Die Herren des Nordens von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Die Herren des Nordens von Bernard Cornwell

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „The Lords of the North“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 480 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Karolina Fell.

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Kurzgefasst:

Uhtred hat König Alfred zum entscheidenden Sieg gegen die Dänen verholfen. Nun zieht er zurück in seine vom Krieg erschütterte nordenglische Heimat, um in den Dienst des Königs Guthred zu treten. Ein Fehler, denn sein neuer Herr verrät ihn umgehend. An die Ruder eines Sklavenschiffs gefesselt, tritt Uhtred eine Reise ins Ungewisse an. Wird er je wieder englischen Boden betreten?

Das meint Histo-Couch.de: „Weitere Schatten über dem angelsächsischen England“92Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Das Ende des 9. Jahrhunderts war in England wahrlich kein Zuckerschlecken. Uhtred von Bebbanburg, Bernard Cornwells Held seiner großartigen Sachsen-Saga, hat es noch immer nicht geschafft, seinen Onkel Ælfric von seiner ihm gehörenden Burg zu vertreiben. In diesem dritten Teil hat Uhtred es mit neuen und ungeahnten Hindernissen auf dem Weg zu seinem Recht zu tun. Und das ist und bleibt so spannend wie in seinen beiden Vorgängern.

Ein falscher König und falscher Freund

Kaum hat Uhtred sicherheitshalber den Schatz vergraben, den er von König Alfred bekommen hat, befreit er den Priester Guthred aus der Gefangenschaft. Guthred erklärt sich zum König von Northumbrien und Uhtred schwört ihm seine Gefolgschaft. Schnell stellt man fest, dass man gemeinsame Feinde hat und Uhtreds Kampfwissen ist für Guthred und seine Gefolgsleute von enormer Wichtigkeit und sehr wertvoll. Guthred will zwar König Alfred nacheifern, den Uhtred immer noch für einen schwachen König hält, aber er lernt schnell dazu.

Mit Guthred und seinem zweifelhaften Gefolge, allen voran der griesgrämige Priester Hrothweard, den Uthred schnell als Gegner sieht, ziehen sie an den Hadrianswall, um neue Taktiken zu überlegen. Dabei haben sie im Schlepptau immer die Gebeine des heiligen Cuthbert, den sie vor Übergriffen und Schändungen schützen wollen und noch zahlreiche weitere Reliquien. Während sich Uhtred darauf vorbereitet, wieder nach Bebbanburg zu gehen, um dort seinen Onkel zu töten und seinen Platz einzunehmen, haben sich andere Könige mit großen Streitmächten in uneinnehmbaren Festungen eingenistet. Unter ihnen sind Kjartan, Ivarr und einige andere.

Gerade als Uhtred sich zu sicher fühlt, wird er von Guthred verraten und an einen Sklavenhändler verkauft. Uhtred erkennt, seine Position falsch eingeschätzt zu haben und verbringt so die nächste Zeit damit, unter dem Kapitän Sverri und seinen schlechten Launen und seinen grimmigen Leuten durch die Meere zu rudern. Hier sitzt er nun, schmiedet Fluchtpläne und lernt neue und alte Feinde und Freunde kennen. Sollte er je wieder von dem Schiff entkommen können, wäre viel Blut zu vergießen …

Überraschende Wendungen

Damit ist das Buch erst bei der Hälfte angelangt und mehr soll hier auch nicht verraten werden. Die Herren des Nordens ist ein würdiger Nachfolger als dritter Teil der Sachsen-Saga, der sich nahtlos an die Geschehnisse der Vergangenheit anschließt. Jegliche Befürchtungen, Cornwell könne sich wiederholen und so der Roman langweilig werden, weil den anderen beiden zu ähnlich, können getrost verworfen werden. Mit neuen Feinden und anderen zwielichtigen Charakteren und vielen überraschenden Wendungen weiß der Autor seine Leser weiterhin an die Historie zu fesseln.

