Tod und Teufel von Frank Schätzing

Buchvorstellungund Rezension

Tod und Teufel von Frank Schätzing

Originalausgabe erschienen 1995unter dem Titel „Tod und Teufel“,, 384 Seiten.ISBN 3897053659.

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Kurzgefasst:

Köln im Jahr 1260: Jacop der Fuchs, ein liebenswerter Dieb und Herumtreiber, wird unfreiwillig Zeuge eines Mordes. Er sieht, wie eine düstere Gestalt den Kölner Dombaumeister vom Gerüst in den Tod stößt. Aber er selbst muss auch gesehen worden sein. Denn jeder, dem Jacop diese Geschichte erzählt, ist kurze Zeit später tot. Dem jungen Mann wird schnell klar, dass er nur eine Chance hat, seine Haut zu retten. Er muss den Täter entlarven, bevor auch er zu seinem Opfer wird …

Das meint Histo-Couch.de: „Mord im mittelalterlichen Köln“84

Rezension von Carsten Jaehner

Im Köln des Jahres 1260 lebt Jacop, genannt „der Fuchs“, da er feuerrote Haare hat. Er schlägt sich als Dieb herum und klettert eines Abends auf einen Baum im Garten des Erzbischofs, Konrad von Hochstaden, um Äpfel zu stehlen. Direkt gegenüber befindet sich gerade der Dom im Bau und zufällig sieht Jacop den Dombaumeister Gerhard auf dem Baugerüst. Er beobachtet eine zweite Gestalt in den Gerüsten – und diese stößt den Dombaumeister vom Gerüst in die Tiefe.

In diesem Moment bricht der Ast, auf dem der mit Äpfeln schwer bepackte Jacop sitzt, ab, und er schleicht sich zu dem sterbenden Dombaumeister, der ihm ein paar Worte ins Ohr flüstert. Das sieht jedoch der Mörder und es beginnt eine Hetzjagd durch das nächtliche Köln. Jacop sucht Unterschlupf bei Freunden, doch ist er auch hier nicht sicher. Jungen mit roten Haaren sind zu auffällig, als dass er sich in der Stadt unbemerkt verstecken könnte.

Jacop kommt bei dem Färber Goddert und seiner Tochter Richmodis unter. Zu dieser Familie gehört auch noch Godderts Bruder Jaspar, mit dem sich Jacop gut versteht. Schnell wird klar, dass der Tod des Baumeisters einigen gut in den Kram passt und Jacop gerät in eine Verschwörung zwischen Patriziern und der Kirche.

Spannende Geschichte

Neun Jahre vor seinem Welterfolg „Der Schwarm“ erschien 1994 das Erstlingswerk von Frank Schätzing, sein bislang einziger historischer Roman „Tod und Teufel“. Basierend auf dem tatsächlichen ungeklärten Tod des Dombaumeisters und mit weiteren historisch belegten Persönlichkeiten erweitert, erzählt der Autor eine spannende Geschichte um den rothaarigen Jungen Jacop.

Auf knapp 500 Seiten gelingt es Schätzing dabei, den Leser in ein Köln aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zu entführen und ihn auch wirklich in diese Zeit hinein zu versetzen. Durch seine klare Schreibweise lässt sich das Buch durchgehend flüssig lesen und spannend ist es außerdem. Von der ersten Seite an fesselt der Autor den Leser an sein Buch und dies gelingt ihm spielend.

Gut eingefangene Atmosphäre

Von Anfang an hat dieses mittelalterliche Köln etwas Schummeriges, Unfreundlich-Kaltes und diese Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman. Schätzing schafft es trotzdem, Unterschiede zu machen. Die Gassen der Stadt Köln werden anders beschrieben als das Färber-Viertel, in dem Jacop immer wieder untertaucht. Hier erfährt man nicht nur etwas über die Färbergeschichte, sondern auch viel über das Ständeverhalten und Recht und Gesetz in Köln. Das wird dem Leser sehr geschickt ohne den lehrenden Zeigefinger beigebracht und somit fällt es ihm auch nicht auf, dass er etwas über die Geschichte Kölns lernt.

Der Spannungsbogen der Geschichte zieht sich geschickt durch den ganzen Roman, es wird an keiner Stelle langweilig. Das liegt auch daran, dass Schätzing immer wieder die Erzählperspektive wechselt. So entsteht immer ein Gefühl des Aktuellen, nichts wird aus einer weit entfernten Vergangenheit heraus erzählt. Dabei umfasst das ganze Buch in sich auch nur einen Zeitraum von fünf Tagen.

Wechsel in der Erzählstimmung

Liebevoll sind auch die Figuren charakterisiert. Jacop mit seinen roten Haaren, Richmodis, die ein Auge auf ihn geworfen hat, die Färber und vor allem natürlich die Patrizier und die Geistlichen. Die „Bösen“ sind immer leichter zu charakterisieren, aber oft reichen auch nur ein paar Worte und der Leser weiß, mit wem er es zu tun hat. Auch die Intrigen der hochgestellten Persönlichkeiten untereinander sind klar nachvollziehbar und machen sie daher noch realistischer, zumal wenn es sich um tatsächliche historische Personen handelt.

