Das letzte Königreich von Bernard Cornwell

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel „The Last Kingdom“, deutsche Ausgabe erstmals 2007 , 512 Seiten. ISBN 3-499-24222-2. Übersetzung ins Deutsche von Michael Windgassen.

Kurzgefasst:

Nordengland im Jahre 866: Mit zehn Jahren erlebt der Fürstensohn Uhtred den Einfall der Wikinger. Sein ungestümer Mut in der Schlacht beeindruckt den Anführer der Dänen so sehr, dass er Uhtred verschont und als Ziehkind aufnimmt. Mit den Jahren wird der Junge fast einer von ihnen. Nach Raub- und Eroberungszügen voller Blut und Gewalt droht auch Wessex, das letzte der fünf angelsächsischen Königreiche, an die Eroberer zu fallen. Doch da wechselt Uhtred wieder die Seiten …

Das meint Histo-Couch.de: „Die Dänen erobern England“

von Carsten Jaehner

„Wir nannten sie Wikinger, wenn sie brandschatzten, Dänen oder Heiden, wenn sie als Händler kamen.“ Für Uthred, geboren im Jahre des Herrn 856 in Nordengland, mag dies am Anfang noch keinen großen Unterschied ausgemacht haben. Im Laufe des großartigen Buches von Bernard Cornwell wird sich seine Ansicht jedoch schnell ändern.

Im Jahr 866, als er 10 Jahre alt ist, wird sein älterer Bruder, der die Herrschaft als Aldermann über Bebbanburg (Bamburgh Castle) von seinem Vater übernehmen sollte, von Dänen hingerichtet. Nun ist er als der nächst Ältere der Nachfolger und erhält den Namen seines Bruders, Uthred, wie auch alle seine Vorväter geheißen haben. Die Dänen sind dabei, nach und nach England zu erobern, arbeiten sich von Königreich zu Königreich vor, von Norden nach Süden, ohne Rücksicht auf Verluste. Dörfer werden niedergebrannt, Kirchen und Klöster gebrandschatzt, Menschen getötet, egal ob Mann, Frau, Kind, Geistlicher oder Arbeiter. Auf dem Rachefeldzug für seinen Bruder, auf den Uthred eigentlich gar nicht mitkommen soll, greift er Heerführer der Dänen an, der ihn zwar mit einem Schwerthieb entwaffnet, von seinem Mut aber so beeindruckt ist, dass er ihn mitnimmt und künftig in seinem Clan als Dänen großzieht.

Ein Meisterwerk der Erzählkunst

Bernard Cornwell ist mit seinem Roman schlicht und einfach ein Meisterwerk gelungen, in das sich der Leser leicht und gerne hineinversetzen kann. Das liegt vor allem auch an der gewählten Erzählperspektive, denn Uthred erzählt selbst als Ich-Erzähler seine Geschichte, die daher sehr persönlich mit teilweise bissigen Seitenkommentaren ist, die aber auch seinem jeweiligen Alter entsprechend seine Gedankengänge und Taten gut nachvollziehen lässt. Zudem weiß Uthred in der Rückschau auf sein Leben damalige Ereignisse heute anders einzuordnen oder hat nun Kenntnis von Geschehnissen, von denen er damals nichts wusste.

Zu Beginn des Romans ist Uthred zehn Jahre alt, am Ende des Romans erst 20, und diese zehn Jahre seines Lebens sind reich angefüllt mit Erlebnissen, sowohl auf persönlicher als auch auf politischer Ebene. Uthred wächst als Däne auf, lernt zu leben wie ein Däne, zu denken wie ein Däne und vor allem zu kämpfen wie ein Däne. Herausragend sind die Gespräche, die er mit seinem Ziehvater Ragnar führt und die die Unterschiede zwischen Dänen und Engländern herausheben. Ein Christengott gegen viele nordische Götter, ein beliebtes Thema bei Ragnar, der durch Uthred ebenfalls viel über seinen Gegner lernt.

