Arthurs letzter Schwur von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1997unter dem Titel „Excalibur“,deutsche Ausgabe erstmals 1998, 572 Seiten.ISBN 3-442-35236-3.Übersetzung ins Deutsche von Gisela Stege.

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Kurzgefasst:

In der Nacht, in der die Toten auf Erden wandeln, will Merlin, der Druide, die alten Götter wieder einsetzen – mit Feuer und einem königlichen Blutopfer: dem Sohn Arthurs und Guineveres.

Das meint Histo-Couch.de: „Das Ende einer Trilogie fernab des Mythos“84

Rezension von Carsten Jaehner

Ende des 5. Jahrhunderts in Britannien. Nachdem Merlin alle Kleinodien Britanniens zusammen gesammelt hat, will er die Götter beschwören und wieder zusammen einen, damit sie das Land beschützen und ihm den großen Frieden bringen. Zusammen mit Nimue vollzieht er mit viel Feuer die Beschwörung, wird aber letztlich an der Vollendung gehindert, denn nicht jeder ist bereit, seinen Sohn zu opfern.

Derweil rüstet sich Arthur mit seinen Mannen zum Kampf gegen die Könige Cerdic und Aelle, die versuchen, mit Hilfe von Lancelots Armee Britannien unter sich zu verteilen. Arthur hat Derfel, Sagramor und auch seine wieder aufgenommene ehemalige Gattin Guenevere auf seiner Seite, und auch Bischof Sansom ist immer irgendwie mit dabei und schwirrt herum wie eine Motte um das Licht.

Arthur gelingt der Sieg, und es beginnt eine längere Zeit des Friedens. Derfel, Aelles Sohn und Ich-Erzähler des Romans, lebt mit seiner Frau Ceinwyn und seiner Familie in Ruhe dahin, doch im Hintergrund brodelt es bereits. Mordred, rechtmäßiger König Britanniens und Mitstreiter im Kampf gegen Cerdic und Aelle, rüstet gegen Arthur, seinen Lehrmeister und Erzfeind, und es geht dem großen finalen Kampf entgegen. Währenddessen hat Nimue die Macht über ihren ehemaligen Meister Merlin gewonnen und sucht ebenfalls, Arthur und Derfel zu vernichten. An der Südküste der britischen Inseln kommt es zur letzten Schlacht.

Von Helden, die nicht verklärt werden

Der Abschluß von Bernard Cornwells Artus-Trilogie gerät, wie auch seine beiden Vorgänger, recht düster. Jegliche verklärenden Mythen werden ausgespart und die Geschichte realistischer erzählt, als es manchem Leser vielleicht recht wäre. Kein Gral, kein heiligenscheintragender König Artus (der nie König war), ein feiger und kriecherischer Lancelot und ein griesgrämiger Merlin sind hier sinnbildlich für das fünfte Jahrhundert nach Christus, in dem eben diese Christen nach und nach ihre Religion auf die Insel tragen und die Vorherrschaft der bisherigen Götter zu verdrängen suchen.

Wieder holt Cornwell den Leser von der ersten Seite an in diese unangenehme Zeit und beweist sich erneut als hervorragender Erzähler. Nicht nur Schlachten bestimmen diese Zeit, sondern vor allem auch Taktiken und das Vor- und Nachgeplänkel vor einer Schlacht und die Überlegungen, ob man diese überhaupt schlagen sollte. Auch hier geht wieder Ehre vor Familie und Freundschaft, und einmal geschworene Eide dürfen nicht gebrochen werden. Da muss jemand aus der eigenen Familie getötet werden, und der Schwächling, in diesem Fall der wirkliche König Mordred, muss mit durchgezogen werden, da ihm Treue geschworen wurde. So beschreibt es Cornwell und taucht damit tief in die Sitten und Gebräuche der Zeit und des Landes ein, und das liest sich grauslig und spannend zugleich.

Arthurs letzter Kampf gegen Mordred

Zwar gibt es Hauptpersonen bei Cornwell, aber eigentlich keine wirklichen Helden. Jede der Hauptpersonen hat ihre Schwächen und Stärken, und gerade die eigentliche Hauptfigur der Trilogie, Athur, steht jenseits jeglicher Verklärung. Er hat sogar eigentlich mehr Schwächen als Stärken, da er an das Gute glaubt, das es zu dieser Zeit und in der Riege der Könige und Heerführer nicht gibt. Er ist ein Träumer, wissend, dass sein Traum eines friedlichen Britannien wohl nie in Erfüllung gehen wird, was daran liegt, dass er ja nicht König ist, weil Mordred es ist und er ihm damals die Treue geschworen hat. Dieser Konflikt ist letztlich die Basis der Trilogie und des ganzen Mythos um ihn, und Cornwell gelingt es wieder meisterhaft, dies in sein ihm eigene Sprache umzusetzen.