Neben alten Bekannten wie König Alfred und Pater Beocca tauchen neben den dänischen Königen auch viele kleinere Charaktere wie der unsympathische Priester Hrothweard auf, gegen die Uhtred von Anfang an Misstrauen hegt. Zu Recht, wie sich immer wieder zeigt. Doch Uhtred ist nicht der Über-Held, wie es in den anderen beiden Teilen zu befürchten war. Sieg und Niederlage liegen im 9. Jahrhundert immer nah beieinander. Überhaupt überzeugt Cornwells Figurenzeichnung, wobei dabei manchmal nicht viel vonnöten ist, sondern derjenige einfach nur den Mund aufmachen muss, damit der Charakter ausreichend beschrieben ist.

Traditionen bei Freund und Feind

Cornwells Beschreibungen von den Städten und Landschaften sind überzeugend, dabei aber nicht unnötig ausschweifend. Vielmehr legt er Wert auf dänische und angelsächsische Traditionen, die er wie gewohnt miteinander vergleicht und dabei auch immer wieder humorige Kommentare findet. Dabei geht es mitunter derb zu und wenn man für den Schwertkampf zu weit voneinander entfernt ist, dann ruft man sich eben Beleidigungen zu. Und hier wird natürlich immer ordentlich mit den Schwertern gerasselt, auch wenn die Lage eigentlich aussichtslos ist.

Wir hatten dreihundertvierundfünfzig Männer im kampffähigen Alter, und von diesen besaßen weniger als zwanzig ein Kettenhemd und nur etwa hundert hatten einen ordentlichen Lederpanzer. Die Männer mit der Lederrüstung oder den Kettenhemden trugen fast alle Helme und waren mit guten Waffen, Schwertern oder Speeren ausgerüstet, während die restlichen nur Äxte, Beile, Sicheln und geschliffene Hacken bei sich hatten. Eadred nannte sie großspurig das Heer des Heiligen Mannes, aber wenn ich der Heilige Mann gewesen wäre, hätte ich mich schleunigst in den Himmel zurückgezogen und gewartet, bis eine bessere Streitmacht vorbeigekommen wäre.

Zu all dem kommt auch noch, dass Uhtred sich in Guthreds Schwester Gisela verliebt hat, obwohl es Anderen mehr bringt, sie politisch taktisch zu verheiraten. Probleme finden eben manchmal nicht nur auf dem Schlachtfeld mit Schwertern statt.

Ein würdiger Nachfolger

Auch wenn in der ersten Hälfte des Buches, wie insgesamt, nicht so viel Blut fließt wie in den beiden Vorgängern, so hat man beim Lesen gerade am Anfang das Gefühl, dass Cornwell in seinem Erzählfluss etwas nachlässig wird. Die Intensität der Erzählung wirkt etwas unkonzentriert, aber das ändert sich schnell. Insgesamt hat Cornwell einen würdigen Nachfolger verfasst, den man vor dem letzten Buchstaben nicht mehr aus der Hand legt. Fesselnd, mit vielen Wendungen und gewitztem Humor, erzählt Uhtred seine Geschichte, und das soll er gerne noch viele Male tun.

Wie gewohnt setzt Cornwell an den Anfang des Buches eine Karte Englands und einen Glossar der Namen, die einem das Nachvollziehen der Ereignisse erleichtern. In einem interessanten Nachwort beschreibt er die tatsächliche Historie, dass beispielsweise wirklich die Menschen mit den Gebeinen des Heiligen Cuthbert durch die Lande gewandert sind und ähnliche Dinge. Das ist aufschlussreich und macht Appetit auf mehr. Mehr heißt in diesem Fall, dass der vierte Teil auf Englisch bereits erschienen ist und ein fünfter für 2009 angekündigt ist. Das Warten wird sich bestimmt lohnen, dumm nur, dass Warten immer so lange dauert.


Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«

Hannes zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«12.04.2016
Für mich das bisher spannendste Buch der Uhtred Saga.
Ich habe mir einmal im Internet Bamburgh Castle, Uthreds Bebbanburg, angeschaut. Ich kann unseren Helden gut verstehen.
Köstlich wiederum, wie die christlichen Priester und Mönche um die Mächtigen herumscharwenzeln, um sie mit erfundenen Träumen oder zweifelhaften Reliquien in ihrem Sinne zu beeinflussen. D. h. den Reichtum der Kirche raffgierig zu mehren.
Noch nie hat Bernard Cornwell, wie in diesem Band, den Aberglauben sowohl der Heiden als auch der Christen zur Erzielung jeweiliger Vorteile dargestellt.
Inzwischen habe ich Band 4 begonnen, denn Bernard Cornwell macht süchtig.
rolandreis zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«27.11.2015
Die Herren des Nordens ist die logische Forsetzung von "Das letzte Königreich" und "Der Weiße Reiter" und wieder einmal versteht es Bernard Cornwell die Geschichte um Uthred und Alfred perfekt und kurzweilig zu erzählen. Uhtred hat Alfred sein Königreich gesichert. Nun ist er auf dem Weg in den Norden um endlich Rache an Kjartan und seinem Sohn zu nehmen, die Uhtreds Ziehvater ermordet und dessen Tochter entführt haben. Anfangs las sich das Buch ein wenig zäh und ich dachte mir schon, ob jetzt im dritten Teil die Qualität nachlässt. Aber dem war nicht so, von Seite zu Seite nahm die Geschichte um Uhtred wieder Fahrt auf und ich war wieder mitten drin im 9. Jahrhundert zur Zeit von Alfred dem Großen und dem Schauplatz Northumbrien. Dabei schafft es Cornwell wunderbar mein Kopfkino zu beleben und beim Lesen des Buches hatte ich Uhtred direkt vor meinem geistigen Auge. Ich bin gespannt wie es im vierten Band "Schwertgesang" weitergeht.
Manfred Rathunde zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«10.02.2014
www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Die Herren des Nordens“ ,Rowohlt´

