Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon

Buchvorstellungund Rezension

Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Written in My Own Heart's Blood“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 992 Seiten.ISBN 3-7645-0304-1.Übersetzung ins Deutsche von Barbara Schnell.

»Ein Schatten von Verrat und Liebe« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

Kurzgefasst:

Es ist Juni 1778, und während der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg vor der entscheidenden Wende steht, kehrt der totgeglaubte Jamie Frasier zu seinen Lieben zurück. Doch nichts ist mehr so, wie es war. So findet zum Beispiel sein unehelicher Sohn, der neunte Graf von Ellesmere, die Wahrheit über seine Abstammung heraus und ist entsetzt über seinen Vater – einen verurteilten Rebellen und Verbrecher. Doch eines hat sich Jamie nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen ausgemalt: Seine Frau Claire ist mit seinem besten Freund verheiratet!

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Ehemann zu viel, eine historische Schlacht und eine Brücke in die Gegenwart“90Treffer

Rezension von Karin Speck

Claire lebt mit ihrem Ehemann, Lord John in Philadelphia. Jamie Fraser hielten beide für Tod, ertrunken bei einem Schiffsunglück. Aber dann steht er plötzlich vor der Tür und möchte wissen, warum seine Frau mit seinem Freund verheiratet ist. Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg steht vor einer großen Schlacht und noch bevor es richtig los geht, will Jamie klären, was hier los ist. William, der neunte Graf von Ellesmere und Lord Johns Ziehsohn, findet heraus, dass er der uneheliche Sohn von Jamie Fraser ist. Er ist entsetzt. Brianna und Roger haben einige Probleme in der Gegenwart und versuchen damit klar zu kommen &   

Dies ist nunmehr der achte Band der Highland-Saga und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. In mehreren Handlungssträngen erzählt die Autorin hier ihre Geschichte weiter. Dabei hat sie es geschickt geschafft, die losen Enden der Vorgängerbände zu verknüpfen und zu verbinden. So langsam scheint alles auf ein Ende hin zuzulaufen. Dieser Teil beginnt direkt dort, wo Echo der Hoffnung geendet hat. Der Erzählstil von Gabaldon ist leicht und flüssig zu lesen und dabei facettenreich und detailverliebt. Sie erzählt von einfachen Szenen aus dem Alltag genauso wie vom Schlachtfeld, immer sehr ausführlich und dabei gleichzeitig spannend und auch humorvoll. Es fällt leicht, mit den Protagonisten mitzufiebern und mit ihnen zu gehen. Hat sich der Leser erst einmal auf diese Saga eingelassen, macht sie süchtig und man will und muss einfach immer wissen, wie es weitergeht.

Ein großer Erzählstrang ist wie immer Jamie und Claire gewidmet. Jamie ist mal wieder gezwungen an einer großen Schlacht teilzunehmen und Claire muss einmal mehr ihr Geschick als Ärztin unter Beweis stellen. An Hand einiger Szenen wird schnell deutlich, wie groß ihr medizinisches Wissen zu sein scheint. Folgt der Leser Jamie, bekommt er die Schlacht von Monmouth aus dem Jahre 1778 geschildert. Natürlich gibt es auch hier wieder einige Szenen, die nicht so ganz Jugendfrei sind, aber eben auch dazugehören.

Der zweite wichtige Handlungsstrang erzählt von Brianna und Roger und ihren Kindern. Sie leben nach wie vor in der Gegenwart in Schottland, aber auch hier gibt es Probleme, die gelöst werden wollen. Wobei hier diesmal ausführlich erklärt wird, wie die Zeitreise eigentlich funktioniert beziehungsweise wie Brianna sich dies vorstellt. Dies ist interessant dargestellt und geschildert.

In den weiteren Handlungssträngen werden dann die Erlebnisse von Lord John, William und auch von diversen Familienmitgliedern des Fraser-Clans geschildert. Überhaupt gibt es zahllose Protagonisten die alle unterzubringen sind. Aber irgendwie kann man auch nicht auf einige verzichten. Sie alle zusammen machen das Buch spannend und sorgen dafür, dass der Leser nicht mal Zeit zum Atem holen hat. Man kann direkt miterleben, wie sich jeder einzelne im Laufe der Jahre weiterentwickelt und die Kinder erwachsen werden und ihren eigenen Weg finden.

