Schwertgesang von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Schwertgesang von Bernard Cornwell

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Sword Song“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 478 Seiten.ISBN 3-499-24802-6.Übersetzung ins Deutsche von Karolina Fell.

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Kurzgefasst:

Uhtred, der Kämpfer, ist von König Alfred beauftragt, die dänisch besetzte Stadt Lundene zurückzuerobern. Wer sie hält, kontrolliert die Themse, Englands Lebensader. Aber herrschen soll nicht er, sondern sein unfähiger Vetter. Uhtred fühlt sich an seinen Eid gebunden, er nimmt die Stadt für Æthelred ein. Der aber begeht prompt eine furchtbare Dummheit seine schwangere Frau gerät in die Hände der Nordmänner. Nur einer wagt sich ins feindliche Lager: Uhtred. Dort wartet eine ungeheure Überraschung auf ihn …

Das meint Histo-Couch.de: „Cornwell ist und bleibt ein Meister der Erzählkunst!“92Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Im Jahr 855 ist das bekannte England der Zeit fast komplett unter dänischer Herrschaft. Uhtred von Bebbanburg, immer noch durch einen Schwur an Alfred gebunden, kämpft mit seinen Männern in Wessex gegen die Dänen, als er an Alfreds Hof beordert wird. Neue dänische Feinde sind auf der Insel gelandet und so erhält Uhtred von Alfred die Aufgabe, Lundene, das heutige London, zurückzuerobern.

Leider soll Uhtred die Stadt nicht für sich erobern, sondern für seinen Vetter Æthelred, einen unfähigen und sturen Mann, der zudem mit einer von Uthreds ältesten und besten Freundinnen verheiratet ist. Diese Æthelflaed ist schwanger und hat auch einen recht eigenen und eigensinnigen Kopf, da sie sich nicht dafür geschaffen sieht, am heimischen Herd zu versauern. Sie nimmt Uhtred einen neuen Eid ab, für sie zu kämpfen und er begibt er sich mit alten und neuen Weggefährten die Temes (Themse) hinunter.

Während sich Sigefrid und Erik Thurgilson, das dänische Brüderpaar, in Lundene breit machen, spioniert Uhtred nicht nur die Verteidigungsstellungen des Feindes aus. Neben Lundene gibt es noch andere Kampfschauplätze und an einem dieser Schauplätze wird die schwangere Æthelflaed von den Nordmännern entführt. So wartet auf Uhtred eine Menge Arbeit und sein Schwert wird viel zu singen haben.

Gesellschaftliche und religiöse Konflikte

Im vierten Teil seiner Sachsen-Saga zieht Bernard Cornwell wieder alle Register seines Könnens. Auf 476 Seiten lässt er die finstersten Seiten des Frühmittelalters wieder auferstehen und knüpft nahtlos an seine drei Vorgänger Das letzte Königreich, Der weiße Reiter und Die Herren des Nordens an. Schon nach wenigen Sätzen lässt er den Leser tief in eine Zeit eintauchen, in der Ehre und Ansehen höher standen als Familie und Frauen. Und dies tut er in gewohnt hoher Qualität.

Erzählt aus der Perspektive des alten Uhtreds, werden wieder viele Gedankengänge der damaligen Zeit deutlich, die einen ungewohnten Blick in die Zeit erlauben. Dies sind neben gesellschaftlichen Themen vor allem auch religiöse, denn immer stärker scheint sich das Christentum auch in Britannien auszubreiten und nicht jedem ist diese Religion geheuer. Auch und gerade weil die Dänen sie nicht wollen und nicht verstehen.

Länger als in den anderen Büchern sind in diesem Teil die Erzählstränge, die den alten erzählenden Uhtred zu Wort kommen lassen. Zwar wird nicht viel über sein jetziges Leben verraten, aber es ist schon lesenswert, wie er seiner Frau gegenüber seine Chronistenpflicht verteidigt.