Das Jahr 886, die Schlacht bei Ethandun (Edington, Wiltshire) ist geschlagen. Die Dänen sind besiegt, für einige Zeit zumindest wird in den sächsischen Königreichen, im Süden der britonischen Insel, Frieden herrschen. Alfred der Große hat Muße, etwas zu verschnaufen. Uhtred , der viel zum Sieg beigetragen und dabei Frau und viele Freunde verloren hat, fühlt sich vom König betrogen. Seine, des Heiden, Belohnung besteht aus einem kleinen Lehen, während die christlich orientierten Speichellecker, sprich Hofstaat und die Kirche, sich fürstlich belohnen lassen. Dankbarkeit ist keine von den königlichen Eigenschaften. Das Ziel vor Augen, seine geliebte Heimat Bebbanburg (Bamburgh Castle), zurück zu erobern, nachdem sein Onkel ihn seines Erbes beraubt hat, macht er sich, mit Hild, seiner neuen Frau und ehemaligen Nonne, die er aus dänischer Gefangenschaft befreit hat, auf die Reise nach Norden. Bei einem eher zufälligen Scharmützel befreit er Guthred aus der Sklaverei und zieht mit ihm durch das nördliche Mercien. Alfred, König von Wessex, ist über diesen Abgang nicht gerade begeistert, nutzt die Situation zu seinem Vorteil, in dem er Guthred unterstützt. Durch Uhtred läßt er den Adelsspross krönen, und hat somit einen schwachen König im Norden, der ihm nicht gefährlich werden kann. Der zweite Vorteil ist, daß Guthred, als Däne inzwischen getauft, von den Sachsen und seinen Landsleuten anerkannt wird. Mit Uhtred als Berater, so denkt sich Alfred, ist seine Position hinreichend gesichert. Und Uhtred macht seine Sache gut, verschafft dem neuen König genug Respekt und Achtung. Aber die Nordmänner können und wollen keinen Frieden halten, sie wollen Land, Beute und Sklaven. Und so rotten sich Ivarr der Schreckliche und Kjartan der Grausame zusammen, um ein bißchen Spaß auf Kosten der sächsischen Bevölkerung zu haben. Noch kann Uhtred das Schlimmste verhindern. Aber er ist nur ein einzelner Krieger, wenn auch gefürchtet ohne Ende und gehaßt, bei Feind und Freund. Guthred braucht Schwerter und Speere. Er schließt Bündnisse, wo er kann. So auch mit dem Erbenräuber Aelfric, dem Onkel Uhtreds, der jetzt auf Bebbanburg residiert. Alles hat seinen Preis. Aelfric fordert den Tod seines Neffen, da er weiß, das Uhtred immer noch auf Rache sinnt. Und er will Uhtreds Schwert „Schlangenhauch“. König Guthred ist alles andere als begeistert, braucht aber die Haustruppe, mit mehreren hundert Kämpfern, und so schlägt er Aelfric einen Handel vor. Uhtred wird in die Sklaverei verkauft. „Schlangenhauch“ wird mit Hild nach Wessex, unter die Obhut Alfreds, geschickt. Dankbarkeit ist eben keine königliche Eigenschaft. Zu einem Schicksal als Rudersklave verdammt, lernt er Finan kennen, einen Iren. Und sie planen gemeinsam ihre Flucht. Nun zeigt sich, daß auch Könige dankbar sein können, oder Krämerseelen sind. Von Hild aufgestachelt, läßt Alfred ein Kriegsschiff ausrüsten und jagt hinterher. Er schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Hild, die ehemalige Nonne, geht wieder ins Kloster um ihr Leben Gott und Jesus Christus zu widmen. Und er bekommt seinen, wenn auch heidnischen, Kämpfer wieder. Es ist an der Zeit Rache zu nehmen, an Kjartan dem Schrecklichen und seinem Bastard Sven, für den Tod seines Ziehvaters Ragnar dem Furchtlosen und die Gefangenschaft seiner Ziehschwester Thyra. Bernard Cornwell ist ein Schriftsteller, der begeistert, der einen beim Lesen mitreißt. Der dritte Streich Uhtreds von Bebbanburg ist, wie die Vorgänger „Das letzte Königreich“ und „Der weiße Reiter“, eine phantastische Mischung aus Historie und einem Abenteuerroman. (MRD)
Manfred Rathunde zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«10.02.2014
www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Die Herren des Nordens“ ,Rowohlt´

