Das Salz der Erde von Daniel Wolf

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Das Salz der Erde“,, 1152 Seiten.ISBN 3-442-47947-9.

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Kurzgefasst:

Herzogtum Oberlothringen, 1187. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt der junge Salzhändler Michel de Fleury das Geschäft der Familie. Doch seine Heimatstadt Varennes leidet unter einem korrupten Bischof und einem grausamen Ritter, der die Handelswege kontrolliert – es regieren Armut und Willkür. Als Michel beschließt, Varennes nach dem Vorbild Mailands in die Freiheit zu führen, steht ihm ein schwerer Kampf bevor. Seine Feinde lassen nichts unversucht, ihn zu vernichten. Nicht einmal vor Mord schrecken sie zurück. Und schließlich gerät sogar seine Liebe zur schönen Isabelle in Gefahr …

Das meint Histo-Couch.de: „Eine gelungene Familiensaga aus dem 12. Jahrhundert“84

Rezension von Dirk Jaehner

„Ihr seid das Salz der Erde“ sagt Jesus in der Bergpredigt zu seinen Jüngern und will sie damit einstimmen auf die Wichtigkeit ihrer Aufgabe, nämlich das Wort Gottes auf Erden zu verbreiten. Salz hat schon immer eine große Bedeutung für Menschen. Es ist die Lebensgrundlage und sowohl zu biblischen Zeiten als auch im Mittelalter wichtig, rar und teuer. In Daniel Wolfs Roman Das Salz der Erde dreht sich alles um das kostbare Mineral – oder fast alles.

Aufstieg und Fall

Ende des 12. Jahrhunderts, in der – fiktiven – Stadt Varennes-Saint-Jacques, irgendwo in Oberlothringen. Michel de Fleury ist der Sohn eines geflohenen Leibeigenen. Trotzdem beginnt er eine Lehre bei einem Kaufmann und bringt es zu dessen Vertreter in Mailand. Dort lernt er die Macht der Kaufleute kennen und träumt davon, dieselben Freiheiten auch in seiner Heimatstadt zu installieren. Als er wegen des Todes seines Vaters zurückkehren muss, sieht er die Gelegenheit, seine Träume wahr zu machen. Doch seine Ideen sind den alteingesessenen Kaufleuten, dem regierenden Bischof und einigen anderen einflussreichen Adligen zu fortschrittlich.

Mit jugendlichem Elan geht Michel die Aufgaben an. Er führt sein Handelshaus erfolgreich, wird sogar in einem ersten Schritt der Auflehnung gegen die korrupte Obrigkeit zum Vorsitzenden der Gilde gewählt. Doch so schnell wie er an die Spitze der städtischen Gesellschaft gerät, so schnell stürzt er auch wieder ab. Er hat die Macht seiner Gegner sträflich unterschätzt. Und die Stabilität der Verbindung zu seinem Jugendfreund Gaspard. Als sich Michel in dessen Schwester Isabelle verliebt, geht diese Freundschaft zu Bruch und Michel hat einen weiteren Feind.

Gesellschaftliche Mechanismen

Daniel Wolf erzählt in weitem Bogen die Lebensgeschichte des Michel de Fleury, seinen Aufstieg aus der Gosse bis zum erfolgreichen Händler und Vorsitzendem der Gilde, seinen tiefen Fall in die Bedeutungslosigkeit und seinen mühsamen Weg zurück, zunächst in die Stadtgesellschaft von Varennes, später dann auch an die Spitze der Gilde. Wolfs Bild der Gesellschaft zeigt sehr detailliert die Abhängigkeiten der einfachen Menschen von Geistlichen und Adligen, die Zusammenhänge in einer Gemeinde und die Verteilung der Verantwortungen. Jedes Gemeindemitglied hat seinen Platz in der Gesellschaft und diese duldet es nicht, wenn dieser Platz verlassen werden soll. Das funktionierte mit Michels Vater, weil er sich auf das Recht berufen konnte, dass ein entlaufener Leibeigener seine Freiheit erlangen würde, wenn er ein Jahr und einen Tag unbehelligt in Varennes leben konnte.

Auch daher hat Michel als Gildenvorsteher große Schwierigkeiten, seine Ideen durchzusetzen. Und so wird er von der herrschenden Schicht „zurechtgestutzt“. Doch Bischof und Adel begnügen sich nicht damit, ihn in die zweite Reihe der Händler abzuschieben. Er wird ganz aus ihrer Mitte verbannt und mit Handelsverbot in Varennes belegt – die höchste Strafe, die ein Händler erhalten kann. Außerdem erhält er keinen Zugang mehr zur Saline, dem Ort, wo das lukrative Salz, auf das er sein Vermögen aufgebaut hat, erzeugt wird.