Wer letztlich wen tötet und wer wen am Leben lässt und wer am Ende übrig bleibt außer dem Ich-Erzähler Derfel, das wird mal mehr, mal weniger ausführlich erzählt und beschrieben. Doch sei zumindest erwähnt, dass Lancelots unrühmliches Ende nicht unbedingt spektakulär ausfällt, sondern eher sehr realistisch, wie auch einige andere nicht unbedingt den Heldentod sterben.

Schwächephasen in der Erzählung

Das Ende ist vielleicht nicht für jeden befriedigend, aber es ist ein Ende, das zur Geschichte passt. Cornwell erweist sich über weite Strecken als Erzähler mit Passion, vor allem in den Schlachten, wenn er minutiös, zeitweise gar in Zeitlupe, Taktiken und Kampfabschnitte für den Leser nachvollziehbar beschreibt. Doch gibt es auch ein paar Wermutstropfen zu finden. Gerade in diesem dritten Teil gibt es schwächere Phasen, in denen die Handlung stockt und nicht voran kommt. Fast kann man die Ratlosigkeit Arthurs auch bei Cornwell spüren, die Geschichte müsste weiter gehen, aber man weiß nicht, wie. Erst wenn es wieder auf ein Ziel, also eine Schlacht, zugeht, kommt wieder Fahrt in die Erzählung. Diese Phasen sind zwar kurz, aber es gibt ein paar davon, und daher fällt es auf und ins Gewicht.

Zwar ist dieser abschließende Teil der Trilogie wohl der schwächste der drei, dennoch bildet er einen guten und würdigen Schluß. Drei Karten, ein Personen- und Ortsverzeichnis sowie ein aufschlussreiches Nachwort, alles erfreulicher Standard bei Cornwells Romanen, sind eine schöne Ergänzung der Romans. Woher der Roman seinen deutschen Titel bekam, bleibt allerdings schleierhaft, der Originaltitel Excalibur kommt dem Inhalt viel näher. Auch wenn der Roman an die beiden ersten Teile nicht heranreicht, so ist dies doch Jammern auf hohem Niveau, das so mancher Autor vielleicht nie erreichen wird. Cornwell ist und bleibt ein hervorragender Erzähler, der seinen Lesern nichts erspart und nichts vorgaukelt. Eine lohnende Trilogie weitab des Mythos des Königs Arthur, die sowohl lesens-, als auch infolgedessen empfehlenswert ist.

 

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«

Jürgen Eichermann zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«08.07.2015
Zugegeben ich bin ein großer Fan von B.C. ich muss hier aber deutlich schreiben, das die Artus Sage für mich bis jetzt die schwächsten Bücher sind die ich von ihm gelesen habe.
Zeitweise zieht sich die Geschichte wie zäher Brei.
Highlight wie immer die Kanpfbeschreibungen.
Ich habe Artus letzter schwur angefangen zu lessen und nach 1/4 aufgehört da es wirklich zu langatmig wurde.
2 von 5 Sternen
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«18.11.2012
Nein, diesmal erspare ich mir den Sermon über Cornwells Meriten und eine knappe Kurzbeschreibung des Inhalts, da jeder, der die ersten beiden Bände der Artus-Trilogie gelesen hat, ohnehin weiß worum es geht und woran er bei dem britischen Autoren ist. Daher sollen wenige(r) Worte genügen, um es auf den Punkt zu bringen:

„Arthurs letzter Schwur“ bildet den Abschluss einer Reihe, die mit den traditionellen Versionen der Grals-Legende vollkommen bricht und eine der ältesten Sagen Britanniens in einer Art und Weise präsentiert, wie man sie so noch nicht gekannt hat. Wo sich doch die meisten Erzählungen um die Ritter der Tafelrunde zumindest in einigen Punkten gleichen, ist es Cornwell gelungen, etwas gänzlich Neues auf Papier zu bringen, das sich jeglicher mythischer Einflüsse enthält, mittels der realistischen Erzählungen aber dafür umso nachhaltiger wirkt. Der Spagat zwischen Magie und Geschichte, er funktioniert bis ins letzte Detail. Die Figuren, heruntergeholt vom lichtdurchfluteten Sockel, sind derart menschlich gezeichnet, dass man gar nicht anders kann, als mitzuleiden, mitzufiebern, mitzulieben und letztlich auch zu hassen. Fernab vom Glanz üblicher Grals-Geschichten hat Cornwell ein Epos zu Papier gebracht, das in erster Linie das frühe Mittelalter in England zum Leben erwecken will und sich dabei nur zufällig der bekannten Figuren bedient. Und auch diese erkennt man hier nicht wieder.