Starker Erzählstil

Cornwells Stärke ist sicherlich zum Einen, dass er dem Leser die Zeit unkompliziert nahe bringen kann, zum Anderen aber auch, dass er seine Charaktere nicht nur schwarz und weiß zeichnet, sondern für jede Person auch noch Charakterzüge hinter einer gewissen Fassade parat hat. Auch der Feind ist letztlich ein Mensch, der nach seiner Ansicht richtig handelt, wenn auch dies nicht mit Uhtreds Ansicht übereinstimmt.

Es ist erfreulich, dass Cornwell den hohen Standard seiner historischen Reihe auch in diesem vierten Teil mühelos aufrecht erhalten kann. Die Erzählungen der zahllosen Kämpfe werden allmählich abgelöst durch das Durchdenken und Anwenden verschiedener Kriegsstrategien, dabei immer im Hinterkopf, dass der Feind sich schließlich auch welche ausdenkt. Umrahmt von historischen Fakten bietet Cornwell hervorragende Unterhaltung, die jeden Leser schnell in den Bann zieht. Cornwell beschönigt nichts, aber er übertreibt auch nichts – und so zeichnet sich ein realistisches Bild des 9. Jahrhunderts. Eine leichte Prise teils sehr schwarzen britisch-nordischen Humors verleihen der Erzählung zusätzliche Glanzlichter.

Cornwell als Meister der Erzählkunst

Durch seine Kenntnis der verschiedenen Traditionen der verschiedenen Kulturen wird Cornwells hervorragende Erzählkunst noch aufgewertet. Im lesenswerten Anhang erklärt er, dass er aufgrund der Quellenlage in diesem Buch mehr selbst erfinden musste, als dass es ihm durch die Historie vorgegeben worden wäre. Geschichtskenner werden es ihm verzeihen und alle anderen Interessenten werden es nicht bemerken. Zwei Karten und ein Ortsnamenverzeichnis am Beginn des Buches runden ein gelungenes Werk ab.

Mit Schwertgesang beweist Bernard Cornwell wiederholt, dass er zu den großen Schriftstellern historischer Romane unserer Zeit gehört. Auf seiner hervorragenden und interessanten Homepage wird bereits der fünfte Teil angekündigt und viele seiner Leser werden es zu Recht kaum erwarten können, ihn in den Händen zu halten. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wenn Cornwell weiterhin seinen eigenen Standard so hochhalten kann, wird man an seinen Büchern noch viel Freude haben.

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«

rolandreis zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«03.05.2016
"Schwertgesang" ist der vierte Band aus der Uhtred-Saga und er entführte mich gleich wieder in die Anfänge Englands. Obwohl einiges fiktiv ist und nicht historisch untermauert (im Nachwort auch erklärt), gelang es dem Autor einen fesselnden Roman zu verfassen. Erst soll durch eine List Uthred verführt werden König von Mercien zu werden, aber er erkennt diese und hält seinen Treueschwur zu König Alfred von Wessex. So soll er Lundene (das heutige London) für Alfred erobern und im Verlauf der Geschichte muss er dessen Tochter auch noch befreien. Das dies nicht unblutig verläuft, darauf deutet schon der Titel des Buches hin. Dabei erzeugt Cornwell eine Spannung, die es mir selten möglich machte den Roman zur Seite zu legen. Man taucht als Leser mit in die Story ein und ich konnte mir bildlich die Schildwälle und das Schlachtgetümmel vorstellen. Der vierte Teil der Saga überzeugte mich und ich bin gespannt wie es mit Uhtred weitergeht.
Manfred Rathunde zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«10.02.2014
www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Schwertgesang“ ,Rowohlt´