Gelegentlich bricht eine leicht philosophische Note durch, wenn Jacop seine Gespräche mit Jasper führt. Dieser Tiefgang ist jedoch nicht störend, im Gegenteil, er bringt noch mehr Informationen über die Denkweise der Menschen und begründet damit ihr Handeln. Einen solchen Wechsel in der Erzählstimmung hätte es gerne öfter geben dürfen.

Am Ende des Buches findet sich ein Glossar mit Erklärungen und Übersetzungen, die vor allem für Nicht-Lateiner sehr hilfreich ist. Auch die Auflistung der Gebetsstunden hilft dem Leser beim Nachvollziehen der Tagesabläufe. Alles in allem ist Frank Schätzing mit „Tod und Teufel“ ein Romandebüt gelungen, das, von wenigen Längen und manchen Wiederholungen von Verfolgungsjagden abgesehen, durchaus zu überzeugen weiß. Diese Krimikost ist zwar leicht zu lesen, aber das muss ja nichts Negatives sein. Es wäre schön, von Schätzing mal wieder einen neuen historischen Roman zu lesen.

Ihre Meinung zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«

M.Reinsch zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«02.04.2016
Köln im Jahre 1260. Der junge Dieb Jacob, wegen seiner roten Haare „Der Fuchs“ genannt wird unfreiwilliger Zeuge, wie der amtierende Dombaumeister ermordet wird. Als sich Zeugen melden, die die Tat als Unfall darstellen, vertraut er sich einem einem Freund an, und bringt sich und die Menschen, die Ihm helfen in tödliche Gefahr. Denn der Mord am Dombaumeister war nur der erste Schritt zu einem ungeheuerlichen Verbrechen, das Köln in seinen Grundfesten erschüttern soll…
Man findet sich schnell in den angenehm und fast immer spannenden Story verlauf ein. Schätzing brilliert durch enormes Fachwissen, gerade um die „Stände“ jener Zeit. Seine Protagonisten sind durch die Bank sympathisch und niemals wirkliche Helden. Sehr gut ist das Flair, des Stadtlebens wieder gegeben, so dass der Leser sich mitten im Geschehen befindet und das Gefühl bekommt, selbst an der Stelle von Jacob zu treten. Etwas störend ist für mich die extreme Überlegenheit des Täters, sowohl in Wort als auch in Tat. Dasselbe trifft aber auch bedingt auf Jaspar zu, der aus meiner Sicht wohl einer der größten Philosophen Kölns sein müsste. Sicher entstehen gerade durch Gespräche zwischen Jacob und Jaspar hoch interessante Blickwinkel auf Teile der Kölner Geschichte und dem Leser wird viel über das Zeitgeschehen nahe gebracht, aber all dies von nur einem Mann zu erfahren?! Auch die Bereitwilligkeit der weiteren Protagonisten, als „Leute von Stand“ mit einem Vertreter des Bodensatzes (und das macht Schätzing eigentlich von Beginn an klar, als Jacob eingeführt wird), so bereitwillig zusammen zu arbeiten und Ihm ohne Gegenleistung zu helfen ist etwas fragwürdig. Die angehängte Übersicht, zu Personen, Zitaten und Begriffen hat sich für mich als immer wieder hilfreich erwiesen. Genauso positiv ist das Nachwort zu erwähnen, in dem der Fortgang der Geschichte genauer beleuchtet wird und man die Gesamtzusammenhänge eher versteht. Zwar liegt im Buch eine Karte der Stadt Köln bei, aber leider fehlt Ihr jedwede Beschriftung, so erweist Sie sich als weniger hilfreich.
Fazit: Ein sehr unterhaltsam, fast immer spannender Mittelalterkrimi, der erst sehr spät die eigentlichen Motive aufklärt und durch etwas überspitze Charaktere auffällt.
Steff zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«28.01.2011
"Tod und Teufel" war das erste Buch, das ich von Schätzing gelesen habe. Und auch nachdem ich alles anderen mittlerweile durch habe, halte ich es nachwievor für sein bestes Werk.
Komplett durchgängig gut beschrieben - von den Örtlichkeiten her, von der gesamten Atmosphäre und natürlich den Charakteren - fühlt man sich sofort so, als wäre man selber mit dabei.
Dazu kommt, dass ich als Kölner "meine" Stadt natürlich kenne, wie sie heute ist, und damit die ganzen Gänge durch die Straßen nachvollziehen kann, sie aber seit diesem Buch in völlig neuem Zusammenhang betrachte.
Ich habe über den Spaß an der Geschichte und die großartige Spannung durch das Buch außerdem "einfach so" ganz schön viel gelernt. Genau so sollte Geschichtsunterricht sein....
Frank Drews zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«22.04.2010
Das Buch ist sehr spannend erzählt und man lernt das mittelalteliche Köln einwenig kennen, insbes da es auch immer wieder geographische Bezüge zu Gegenwart gibt.
Unbeding empfehlenswert.
Er ist Krimi und Abenteuerroman zugleich. Mann bekommt auch einen Einblick in die verschieden sozialen Schichten vom Bettler über den Klerus zu den Kaufleuten. Selbst die mittelalterliche politik kommt nicht zu kurz.
T.Punkt zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«12.04.2010
Der sympathische Streuner Jacob \\\" Der Fuchs\\\" wird Zeuge des Mordes am Dombaumeister. Dummerweise sieht der Mörder auch ihn und so wird Jacob zum Gejagten und jeder mit dem er spricht ein potenzielles Opfer des unheimlichen Fremden.
Der Roman besticht durch seinen rasanten und spannungsreichen Plot. Kaum angefangen wird man auch schon ins Köln des Mittelalters gezogen. Die spannungsreiche Geschichte hat mich gut unterhalten und ich musste auch das eine oder andere Mal herzhaft lachen. Da ich Rheinländerin bin, war es für mich natürlich besonders interessant, da ich die Schauplätze kenne und der \\\"Jagd\\\" demnach noch besser folgen konnte. Hier wird Kölner Geschichte mit fiktiven Elementen gekonnt verbunden und ist dadurch auch für Nicht-Kölner sehr empfehlenswert.
ILoveBooks zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«09.09.2009
Schätzing habe ich durch diesen Roman schätzen und lieben gelernt und ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe.
Die einzelnen Charaktere sind mir schnell ins Herz gewachsen und die Handlung fesselte mich von der ersten bis zur allerletzten Seite.
Ich kann diesen Roman jedem Geschichtsfreund weiterempfehlen und auch ein Krimiliebhaber wird bei diesem spannenden Werk nicht zu kurz kommen.
Alpenspuk zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«31.08.2009
Tod und Teufel war mein aller erster Historischer Roman, den ich zu Beginn meines Geschichts-Studiums in die Hand genommen habe. Hinzu kam noch, dass ich geborener Kölner bin und die Stadt recht gut kenne sowie dies auch Schätzings erstes Buch war, das ich von ihm gelesen habe. Daher erhält dieses buch für mich eine ganz besondere Bedeutung: Ich habe meine Leidenschaft für historische Romane entdeckt, Frank Schätzing als guten Autor kennengelernt und meinen eigenen Wunsch nach meinem Studium selbst Bücher dieser Art zu schreiben.

