Die Päpstin von Donna Woolfolk Cross

Buchvorstellungund Rezension

Die Päpstin von Donna Woolfolk Cross

Originalausgabe erschienen 1998unter dem Titel „Pope Joan“,deutsche Ausgabe erstmals 1998, 566 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Johanna, ein junges Mädchen mit überragenden Geistesgaben, wächst im Frankenreich des 9. Jahrhunderts heran. Als Tochter eines strenggläubigen Vaters und einer heidnischen Mutter gelingt ihr, was allen Mädchen im Mittelalter verwehrt blieb: Sie erhält eine fundierte heilkundliche und philosophische Ausbildung. Doch Johanna weiß, daß ihr als Frau die letzten Tore der Weisheit verschlossen bleiben, ja daß sie kaum überleben wird. Als Mönch verkleidet tritt sie zunächst ins Kloster Fulda ein und macht sich Jahre später auf den Weg nach Rom. Dort gelangt sie als Leibarzt des Papstes innerhalb kurzer Zeit zu großer Berühmtheit. Und schließlich ist sie es selbst, die die Geschicke der katholischen Kirche leitet: Als Papst Johannes Anglicus besteigt sie den päpstlichen Thron.  Empfehlenswerte Erzählung einer unglaublichen Geschichte

 

Das meint Histo-Couch.de: „Empfehlenswerte Erzählung einer unglaublichen Geschichte“92Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

 

 

Im Winter des Jahres 814 bringt die Frau des strengen Dorfpriesters von Ingelheim ihr drittes Kind zur Welt. Es ist ein Mädchen und wird entsprechend den Erwartungen des Vaters schlecht behandelt. Johanna, so ihr Name verlebt eine unglückliche Kindheit, zumal ihre Mutter noch an die heidnischen Bräuche glaubt, die ihr Vater ablehnt. Nach dem Tod ihres ältesten Bruders soll der zweite Sohn Johannes die geistliche Laufbahn einschlagen, zeigt jedoch kein Interesse, wohingegen Johanna beim Pädagogen Aeskulapius Eindruck machen kann und von nun an zusammen mit Johannes von ihm unterrichtet wird, was dem brutalen Vater überhaupt nicht passt.

Johanna flieht mit Johannes zum Bischof von Dorstadt, wo sie unterrichtet werden und beim Grafen Gerold und seiner Familie unterkommen. Johanna schafft sich aufgrund ihres Wissens mit dem Mönch Odo direkt einen Feind. Als der Vater verreist, will die Mutter Johanna jedoch zwangsverheiraten, obwohl sie sich inzwischen in den Ritter Gerold verliebt hat. Doch während der Zeremonie wird das Dorf überfallen. Johanna schlüpft in die Rolle ihres getöteten Bruders Johannes und geht nach Fulda, um im dortigen Kloster als wissensdurstiger Novize in Ruhe lernen zu können, da dies eigentlich Frauen verwehrt ist.

Johanna wird zum Medicus ausgebildet und landet wegen ihrer besonderen Fähigkeiten schließlich auch in Rom, wo sie sich bald einen guten Ruf als Arzt erwirbt und schließlich sogar die Päpste im Vatikan kurieren darf. Sie steigt zum Leibarzt des Papstes auf, bis dieser stirbt und erneut eine Wahl stattfindet. Gerold ist inzwischen mit Kaiser Lothar ebenfalls in Rom und hat sich mit Johanna getroffen, und die beiden werden ein paar. Als die beiden aus Rom weggehen wollen, wird Johanna jedoch in das höchste kirchliche Amt gewählt. Sie wird ein beliebter Papst, bis sie merkt, dass sie schwanger ist …

Eine Frau im Männerberuf

Donna Wollfolk Cross’ Roman Die Päpstin ist nicht unumstritten, vor allem, was das Thema angeht. Ob die Päpstin Johanna je existiert hat, ist für die einen sicher, für die anderen nicht, allerdings gibt es, wenn man richtig in die Forschung geht, viele offene Fragen, fehlende Dokumente und mysteriöse Umstände, die wohl nie gänzlich geklärt werden. Die Autorin hat aus diesen Möglichkeiten, die ihr die Vorlagen und ihre Fantasie bieten, einen spannenden Roman geschrieben, der den Leser in eine ereignisreiche Zeit mitnimmt.

Die Autorin pflegt einen flüssigen Schreibstil, dem man mühelos folgen kann, auch wenn es manchmal fast etwas zu einfach formuliert ist. Sie beschreibt gut und nachvollziehbar die Traditionen und Ängste der Leute in Ingelheim und versteht es auch, dem Leser die Schrecken des Klosterlebens nahe zu bringen. Sie zeichnet ein stimmiges und stimmungsvolles Bild der Zeit, in das sich der Leser gut hineindenken kann. Die Konflikte innerhalb der Familie sind ebenso erschreckend wie wohl auch nicht ungewöhnlich, und so ist man immer mittendrin im Geschehen.