Historische Tatsachen verflochten mit einer fiktiven Handlung

Historische Tatsachen sind gekonnt mit einer fiktiven Geschichte verflochten. So wird die Schlacht von Monmouth ausführlich geschildert und gibt Einblicke in die politische Situation dieser Zeit. Einige historische Persönlichkeiten wie zum Beispiel Banastre Tarleton oder George Washington (um nur einige zu nennen) haben ebenfalls den Weg zu Jamie und Claire gefunden. Auf sie wird aber nicht zu ausführlich eingegangen, gerade so viel, dass es in die Geschichte passt und sie glaubwürdig und authentisch macht.

In einem Nachwort klärt die Autorin über ihre dichterische Freiheit und Wahrheit auf. Vor allem in Bezug auf die historischen Begebenheiten der Zeit, was sehr informativ ist. Auch die Aufmachung dieses Hardcovers ist gelungen, wobei das Cover eher schlicht gehalten ist, dafür besticht das Buch mit Inhaltsverzeichnis und Lesebändchen.

Ein Lesevergnügen für Fans dieser Reihe, dagegen etwas schwierig für Neueinsteiger

Leser, die bereits die Vorgänger gelesen haben, werden sich hier wie zu Hause fühlen und Ein Schatten von Verrat und Liebe lieben, aber solche Leser die zum ersten Mal zu einem Buch von Diana Gabaldon greifen, werden vermutlich etwas verwirrt sein und sich fragen, wo die vielen Protagonisten herkommen und wer sie eigentlich sind und was sie wollen. Als Einstieg in die Serie ist Band 8 daher nicht zu empfehlen. Wer aber einfach nur mal ein bisschen was von dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg lesen möchte (und auch gegen ein Schuss Fantasy nichts einzuwenden hat), könnte dann aber auch schon wieder richtig liegen. Dies solange es ihn eben nicht stört, der Handlung der Protagonisten wie Jamie, Claire oder William nicht folgen zu können, beziehungsweise ihre Handlungsart nicht zu verstehen. Die Reihe sollte man wirklich mit dem ersten Buch „Feuer und Stein“ beginnen, da man sonst nicht wirklich nachvollziehen kann, warum die Protagonisten so handeln wie sie handeln. Aber dann macht es einfach nur Spaß diese Reihe zu lesen.

Ihre Meinung zu »Diana Gabaldon: Ein Schatten von Verrat und Liebe«

PMelittaM zu »Diana Gabaldon: Ein Schatten von Verrat und Liebe«07.06.2016
1778 steckt das Land mitten im Unabhängigkeitskrieg und Claire, Jamie, Ian, aber auch William und John sind mittendrin und nicht immer auf der selben Seite. Es ist oft nicht einfach, loyal zu sein, sei es gegenüber dem Land, für das man kämpft, sei es gegenüber Familienmitgliedern und Freunden.

1980 leben Brianna und ihre Familie in Lallybroch, eigentlich sollten sie hier in Sicherheit sein, doch das sind sie nicht. Jem wurde entführt, wahrscheinlich durch die Steine. Roger folgt ihm, doch er kommt nicht dort an, wo zu erwarten war. Brianna gerät derweil in tödliche Gefahr und hat womöglich auch nur noch die Chance wieder durch die Steine zu gehen.

Dieser achte Band der Reihe schließt unmittelbar am Vorgänger an, da dieser aber auch schon ein paar Jahre alt ist, muss man sich dennoch erst einmal einlesen. Das geht aber letztlich relativ schnell und man befindet sich wieder unter alten Freunden, denn das sind die Frasers und die Greys für mich mittlerweile geworden, einen neuen Roman zu lesen ist wie Heimkommen.

