Das Werk der Teufelin von Andrea Schacht
Buchvorstellung und Rezension
Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel „Das Werk der Teufelin“, , 384 Seiten. ISBN 3-7645-0157-X.
Kurzgefasst:
Köln, anno domini 1376. „;Sucht die Teufelin bei den Beginen!“; Alarmiert vernimmt der Benediktinerpater Ivo die letzten Worte eines einflussreichen Domherrn, der unter einer herabstürzenden Glocke stirbt. Sollte etwa seine Freundin Almut, Begine im Konvent am Eigelstein, mit dem Vorfall zu tun haben?
Schnurstracks führt Pater Ivo die düstere Aufforderung des sterbenden Domherrn in den Konvent der Beginen. Almut Bossart, die junge Witwe eines Baumeisters und eigenwilligstes Mitglied der frommen Frauengemeinschaft, ist noch wie gelähmt von den Eindrücken einer apokalyptischen Prophezeiung, die eine ihrer Mitschwestern ausgestoßen hat. Und sie hat gerade alle Hände voll zu tun. Zwei neue Zöglinge, deren Angaben zu Herkunft und Vergangenheit allerlei Ungereimtheiten aufweisen, fordern Almuts Aufmerksamkeit. Und da ist auch noch der geflüchtete Novize Ewald, der sich vor Pater Ivo versteckt. Als sich jedoch die Unglücksfälle häufen und die Schrecken der Vision reale Gestalt annehmen, muss Almut sich tiefer mit der Vergangenheit ihrer drei Schützlinge auseinander setzen, als ihr lieb ist. Einmal mehr begeben sich Almut Bossart und Pater Ivo ins dunkle Herz des mittelalterlichen Köln: auf die Dombaustelle, in zwielichtige Badestuben, in das Labor eines skurrilen Alchimisten – und schließlich in die Hände skrupelloser Söldner. Mit außergewöhnlichem Mut, bestechender Klugheit und hinreißend spitzer Zunge gelingt es Almut schließlich, das Werk der Teufelin zu entlarven …
Das meint Histo-Couch.de: „;Teuflisch gut!“;
von Elke Röhrig
Was hat eine Begine mit einem Mord zu tun? Warum fordert ein sterbender Domherr den herzu geeilten Benediktinerpater auf, die Teufelin bei den Beginen zu suchen? Und was genau soll diese „;Teufelin“; getan haben?
Der Schöffenkrieg
Wieder einmal befinden wir uns in Köln im Jahre 1376. Die uns aus dem „;…dunkle(n) Spiegel“; vertraute Almut Bossart und ihr „;Partner“; Pater Ivo begegnen uns erneut und werden auch diesen Mordfall wieder lösen. Während im ersten Buch Almut unter Verdacht stand, einen jungen Mann vergiftet zu haben, wird in diesem Buch die Meisterin Magda von Stave in der Hacht festgesetzt. Grund für dieses Vorgehen lässt sich aus dem Schöffenkrieg ableiten, da es eigentlich gar keine Gerichtsbarkeit mehr in Köln gab, nachdem die Schöffen das Weite gesucht haben. Dem amtierenden Vizevogt sind die Beginen, die ansonsten von dem Rat der Stadt Köln beschützt werden, ein Dorn im Auge und er nutzt die düstere Aufforderung des sterbenden Domherren aus. Einesteils erhofft er sich Geld für eine bequemlichere Haft, da die Meisterin einer angesehenen Patrizierfamilie entstammt und andererseits geht er davon aus, dass entweder sie oder aber ihre Schützlinge früher oder später die Teufelin ausliefern werden.
Humorvoll und spannend
Das wohl Beste an diesem Buch ist der Humor, mit welchem uns gerade die Begine Almut Bossart immer wieder begegnet. Ganz und gar nicht verhuscht, kleinlaut oder ängstlich, wie man sich vielleicht eine Frau vorstellen mag, die nach dem Tod ihres Mannes einen Platz im Leben sucht und ihn in einem Konvent findet, ist Almut vorwitzig, leidenschaftlich, hilfsbereit und scheut sich nicht, sich mit dem Priester während des Gottesdienstes über die Heilige Schrift zu streiten. Sie hat eine Statue der Göttin Isis, in der sie die Gottesmutter sieht. Vor ihr kniet sie und spricht zu ihr. Und über ihre Lippen kommen nur wenige Worte der bekannten katholischen Gebete, sehr schnell geht sie dazu über, mit Maria über alles zu sprechen, was sie bewegt und sie um Rat und Hilfe zu bitten. Allein das schon könnte ihr als Ketzerei ausgelegt werden. Auch Pater Ivo wird trotz seines eher barschen Auftretens als sehr humorvoll beschrieben. Er liebt es, mit Almut Phrasen aus der Heiligen Schrift zu zitieren und eine Art Schlagabtausch zu veranstalten.
