Der Bogenschütze von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Der Bogenschütze von Bernard Cornwell

Originalausgabe erschienen 2000unter dem Titel „Harlequin“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 458 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Claudia Feldmann.

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Kurzgefasst:

Am Ostermorgen 1342 wird Hookton, ein kleiner Ort an der englischen Küste, von vier französischen Schiffen überfallen, angeführt von einem geheimnisvollen schwarzen Ritter, der sich »Harlekin« nennt. Die Bewohner werden niedergemetzelt, die Häuser geplündert und angezündet, und aus der Dorfkirche wird eine wertvolle Reliquie gestohlen, eine alte Lanze, die dem heiligen Georg gehört haben soll, dem Schutzheiligen der englischen Könige. Einer der wenigen Überlebenden ist Thomas, der achtzehnjährige illegitime Sohn des Pfarrers. Im Sterben vertraut sein Vater ihm an, dass Harlekin, der Mann, der ihn niedergestochen hat, der Sohn seines Bruders ist, verrät ihm jedoch nicht den Namen seiner Familie. Thomas schwört, die Lanze zurückzuholen und den Tod seines Vaters zu rächen. Doch er ahnt nicht, wie sehr sein Schicksal mit dem von Harlekin verbunden ist und wie gefährlich seine Reise wird. Denn sein Feind scheint die mächtigste Waffe des Christentums zu besitzen: den Heiligen Gral.

Das meint Histo-Couch.de: „Spannender Beginn der Suche nach dem Heiligen Gral“86Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Hookton, England, 1342. Das Küstendorf wird gnadenlos von vier französischen Schiffen überfallen und niedergemetzelt. Einziger Überlebender ist der junge Thomas, dessen Vater der Priester des Dorfes war und der ihm sagt, dass der Oberbefehlshaber der Franzosen, genannt der „Harlekin“ das wertvollste aus der Kirche gestohlen hat: Die Lanze des Heiligen Georg, mit dem er damals den Drachen getötet haben soll. Thomas soll die Lanze wiederbringen und erfährt noch, dass der „Harlekin“ ein Verwandter von ihm ist. Thomas schwört Rache.

Doch drei Jahre später ist von der Rache und seiner Aufgabe nicht viel übrig geblieben. Er ist mit vielen Bogenschützen in der Bretagne, wo der Ort La Roche-Derrien belagert wird. Die Einnahme erweist sich als schwierig, doch zusammen mit seinen Freunden Will Skeat, Sam und Jake überlistet er die Mauern und verliebt sich in die Bogenschützin Jeanette, die auf französischer Seite kämpft und wegen ihrer schwarzen Haare „die Amsel“ genannt wird. Er rettet sie und schafft sich damit einen Feind fürs Leben, denn Sir Simon Jekyll erhebt Anspruch auf sie und schwört, Thomas ins Grab zu bringen.

Nachdem er des öfteren auf seinen Eid aufmerksam gemacht wurde, stösst Thomas mehr oder weniger zufällig auf erste Hinweise auf seine Familiengeschichte und auf eine Aufgabe, die auf einmal viel grösser erscheint, als „nur“ die Lanze wiederzubringen. Denn in den Händen seiner Feinde soll sich die grösste Waffe aller Zeiten befinden, die er nun finden soll: Der heilige Gral. Gemeinsam mit seinen Gefährten und seiner Geliebten Eleanor schlägt er Schlachten bei Caen und Crécy und kommt seinem Ziel immer näher …

Auf der Suche nach der Lanze des Heiligen Georg

Bernard Cornwell, Meister des historischen Romans, beginnt mit Der Bogenschütze eine Trilogie um den Heiligen Gral und begibt sich damit in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Sein Held ist abermals ein junger Mann, der etwas über seine Vergangenheit erfährt, das sein Leben aus den gewohnten Bahnen wirft und der sich heldenhaft in die aufkommenden Abenteuer stürzt. Wer bereits mehrere Bücher von Cornwell gelesen hat, merkt, dass es sich hier um dasselbe Strickmuster handelt, mit dem es bei ihm eigentlich in den meisten Fällen losgeht.

Dennoch kommt nie Langeweile auf. Hat man von der Grundsituation her das Gefühl, das sei ja alles schon mal da gewesen, merkt man doch schnell, dass hier anders weitergestrickt wurde als man es schon gelesen hat. Thomas of Hookton hat quasi keine Informationen von seinem Vater bekommen, als er als einziger Überlebender den Auftrag bekommt, die Lanze des Heiligen Georg wieder zu beschaffen. Zudem merkt er auf Dauer, dass er über sich und seine Familie überhaupt nichts weiß und muss sich seine Vergangenheit und seine Gegenwart mühsam selbst zusammenreimen. Daneben gilt seine Treue seinem englischen König, und auch als er mehr über seine Vergangenheit erfährt, ändert sich dies nicht.