Erzählt wird in vielen, zum Teil sehr kurzen Kapiteln, aus verschiedenen Perspektiven und in mehreren Zeitsträngen. Wo Roger letztlich landet, ist eine Überraschung, auch für den Leser, im Grunde aber eine schöne, mehr möchte ich darüber nicht sagen, jedes weitere Wort wäre ein Spoiler. Neben Roger erleben wir das Geschehen dieses Strangs noch aus Briannas und Jems Perspektive, während wir den Krieg aus Jamies, Claires, Ians, John und Williams miterleben, wobei einzig Claire in Ich-Form erzählt. Es geht wieder drunter und drüber, vor allem der erste Teil (insgesamt gibt es neun) kam mir vor, als sei ich mitten in einer Komödie, oder besser einer Tragikomödie gelandet, dauernd verpassen sich die Protagonisten oder es kommt zu irgendwelchen Unwägbarkeiten. Man weiß oft nicht, ob man lachen oder weinen soll, überhaupt nehmen mich die Romane dieser Reihe emotional immer sehr mit – und ja, ich habe geweint und gelacht, habe getrauert, mich gefreut und geschaudert. Letzteres allem deshalb, weil es wieder einige sehr ausführlich geschilderte Operationen gibt.

Wer die Reihe kennt – und ich empfehle dringend, sie von Anfang an zu lesen – wird sich schnell heimisch fühlen. Die Charaktere kennt man bereits gut und neue Charaktere, wie etwa Johns Bruder Hal lernt man schnell gut kennen. Im Mittelpunkt steht, neben der Familiengeschichte, ganz klar der Krieg, der weite Passagen ausmacht. Ich finde den historischen Hintergrund immer sehr interessant und habe auch wieder reichlich Inspiration zum Googeln gefunden. In ihren Anmerkungen erzählt die Autorin ebenfalls ein bisschen mehr. Natürlich treten verschiedene historische Persönlichkeiten auf, dem Kontext entsprechend u. a. George Washington, Benedict Arnold und der Marquis de La Fayette. Mir gefällt, wie es der Autorin einmal mehr gelingt, Geschichte und Protagonisten zusammen zu bringen.

Vom Brianna-Roger-Strang war ich etwas enttäuscht, hier kommt zwar wieder einmal sehr schön die Zeitreise-Problematik zum Tragen, insgesamt hätte ich ihn mir aber ausgebauter gewünscht. Nach den Geschehnissen im Vorgängerband hätte die Autorin freilich nicht ganz darauf verzichten dürfen, aber so finde ich es doch etwas unbefriedigend.

Das Taschenbuch ist sehr eng gedruckt, das Lesen fiel mir relativ schwer – womöglich werde ich das nächste Mal zum Ebook greifen. Leider gibt es neben den „Anmerkungen der Autorin“ keine weiteren Extras, ein Personenverzeichnis und eine Karte hätte ich schön gefunden.

Insgesamt hat mich der Roman wieder sehr gepackt und mich gut unterhalten. Ich freue mich schon auf Band 9, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe, wer gerne historische Romane liest und vor einem Schuss Mystik nicht zurückschreckt, könnte sich hier wohlfühlen.
Barbara zu »Diana Gabaldon: Ein Schatten von Verrat und Liebe«26.10.2015
Auch bei diesem Band ist die Übersetzung maximal mittelmäßig. Es finden sich zahlreiche Ungereimtheiten, die den Sinn des Gesagten nur schwer oder gar nicht erkennen lassen. So tauchen auch wieder "Privatgefreite" auf, ein Wort, dass in der deutschen Sprache nicht existiert. Eine Arterie wird "abgenäht". Auch das ist einfach Unsinn. Die Übersetzerin sollte sich bei Spezialgebieten, wie z.B. Militär oder Medizin, von Leuten beraten lassen, die etwas von der jeweiligen Sache verstehen. Auch bei Sätzen, die in der deutschen Sprache keinen Sinn erkennen lassen ,wäre das angezeigt.
Ihr Kommentar zu Ein Schatten von Verrat und Liebe

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.