Souveräner Schreibstil

Cornwells Roman ist laut Ansage der erste Band einer neuen Reihe historischer Romane. Uthred ist am Schluss des Buches erst 20 Jahre alt. Es eine Rückschau seines Lebens, die hauptsächlich mit dem damaligen König Alfred zu tun hat, der zu dieser Zeit noch ein erbärmlicher Schwächling ist, später aber als einziger englischer König den Beinamen „der Große“ bekommen wird. Daher stehen dem Leser noch weitere Bücher um Uthred bevor, und wenn man „Das letzte Königreich“ gelesen hat, ist jeder weitere Tag des Wartens auf die nächsten Zeilen schlimm zu ertragen. Cornwells Schreibstil ist sehr flüssig und leserfreundlich, stets gespickt mit einer gehörigen Prise nordischen Humors gegen englischen Humor, was besonders in den launigen Wortgefechten hervorkommt. Die Zeichnung der Charaktere ist überzeugend, was die Vorstellungskraft des Lesers erfreulicherweise stark erhöht.

Und natürlich fließt Blut. Da es in diesem Buch um Eroberungen geht, fließt sogar reichlich Blut, und je länger das Buch dauert, umso blutiger wird es. Auch hier merkt man Uthreds Entwicklung, er hat gelernt, wie man seine Waffen zu führen hat. Wenn es auch eine Weile dauert, bis er zum ersten Mal in einem Schildwall in der ersten Reihe steht, wo man erst zum Mann wird, wenn man denn überlebt, so hat er doch von den Dänen sein Handwerk gelernt. Natürlich kommt auch die Liebe in diesem Buch vor, wenn auch nicht an vorderster Stelle. Wer in diesen Tagen so viel an verschiedenen Fronten gekämpft und erlebt hat, hat keinen wirklich Kopf für solche Dinge.

Entführung und Rückentführung

Herausragend an diesem Buch ist die persönliche Sicht des Erzählers, der nicht für irgendjemanden kämpft, wie es später die Kreuzritter tun werden, die Jerusalem befreien wollen und schließlich unnützes Blut erfolglos vergießen. Uthred kämpft zwar zunächst für seine Familie und nach seiner Entführung für die Dänen. Nachdem er aber von den Engländern „;zurückentführt“ wurde, wird ihm klar, dass er nun der Aldermann von Bebbanburg ist und dass er von nun an das Ziel vor Augen hat, seinen angestammten Platz auf Bebbanburg einzunehmen. Uthred kämpft von nun an für sich selbst, und wenn er nicht den direkten Weg nehmen kann, so ist das große Ziel doch von nun an stets voll in seinem Blick. Dies passiert zu einem Zeitpunkt, zu dem die Dänen nur noch ein das Königreich Wessex noch nicht für sich erobert haben, woher sich auch der Titel des Buches ableitet.

Das alles wird so nah am Geschehen geschildert, als würde man selbst durch den Schlamm waten, mit an Bord der Schiffe sein oder selbst an den Verhandlungsgesprächen teilnehmen. So lebendig ist das Mittelalter selten gewesen. Stets ist man mittendrin statt nur dabei, auch hier erweist sich Cornwell als fantastischer Geschichtenerzähler. Selbst in der Schlacht spürt man die Souveränität des Erzählers über das Geschehen.

Müde war ich auch. Ich hatte nicht geschlafen. Ich fror. Ich war nass bis auf die Haut, und trotzdem fühlte ich mich unbesiegbar. Diese Ruhe der Schlacht ist etwas Wundersames. Die Nerven reagieren nicht, die Angst verfliegt, alles wird so klar wie kostbares Kristall, und der Feind hat keine Chance, weil er zu langsam ist. Ich fing die Speerspitze des narbengesichtigen Mannes mit dem Schild ab und ließ ihn in mein Kurzschwert laufen. Ich spürte den Aufprall im Arm, als der Wespenstachel seinen Lederpanzer durchbohrte und tief in seinen Bauch eindrang. Ich spürte sein warmes Blut auf meiner kalten Haut, und ich roch den sauren Aledunst, den sein Schrei verströmte.