Auf den Britonischen Inseln herrscht ein brüchiger Frieden zwischen den Sachsen um König Alfred dem Großen (noch hat er den Titel nicht, so wird er jedoch in die Geschichte Englands eingehen) und den dänischen Okkupanten von Guthrum, Er hat sich mittlerweile taufen lassen, auf den Namen Aethelstan und ist zum Christentum übergetreten. Dieser politische Schachzug bringt Alfred in die mißliche Lage den König von Ostanglien (Norfolk, Suffolk, Essex) zu unterstützen und ihn gegen seine Landsleute zu schützen. Guthrum kann schön im Verborgenen intrigieren, was er auch nach Herzenslust tut. Und so landen die Dänen, unter Haesten, in Lundene (London). Und der bringt gleich noch Spielkameraden mit, die Brüder Sigefrid und Erik. Uhtred wird weiß gemacht, ein Toter überbringt eine Nachricht der Nornen an ihn. Inhalt der Post aus dem Jenseits, er soll König von Mercien werden, politisch gesehen also Sachsenkönig von dänischen Gnaden werden. In Wessex herrscht während dessen Hochzeitsstimmung. Aethelflaed, Alfreds älteste Tochter, soll mit Uhtreds Cousin Aethelred verheiratet werden. Als Hochzeitsgeschenk will der König die Befreiung Lundenes haben. Wer soll die Kastanien aus dem Feuer holen? Uhtred! Gesagt, befohlen und getan, die Dänen ziehen sich nach Beamfleot an der Themsemündung zurück. Da man Guthrum eine Mittäterschaft nicht nachweisen kann und man selbst zu schwach ist, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, zieht erst mal wieder Ruhe ein. Monate gehen ins Land, nur die üblichen Scharmützel sind an der Tagesordnung. Die Ehe zwischen Aethelflead und Aethelred steht nicht unter einem guten Stern, der Göttergatte ist eifersüchtig wie eine Hauskatze, obendrein schlägt er seine Frau. Uhtred beschwert sich bei Alfred, immerhin kennt er Aethelflead schon von Kindesbeinen an, aber er trifft auf taube Ohren. Die königliche und priesterliche Order lautet, die Frau ist dem Manne untertan und damit basta. Als sie schwanger wird, will der Haustyrann ein Gottesurteil haben und zwingt seine Frau bitteres Wasser zu trinken. Uhtred rastet aus, bedroht seinen Cousin massiv, wird zum König zitiert und ihm werden die Leviten gelesen. Er kocht vor Wut, kann aber erst mal nicht viel ändern. Eines Tages wird Aethelflaed von den Dänen entführt. Uhtred wird mit der Mission betraut, ein Lösegeld auszuhandeln. So begibt er sich zu Sigefrid, Erik und Haesten und findet eine verzwickte Situation vor. Aethelflaed wird von den Dänen gut behandelt. Von Sigefrid und Haesten wegen des Lösegeldes, von Erik aus Liebe, die Aethelflaed von ganzem Herzen erwidert, da sich Erik als Mensch entpuppt, der trotz Krieg, immer noch ritterlich ist und die Frau seines Herzens respektiert und sich ihr gegenüber zuvorkommend benimmt. Und so wächst zwischen Erik und Uhtred ein ziemlich abenteuerlicher Plan heran, Aethelflaed zu entführen, auf das Lösegeld zu verzichten und somit einer gemeinsamen Zukunft für die Liebenden den Weg zu ebnen. Doch die anderen Kontrahenten haben andere Pläne. Wieder zieht Bernard Cornwell alle Register, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Phantastisch zu lesen, man fühlt sich mitten im Geschehen. Der Leser fühlt sich mitgerissen auf eine Reise ins „England“ des späten Neunten Jahrhunderts. Die Sucht geht weiter. (MRD)
Thomas zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«17.03.2012
Eines vorab: Vielleicht könnte Carsten Jahner endlich mal den Fehler in der ersten Zeile korrigieren, der offenbar blind vom Taschenbuchrückentext abgeschrieben wurde, ohne den Roman zu kennen: Der Roman beginnt 885 und nicht 855. Danke.