Parallel zur geschäftlichen Welt versucht Michel sein privates Glück zu finden. Doch seine Auserwählte soll einen anderen heiraten, er ist nicht standesgemäß als Sohn eines Freigelassenen. Also trifft er sich heimlich mit ihr und es passiert, was in solchen Situationen immer passiert: Sie wird schwanger und aus der Stadt verstoßen. Trotzdem hält Michel zu ihr und bleibt in Kontakt. Doch es dauert ein paar Jahre, bis Michel sein Leben wieder in den Griff bekommt.

Das einzig wahre Salz

Wolf erzählt Michels Geschichte flüssig und gut lesbar. Dankenswerterweise verzichtet er auf allzu viele Nebenschauplätze. Die Handlung bleibt übersichtlich, und sollte der Leser das Buch aus der Hand legen müssen – was eigentlich nur unfreiwillig geschehen kann -, findet er schnell wieder hinein. Wie in solchen umfangreichen Familiensagas üblich, muss Wolfs Protagonist in seinem Leben fast alles ertragen, was das Schicksal an Schlägen aufzubieten hat. Dabei bleibt es nicht aus, dass er gelegentlich gefährlich in Soap-Niveau gerät. Doch irgendwie weiß der Leser, dass der nette Gutmensch Michel am Ende seine Ziele erreichen wird. Die einzige Charakterschwäche – wenn man sie als solche bezeichnen möchte – ist Michels Ehrgeiz. Er opfert seinen Zielen eine lebenslange Freundschaft und zunächst die Liebe seines Lebens.

Erstaunlich an dem Roman ist jedoch, dass es, anders als im Titel versprochen, verschwindend wenig um Salz geht. Es ist zwar die Grundlage für den Reichtum Varennes und seiner Kaufleute, als Handelsware ist es aber nur eine unter vielen. Vielleicht geht es Wolf aber auch gar nicht in der Hauptsache um das Mineral. Vielleicht geht es ihm noch mehr um die Menschen, die die Welt nach ihrem Willen formen und verändern wollen. Schließlich ist das auch eine Bedeutung des Jesus-Wortes: Die Weiterentwicklung der Welt braucht immer einen Anstoß. Und wer soll ihn geben, wenn nicht ein Mensch mit Visionen.

