Der weiße Reiter von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Der weiße Reiter von Bernard Cornwell

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „The Pale Horseman“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 512 Seiten.ISBN 3-499-24283-4.Übersetzung ins Deutsche von Michael Windgassen.

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Kurzgefasst:

Ende des 9. Jahrhunderts haben die dänischen Eroberer alle fünf englischen Königreiche unterjocht. Das gesamte Land der Angelsachsen ist in der Gewalt der Invasoren – mit Ausnahme eines kleinen Sumpfgebietes. Hier hält sich König Alfred von Wessex mit wenigen Getreuen versteckt. Uhtred, Krieger in Alfreds Diensten, kennt die Übermacht des dänischen Heeres genau. Dennoch will Alfred eine letzte, entscheidende Schlacht führen. Der fromme König setzt dabei auf Gottes Hilfe, Uhtred hingegen vertraut lieber seinem kampferprobten Schwert. Über eines aber sind sich die beiden ungleichen Verbündeten vollkommen einig: Eine Niederlage wäre der Untergang Englands.

Das meint Histo-Couch.de: „Grandiose Fortsetzung der Sachsen-Saga“94Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Mit einer groß angelegten Fortsetzung geht die Geschichte um Uhtred weiter, den Krieger im Dienste von König Alfred von Wessex. Dabei bleiben die Geschehnisse am Ende des 9. Jahrhunderts im fast komplett von den Dänen besetzten England so spannend und blutig, wie es der erste Teil, Das letzte Königreich bereits vorgelebt hat.

Uhtred, inzwischen 20 Jahre alt und kampferfahren, kehrt zu seinem König Alfred zurück und muss erfahren, dass sich jemand anders seinen grandiosen Sieg an die Brust geheftet hat. Odda der Jüngere wird daraufhin zum neuen Feind Uhtreds in den eigenen Reihen. Doch ein weiteres Problem ist, dass immer mehr Dänen mit ihren Schiffen nach England kommen und versuchen werden, das letzte Königreich zu erobern, das noch nicht von ihnen unterjocht wurde. Unter ihnen sind Guthrum und Svein.

Guthrum, dem Uhtred bereits in der letzten Schlacht begegnet ist, fällt über König Alfreds Sitz her. Dieser konnte allerdings vorher fliehen und verkriecht sich in einem kleinen Sumpfgebiet. Uhtred indes ist mit seinem Freund Leofric unterwegs, um seine Langeweile zu vertreiben. Und das macht man in diesen Zeiten zunächst mit kleineren Raubzügen und Überfällen, denn Silber kann man in Kriegszeiten immer gebrauchen. Auf dieser Fahrt lernt der den starken und berüchtigten dänischen Hünen Svein kennen, der stets ein weißes Pferd reitet, das er auch auf seiner Fahne trägt. Die beiden bestreiten einen kleinen Raubzug zusammen, ehe sich die Wege wieder trennen und Uhtred auch in den Sümpfen bei König Alfred landet. Die letzte Bastion in den Sümpfen rüstet zum Kampf gegen die Dänen. In großer Unterzahl und mit wenig Hoffnung soll Wessex zurückerobert werden. Doch braucht es dazu beherzte Kämpfer – Alfred jedoch ist ein gottesfürchtiger König, der seine Pflichten und Kämpfe lieber durch Gebete als durch das Schwert verrichten würde …

Kampf und Humor für England

Nahtlos knüpft Cornwell in seinem 500 Seiten starken Buch an die Handlung des ersten Teils an und das ist auch gut so. Man ist sofort wieder drin im Geschehen, wenn auch zu Beginn des Buches eine kurze Zusammenfassung der Vorhergehenden nicht geschadet hätte. Cornwell behält seinen Erzählstil aus der Perspektive Uhtreds bei, was ein riesiger Pluspunkt für die gesamte Erzählung ist. Dadurch erfährt man seine gut nachvollziehbaren Gedankengänge und auch seine Kampfstrategien werden klar und verständlich. Da er bei den Dänen aufgewachsen ist, aber für seinen König Alfred kämpft, kennt man trotzdem irgendwie immer beide Seiten des Konflikts. Daher ist die Erzählung aus Sicht Uhtreds mehr als geschickt gewählt.

