2006
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hallo lesefreunde!
ich finde, dass "die goldhändlerin" bis jetzt das beste von iny lorentz geschriebene buch ist. ich als 16-jährige kann mich gut in die haut der hauptperson lea hineinversetzen und ich bin beeindruckt von den verschiedenen spannenden ereignissen, die von der autorin fantastisch dargestellt werden. auf kleine details wird häufig viel wert gelegt und gerade das macht die geschicht so real und fesselnd. ich kann das buch nur weiterempfehlen und versprechen, dass das ausgegebene geld nicht zum fenster herausgeworfen wird. das buch ist es wert zu lesen!!!
- Mayana zu »Iny Lorentz: Die Goldhändlerin« 01.11.2006
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Das Buch "die Goldhändlerin" befasst sich mit einem interessantem Thema. Es ist genauso interessant geschrieben wie die bekannten Wanderhurenbücher. Jeder, der Iny Lorentz Bücher mag, dem kann man dieses Buch nur empfehlen, da sie es zum wiederhohlten mal schafft den Leser zu fesseln und ihn alles um ihn herum vergessen zu lassen. Sie schafft es dem Leser immer mehr Hunger auf weiteres zu machen. Ich kann dieses Buch nur allen weiter empfehlen.
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