Ein großartiges Epos

Dem Roman vorangestellt ist eine Karte Großbritanniens mit den mittelalterlichen Namen der Städte und Flüsse, die Uthred benutzt. Dazu kommt eine Liste mit der alten und neuen Schreibweise der Ortsnamen, die dem Leser helfen, sich auf der Insel räumlich zurechtzufinden. Dies ist auch nötig, denn wo man schon die heutigen Namen nicht kennt, wäre man mit den alten Namen erst recht verloren. In einem Nachwort beschreibt Cornwell, auf welchem historischen Hintergrund sein Roman basiert. Dies ist kurz aber ausführlich und sei daher hier lobend erwähnt.

Cornwells Roman liest sich wie aus einem Guss, was sicherlich auch der hervorragenden Übersetzung von Michael Windgassen zu verdanken ist. Der Roman macht Lust auf die Fortsetzungen, wobei aber gesagt werden muss, dass Das letzte Königreich für sich bereits ein in sich geschlossener Roman ist. Cornwell beweist hier einmal mehr, dass er ein Meister des Erzählens ist. Man mag dieses Buch nur ungern aus der Hand legen, ehe man die letzten Buchstaben in sich eingesogen hat, und es bleibt zu hoffen, dass die weiteren Folgeromane diesen hohen Standart halten können.

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich«

Hasenleiserin zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 23.07.2014
Nach langer Zeit wieder ein historischer Roman, der mich begeistert und von dem ich alle 6 bislang erschienenen Bände verschlungen habe. Zugegeben, die Details sind zum Teil grausam, die Schlachtszenen würde ich nicht in dieser Ausführlichkeit brauchen. Das Buch ist schon sehr „männermäßig“ geschrieben. Trotzdem bleiben die Charaktere stark, sind nicht schwarz-weiß und die Handlung bleibt immer spannend. Das haben die vorangegangenen Rezensenten schon ausführlich geschildert. Hier noch zwei für mich wichtige Aspekte:
Am faszinierendsten war für mich das Bild des frühmittelalterlichen England, das der Autor entwirft. Da kommen die grausamen blutrünstigen Wikinger ins Land der frühen Christen und ersten Klöster und der Leser wächst mit seinem Helden Uhtred hinein in diese Gesellschaft der Barbaren. Witzig und spannend ist dieses Hin- und Her der Kulturen, und ganz besonders gelungen und nachfühlbar sind die Betrachtungen des Helden zu der für ihn nicht nachvollziehbaren christlichen Religion. Der „angenagelte Gott“, eine Religion der Verlierer und Schwächlinge. Dazu gibt es wunderbare Szenen und Dialoge in allen Bänden.
Cornwell erliegt außerdem nicht der Versuchung, der die wenigsten Autoren historischer Romane widerstehen können: er misst die handelnden Personen nicht an heutigen Moralvorstellungen, sondern zeichnet sie im Rahmen ihrer Zeit, für mich glaubwürdig und nachvollziehbar.
Alles in allem großer Lesegenuss, mit viel Witz und Spannung
rolandreis zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 07.04.2014
Ein sehr gelungenes Werk des Autors, von dem ich zwar schon gehört, aber vor diesem Buch noch nichts von ihm gelesen hatte. Der historische Abenteuerroman "Das letzte Königreich" von Bernard Cornwell ist der Auftakt einer Romanreihe über Alfred den Großen (848 - 899), der maßgeblich die Vereinigung der angelsächsischen Königreiche unter der Vorherrschaft von Wessex (West-Sachsen) bestimmt hat. Der Auftakt zu dieser Saga hat mich sofort gefesselt und so habe ich das Buch auch innerhalb von drei Tagen durchgelesen. Die Geschichte um den jungen Uhtred ist spannend geschrieben und ich werde sicherlich die weiteren Bände lesen.
Manfred Rathunde zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 10.02.2014
www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Das letzte Königreich“ ,Rowohlt´