Sowohl die Teile der Geschichte, die an Bord seines Schiffes spielen, als auch die Szenen an Land sind sehr gut ausgefeilt und strategisch gut erzählt. Dazu kommt eine gehörige Prise schwarzen Humors und derber Situationskomik, die dem Roman jederzeit gut tun und das Lesen jeder Seite noch mehr zur Freude machen. Auch wird nicht an der Benutzung des Schwertes gespart. Uhtred versteht es immer wieder, durch geschickte Wortwahl seine Männer zu überzeugen, wie an einer Stelle, als es darum geht, ein voll beladenes Schiff zu überfallen.

Natürlich habe ich recht. Ich bin ein Herr. Ich habe recht und ich werde reich! Wir alle werden reich! Wir werden von goldenen Tellern essen, unseren Feinden ins Maul pissen und aus ihren Frauen unsere Huren machen!„
Während ich diesen Unsinn von mir gab, ging ich zur Mitte des Schiffs und löste das zusammengebundene Segel. “Wir tragen silberne Schuhe und goldene Hüte und werden reicher sein als die Könige! Wir waten durchs Silber, überschütten unsere Huren mit Gold und scheißen Bernsteinklumpen. Zieht die Ruder ein und stopft die Löcher! Wir fahren nach Norden und werden reich wie die Bischöfe. Jeder einzelne von uns!" Die Männer grinsten und ließen sich von meiner Begeisterung nur allzu gern anstecken.

 Wer ist Freund, wer ist Feind?

Uhtred trifft alte Bekannte wieder, aber er lernt auch neue Freunde und Feinde kennen, die allesamt hervorragend charakterisiert sind. Da manchmal Freund und Feind nicht voneinander zu unterscheiden sind und auch gelegentlich die Lager wechseln, weiß man trotzdem immer genau, woran man bei der jeweiligen Person ist – jedenfalls für den betreffenden Moment. Ob nun als Geistliche oder als Krieger, alle Charaktere sind überzeugt dargestellt und handeln auch für sich nachvollziehbar. Das ist ein Vorteil, den leider nicht jedes Buch für sich verbuchen kann. Und trotzdem bietet das Buch immer wieder Überraschungen, die hier natürlich nicht verraten werden sollen.

Die Liebe spielt auch in diesem Buch eine untergeordnete Rolle, wenngleich sie mehr Platz einnimmt als im Letzen Königreich. Das macht natürlich das Kämpfen nicht einfacher, im Gegenteil, es macht einen angreifbarer. Überhaupt ist es so, dass nicht alle Personen die letzte Seite des Buches lebend erreichen. Feinde überleben, Freunde sterben und anders herum, man kann sich nie sicher sein. Auch so erhält Cornwell die Spannung und erzählt so, dass das wahre Leben nicht immer so verläuft, wie man es gerne hätte.

Gelungene Erzählung

Die vorne im Buch angefügte Karte von Südengland hilft dem Leser, das Geschehen auch geographisch einordnen zu können. Da Cornwell auch die alten Ortsnamen benutzt, ist ein zweiseitiges Glossar für diese Namen angefügt, das diese in die heutigen Ortsnamen übersetzt. Zudem erklärt Cornwell im ausführlichen Nachwort, wie genau er sich an die überlieferten historischen Fakten hält. Man mag es kaum glauben, dass man sich so nah an einer real passierten Geschichte befinden kann.