Als in La Roche-Derrien die junge Jeanette kurz vor der Vergewaltigung durch Sir Simon Jekyll steht und sie gerettet wird, lernt sie kurz darauf Thomas kennen, der sich mit seiner Armee auf ihrem Grund niederlässt. Thomas wird verletzt, und sie pflegt ihn, wodurch er der einzige wird, der in ihr Haus darf. Natürlich kommt eins zum anderen, und da sie eine Verwandte des französischen Königs ist, eskortiert er sie schließlich gen Norden, wo sich der König aufhalten soll. Sie lernen sich näher kennen, vielleicht zu nah, denn sie bleibt durchweg geheimnisvoll und undurchschaubar. Hier hat Cornwell endlich eine weibliche Figur mit Ecken und Kanten geschaffen, von der noch zu hören sein wird.

Der Held zwischen zwei Frauen

Die andere Frau an Thomas’ Seite ist Eleanor, die Tochter seines vermeintlichen Feindes, in die er sich verliebt, und sie sich natürlich auch in ihn. So steht Thomas zwischen zwei Frauen, einer Engländerin und einer Französin, und gerade die Begegnungen zwischen den beiden Frauen bergen doch interessantes Potential würd die beiden weiteren Romane der Trilogie.

Cornwell versteht es wie so oft, den Leser in seinen Bann zu ziehen und seine Geschichten mit seinem typischen Humor zu würzen. Es gibt aussichtslose Situationen, blutige Kämpfe und strategische Schlachten, die, wenn auch mit einigen Überraschungen, sich durch den ganzen Roman ziehen. Das ist nichts für schwache Gemüter, die nicht detailliert lesen wollen, wie und wo sich die Gegner gegenseitig die Schwerter und Lanzen und Pfeile platzieren, allerdings historisch interessant und logisch und aufbauend aufgeschlüsselt. Zumal die erwähnten Schlachten historisch verbürgt sind, auch in den geschilderten Abläufen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, muss Thomas, in Kriegen und Schlachten und zwischen zwei Frauen, nicht nur die Lanze des Heiligen Georg wiederfinden, sondern auch noch den heiligen Gral. Eine schwere Bürde für einen jungen Mann, ohne Informationen, aber mit Hoffnung und Freunden.

Er blickte hinauf zum Kreuz, das an der Wand des Skriptoriums hing, und murmelte ein leises Gebet. Gott stehe mir bei, dachte Thomas. Gott stehe mir bei, ich soll das schaffen, woran all die großen Ritter von Arthurs Tafelrunde gescheitert sind: den Gral finden.

Lehrreiches über Bogenschützen und Armbrüste

Bernard Cornwells Bösewichte sind schön fies und unangenehm geraten und sind passend unsympathisch, wenngleich nicht nur schwarz/weiß gezeichnet wird. Thomas’ Freunde erweisen sich als gute Kameraden, und auch die Einblicke in die Königsetage sowohl bei den Franzosen als auch bei den Engländern sind gelungen und interessant, gerade auch aus erzieherischer Sicht. Zudem lernt man viel über das Handwerk der Bogenschützen und Armbrustschützen, was interessant und lehrreich ist.

Ein lesenswertes vierseitiges historisches Nachwort ergänzt den Roman, allerdings wäre es wünschenswert gewesen, wie bei seinen anderen Romanen auch, die eine oder andere Karte zur Orientierung und vielleicht ein Personenverzeichnis gehabt zu haben. Auch wenn der Leser (und Thomas) zu Beginn recht wenig über den Gral und die Lanze erfahren, die der geneigte Leser als Ziel der Erzählung erhofft, so kriegt der Autor doch mit der Zeit die (wenn auch weit ausholende) Kurve. Fans von Bernard Cornwell werden hier wie gewohnt auf ihre Kosten kommen und einen spannenden, hervorragend recherchierten Roman zu lesen bekommen. Neulingen in Sachen Cornwell sein gesagt, dass es Militärhistoriker ist und viel wert auf genaue Darstellungen der diversen Schlachten und deren Strategien legt. Das mag nicht jedermanns Sache sein, ist aber packend und flüssig geschildert. Immerhin wird der in sich abgeschlossene Roman so beendet, dass der Weg für zwei weitere Teile geebnet ist. Spannende Unterhaltung, wir lesen gerne weiter.