Mich hat der vierte Teil der Uhtred-Saga voll und ganz überzeugt, Cornwell hat die Freiräume, die ihm die historische Überlieferung bot, grandios genutzt, um eine spannungsgeladene Fortsetzung der vorherigen Uhtred-Bände zu liefern. Ich hoffe, Cornwell wird - wie von ihm angekündigt - noch lange bei Uhtreds Geschichte bleiben.
Jens Tischoff zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«14.07.2010
Bernhard Cornwell schafft es mit seiner Erzählung über Uhtred wieder einmal, den Leser in völlige Besessenheit zu versetzen. Das Buch wegzulegen fällt schwer, der Bahn der Geschichte lässt einen Haltestationen verpassen ;) so spannend wie immer. Großes Lob! Selten hat mich ein Autor so begeistert und mich in eine längst vergangene Welt versetzen lassen.
Uthred II zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«05.04.2010
Inhaltlich ist über dieses Buch auf dieser Site ja schon einiges geschrieben worden. Deswegen möchte ich weniger auf den Inhalt des Buches, sondern eher auf meinen Gesamteindruck beschränken.
Ich habe bereits ein paar Bücher von Meister Cornwell gelesen und bin, was meine Meinung über seine Werke angeht, nicht ganz einer Meinung:)
Ich stimme meinen Vorrednern zu, daß die Uthred Saga irgendwie von Band zu Band nachläßt. Auch kommen mir die Helden in den verschiedenen Buchreihen, Arthus, Der Bogenschütze, Sachsenstory, ziemlich ähnlich vor... Vielleicht aber auch deswegen, weil es nunmal alle samt Krieger sind, deren Denkchemen durch den einschlägigen Lebenswandel geformt werden.
Fest steht auf jeden Fall, daß Cornwell nichts für zartbesaitete Gemüter ist. Meine Freundin war im ersten Teil der Sachsenstory noch begeistert dabei, während sie den 2 Teil mit "das hält ja kein Mensch aus, nur Blut und Tod" nach der Hälfte für immer weglegte.
Auf die Nerven geht mir, daß Uthred sich ständig und immer wieder von König Alfred demütigen und veräppeln läßt. Mir fehlt auch jedes Verständnis dafür, wieso Uthred beim König so einen schlechten Stand haben soll, nachdem, was er alles schon für Alfred geleistet hat? Ohne Uthred gäbe es schon längst keinen Alfred mehr, ebenso wenig wie Angelland. Trotzdem wird Utrhed vom König immer wie der letzte Schuh und mit äußerstem Mißtrauen behandelt. So wie Uthred vom Autor gezeichnet wird, müßte er eigentlich schon lange ins dänische Lager gewechselt haben...
Trotz einiger Schwächen sind die Bücher, für jemanden der auf mittelalterliche Schlachten steht, durchaus noch empfehlenswert. Mir gefällt auch gut, wie Cornwell das außenrum beschreibt, eben wie die Leute getickt haben, was sie gegessen haben, was zu der Zeit"in" war.
Ich werde den kommenden Teil noch lesen und dann entscheiden, ob ich die Sachsenstory, welche ja mindestens 10 Bände lang werden soll, bis zum Ende mitverfolge.
Muckelfloh zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«05.09.2009
FINGER WEG!!!
Teil 1-3 habe ich regelrecht verschlungen und würde denen die absoluten höchstnoten geben. Hier jedoch scheint dem Schreiber der Stoff ausgegangen zu sein. Bis Seite 200 wird alles vorhergegangene nochmals aufgewärmt und jeder der Akteure durch vergangenes nochmals vorgestellt. Dann ein wirklich kleiner Kampf um London (fast schon am Rande erwähnt), zweimalig knapp am Tot vorbei (sooo was von an den Haaren herbei gezogen), die gleichen stetigen Verarschungen durch König Alfred die der Held über sich ergehen lassen muss, und die permanente Unlogik wieso er sich soviel gefallen lässt.
Man wartet vergebens darauf dass sich etwas richtung "Bebbanburg" tut. Das zieht der Schreiber in die Länge, leider jedoch nicht gekonnt. Ich habe 340 von 470 Seiten gelesen, und mir reichts allemal. Ein fünfter Teil kommt mir nicht ins Haus.
Teil 1-3 sind JEDEM wärmstens ans Herz gelegt der mit diesem Genre was anfangen kann. Teil 4 nur für absolute Fans.
Johanna Kohl zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«01.09.2009
Die Bücher haben mich verschlungen, eingefangen, in eine andere Welt und anderen Zeit gebracht. Vier Bände lang habe ich die Schlachten miterlebt, vernahm das Klirren der Schwerter, die Schreie der Krieger, spürte die englische Kälte und hörte das Klagen der Frauen. Ich war dabei als Uthred und seine Schwurmänner siegten, lachten und feierten. Ich vernahm die kirchlichen Gesänge und Gebete, und doch wurde ich von den Göttern der Wikinger mitgerissen. Die letzten Seiten sind gelesen, ich bin wieder aufgewacht und finde mich leider wieder im Hier und Heute.
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«28.06.2009
Die Bücher von Bernard Cornwell zu lesen, lässt sich wohl nur mit dem Knabbern von Erdnüssen vergleichen, denn einmal angefangen, ist es dem Leser schier unmöglich damit wieder aufzuhören.