Das Jahr 886, die Schlacht bei Ethandun (Edington, Wiltshire) ist geschlagen. Die Dänen sind besiegt, für einige Zeit zumindest wird in den sächsischen Königreichen, im Süden der britonischen Insel, Frieden herrschen. Alfred der Große hat Muße, etwas zu verschnaufen. Uhtred , der viel zum Sieg beigetragen und dabei Frau und viele Freunde verloren hat, fühlt sich vom König betrogen. Seine, des Heiden, Belohnung besteht aus einem kleinen Lehen, während die christlich orientierten Speichellecker, sprich Hofstaat und die Kirche, sich fürstlich belohnen lassen. Dankbarkeit ist keine von den königlichen Eigenschaften. Das Ziel vor Augen, seine geliebte Heimat Bebbanburg (Bamburgh Castle), zurück zu erobern, nachdem sein Onkel ihn seines Erbes beraubt hat, macht er sich, mit Hild, seiner neuen Frau und ehemaligen Nonne, die er aus dänischer Gefangenschaft befreit hat, auf die Reise nach Norden. Bei einem eher zufälligen Scharmützel befreit er Guthred aus der Sklaverei und zieht mit ihm durch das nördliche Mercien. Alfred, König von Wessex, ist über diesen Abgang nicht gerade begeistert, nutzt die Situation zu seinem Vorteil, in dem er Guthred unterstützt. Durch Uhtred läßt er den Adelsspross krönen, und hat somit einen schwachen König im Norden, der ihm nicht gefährlich werden kann. Der zweite Vorteil ist, daß Guthred, als Däne inzwischen getauft, von den Sachsen und seinen Landsleuten anerkannt wird. Mit Uhtred als Berater, so denkt sich Alfred, ist seine Position hinreichend gesichert. Und Uhtred macht seine Sache gut, verschafft dem neuen König genug Respekt und Achtung. Aber die Nordmänner können und wollen keinen Frieden halten, sie wollen Land, Beute und Sklaven. Und so rotten sich Ivarr der Schreckliche und Kjartan der Grausame zusammen, um ein bißchen Spaß auf Kosten der sächsischen Bevölkerung zu haben. Noch kann Uhtred das Schlimmste verhindern. Aber er ist nur ein einzelner Krieger, wenn auch gefürchtet ohne Ende und gehaßt, bei Feind und Freund. Guthred braucht Schwerter und Speere. Er schließt Bündnisse, wo er kann. So auch mit dem Erbenräuber Aelfric, dem Onkel Uhtreds, der jetzt auf Bebbanburg residiert. Alles hat seinen Preis. Aelfric fordert den Tod seines Neffen, da er weiß, das Uhtred immer noch auf Rache sinnt. Und er will Uhtreds Schwert „Schlangenhauch“. König Guthred ist alles andere als begeistert, braucht aber die Haustruppe, mit mehreren hundert Kämpfern, und so schlägt er Aelfric einen Handel vor. Uhtred wird in die Sklaverei verkauft. „Schlangenhauch“ wird mit Hild nach Wessex, unter die Obhut Alfreds, geschickt. Dankbarkeit ist eben keine königliche Eigenschaft. Zu einem Schicksal als Rudersklave verdammt, lernt er Finan kennen, einen Iren. Und sie planen gemeinsam ihre Flucht. Nun zeigt sich, daß auch Könige dankbar sein können, oder Krämerseelen sind. Von Hild aufgestachelt, läßt Alfred ein Kriegsschiff ausrüsten und jagt hinterher. Er schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Hild, die ehemalige Nonne, geht wieder ins Kloster um ihr Leben Gott und Jesus Christus zu widmen. Und er bekommt seinen, wenn auch heidnischen, Kämpfer wieder. Es ist an der Zeit Rache zu nehmen, an Kjartan dem Schrecklichen und seinem Bastard Sven, für den Tod seines Ziehvaters Ragnar dem Furchtlosen und die Gefangenschaft seiner Ziehschwester Thyra. Bernard Cornwell ist ein Schriftsteller, der begeistert, der einen beim Lesen mitreißt. Der dritte Streich Uhtreds von Bebbanburg ist, wie die Vorgänger „Das letzte Königreich“ und „Der weiße Reiter“, eine phantastische Mischung aus Historie und einem Abenteuerroman. (MRD)
LEA zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«30.05.2010
Also ich hätte da eigentlich nur eine Frage:
Muss man diese Reihe chronologisch lesen um zu verstehen?
Ich habe den dritten Band nämlich geschenkt bekommen und überlege ob ich mir jetzt die ersten zwei anschaffen muss oder ob ich auch dieses einfach drauflos lesen kann, ohne irgendwann zu merken "irgendwie hab ich den faden verloren und verstehe nur Bahnhof"
Danke schon mal für die Antworten.
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«07.05.2009
Ist gut, Herr Cornwell. Ich ergebe mich.

Nach dem eher durchschnittlichen ersten Teil mitsamt seiner mir ziemlich unsympathischen Hauptfigur Uhtred hätte ich nicht gedacht, dass mir die Sachsen-Saga auf lange Sicht Freude bereiten könnte. Nun gut, irren ist menschlich, denn spätestens nach diesem dritten Band hab ich nicht nur diese Person sehr lieb gewonnen, auch die Reihe hat mich endgültig fest in ihren Fängen gepackt. Ob diese enorme Leistungssteigerung Cornwells gewollt war oder Zufall ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist: Mit "Die Herren des Nordens" hat der englische Autor die Latte noch ein Stückchen höher gelegt und den (männlichen) Fans historischer Romane ein Werk kredenzt, das man schlichtweg mit Haut und Haaren verschlingen muss.