Stark ausgeprägt ist Johannas Kampf als Frau gegen die von Männern bestimmte Welt, was eine Art roten Faden durch den Roman bildet und so immer wieder Johannas Antrieb bestätigt, als (wenn auch unerkannte) Frau in einer von Männer bestimmten und dominierten Welt ihr Leben zu leben und ihren Herzensberuf auszuüben. Immer wieder macht es sich bemerkbar, wie gut es ist, rechtzeitig gut Freunde zu machen und zu haben, denn sonst wäre sie das eine oder andere Mal erkannt worden, was sie ihr Leben hätte kosten können.

Auch wenn es sich manchmal etwas einfallslos liest, das viele Patienten, die sie heilt, an Gicht leiden und sie schnell das Mittel dazu parat hat, wird auch der medizinische Aspekt in Johannas Ausbildung gut dargestellt. Obwohl Johanna in vielen Dingen den Männern überlegen ist, schafft es die Autorin, sie nicht als Überfrau erscheinen zu lassen. Neben ihrem Ehrgeiz hat sie auch Schwächen, und das bringt ihr auch durchaus Sympathien aus der Leserschaft.

Gute Zeitdarstellung

Neben Johanna sind vor allem Gerold und Papst Sergius als weitere Protagonisten zu erwähnen, denen die Autorin durch wenige beschreibende Worte ein gut verständliches Leben einhaucht. Doch auch die „Bösen“, die Intriganten, kommen nicht zu kurz und machen den Roman zu einem spannenden Leseerlebnis.

Nach dem Roman von 1998 und dem Film von 2009 gibt es seit der Uraufführung am 04.06.2011 in Fulda auch ein Musical namens Die Päpstin, und selbst wenn der Wahrheitsgehalt nicht sehr groß sein sollte, so hat Donna Woolfolk Cross doch eine Geschichte geschrieben, die zwar einfach, aber doch und gerade deswegen spannend zu lesen ist und die es nicht schwer hat, beim Leser zu punkten. Ein Roman mit ungewöhnlichen Ansichten aus einer weitgehend vernachlässigten Zeit, der vielleicht der Kirche nicht gefällt, aber das soll hier nicht weiter vertieft werden. Immerhin schreibt die Autorin ja einen historischen Roman und keine Biographie. Für Leser historischer Romane ein Klassiker, der in jedes Bücherregal gehört, für Leser, die nicht häufig zu einem historischen Roman greifen, eine willkommene und empfehlenswerte Abwechslung. Mehr davon.

 

Ihre Meinung zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«

Jossele zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«01.01.2017
Donna W. Cross: Die Päpstin
Schön zu lesender Roman, der allerdings ein wenig unter Cross‘ Schwarz-Weiß-Malerei leidet. Man fühlt sich manchmal an Karl May erinnert, es gibt entweder nur gut oder nur böse, entweder nur dumm oder hochintelligent, entweder nur gutmeinend oder böswillig. Außerdem verliert der Roman aus meiner Sicht deutlich durch Cross‘ Nachwort, in dem sie vehement für die Existenz Johannas eintritt, obwohl die vorherrschende Meinung in der Geschichtswissenschaft eine andere ist, was Cross lapidar als gefälscht wegwischt. Dabei sind ihre eigenen Argumente für die Existenz Johannas sehr dünn. Es handelt sich hierbei aus meiner Sicht nicht um einen historischen Roman, sondern um eine in Romanform gegossene Legende.
Naomisan zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«24.11.2012
Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen und würde sie jedem empfehlen, der gerne Histo-Bücher liest. Aber auch für Neubegeisterte dieses Genre auf jeden Fall lesenwert.

Die Geschichte beschreibt eine Junge Frau die es schafft im Mittelalter eine Ausbildung anzustreben und sich gegen die damals üblichen kirchlichen/gesellschaftlichen Regeln zu stellen.

Eine Geschichte die einfach stimmig, spannend und realitätsnah geschrieben wurde wie keine andere.

Man kann der Autorin nur danken für so ein tolles Buch!
Milena S. zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«26.05.2011
Ich habe mit 12 Jahren den Film im Kino gesehen, und war sofort von der Lebensgeschichte von Johanna begeistert. Ich habe meine Eltern dann solange generft bis sie mir das Buch gekauft haben.
Ab der ersten Seite war ich von der einfachen und trotzdem perfekten Schreibweise fazienert, auch wenn ich später nurnoch auf den Inhalt geachtet habe.
Die Geschichte schweift nicht ab, ist durch und durch spannend.