Kam die Sachsen-Saga mit "Das letzte Königreich" noch ziemlich langsam in Gang, haben die letzten zwei Bände mich jetzt derart in den Bann gezogen, dass ich sie nach knapp einem Tag durchgelesen hatte. Auch wenn sich Cornwell meiner Meinung nach gegenüber dem Vorgänger nicht sonderlich steigern konnte, ist ihm auch der vierte Teil der Serie einmal mehr gelungen. Sein Erfolgsrezept liegt dabei wieder in der perfekten Mischung von historischen Fakten und Fiktion, die ihm als Gerüst für seine Geschichten um den jungen Kämpfer Uhtred dienen.

Dieser ist nach seinen Abenteuern in Northumbrien (nachzulesen in "Die Herren des Nordens") nach Wessex zurückkehrt und hat sich gemeinsam mit seiner Frau Gisela und seinen Schwurmännern in Coccham (heutiges Cookham, Berkshire) niedergelassen. Dort baut er im Auftrag des Königs Alfred die Stadt zu einer Burg aus, um den Grenzfluss Temes (Themse) gegen die weiter anhaltenden Überfälle der Nordmänner zu sichern. Keine einfache Ausgabe, die noch dadurch erschwert wird, das Uhtred seitens Alfreds nur wenig Unterstützung zuteil wird. Der wiederum träumt insgeheim schon von einem vereinten England und hat bereits ein neues Ziel vor Augen: Lundene (London).

Unter der Führung seines verhassten Cousins Æthelred soll Uhtred die von den Dänenbrüdern Sigefrid und Erik Thurgilson besetzte Stadt einnehmen. Ein Unterfangen, das sich als schwierig darstellt, zumal Æthelred von Strategie und Taktik keinen blassen Schimmer hat. Einmal mehr muss sich also Uhtred in seine Rüstung werfen, um für den verhassten Alfred die Kohlen aus dem Feuer zu holen...