Insgesamt ist Der weiße Reiter die mehr als gelungene Fortsetzung der Sachsen-Saga um den Kämpfer Uhtred, der zum Ende des Buches erst 21 Jahre alt sein wird. Zu Beginn hat die Handlung ein paar Holperigkeiten, findet aber sehr schnell in die gewohnt klaren Erzählstrukturen zurück. Man hat Schwierigkeiten, das Buch aus der Hand zu legen, ehe man auf der letzten Seite ist und würde gerne die weiteren Teile sofort hinterher lesen. Der nächste lässt jedoch noch ein halbes Jahr auf sich warten. Cornwell beweist mit diesem Band, dass er weiterhin ein Meister der Erzählkunst ist und dies lässt hoffen, dass es auch in den Folgebänden so bleibt.

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«

Hannes zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«10.04.2016
Ich habe den Vrteil gegenüber dem Rezensenten, dass ich Band 3 gleich im Anschluss an Band 2 lesen kann. Wenn Man bedenkt, dass der gesamte Band 2 nur ein Lebensjahr des Protagonisten betrifft, ist die Meisterschaft Bernard Cornwells, die Spannung innerhalb von über 500 Seiten auf so einem hohen Level zu halten, nicht hoch genug zu bewerten. Immer wieder interessant zu lesen ist der Kampf des nordischen Götterglaubens gegen das Christentum, wobei der christliche Glaube infolge des Fanatismus seiner Priester und Mönche nicht unbedingt gut abschneidet. Gekonnt eingebunden ist die Geschichte des fiktiven Weißen Reiters und damit die Erklärung des Bodendenkmals des weißen Pferdes.
Nachdem ich das Buch gelesen habe, weiß ich, wo meine schlaflosen Nächte geblieben bin. Und ich freue mich auf Band 3.
rolandreis zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«24.12.2014
Wie auch der erste Band hatte mich dieses zweite Buch um die Uthred-Saga schnell in seinen Bann gezogen. Besonders packend ist Cornwells Art zu schreiben. Es gelingt ihm, vor dem Auge des Lesers das Wessex des 9. Jahrhunderts auferstehen zu lassen. Man ist regelrecht in das kalte Moor gezogen, und fühlt mit Uhtred und seinen Gefährten mit. Der Spannungsbogen bleibt ungebrochen und die Geschichte hat noch einmal an Tempo zugenommen gegenüber dem ersten Band. Nun erwarte ich mit Vorfreude den dritten Teil "Die Herren des Nordens" zu lesen.
Manfred Rathunde zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«10.02.2014
www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Der weiße Reiter“ ,Rowohlt´