Doch über all dem Humor und der sich stetig verändernden Handlung, in der uns die Protagonisten ans Herz wachsen, bleibt in diesem Buch die Spannung erhalten. Zwar mag so mancher Leser sehr frühzeitig den richtigen Riecher und seinen Verdacht haben, es ist dennoch sehr interessant, mit Almut, Ivo und der taubstummen Trine auf die Suche nach Einzelheiten zu gehen. Der Leser dürfte nicht enttäuscht werden. Die Autorin schildert sämtliche Personen, Begebenheiten und Handlungen so genau, dass man meint, mitten auf dem mittelalterlichen Markt, dem Gestank und dem Geschrei zu stehen und sich mit offenen, staunenden Augen umzusehen.
Alle Liebhaber von Rollenspielen und Romanen, die in dieser Zeitepoche angesiedelt sind, werden begeistert sein. Andrea Schacht ist ein wirklich gutes Werk gelungen: mitreißend, humorvoll und spannend.
Ihre Meinung zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin«
- Rosina zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 29.05.2009
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Der zweite Roman um Begine Almut und Pater Ivo war ganz o.k., aber kein Krimi-Highlight.
Die Geschichte wird nett und flüssig erzählt, aber zu einem guten Krimi gehört eine gute Portion Spannung. Und diese ist nur ansatzweise vorhanden. Das Ende war vorhersehbar.
Almuts loses Mundwerk, vor allem ihre Gespräche mit der Mutter Gottes, hat mir sehr gut gefallen. Pater Ivo war in diesem Buch nicht so präsent, wie im ersten Buch, hatte ich den Eindruck.
Von mir gibt es 70 Grad.
- anath zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 04.11.2008
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Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Einerseits ein durchaus interessanter Krimi, andererseits allerdings ziemlich schnell durchschaubar. Interessante Protagonisten, leider mit einer z.T. regelrecht künstlich aufgesetzten,fast hölzernen Sprache. Und dann Reb Goldfarb ! Dieser ist vermutlich ein Zeitreisender, denn das Wort "Rebbe" stammt aus dem jiddischen Wortschatz, also aus einer Sprache, die es 1376 noch gar nicht wirklich gab (vor allem nicht in Köln). Und ein Rebbe ist nun mal nicht einfach ein Rabbi wie man sich das so denken könnte wenn man es nicht wirklich weiß, sondern im Regelfall ein chassidischer Gelehrter,d.h. Vertreter einer Glaubensrichtung, an die 1375 auch noch nicht zu denken war (schon gar nicht in Köln!) weil sie erst gegen Ende des 17.Jh.s in Polen entstand. Und da unser Rebbe erwiesenermaßen also nur ein Zeitreisender sein kann paßt dann allerdings wieder der Name, denn "Goldfarb" ist für einen Kölner Juden des 14.Jh.s doch eher nicht anzunehmen. Zu dieser Zeit trugen Juden in der übergroßen Mehrheit Namen , die ihre familiäre Herkunft (z.B.Abraham ben Salomon) oder den Stamm ( z.B.Levi oder Cohen) bestimmten.
Ein Protagonist also, der mir das Buch ein wenig durch seine Unwahrscheinlichkeit vermiest hat. Und auch die im Buch gesuchte Teufelin schien mir von ihrer Persönlichkeit her ein recht unwahrscheinliches Konstrukt zu sein. Bei ihr kam ich aber besser damit zurecht,immerhin ist die Spielbreite menschlicher Charaktere ja schier unermeßlich, warum also nicht auch so wie hier geschildert ?
Almut und Ivo haben mir recht gut gefallen,mein Herz schlägt immer für die Liebespaare die sich nicht kriegen können.Bemerkenswert und psychisch eher unglaubhaft ist allerdings, wie Almut die Vergewaltigung wegsteckt - und wie Ivo das Ganze im Nachhinein mit ziemlicher Gelassenheit trägt.
Ein "sehr zu empfehlen" kann ich einfach nicht geben, dazu fand ich zu viele kritische Punkte. Weil ich selbst diese Punkte sehe würde ich das Buch auch nicht verschenken. Aber ich werde mir ein anderes Begine-Almut-Buch kaufen und mal schauen,wie mir das gefällt. Denn immerhin bin ich auf diese Reihe neugierig geworden und das ist denn doch ein großer Pluspunkt.