Ihre Meinung zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«

Rainer zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«07.12.2016
Ein grandiodes Mittelalterepos , das den Vergleich mit anderen Werken seines Metiers nicht zu scheuen braucht . Die Lebensgeschichte des Michel Fleury , vom Sohn eines entflohenen Leibeigenen , bis hin zum Bürgermeister von Varennes ist der Leitfaden der Geschichte , die auch die Geschichte der Stadt slbst ist , vom Bischofssitz bis hin zur selbst bestimmten Händler und Handwerkermetropole . Die Story ist historisch hochinteressant mit einer aus meiner Sicht genialen Verkettung der Historischen und fiktiven Elemente . Eines dieser seltenen Bücher , das man nach gut 1100 Seiten aus der Hand legt und zutiefst enttäuscht ist ,..........nämlich darüber , das es schon zu Ende ist .
speedy208 zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«17.07.2016
Über 1000 Seiten Text, eine brutale Story wie jenes frühe Mittelalter. Hat alles gehabt, was man/frau davon erwartet hat. Nur leider scheint der Titel "falsch" zu sein. Denn, wenn ich schon eine Story schreibe und das "Salz" betone, dann erwarte ich auch, dass es sich in der Story um das Salz dreht, und nicht die Hauptdarsteller! Ich als Hobby-Autorin wähle meine Titel danach aus, worum es sich handelt. Aber hier habe ich - ab der Mitte des Romans - darauf gelauert, ja gehofft, dass endlich das "Salz" in Erscheinung tritt als "Haupt-Objekt" und nicht als Nebensache oder Kulisse. Erwarte ich zu viel oder bin ich zu altmodisch? Der Titel muss mich ja hinreissen, das Buch in die Hand zu nahmen, egal, um was es sich handelt. Aber wenn ich dann merke, dass das Salz, das hier die Suppe bzw. die Handlung versalzen sollte, fehlt, dann frage ich mich schon, wie der Titel zustandekam. Wenigstens hätte der Autor am Ende dem Titel Gerechtigkeit entgegenbringen können, um das "Salz" irgendwie zu rehabilitieren. Aber nein, es hat sich alles nur um die Hauptpersonen und deren Feinde gedreht. Schade. Kann sein, dass mein Detailliebe nicht auf Gegenliebe meiner eigenen Leser, die ich noch nicht habe, stösst. Aber ich denke, dass der Titel das A und O einer Story ist. Was nützt es mir, wenn der Titel die "Schwertlilien des Königs" heisst und nichts von Blumen vorkommt. Nein, enttäuschend die Story. Ich war daran, die Fortsetzung zu lesen, aber dachte dann: "Das Licht der Erde" wird wohl alles andere als erleuchtend sein. Also lass ich's.
Heike Hunkel zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«22.11.2015
Mittelalter ist immer eine interessante Zeit. Ich finde diese Geschichte gut angelegt und bin froh, dass sie mal nicht in England spielt. Mich hatte sie derart gefangen, dass ich zwar Seite "gefüttert" habe, aber enttäuscht war, als ich die letzte Seite gelesen habe. Nicht wegen der Geschichte - nein, weil es die letzte Seite war. Aber - welche Freude - es geht ja weiter. Prima!
Derfel zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«07.01.2014
Das Buch ist gut, keine Frage.
Es handelt sich um den Aufstieg von Michel, der aus Fleury stammt in Lothringen Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts.
Flüssig zu lesen und stets ist man neugierig, wie es denn weitergeht.
Natürlich sind auch Bösewichte dabei, die den Händlern, allen voran natürlich Michel, das Leben schwer machen.
Und eine herzzerreissende Liebe darf freilich auch nicht fehlen.
Alles eingebettet in die damaligen politischen Ereignisse des deutschen römischen Reiches.
Was mir etwas fehlt, ist der Tiefgang.
Zwar kann man sich gut mit den Hauptprotagonisten identifizieren, jedoch werden oftmals recht lange Zeitsprünge gemacht.
Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch.
dg9tm zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«07.11.2013
Rémy de Fleury flieht mit seinen beiden Kindern nach einem Vorfall aus seinem Dorf nach Varennes-Saint-Jaques. Wird er ein Jahr lang nicht gefasst, kann er damit der Leibeigenschaft entkommen und als freier Mann weiterleben. In der Stadt findet er Unterstützung und so gelingt es ihm, nach einem Jahr als freier Mann ins Handelsgeschäft einzusteigen.

Die Jahre vergehen und sein Sohn Michel lernt das Handelsgeschäft gerade in Mailand, als ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters erreicht. Umgehend macht er sich auf den Weg zurück nach Hause. Aber die Stadt seiner Jugend hat sich verändert. Kirchliche wie weltliche Herrschaft bluten die Bürger der Stadt nach und nach aus. Handelswege werden durch dubiose Zölle erschwert, Steuern willkürlich erhoben und wenn dem Bischof mal wieder das Geld ausgeht, wird es kurzerhand verrufen.

Aber Michel hat einen Traum und diesen will er leben. Dafür kämpft er, mit allen Mitteln ...

Die Geschichte spielt in der fiktiven Stadt Varennes-Saint-Jaques im Herzogtum Oberlothringen.in der Zeitspanne 1173 – 1206. Der 1152 Seiten starke Roman umfasst fünf Abschnitte, die ihrerseits in kleinere Unterkapitel gegliedert wurden. Jedes Kapitel ist versehen mit einer Orts- und einer Zeitangabe.

Obwohl die Geschichte mit Rémy beginnt, ist es eigentlich die Geschichte von Michel, der auch den größten Teil des Buches einnimmt. Der Leser begleitet Michel auf seinem Lebensweg, erlebt dabei sowohl Glück wie Leid und darf zusammen mit ihm Rätseln, welche Schritte als nächste sinnvoll wären.

Dabei beschränkt sich der Autor nicht nur auf Michel, sondern lässt auch Michels alte Jugendfreundin Isabelle zu Wort kommen.
Obwohl das Buch mit seinem über 1100 Seiten recht umfangreich ist, merkt man dies beim Lesen nicht wirklich. Viel zu schnell fliegen die Seiten dahin und man muss Michel und die seinen wieder verlassen.