Anno 877, die Dänen, im Schlepptau mit Norwegern und Schweden, machen die sächsischen Königreiche auf den britonischen Inseln arm, indem sie brandschatzend, mordend und plündernd durch die Landen ziehen. Uhtred von Bebbanburg hat bei der Schlacht an der Saefernsee (Bristolkanal) einen grandiosen, wie furiosen Sieg errungen und somit Alfred dem Großen die Königswürde in Wessex erhalten. Alle anderen sächsischen Königreiche sind mittlerweile von den Dänen unterworfen und kontrolliert. Leider macht er sich nicht sofort auf die Socken nach Exanceaster (Exeter, Devon) , zum Hofe Alfreds, sondern will erst mal mit seiner frisch Angetrauten Mildrith den Freuden fleischlicher Lust frönen, ein verhängnisvoller Fehler, da ihm der Sieg streitig gemacht wird. Offa der Jüngere heißt der neidische Bube, der ursprünglich Mildrith hatte heiraten wollen, aber beim König kein offenes Ohr bekam. Alfred hatte Milli mit Uhtred verheiratet, um den ursprünglich aus Northumbria stammenden Krieger an seinen Hofstaat und Wessex zu binden. Denn seine Herrschaft steht auf wackeligen Füßen und er braucht jedes Schwert, das er bekommen kann. Mit Uhtred hat er einen Kämpen in seinen Reihen, der die Dänen und ihre Kampfweise kennt, der ihre Sprache spricht, der, zum Entsetzen der christlichen Priesterschaft, den nordischen Glauben hat, der als Däne durchgehen würde. Ein unbezahlbares Pfand im Kampf gegen die Drachenboot fahrenden Okkupanten. Als Uhtred , seiner Frau mittlerweile überdrüssig, dann Iseult, eine britonische, sprich nichtchristliche, junge Frau kennen und lieben lernt, sind die Pfaffen völlig aus dem Häuschen. Doch Alfred träumt den Traum von einem einheitlichen angelsächsischen Staat mit der Herrschaft Gottes, sprich der Kirche Roms und ihrer Priesterschaft, und er ist auf die Hilfe Uhtreds angewiesen. Das weiß er und so duldet er dessen Eskapaden. Aber wieder rüsten die Dänen gegen Wessex und Uhtred muß sich entscheiden, für Alfred oder Svein vom weißen Pferd. Gekonnt läßt Bernard Cornwall überlieferte Personen, wie Alfred der Große oder auch Guthrum, einen dänischen Heerführer, mit fiktiven Gestalten, Uhtred, Svein, agieren, ohne die Geschichtsschreibung völlig auf den Kopf zu stellen. Phantastisch zu lesen, enorm hoher Suchtfaktor ist garantiert. (MRD)
Ela zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«07.11.2013
Reines Männerbuch?!Was für ein Quatsch!!
Ich bin 100% Frau und kann es kaum erwarten "Der weiße Reiter" zu lesen, nachdem ich vor 2 Tagen regelrecht "das letzte Königreich" verschlungen" habe! Zugegeben: als ich mir das Buch gekauft habe, stand es erst längere Zeit im Bücherregal, weil mich die Kurzfassung auf der Rückseite zuerst nicht so ansprach. Was für ein Riesenirrtum! Von der ersten bis zur letzten Seite ein Genuss.(Nein, ich halte mich weder für blutrünstig, noch für unweiblich,,,) Allerdings bin ich froh in der heutigen Zeit zu leben und nicht im 9.Jahrhundert oder überhaupt frühes/ spätes Mittelalter! Aber ich schweife ab. Fakt ist: Bernard C. hat einen erfrischenden Schreibstil, der mir gefällt und ich lechze nach sämtlichen Fortsetzungen über Uthreds Leben. Bin mir sicher, das mir alle weiteren Bücher auch gefallen werden. Allzu zart besaiteten Fräuleins empfehle ich eher kitschige "Liebesromane" in der Art: " Doktor Sowieso"...usw. Historische Bücher mit realistischem Hintergrund mögen Manchem brutal erscheinen, aber mein Gott: das Leben damals WAR hart und brutal aus heutiger Sicht. Wieder total abgeschweift. Kurz und bündig: B.C. ist super Schriftsteller- "das letzte Königreich" erste Sahne, empfehlenswert- deshalb: der weiße Reiter mit Sicherheit auch. Da wette ich drauf!!Hoffe, das ich es morgen in der Buchhandlung bekomme!
M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«08.04.2011