Das Buch selbst überzeugt durch eine detaillierte Darstellung des mittelalterlichen Kölns, in die man sehr schnell eintaucht und selbst nach dem Erwachen aus dem Traum in der Realität nachvollziehen kann, denn fast sämtliche Orte im Buch sind im gegenwärtlichen Köln wiederzufinden, was eine ganz große Qualität in Schätzings Büchern ist... die hervorragende Recherche. Auch die Story ist unglaublich spannend und man ist nicht gewillt, den Schmöker von der Hand zu lassen.

Eine echte Empfehlung nicht nur für Köln-Fans!
maupe zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«10.03.2009
Ich liebe Jacop. Anders konnte ich es nach den ersten Seiten mit ihm einfach nicht erklären. Er kam, sah und eroberte mein Herz bis zur letzten Seite.

Ich habe mir die illustrierte Ausgabe besorgt und kann nur sagen, es ist ein herrliches Buch.

Schätzing lässt das mittelalterliche Köln vor dem Auge entstehen und alles verpackt in einer Verschwörung.

Dies Buch habe ich nicht zum letzten mal gelesen.
trude zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«06.10.2008
Ein wirklich sehr schön zu lesender Krimi auch für nicht Krimi Fans wie mich.

Das Buch ist sprachlich hervorragend formuliert, mit viel Gefühl für Situationskomik, und spitzer Zunge über die Politik des 13. Jahrh.

Es ist nicht die Suche nach dem Täter, die dieses Buch so spannend hält, sondern die Verfolgungsjagd, die sich Täter und Zeugen liefern. Man muß die Handelnden Personen einfach ins Herz schließen, so liebevoll die Charaktere gezeichnet sind.

Mein Fazit unbedingt die illustrierte Ausgabe lesen es lont sich auf jeden Fall.
Scorpian zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«25.07.2008
Dieses war mein erstes Buch von Schätzing und anfangs gefiel es mir nicht so Recht aber dann wurde es immer besser und so konnte es mich dann doch vollends überzeugen, auch wenn es nicht von Anfang an gezündet hat, hat es mir doch sehr gut gefallen. wirklich sehr spannend und hoch interessant da man doch sehr viel über Geschichte zu lesen bekommt.
Deliah zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel«25.07.2008
Ich kann mich meinen beiden Vorgängern nur anschließen. Ich hab das Buch zufällig in meinem Regal gefunden, es spontan angefangen zu lesen und es war ein voller Erfolg. Ein absolut glaubwürdiger Mittelalter-Krimi, den ich um nichts hätte verpassen wollen.

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