- MyLady zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 15.07.2008
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Ich fand die spitze Zunge von Begine Almut auch wieder sehr erquickend in einen sehr guten Histo-Krimi verpackt. Wer nun die Teufelin im Endeffekt war ist Nebensache, vielmehr geht es um die Untaten der damaligen Zeit und das entwirren eines Skandals! Und um Pater Ivo.
Die Sprache fand ich absolut passend, leicht und vorwitzig und doch nicht seicht. Ich freue mich bereits auf die Folgebände die schon darauf warten gelesen zu werden:)
- tassieteufel zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 24.06.2008
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Auch der 2. Teil um Begine Almut und Pater Ivo ist wieder mit viel Witz und Charm geschrieben, die Wortgefechte zwischen den Beiden sind einfach herrlich, so daß man ein Zusammentreffen der Beiden förmlich herbeisehnt.
Diesmal haben es die Beiden mit einem gemeuchelten, entmannten Domherren zu tun. Dessen letzte Worte "sucht die Teuflin bei den Beginen am Eigelstein" Almuts Eingreifen geradezu erfordert und tatsächlich scheint es dort eine Teuflin zu geben, denn Almut selbt wird mehrfach ihr Opfer.
Mit ein bißchen Krimigespür läßt sich zwar schon erahnen, wer der Übeltäter ist, aber für mich hat das der Geschichte keinen Abbruch getan, alle lieb gewonnen Figuren aus dem 1. Teil wie Trine oder Meister Krudener, Aziza und Pitter waren auch wieder mit dabei und die scheußliche Angelika hätte ich öfter gerne mal geschüttelt!
Gegen Ende des Buches zeigt sich, daß Pater Ivo und Almut mehr als nur freundschaftliche Gefühle füreinander hegen, man darf also gespannt sein, wie es weiter geht.
- Renate Krauthof zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 17.08.2007
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Ich bin durch einen Blick auf den Buchgrabbeltisch zu diesen wirklich, spannenden,erotischem und in einer gewissen Art erschreckendem Buch gekommen. Ich konnte es nicht mehr loslassen! Wer als Frau spass und interesse an historischen Krimis hat, wird bei diesem Werk von Andrea Schacht voll auf seine Kosten kommen!! Bravo Frau Schacht!!! Ich hoffe, daß Begine Almut und Pater Ivo auch nach den "elf Jungfrauen" weiter machen!!
- krimikatzen zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 24.05.2007
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Diese Buch gefiel mir noch etwas besser als der dunkle Spiegel.
Ja- was waren das Zeiten? Von wegen Keuschheitsgelübde!
Die Entwicklung in diesem Buch nahm immer wieder eine neue Wendung und machte es bis zum Schluß spannend.
Aber was geht denn da zwischen Begine Almut und Pater Ivo ab?
Man darf neugierig bleiben.
Also unbedingt lesen.
Und wieder was gelernt.
"Klosterfrau Melissengeist" wurde hier zusammengebraut.
- kerstin zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 20.05.2007
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Ganz zufällig habe ich mich mal wieder, nach einer Pause der Überfrachtung von historischen Romanen zum Mittelalter auf diese Buch eingelassen.
Das Thema Beginen interessiert mich sehr und ich beschäftige mich als Stadtführerin mit meinen eigenen Nachforschungen schon seit einiger Zeit damit.
Die Personen in dem Roman sind sehr lebendig und ich habe wieder Spaß an Mittelalter-Romanen bekommen. Netter Handungsstränge, gut erarbeitetetes Wissen, feine Hintergrund-Stimmungen zu den verschiedenen Berufen der damaligen Zeit und vor allem zur leidigen Diskussion zum Ablass.
ich freue mich auf Andrea Schacht gestoßen zu sein und werde sicher noch den ein oder anderen Roman vor ihr lesen, ;-)
- Monika zu »Andrea Schacht: Das Werk der Teufelin« 20.12.2006
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Ein wirklich schöner, kurzweiliger Krimi, der in die mittelalterliche Welt Kölns entführt. Die Personen agieren nachvollziehbar, Almut und Ivo werden im Laufe der Handlung immer sympathischer. Nur ein massiver "Fehler" am Schluss, bei der Auflösung des Falles, stört mich - aber man ja sollte ja nichts weiteres verraten ...
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