Und durch den Anhang der Autorin macht man sich nochmal Gedanken und beschäftigt sich noch lange damit, ob es vielleicht nicht doch möglich gewäsen wäre, dass ein Leben mal so oder soähnlich ausgesehen haben könnte...
alice zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«05.05.2011
ich fand das Buch hervorragend, und hab es innerhalb von wenigen tagen verschlungen.
was mich persönlich begeistert hat, dass die protaginistin all die kirchlichen traditionen und denkweisen nicht einfach so hingenommen hat, wie das die meisten menschen machten , sondern sie hat sich fragen gestellt, wo sie keine logik sah-->gutes beispiel für uns: nicht mit dem strom fließen und all das hinnehmen so wie es uns beigebatcht wird zb in der schule die evolutionslehre, sondern sich fragen stellen und tief nachforschen.
Es ist echt empfehlenswert das Buch zu lesen!
Silke zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«19.08.2010
Das Buch liest sich super flüssig und fasziniert einen von der ersten bis zur letzten Seite.Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schwer es damals begabten Mädchen wie Johanna gefallen sein muss, von seinen Eltern nicht gefördert zu werden und der dumme Bruder wird auch noch bevorzugt. Auch wenn keiner genau weiss, ob es Johanna tatsächlich auf den Papststuhl geschafft hat, vorstellen kann ich es mir. Das die Kirche darüber alles unter Verschluss hält, sagt doch vieles.Das Buch ist super spannend und aufschlussreich, man sollte es auf jeden Fall mal gelesen haben.
Mandy Frase zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«07.08.2010
Wow, das Buch und die Schreibweise haben mich echt beeindruckt. Und das Nachwort, 42 Jahre später, hat mich sehr berührt!! Es gefällt mir, dass es erst mal um Johannas ganzes Leben geht. Dass dann Johanna doch erst im letzen Teil des Buches Päpstin wurde, hat mich dann wieder enttäuscht. Und das letzte Viertel des Buches war dann auch etwas trocken. Und sehr traurig!!! Das Johanna dann so schnell stirbt, hat mir auch nicht gefallen. Man hätte ihr Wirken und auch den Umstand der Schwangerschaft und ihr Umgehen damit mehr ausbauen können. Es ging dann sehr schnell dem Ende zu. Was hat sie eigentlich erreicht bzw. was hinterlässt sie nun als "Die Päpstin"? Aber dennoch fand ich das Buch spannend, fesselnd und echt klasse!!!
Nina zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«21.03.2010
Ich habe die Päpstin schon vor einigen Jahren gelesen und es ist nach wie vor eines der besten Bücher das ich je gelesen habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass es tatsächlich einigen Frauen gelungen ist als Mann getarnt Zugang zu Klostern und somit auch zu Bildung zu haben. Ob es wirklich einmal einer Frau gelungen ist bis auf den heiligen Stuhl zu kommen bleibt wohl auf Ewig ein ungeklärtes Geheimnis der kath. Kirche, über unangenehme Dinge schweigt sich die Kirche ja gerne aus. Es ist auf jeden Fall ein Buch das in keinem Bücherregal fehlen darf.
Morgain-le-Fey zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«19.01.2010
Ich finde das Buch "Die Päpstin" klasse! Ich bin 15 Jahre alt und habe es von meiner 28-jährigen Schwester ausgeliehen. Nicht alle Bücher die mir meine Schwester zum Lesen gibt sind so spannend wie dieses, und als ich erfahren habe, dass wir in der Schule über ein Buch, unserer Wahl, ein Referat halten dürfen, ist mir sofort dieses eingefallen, da es ja nun im Kino kommt und ich es bereits vor 4 Jahen gelesen habe. Die Spannung, die Liebestragödien und der geschichtliche Hintergrund machen dieses Buch zu einem der besten Werke unserer Zeit. Das einzige Buch das dieses noch übertreffen könnte ist vieleicht "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradlay. Ach übriegends falls das jemanden interresiert ich habe einen guten zweier auf mein Referat bekommen und wurde von meinen Freunden in der Klasse bedrängt ihnen dieses Buch auzuleihen.
SimpleWoman zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«19.01.2010
Ich habe dieses Buch von einer Freundin geschenkt bekommen. Zuerst war ich beim Anblick des Titels nicht sehr erfreut, denn ich bin kein großer Fan von historischen Romanen. Doch ich las das Buch,da es auch verfilmt wurde, musste es nicht schlecht sein. Die ersten Seiten haben begonnen mich zu fesseln und ich wollte nach jedem Kapitel mehr wissen. Es zwingt dich praktisch,immer weiter zu lesen! Und manche Stellen sind ganz schön provokant, besonders für weibliche Leserinen. Fazit: Es lohnt sich dieses Buch zu lesen! Sonst verpasst man einiges.
rhapsody zu »Donna Woolfolk Cross: Die Päpstin«28.10.2009
Habe das Buch vor 10 Jahren gekauft und gelesen, es war damals, keine Ahnung warum, ein Top-Tipp.
Das dies nun mit der Verfilmung erneut im Gespräch ist, kann ich nur begrüßen. Der Roman war spannend, anregend, beängstigend, umwerfend, WutAnfall steigernd; einfach bemerkenswert. Die These, das Rom dieses Kapitel ihrer Geschichte schön unter Verschluss hält, find' ich sehr passend (so macht mann das als Kirche). Das eine Frau, man(n) glaubt es kaum, tatsächlich ihr Gehirn für was anders einsetzt, als für Haus und Hof, nur klasse.
Die Umsetzung im Film ist sehr gut gelungen; Johanna/Johannes wirkt sehr souverän und glaubwürdig.

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