Nach dem man sich nun, durch den ersten Teil, an die "Altenglischen" Namen gewöhnt hat und auch einige der Charaktere kennt, viel mir das Eintauchen in die Geschichte leichter. Endlich fängt die Story an zu laufen und ein gewisser Spannungsbogen (leider erst auf den letzten 100 Seiten) baut sich auf. Auch hat Cornwell ein paar mehr zeitgemäße Aussprüche und Denkweisen eingebaut, die einem mehr Gefühlfür die Zeit geben.
Wer die Sharpromane kennt, weiß was Ihn erwartet - so jedenfalls mein Gefühl: Sharp im 9.Jahrhundert!
Was mir sehr positiv aufgefallen ist, sind die Schlachtbeschreibungen im letzten Kapitel: Endlich kann man eintauchen und steht nicht nur stumm daneben. Sicher mag das manchem Leser nicht gefallen, aber für mich gehört es stark dazu, zumal es um einen Krieg geht und ich nicht nur lesen will "Schlacht gewonnen - Feierabend". Zumal Cornwell nicht zu blutig schreibt, aber dafür Detailgenau (inklusive Ängsten und Überlegungen der Akteure wärend des Kampfes).
Des Weiteren ist der neue Kriegermönch (ups Name entfallen) eine extreme Bereicherung der Story, gerade wenn man nur die "extrem" Frömmler gewohnt ist die bisher auftauchten. Endlich eine verständliche und nachvollziehbare Aussagen zum Thema Glauben/Gott/Menschen.
Zum Schluss noch meinen Dank, dass das Nachwort etwas ausführlicher geworden ist - immer interessant, was sich der Author so gedacht hat beim schreiben und wie seine Sichtweise ist.
Fazid:
Wieder ein schönes Unterhaltungsbuch, das einem den Abend (oder mehrere) verkürzt.
Mr.Cornwell Sie haben einen neuen Stammleser gefunden...
80°
Micha
Tobi zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«13.11.2010
Eine wahnsinns Reihe!!!!
Es ist unglaublich, in welcher Intensität Mr. Cornwell schreibt. Es ist, als ob man einen Film sähe( Braveheart, Robin Hood). Man sieht förmlich die Schlachten, richt und schmeckt das Schlachtengetümmel. Ich habe schon seit langem nach so einem Buch/ Reihe gesucht. Ich hoffe, die neuen Leser sind auch so begeistert.
Nina zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«18.05.2009
Ich hab dieses Buch leider auch gelesen ohne den ersten Teil zu kenne, jedoch, nach dem ich das Buch verschlungen hatte, hab ich mir sofort den ersten und dritten Teil nachgekauft. Im Moment lese ich den ersten Teil und er ist, auch wenn man den 2. Teil schon kennt, genau so gut :)
Ich freue mich auf jeden Fall den dritten und vierten Teil zu lesen!
Die beiden Rezessionen bzw Beurteilungen von dem Buch treffen genau zu.
Ich finde, dass dieses Buch von einfach jedem gelesen werden kann, egal ob Mann oder Frau, denn jeder identifiziert sich anders mit dem Buch. Zum Beispiel ist mir die Liebe nicht so wichtig in einem Buch wie die Spannung. Und Spannung hat das Buch genug, auch wenn man sich leider am Ende von einigen "alten" Leuten verabschieden muss, so lernt man jedoch auch wieder Neue kennen!
Alles in Allem ist dieses Buch nur weiter zu empfehlen!
Jörg Modrow zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«07.03.2009
oh ja - es ist ein Männer-Buch.
Keine Automarke ist vertreten, der Leser hat nie das Gefühl Öl auf heissem Asphalt zu Riechen.
Kein Bike fährt Rekorde ein und nirgendwo Sex.
Frauen haben in diesen Büchern einen schweren stand und kommen nie über nebenrollen hinaus.
Trotzdem ein Männer-Buch wie es klarer nicht sein könnte.
Den meisten Lesern dürfte nach wenigen Seiten klar sein ob das Buch ihrem Gusto entspricht oder nicht.
Die meisten Männlichen Leser werden wohl fürs erste stimmen während der Applaus der Damen eher verhalten ausfallen dürfte.
Fazit : Ran ihr Männer - unbedingt Lesen!
muprl zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«11.02.2009