Die britischen Inseln im Jahr 866. Osbert lebt in Northumbria, dem nördlichsten der sächsischen Königreiche und ist zehn Jahre alt und ein Junge seiner Zeit. Sein Lehrer, der Pater Beocca, ein verkrüppelter Priester, hat seine liebe Not mit ihm, als er versucht ihm Lesen, Schreiben und den christlichen Glauben beizubiegen. Er ist der Sohn Uhtreds von Bebbanburg (Bamburgh Castle). Sein Vater ist ein Adliger seiner Zeit und benimmt dementsprechend herrisch. Es ist die Zeit, als dänische Freibeuter und Abenteurer der gesamten bekannten Welt den Krieg erklärt haben und sich sehr unternehmungslustig auf den Meeren herum treiben und nach fetter Beute, wie Gold, Silber und Sklaven, Ausschau halten. Besonderen Reiz üben die fruchtbaren Inseln in der Nordsee auf die Nordmänner, sie fühlen sich magisch angezogen von soviel märchenhaftem Reichtum. Und so wird auch Northumbria Ziel der Dänen. Bei einer Expedition gegen die Invasoren vom Meer wird Osberts älterer Bruder getötet und so wird er auf den Namen des Vaters, Uhtred, getauft und ist somit der Erbe von Bebbanburg. Sein Erzeuger zieht aus, den Feind zu strafen und seinen Ältesten zu rächen. Klein-Uhtred kommt mit auf die Jagd. Sein hitziges Familienoberhaupt geht den Dänen jedoch in die Falle und sein Kontingent an Mannen wird aufgerieben, er selbst getötet und Uhtred hat in diesem Desaster nicht besseres zu tun, als den Anführer der Drachenmänner, namens Ragnar der Furchtlose, anzugreifen. Der ist bass erstaunt, überwältigt den Kleinen und adoptiert ihn noch auf dem Schlachtfeld. So lernt der Sachse die dänische Lebensweise kennen und wird fast zum Dänen. Als erstes legt er den christlichen Glauben ab. Seine Götter werden Thor und Odin. Er lernt Brida, seine erste große Liebe kennen. Seine Familie ist die Familie von Ragnar dem Furchtlosen. Die Dänen ziehen unaufhaltsam noch Süden, kein sächsischer Herrscher ist in der Lage die Okkupanten aufzuhalten, mittendrin der kleine sächsische Junge, der sich jetzt als Däne sieht. In der Zwischenzeit wird sein Onkel Aelfric eidbrüchig und raubt dem Abwesenden das Erbe und ruft sich selbst zum Herrscher von Bebbanburg aus. Und er versucht seinen Neffen töten zu lassen. Inzwischen im Königreich Mercien angekommen, kann der Attentäter entlarvt werden. Die Dänen machen sich bereit das letzte Königreich der Sachsen, Wessex, zu unterjochen, da wird durch Verrat in den eigenen Reihen, Ragnar der Furchtlose getötet, mit ihm sein gesamter Hausstand, seine Schwurmänner, selbst seine Haustiere müssen dran glauben. Ragnars Tochter Thyra wird von Kjartan dem Schrecklichen und seinem Sohn Sven, entführt. Ragnar der Jüngere hält sich in Irland auf und entgeht somit erst mal diesem Schicksal. Uhtred und Brida können fliehen, zu Angehörigen seiner verstorbenen Mutter. Dort fühlt er sich unwohl, er wird als Heide verachtet und als Krieger gefürchtet, doch er kann nirgendwo anders hin. Er lernt Alfred kennen, König von Wessex, einen Mann den er achtet, für seinen Scharfsinn, den er verachtet für seinen frömmlerischen Lebenswandel. Aber er hat Rache geschworen für seinen Ziehvater Ragnar. Und er will Bebbanburg wieder zurück. Mit allen Mitteln. Er wechselt die Seite, von Alfred gern gesehen als Krieger.
Bernard Cornwell geht in seinem historischen Roman an die Originalschauplätze auf den britischen Inseln und läßt seine Leser quasi eine Zeitreise in die Zeit Alfred des Großen machen. Er führt sie in die damalige Lebensweise ein, zeigt Sorgen und Nöte, aber auch Vergnügen eines Hausstandes zu der Zeit. Er verbindet gekonnt Fiktion mit Geschichte. Macht süchtig. (MRD)
Roland zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 04.05.2013
Klasse erzählt!
Der Roman nimmt mich mit in die Zeit von damals. Es entstehen herrliche, real wirkende Bilder in meinen Kopf, sodass ich mir vorstellen kann, wie dort vermutlich gelebt wurde. Hier wird auch eine Geschichte beschrieben, die menschlich wirkt. Nicht nur ein unnahbarer Überheld, sondern durchaus auch mal unterdrückt und Gefühle weckend, die dann doch sehr menschlich sind.
Klasse!!
anath zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 26.08.2011