Merlin ist ein verrückter, verdreckter Druide mit Wahnvorstellungen. Artus ein genialer Stratege ohne Ambitionen auf eine Krone. Lancelot ein feiger, ehrloser Geck ohne Rückgrat. Und erzählt wird die Geschichte rückblickend aus der Sicht eines einfachen Soldaten. Womit natürlich auch der Boden für Cornwell bereitet ist, dem hinsichtlich der minutiösen Beschreibung einer Schlacht wohl kein anderer Autor dieser Welt das Wasser reichen kann. Im Gegensatz zu der „Sharpe“-Reihe oder Büchern wie „Das Zeichen des Sieges“ lebt die Artus-Trilogie aber noch weit mehr von ihren Figuren. Und auch nirgendwo sonst sind sie dem englischen Autor derart gut gelungen. Inmitten des Konflikts zwischen aufkommenden Christentum und alter Götterkulte erzählt er eine Geschichte, die man weniger mitliest, als vielmehr miterlebt. Es geht um Verrat, Ehre, Treue, Liebe, Freundschaft. Um Eide, die nicht gebrochen werden dürfen. Und um Pakte, die geschlossen werden müssen, um das Überleben zu sichern. Kurz: Cornwell beschreibt das düstere frühe Mittelalter, wie es hätte sein können.

Und düster, ja streckenweise schon hoffnungslos finster, ist besonders der letzte Band der Reihe geworden. Nach und nach scheint sich alles zum schlimmsten zu wenden, die Lage für Artus und seine Getreuen immer aussichtsloser zu werden. Und dem Leser ist, nicht nur aufgrund des Titels, klar, dass das Ganze nicht gut ausgehen kann und wird. Doch gerade diese Tatsache, scheint das Buch noch umso spannender zu machen. Man weiß, dass der Traum vom friedlichen Britannien nicht in Erfüllung gehen kann, dass Mordred verloren ist, dass es zu viele Sachsen sind, um siegen zu können, dass das Druidentum zum Untergang verdammt ist. Aber man will das Drama, die Tragik, hautnah erleben. Und was Bernard Cornwell hier dann auf den letzten einhundertfünfzig Seiten abfackelt, ist großes Kino, ist einfach schlicht und ergreifend meisterhaft.

Die letzten Schritte an der Seite Arthurs und seiner Gefährten sind unheimlich schwer, der Abschied von den ans Herz gewachsenen Figuren rührt. Und die ganze Leidenschaft, die Cornwell in die Geschichte hineingesteckt hat, sie zahlt sich mehr als aus. Ein Buch wird an dieser Stelle für kurze Zeit zu mehr. Wenige Worte, die lediglich etwas beschreiben, werden zu einem beeindruckenden, ergreifenden Moment. Würdiger und besser hätte sich der Kreis der Handlung nicht schließen können. Mein Dank waren Tränen, die sich, trotz mehrfacher Versuche, dann nicht mehr ganz unterdrücken ließen.

„Arthurs letzter Schwur“ ist, wie schon seine beiden Vorgänger, ein Meisterwerk im Genre des historischen Romans. Hervorragend erzählt, atmosphärisch einzigartig, unheimlich bewegend. Es ist eins dieser Bücher, die im Gedächtnis, die unvergesslich bleiben. Und es ist die beste, weil glaubhafteste Geschichte vom „König“ Artus, die ich bisher lesen durfte.
Henriette zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«28.10.2011
Arthur, bekannt aus vielen Sagen und Legenden, wollte eigentlich Britannien vereinen, Frieden schaffen. Doch er ist des Kampfes müde. Seine Herrschaft neigt sich zu Ende. Arthus träumt davon, als „einfacher“ Mann mit Familie auf seinem eigenen Hofe zu leben. Doch es besteht die Gefahr des Zerfalls von Britannien. Ist es zu retten?
Derfel, Lord von Arthur, und Merlin, der Druide, stehen zu Arthur. Können sie ihm helfen??