Vorneweg: Die auf dem Klappentext angegebene Jahreszahl 855 ist ein Fehler seitens des Verlags. Vielmehr spielt sich die hier erzählte Geschichte zwischen den Jahren 885 bis 887 nach Christus ab, wenngleich die Geschehnisse um Uthred dieses Mal mehr auf Fiktion beruhen (Cornwell gibt dazu im Nachwort eine Erklärung ab) und sich nur in einigen Punkten mit den historischen Fakten kreuzen. Kein wirklicher Nachteil, da Cornwell diesen Freiraum bestens zu Nutzen weiß und mittlerweile ein Gespür dafür entwickelt hat, beides miteinander zu verbinden, um es dem Leser informativ und dennoch unterhaltsam nahe zu bringen. Überhaupt bleibt er wieder strikt seinem Stil treu, lässt er die Geschichte in Ich-Form aus Sicht eines alten Uhtred erzählen, ohne dabei sprachlich die Hand vor den Mund zu nehmen. Unverblümt, roh und gnadenlos schildert er das harte frühe Mittelalter, wobei der Leser unversehens Teil der Geschichte wird. Auf bestürzende Art und Weise wird man mit in das Getümmel der Schlacht gezogen, watet man zwischen Regen, Matsch und Blut, um den Dänen das Fürchten zu lehren. Das Sterben und Töten im Schildwall gewinnt dabei braveheartsche Züge, so fesselnd und mitreißend bringt Cornwell das schreckliche Gemetzel auf Papier.

Und trotz dieser Brutalität verliert sich der Autor nie in Schwarweiß-Malerei, gibt er beiden Seiten eine Stimme, weshalb man in Reihen der Dänen genauso liebenswerte Halunken wie bei den Sachsen findet. Als verbindendes Element dient zudem Uhtred, ein vielfältiger, eigenwilliger und keinesfalls perfekter Charakter, dessen Loyalität vor allem dem Kriegsgott Thor und seinen Freunden gilt, und der, selbst Sachse, mit der klerikalen Gesinnung seines Königs nur wenig anfangen kann. Besonders gegen Ende wird das Buch seinem Titel dann mehr als gerecht, wenn Cornwell über knapp 40 Seiten ein Actionwerk der Sonderklasse abbrennt.

Insgesamt ist "Schwertgesang" trotz des fortschreitenden Verlustes an historischer Substanz erneut ein packender, sehr emotionaler historischer Schmöker, den ich inbrünstig verschlungen habe und der das Warten auf den fünften Band wieder unerträglich macht. Mitreißend und absolut süchtig machend.
maupe zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«09.06.2009
Nach diesem vierten Teil war es endgültig um mich geschehen. Die Sucht nach Cornwell hat mich voll und ganz erwischt.

Habe ich die ersten drei Teile interessiert an der Historie und fasziniert von Cornwells einzigartigen Stil gelesen, so packte mit der vierte Teil mit voller Wucht. Warum kann ich leider nicht genau definieren. Der Vergleich mit einem Virus eignet sich wohl am ehesten.

Uhtred ist ein Kämpfer. Voller Stolz und Ehre. Die Beschreibung wie er seine Arbeiter am Anfang des Buches "motiviert" zügig an der Befestigung zu arbeiten, war so typisch für ihn.

Auf jeden Fall zückte ich nach diesem Teil alle anderen drei noch einmal hervor und inzwischen verschlinge ich alles von Cornwell. Seine Art ist einfach einmalig!
Alex zu »Bernard Cornwell: Schwertgesang«13.01.2009
Wieder ist es Bernard Cornwell gelungen den Anschluss an die Vorgänger zu finden. Und auch in diesem Buch bleibt die Spannung.
Es macht einfach spass diese Geschichten um Uthred und Alfred zu lesen.
Und um ehrlich zu sein, kann und muss einem die Figur von Uthred ans Herz wachsen. Mit seiner oft zweifelhaften Moralvorstellung, ist und bleibt er aber ein Ehrenvoller Held, der zu unrecht von Alfred nicht wirklich gemocht wird.
Da Bernard Cornwell noch ein relativ junger Mann ist, hoffe ich sehr auf ein fünftes Buch.

Mein persönliches Fazit:
Total süchtigmachend, selbst für Leute die sonst nicht so viel lesen würden.
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