Ich habe mich lange um diese Bücher herum gedrückt, ich hab's nicht so mit bluttriefenden Schwertern und muskulösen Kettenhemdträgern. Mein Sohn bekam die Bücher von mir geschenkt und hat sie regelrecht gefressen, danach bekam ich sie auf's Auge gedrückt. Also hab ich mich dazu durchgerungen, sie auch zu lesen. Und ich muß sagen, daß ich es nicht bereut habe.
Zum einen spielt die Uthred-Saga in einer Zeit, über die ich bisher nicht allzuviel wußte - das ist schon mal spannend. Dazu kommt aber, daß Uthred eine grandiose Art hat, sich mit Religion auseinander zu setzen. Er denkt einfach und gradlinig, seine Gefühle sind nachvollziehbar und seine Schlußfolgerungen logisch. Leider sind seine Gegenspieler auf seiten der Christen oft sehr überzeichnet und wirken karikiert, sogar Pater Beocca, dem Uthred zumindest eine gewisse Achtung entgegen bringt. Trotzdem konnte ich mir oft das Lachen nicht verkneifen , der trockene Sarkasmus Uthreds gefällt mir einfach.
Sehr angenehm auch, daß Cornwell gerade in diesem ersten Band nicht der Versuchung erliegt, Alfred als den strahlenden Helden darzustellen. Man lernt ihn ja, genauso wie Uthred als echten Jammerlappen kennen. In "Das letzte Königreich" wird Uthreds Weg von den Sachsen zu den Dänen und wieder zu den Sachsen nachgezeichnet, ein Weg, der Unverständnis und auch Ablehnung beim Leser hervorrufen könnte. Cornwell gelingt es jedoch, als Grundlage für die gesamte Erzählreihe mit dieser wechselvollen Lebensgeschichte dem Leser die Situation Englands vor Augen zu führen und gleichzeitig Uthred als sympathischen und charakterstarken Helden zu etablieren. Gerade sein Schwanken, seine Loyalität gegenüber dem Ziehvater und seiner Familie, gleichzeitig aber auch gegen den König, den er nicht mag - dem er aber einen Eid geschworen hat - bringt ihm auf seiten des Lesers deutlich Pluspunkte ein.
Fakt ist jedenfalls : Die Bücher muß ich selber haben, ausleihen reicht nicht. ;-)
M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 08.04.2011
Vorweg, dies Buch war mein erster Cromwell...
Vor- und Frühgeschichte sind eines meiner Steckenpferde, und die Kritiken lasen sich gut - also her damit!
Enttäuscht bin ich nicht, aber die extreme Euphorie kann ich leider auch nicht nachempfinden.
Der historische Stoff ist sehr gut umgesetzt und die Storry läuft gut, ohne Ruckler und Hänger - aber das ist es (für mich) gerade. Die Spannungsbögen sind nicht sehr hoch angesetzt, die ach so blutig beschriebenen Schlachten sind eher harmlos, und der Held gefällt mir nur in seinen Jugendjahren wirklich. Die Dänen sind gut in Szene gesetzt und auch andere Figuren sind gut aufgearbeitet - rundum ein stimmiges Bild dieser Zeit. Etliche, aus der Geschichte, bekannte Namen sind gut eingeflochten und haben im Buch einen hohen Wiedererkennungswert. Etwas schwierig sind die "original" Namen der Städte und Personen ein zu ordnen, aber wenn man sich daran gewöhnt hat (Register-zumindest der Städte, liegt ja bei) wird das Lesevergnügen stimmiger
Fazit:
Geschichte in sehr gut zu lesender Romanform, etwas flacher Story. Erinnert mich irgendwie an die alten Romanhefte, die einem mit dem Versprechen locken "Nächste Woche auch wieder der Held..."
Rainer Zeschky zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 20.09.2010
Ich habe bis jetzt alle deutschsprachigen Cornwell Bücher gelesen und es war nicht eins dabei welches Langweilig war,egal ob das Sharpe oder Uthred oder König Artur war,jetzt müsste auch mal seine Civil War Romane auf Deutsch erscheinen.Bernard Cornwell kommt kein Autor der historische Bücher schreibt gleich,Cornwell ist der Kaiser der Historischen Autoren
netzhögg zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 07.06.2010
Von der 1. Seite an, zog mich dieses Buch mich in seinem bann!
Ich musste nicht 50, 100, oder 150 Seiten lesen, bevor ich mich mit den Hauptaktür mich identifizieren könnte. Nein meine Interesse an Uhtred war sofort geweckt - und lies nicht nach!
Cornwell liegt eine sehr leicht verdauliche erzählstil an den Tag, und obwohl ich "Das Letzte Königrich" nicht als'Page-Turner" bezeichnen wurde, führte ebene diese leichtfüssige Erzählkunst dazu, dass ich das Buch in sehr kurze Zeit verschlang.
Die letzten 30 Seiten waren einen Climax desen diese Begriff würdig ist - und nebenbei eine schöne Art das Buch abzuschließen & neugierde auf das nächste zu wecken
91°