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«

Hannes zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«23.05.2016
Wieder ein spannendes und unterhaltendes Buch aus der Feder Bernard Cornwells. Es ist immer wieder verblüffend wie leicht und locker er wichtige Ereignisse der Geschichte Britanniens dem nicht britischen Leser näher bringt. Schmunzeln mußte ich jedoch, dass auch ihm einmal ein kulturhistorischer Fehler unterlaufen ist. So war es einfach unmöglich, dass sowohl Thomas als auch Eleonor jemals als Kinder, wie es in einem Gespräch zwischen den beiden erwähnt wurde, mit Maisstrohpuppen gespielt hatten. Es tut mir leid, aber Mais gibt es in Europa erst seit dem 16. Jahrhundert und nicht schon im 14. Jahrhundert.
Ansonsten von mir wieder wie bei jedem Buch von Bernard Cornwell hohe Punktzahl.
kevin26 zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«30.12.2013
Ein Buch das mich zu Anfang an direkt in seinen Bann gezogen hat und ich habe das Buch in einer Tour durchgelesen, was selten bei mir vorkommt. Die Spannung wechselt immer zu den Charakteren, so das man einfach gezwungen ist weiterzulesen.
Die beiden Nachfolger sind genauso gut, der Autor schafft es einen zu fesseln und nicht mehr loszulassen, ich kann die Bücher um den heiligen Gral allen Freunden des Altertums wärmstens empfehlen. Liebe Grüß Kevin
König zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«26.05.2011
Für mich ein wirklich packendes und authentisches Buch. Mich überrascht bei Cornwell immer wieder die gelungene Mischung aus historischem Hintergrund, gelungenen Protagonisten und packender Erzählung. Habe mittlerweile auch die Uthred Saga gelesen und mache mich jetzt voller Spannung die Artus Bücher.
Als Fan von Berngard Cornwell bin ich sicherlich nicht immer ganz objektiv. Für mich ist ein Buch von ihm wieder eine spannende Abwechlung im täglichen Einerlei.
M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«20.09.2010
Da ich schon eien ganze Menge anderer Cornwell Bücher gelesen habe, war ich überrascht, das hier endlich mal wieder ungeschönt geschrieben wurde (siehe Arthus-Triologie). Selbst die "Bösen" haben Charaktertiefe und man versteht Ihre Handlungen. Der Begin des 100 Jährigen Krieges so wie ich mir das vorstellen könnte - eben hart und blutig!
Im Gegensatz zu der so hochgelobten Uthred-Saga (die ich teilweise schon sehr abgedroschen finde - trotzdem lese ich auch mal gerne "Groschenromane") ist hier die Stimmung sehr gut eingefangen und die "Kurzzeitige Superwaffe - Langbogen" gut in den Vordergrund gestellt. Endlich hat der "Geschichtenerzähler" (Cornwell über sich selbst) mal wieder Geschichte erzählt !
hoffmann9471 zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«26.07.2010
Sehr enttäuschend ! - Hatte vorher die Uthred-Saga gelesen und war begeistert. Und nun dieses schlechte Buch.
Cornwell ergeht sich fast nur in Schlachtengetümmel, Mord, Vergewaltigungen, Foltern u. blutrünstigen Szenen. Die Engländer sind immer siegreich, auch wenn der Feind in 3-facher Überlegenheit antritt. Die Franzosen u. Schotten (2.Band) sind immer nur Dummköpfe. Cornwells geliebte Engländer sind auch noch Helden, wenn sie übelst mordend u. vergewaltigend die Normandie plündern.
Das ist Alles unerträglich u. wirkt platt patriotisch.
Der Stil ist auch schlechter als in den Uthred-Romanen, und die Hauptfiguren bleiben blass.
Wirklich insgesamt schlecht.
Schade.
kaan zu »Bernard Cornwell: Der Bogenschütze«22.05.2008
Ich finde dieses Buch sehr interressant, denn ich interressiere mich für Kriege in der Geschichte. In diesem Roman, werden die Belagerungszustände, Kämpfe wie auch Politische Auseinandersetzungen sehr gut dargestellt und beim lesen verliere ich mich leicht im Buch, sodass ich manchmal ohne es gemerkt zu haben 70 Seiten gelesen habe. Und das ist einer der Wichtigsten punkte, weshalb ich das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.
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