Ich habe diesen Band gelesen, ohne den ersten Band zu kennen. Das mag ein Manko sein, doch ich glaube nicht, dass mein Urteil inkl. erstem Band anders ausgefallen wäre: Mir hat das Buch im ganzen nicht gefallen. Viele Schlachten, viel Blut, viele Machtspiele und holzschnittartige, psychologisch langweilige Charaktere. Und vor allem: Klischees, Klischees, Klischees! Ich muss schlicht und einfach feststellen, dass mich das ganz weder interessiert noch berührt hat.
Ohne das negativ zu meinen: Kann es sein, dass es sich hierbei um ein reines "Männer-Buch" handelt? ES ist mir sonst wirklich schleierhaft, wie diese ganzen guten Bewertungen zustande kommen...
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Der weiße Reiter«05.10.2008
Nachdem mich der erste Band von Bernards Cornwells Reihe nur streckenweise überzeugt hatte, hab ich ihm nun mit "Der weiße Reiter" eine weitere Chance gegeben. Diese hat er zu meiner (fast) vollsten Zufriedenheit genutzt. Der zweite Band setzt inhaltlich direkt nach den Ereignissen aus "Das letzte Königreich" an. Nach der Schlacht bei Cynuit, in der der dänische Kriegsherr Ubba seinen Tod durch Uthreds Schwert fand, hängt das Schicksal der Angelsachsen weiterhin an einem seidenen Faden. Northumbrien, Mercien, Ostanglien und damit fast ganz England ist von den Dänen besetzt, die ihren Einflußbereich nun auch auf Wales und die Küstengebiete Cornwalls ausweiten. Der zwischen den Dänen und Sachsen geschlossene Frieden ist mehr als wackelig, und nur wenige trauen den Invasoren so leichtgläubig, wie der fromme König Alfred. Auch Uthred, der mittlerweile zu einem kampferfahrenen Krieger mit strategischen Verstand und eigenem Landbesitz herangereift ist, hat seine Zweifel. Immer noch Sympathien für die Dänen hegend, bei denen er aufwuchs, sucht er eine Möglichkeit sich seinen alten Freunden anzuschließen. Doch als der erwartete Angriff kommt und Alfred in das sumpfige Marschland im Südwesten Englands flieht, sieht sich Uthred plötzlich durch einen Schwur verbunden an dessen Seite wieder. Während der König auf göttlichen Beistand setzt, sammelt Uthred eine Armee um sich, die den Feind endgültig vernichtend schlagen soll. Angesichts der Tatsache, dass das Sumpfgebiet fast völlig abgeriegelt ist, eine beinahe unlösbare Aufgabe. Bernard Cornwell hat sich mit "Der weiße Reiter" deutlich gesteigert. Zwar ist mir die Figur Uthred in ihrer Verhaltensweise größtenteils immer noch suspekt, aber zumindest die nicht nachvollziehbaren Seitenwechsel aus dem ersten Teil blieben aus. Ein seßhafter Sachse wird er wohl trotzdem im Laufe der Reihe nicht mehr werden, dafür scheint ihn das Kriegshandwerk zu sehr zu reizen. Auch hier zeigt sich: Den normalen frühmittelalterlichen Lebensalltag zu skizzieren, ist Cornwells Ding nicht. Wenn es dann aber zu Schlachtbeschreibungen kommt zeigt sich seine wahre Stärke. Die im letzten Drittel stattfindende historische Schlacht von Ethandum (heute Edington) wird erschreckend brutal geschildert. Ohne es zu wollen taucht man als Leser selbst in diesen Rausch aus Blut, Schwertern und Dreck ein, und fühlt sich unvermittelt an die heftigsten Kampfszenen aus "Braveheart" erinnert. Hier spielt Cornwell sein Können aus und verweist Genrekollegen/innen wie Rebecca Gablé in ihre Schranken. Auch die Verknüpfung von Historie und Fiktion gelingt ihm diesmal meisterhaft. Der Spannungsbogen, der mir im ersten Band noch oft gefehlt hat, zieht sich bis zum Ende durch und das Tempo bleibt erstaunlich hoch. Da stört es auch nicht, dass viele Figuren (z.B. Asser, Odda) weitesgehend blaß bleiben. Ich habe mich mit Cornwells Stil abgefunden und mich über gut 500 Seiten klasse unterhalten gefühlt. Allein für den etwas trägen Beginn gibt es hier Abzüge. Insgesamt ist "Der weiße Reiter" eine starke Fortsetzung, die wieder Lust auf die Reihe gemacht und besonders im letzten Drittel für viel Lesespaß gesorgt hat. Ein gelungener Ausflug in das England des 9. Jahrhunderts und klare Empfehlung für alle Fans historischer Romane.

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