netz
Susannah zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 13.05.2010
England, Northumbrien, im 9. Jahrhundert. Uthred, Sohn eines nordenglischen Fürsten, erlebt den Einfalld der Dänen in seine Heimat. Mit zehn Jahren in die erste Schlacht geworfen, verdient er sich die Anerkennung des Dänen Ragnar, der ihn bei sich aufnimmt. Jahrelang zieht Uthred kämpfend, zur See und zu Lande, mit den Dänen von Kampf zu Kampf, von Sieg zu Sieg. Doch er spürt, dass er mit seiner englischen Heimat durch das Schicksal verbunden ist, und es kommt, wie es kommen muss: im Kampf um Wessex, das letzte englische Königreich, wechselt Uthred auf die Seite von König Alfred ...

Durchschnaufen - das ist das erste, was man nach dem Buch tut. Knapp 500 Seiten Schlachtengetümmel, in einer Epoche, die bisher sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Doch die Dänenkriege um England und nicht zuletzt um Wessex sind eine spannende Materie, die Cornwell erstklassig umzusetzen versteht. Interessant sind neben der beeindruckenden Schlachtenbeschtreibung auch die Einblicke in die Mythologie der Dänen, sei es die Opfergabe für Odin und Thor, sei es das Werfen von Runenstäben. Die Ich-Erzählperspektive schafft ein enges Verhältnis zur Hauptperson Uthred, der langsam heranwächst - zum Mann und zum Krieger. Erzählerisch interessant und spannend, ohne hochtrabend zu sein - alles in allem ist das Buch steigerbar, hebt sich aber schon selbst dankbar von der Masse der historischen Romane ab. Ich freue mich auf die Fortsetzungen.
Titus zu »Bernard Cornwell: Das letzte Königreich« 02.05.2010
Höchst wahrscheinlich wird niemand diesen Kommentar lesen...kaum zuglauben, dass es schon 41 (Mit diesem 42 gibt). Was ich sagen will: Bernard Cornwall gilt nicht umsonst als König der historischen Romane. Ich bekam dieses Buch zu meinem 16 Geburtstag, zuvor hatte ich mich bestenfalls mit Hörbüchern abgegeben, und es weckte in mir die Lust zulesen und vor allem historische Romane. Wenn Krimi-Tina von einem jungen Mann berichtet, der nicht viel im Hirn hat, kann ich dem Widersprechen. Ich gehe davon aus, dass es die praktische Intelligenz gibt, wie bei Uthred, die uns überleben lässt, und die theoretische Intelligenz, wie Vater Beocca, die uns ein tiefes Wissen bietet, aber nicht zum Überleben beiträgt. Ausnahmen wie Alfred von Wessex bestätigen die Regel.
Die dunkle, modernde Welt, diese unbändige Lebenslust und das Abenteuer und grenzenlose Freundschaften, das macht die Serie zu dem was sie ist: ein modernes Meisterwerk.

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