Ich habe die ersten beiden Bücher schon vor längerer Zeit gelesen. Mich interessierte nun auch das Ende. Arthur ist eine sehr bekannte Legende, Merlin ein unglaublicher Mythos. Beides finde ich völlig faszinierend.
Das Thema ist toll in dem Buch verarbeitet. Leider konnte ich nicht so fließend lesen. Warum, dass so war, kann ich nicht erklären, da die Geschichte wirklich toll geschrieben ist.
Verbindungen, Geschehnisse wurden hervorragend dargestellt, ohne dass es verwirrend war.
Diese Geschichte beinhaltet alles, von Kämpfen, der Liebe, des Hasses, des Mutes und der Feigheit.
Das Buch ist weiterhin aus Sicht von Derfel geschrieben, der über sein Leben berichtet und aufschreibt.

[B]Fazit:[/B] Dies ist eine faszinierend Geschichte. Leider vergebe ich nur vier von fünf Sternen, da ich mich ewig mit dem Buch beschäftigt habe. Es hat mich zwar in seinen Bann gezogen, doch leider fehlte das Kopfkino.
vm zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«04.06.2011
Der dritte Band bietet einige schöne falsche Fährten und überraschenden Wendungen. Der Erzähler ist wiederum sehr distanziert und bemüht, die Geschichte der "großen Figuren", d.h. der Könige, Priester und Helden in den Vordergrund zu rücken. Und dennoch ist Derfel die Seele der Geschichte und ein ungemein interessanter Zeitgenosse. Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn er an Arthurs Stelle gestanden hätte? In welchem Gleichgewicht befinden sich Pflicht, Gefühl und Religion bei ihm?
Silky zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«16.04.2011
Habe die Trilogie hintereinander weg gelesen. Die Bücher sind grandios geschrieben. Bernard Cornwells Schreibstil ist fesselnd und die Protagonisten toll beschrieben. Obwohl ich zugeben muss, dass es mir zuerst sehr schwer fiel in die Geschichte mit den vielen verschiedenen und fremdartigen Namen reinzukommen. Doch ab ca. Mitte des ersten Bandes war es nur noch Sucht pur. Die Namen bekamen Gesichter, die Orte wurden immer vertrauter, man lachte und weinte mit und dachte manchmal man wäre mit dabei gewesen. Am meisten berührt hat mich der Tod Derfels jüngster Tochter.
Aus Derfels Sicht wird auch die Geschichte "Artus" erzählt. Es ist eine Geschichte so ganz anders als die uns bekannte Sage, was bei uns im Freundeskreis zu lebhaften Diskussionen führte. Ich war auf jeden Fall begeistert und werde noch mehr Bücher von Bernard Cornwell lesen. Vielen Dank für soviel gefühlte Lesefreude!!
maupe zu »Bernard Cornwell: Arthurs letzter Schwur«12.03.2010
Ich habe jetzt alle Bücher dieser Trilogie durch. Das Gesamtergebnis gefällt mir sehr gut. Diese Darstellung des Artus kommt dem, wie es wohl gewesen sein könnte, wohl sehr nah und ist glaubhaft. Auf geschickte Art und Weise bringt der Autor alle „bekannten“ Namen und auch einige Ereignisse mit ein in seine Erzählung. Doch Vorsicht, fast alles ein wenig anders als man es bisher kannte aus der Sage (oder wie auch immer man es nennen will, denn Artus in der Geschichte zu belegen ist noch immer schwer). Und sicher wird es einigen nicht gefallen, wie hier Lancelot, Guinevere oder Merlin dargestellt werden. Doch ich fand es erfrischend.

Erzählt wird die Geschichte als Rückblende aus der Sicht Derfels, eines Kriegers Artus. Und gerade das war für mich im dritten Buch der Haken, welcher mich das Buch für einige Zeit aus der Hand legen ließ. Denn man erfährt schon ein wenig vom Ende und es fiel mir dann schwer diesem entgegen zu lesen. Doch als ich diesen Punkt endlich überwunden hatte, konnte ich wieder in vollen Zügen genießen wie der Autor an Fahrt aufnahm zum Finale.

Die Suche nach dem Gral findet hier nicht statt. Gerade das hat mich in einigen anderen Erzählungen zu Artus auch immer am meisten irritiert und gestört. Doch keineswegs wird das Thema zur Seite gefegt. Die Christianisierung Britanniens gegen das verbreitete Heidentum ist einer der Hauptpunkte in dem Roman.

In jedem dieser drei Bücher befindet sich wieder ein erklärender Anhang. Dies empfinde ich immer als sehr schön gemacht und vermisse ich schon schmerzlich, wenn ich Bücher anderer Autoren lese.

Eine für mich gelungene Umsetzung zu Artus und gewiss nicht das letzte mal gelesen!
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