Die Geschichte spielt gut einen Monat nach der Schlacht von Ethandun (Edington) im Mai 878, in der es Alfred von Wessex gelungen ist, den dänischen Invasoren eine herbe Niederlage zuzufügen. Vom sächsischen Heer in einer alten Festung umlagert, haben sie schließlich kapituliert und ihr Anführer Guthrum einem Frieden zugestimmt. Und nicht nur das. Er lässt sich taufen, nimmt den Namen Æthelstan an und erhält im Gegenzug von seinem Paten Alfred die Anerkennung als König von East-Anglien. Die restlichen Dänen ziehen aus Wessex ab und etablieren nördlich des mittleren Merciens ihr "Danelag", ein raues Land das bis an die Nordspitze Northumbriens reicht und von mehreren Königen beherrscht wird.

Hier lässt Bernard Cornwell nun seine Saga weitergehen und verlässt damit den sicheren Pfad der von der Angelsachsenchronik überlieferten Ereignisse, denn über die dortigen Geschehnisse gibt es bis heute nur wenige historische Quellen. Dieses "dunkle Zeitalter" mag einem Autor aber in gewissem Sinne faszinieren, findet er doch dort den Raum für einige dichterische Freiheiten, von denen Cornwell im Verlauf des Buchs gleich auch reichlich Gebrauch macht, um erneut eine weitere packende Story auf Papier zu bringen. Sein fiktiver Protagonist Uhtred kehrt in seine northumbrische Heimat zurück, denn alte Rechnungen wollen beglichen werden. Es gilt seinen verräterischen Onkel Ælfric bei der Bebbanburg zu stellen und Rache an den Feinden Ragnars zu nehmen. Ein Sklave, der König werden will, bringt ihn jedoch erstmal von seinem Weg ab … und wendet sein Schicksal in eine ungewollte Richtung.

Es ist diese Figur Uhtred, der man spätestens jetzt willig durch sein Leben folgt, und die den Leser immer tiefer in die Geschichte zieht. Blieb er zuvor in seiner Darstellung noch blass, arbeitet ihn Cornwell nun besser aus, verschafft ihm neben seinen rauen Ecken und Kanten auch ein paar menschliche Züge. Uhtred wird endlich glaubhaft, seine Entscheidungen nachvollziehbar. Und ich beginne endlich Anteil an seinem Schicksal zu nehmen. Hinzu kommt der geschichtliche Hintergrund, der erneut sehr interessant und tiefgehend geschildert wird. Hier steht besonders die Darstellung eines allmählichen Zusammenwachsens von Nordmännern und Angelsachsen, Christen und Heiden im Vordergrund. Zwei Skizzen zu Anfang des Buches bieten dabei wie gewohnt einen geographischen Überblick und dienen dem Leser als Orientierungshilfe.