Der Autor hat gut und sicherlich auch lange recherchiert. Dies wird beim Lesen deutlich. Vor allem an den Details spürt man beim Lesen die Arbeit, die der Autor sich im Vorfeld gemacht haben muss. Dadurch schafft er es aber auch zeitgleich, dass man sich als Leser als Teil der Geschichte fühlt, man sieht die fiktive Stadt vor seinen Augen erstehen und lebt während des Lesens in einer der vielen Handelshäuser in Varennes.
Zu Beginn des Buches findet man einen schematischen Stadtplan von Varennes, sowie eine Landkarte der Gegend aus der Zeit der Romanhandlung. Ein Personenregister und ein ausführliches Glossar runden den positiven Eindruck des Buches ab.

Fazit:
Eine abenteuerliche Reise in 12. Jahrhundert nach Oberlothringen, die man so schnell nicht vergessen wird.
U. Winkelmann zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«27.10.2013
"Das Salz der Erde" hat mich im Urlaub als Hörbuch begleitet. Eingebettet ist die Familiensaga in das dunkle Mittelalter. Intrigen, Macht, Liebe, Kirche - man fühlt sich versetzt in eine düstere Zeit. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich die Kopfhörer erst beiseite legen konnte, als die letzten Worte gesprochen waren. Die Geschichte macht süchtig auf mehr. Ich freue mich auf weitere Werke vom Autor.
Christoph Berg zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«24.10.2013
Ein spannender und kurzweiliger Abenteuer Roman! Mein erstes Buch als eBook und ich warte schon sehr gespannt auf das nächste Buch vom Autor Daniel Wolf!Wenn man jetzt die Entwicklung in der kath.Kirche (Bistum Limburg) sieht, hat sich nicht so viel in der Kirche geändert! (immenser Reichtum und krasse Armut in Teilen der Bevölkerung.
Ulrich Widmann zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«02.10.2013
Ein sehr gutes Buch. Wirklich gut zu lesen, nie langweilig, im Gegenteil man ist sehr gespannt was als nächstes passiert. Wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Beschreibt sehr gut die Verhältnisse der damaligen Zeit, der Ritter, dem Adel und Händler auch wie es dem einfachen Volk weniger gut ergangen ist. Ich hoffe da kommen noch mehr Bücher von diesem Autor
bernd dehm zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«27.08.2013
ein großartiges und sehr kurzweiliges werk indem auf keiner der über 1100 seiten langeweile aufkommt.die sprache ist einfach und verständlich und dennoch literarisch ansprechend . die geschichte wirkt in erster linie auf einer packenden emotionalen ebene und könnte ebenso anstatt im mittelalter auch zu fast jeder anderen zeit spielen . die handlungsbestimmenden menschlichen characktere dürften fast jedem leser auch aus der gegenwart vertraut vorkommen ,ebenso das gesellschaftliche gerangel um positionen und pfründe sowie das ausnutzen von macht und geld zu lasten derer die nicht so ehrgeizig und skrupellos sind . doch wenn der leser zugleich auch zeitreisender in sachen kostüm und sitte wird , so erhällt der stoff eine zusätzliche würze . mit den helden der geschichte können sich wohl die allermeisten menschen indentifizieren weil diese zwar den gutherzigen , tapferen protagonisten geben denen aber auch eigene fehlerhaftigkeit anlastet . das positive an der geschichte ist die energie von der der leser bestenfalls auch immer wieder profitieren kann . diese energie heißt : wer niemals aufgiebt erreicht über den umweg - sich immer wieder mit seinem "schicksal" auseinandersetzten zu müssen - ... vielleicht ja doch sein ziel ....
Mohnblume zu »Daniel Wolf: Das Salz der Erde«20.08.2013
Daniel Wolf
ist mit seinem Roman
"Das Salz der Erde " , ein tolles Debüt gelungen.

Die Geschichte spielt im 12. Jahrhundert an der Mosel.
Er erzählt der Aufstieg des Hauses Fleury , mit all seinen Hähen und Tiefen. Den Kampf Michaels um seine große Liebe Isabell und um das Wohlergehen seiner Heimatstadt.
Es geht um Ränkespiele , Macht , Intriegen , Mord und um Ränkespiele und auch um Kurroption des Klerus.
Mit einem großem Historischen Hintergrund.
Die Geschichte fesselt und fazieniert einem von der ersten bis zur letzen Seite. Er er gibt seinen Personen Körper und Seele . Sehr bewegend und warmherzig erzählt .

Ich möchte hier nicht viel verraten , den so würde ich den Lesern die Spannung nehmen,
und hoffe das wir noch mehr von ihm zu lesen bekömmen.

Ein Sehr guter Historischer Roman !

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