Insgesamt ist "Die Herren des Nordens" der bisher überzeugendste Part der Romanreihe um Alfred den Großen und seine Zeit, der mehr als süchtig macht und zum Kauf des nachfolgenden Bands "Schwertgesang" zwingt. Ein historischer Roman, düster und hart wie das frühe Mittelalter selbst, der bei mir für ordentlich Lesespaß gesorgt hat.
Swen Piper zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«28.01.2009
Keine Frage: Die Geschichte des Kriegers Uhtred fesselt, insbesondere seine Zeit als Sklave geht unter die Haut. Und hier liegt auch der Hauptverdienst Cornwells, er macht vor unseren Augen eine völlig unbekannte Welt lebendig, die des 9. Jahrhunderts. Es herrschte eine unvorstellbare Brutalität, Armut, aber auch Naivität. Trotzdem kann ich das Buch nicht rundherum empfehlen: Cornwell schreibt nicht immer flüssig und schlüssig, neigt zu unnötigen Wiederholungen und liefert ein Buch ohne jeden literarischen Glanz, ja fast ohne literarischen Anspruch. Daher nur ein „Durchwachsen“.
Bretschneider Thomas zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«09.12.2008
Noch nie haben mich Bücher so gefesselt. wahnsinn wie er schreibt und wie er mich und andere eintauchen läßt in das 9. Jahrhundert in England. Ich halte es schon gar nicht mehr aus und will endlich Schwertgesang lesen...hab die ersten seiten englisch überflogen und kann nur sagen es geht grandios weiter;-)
Rolf.P zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«22.09.2008
Wie, bitte, schafft es Bernard Cornwall, einen Romazyklus mit einem sehr guten ersten Buch zu starten und sich danach immer weiter zu steigern?
Egal wie er es macht - mit Die Herren des Nordens ist es ihm erneut gelungen, die Latte abermals höher zu legen! Die Herren des Nordens ist die logische Fortsetzung von "Das letzte Königreich" und "Der Weiße Reiter".
Wie schon bei den beiden Vorgängern führt uns Cornwell auch im dritten Teil wieder auf spannendste Weise durch die Geschichte um Alfred den Großen. Und auch diesmal begleitet uns Uhtred als Icherzähler durch das Geschehen, welches im Jahre 878 spielt. Es ist spannend geschrieben und zeigt die Vermischung der beiden Kulturen, der Sachsen und Dänen sowie den Untergang des "Heidentums" sehr gut auf.
Der Protagonist befindet sich wie des Öfteren in einer Zwickmühle. Sein neuer Lehnsherr verrät ihn und mit seiner Religion ist er mehr und mehr Außenseiter. Hier gibt es Geschichte satt, verpackt in sehr realistische Handlungen, die dem Leser den Atem rauben werden! Nicht nur, dass der Roman sich extrem spannend liest, er ist auch detailreich aufgebaut und der Leser bekommt zudem eine Karte und hochinteressante Vergleichstabellen zur Verfügung gestellt, was die Bindung mit dem Buch und der Zeitepoche nochmals verstärkt.
Während die allermeisten anderen Schreiberlinge, die sich in diesem Genre tummeln ihre jeweiligen modernen Einsichten und Empfindungen als Projektionen vor alter Kulisse ablaufen lassen, bringt Cornwell den Leser in das 9. Jahrhundert mit aller Grausamkeit, Brutalität und erschreckenden Rücksichtslosigkeit. Er zeigt die Menschen aber auch in ihrer Vernetzung in Aberglauben, Religiosität und Ehrsamkeit, wie ein moderner Mensch kaum denken und handeln würde.
Allerdings gibt es auch in diesem Buch wieder recht gewalttätige Szenen und Uhtred entwickelt eine Skrupellosigkeit, die es in diesen Szenen schwer macht, ihn sympathisch zu finden. Dadurch wird dem Leser jedoch auch deutlich, wie es gewesen sein muss, in einem gesetzlosen Land zu leben, in dem sich Gesetze und christliche Moral erst langsam herausgebildet haben.
In keinster Weise lässt Cornwell Langeweile aufkommen und ich finde sogar, dass seine Geschichten immer besser werden. Man kennt schon die meisten Personen, sodass die Beschreibungen der bekannten Personen nicht mehr so ausführlich ausfallen und Cornwell sich so voll und ganz dem Geschehen der Geschichte widmen kann.

Auch mit dem dritten Teil der Saga, die schon jetzt Lust auf Teil vier macht, hat Bernard Cornwell erneut bewiesen, dass er zu den weltweit besten Autoren historischer Romane zählt.
Janosch Brauns zu »Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens«16.09.2008
ich mochte Bernard Cornwells Art zu schreiben schon von seinem ersten Teil der Uthredsaga an. Er versteht es wirklich den Leser an sich zu fessel. Außerdem sind die Bücher sehr gut recherchiert wenn es um die historische Richtigkeit handelt. Des weiteren muss man einfach sagen das der dritte Teil auf jeden Fall ein würdigr Nachfolger geworden ist!!

AufAuf Uthred schnapp dir Schlangenhauch und erobere England zurück denn das Schicksal ist unausweichlich!!

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