Das Geheimnis des Strandvogts von Volker Streiter

Buchvorstellungund Rezension

Das Geheimnis des Strandvogts von Volker Streiter

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Das Geheimnis des Strandvogts“,, 249 Seiten.ISBN 3954750961.

»Das Geheimnis des Strandvogts« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

September 1845. Zwei Pferde ziehen einen Leiterwagen mit wenigen Fahrgästen durch das nebelverhangene Watt von Föhr nach Amrum. Beinahe wären sie an der Leiche von Busso Dahl, dem Postläufer, vorbeigefahren. Er wurde von einer Harpune getroffen, mit einer Axt erschlagen und mit Holzpfählen im Watt angepflockt. Auf dem Gespann befindet sich auch der Reiseschriftsteller Georg Kohl, der die Insel Amrum erforschen möchte. Doch der Anblick der Leiche im Watt lässt ihn nicht los. Und so versucht er mit Hilfe von Dina Martensen und dem Herumstreuner Nickels, den Mörder zu finden. Dabei stoßen sie auf eine alte Geschichte und ein dunkles Geheimnis und bringen sich selbst in Gefahr.

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Toter im Amrumer Watt“85Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Im September 1845 macht der Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl eine Forschungsreise nach Amrum. Auf der Fahrt im Leiterwagen von Föhr nach Amrum geht es durch das Watt, doch auf einmal entdecken die Fahrgäste ein Leiche im Watt liegen. Der Tote wurde von einer Harpune getroffen und mit Holzpfählen im Watt festgepflockt.

Die Fahrgäste und der Kutscher entdecken, dass es sich bei dem Toten um Busso Dahl handelt, den Postläufer, der auch für die Markierungen im Watt zuständig war. Sie laden den Körper auf den Wagen und bringen ihn auf die Insel. Kohl, der eigentlich über die Dünen und die Menschen der Insel schreiben wollte, wittert eine unerwartete, interessante Geschichte und beginnt, Fragen zu stellen, die einem Inselneuling zunächst unschuldig von den Lippen kommen.

Schnell lernt er die wichtigsten Menschen auf der Insel kennen, darunter Dina Martensen, eine junge und lebensfrohe Dame, die auf der Insel ihr Auskommen sucht. Sie und der Herumstreuner Nickels helfen ihm, den Fall aufzuklären, während der eigentlich zuständige Strandvogt sich nicht recht rühren will, da er auf Verstärkung vom Festland wartet. Verdächtige gibt es genug, und die Nachforschungen scheinen erfolgreich zu sein, denn irgendwann wird Kohl niedergeschlagen und Dina entführt, daher müssen sie der Wahrheit näher kommen. Und es stellt sich heraus, dass die Insel Amrum und ihre Bewohner doch nicht so beschaulich sind, wie es zunächst scheint. Und zwischen Kohl und Dina scheint es auch mehr als kriminalistisches Interesse zu geben&

Realer Ermittler

Volker Streiter hat bereits einige Amrum-Krimis geschrieben, die in der Gegenwart spielen. Mit Das Geheimnis des Strandvogts wagt er nun zum ersten Mal den Schritt, einen historischen Kriminalroman zu schreiben, der im Jahr 1845 angesiedelt ist, als Amrum verwaltungstechnisch noch zu Dänemark gehörte. Dabei hat Streiter gut recherchiert, denn es kommen in der Geschichte nicht nur fiktive, sondern auch reale Personen vor, die auf Amrum gelebt haben. Zu ihnen gehört Pastor Lorenz Mechlenburg, bei denen der Reiseschriftsteller Kohl, ebenfalls eine reale Figur, während seiner Zeit auf Amrum Unterkunft findet und in Mechlenburgs Sohn Tycho einen an Kriminalgeschichten interessierten Mitstreiter findet, der gelegentlich gute Denkanstösse geben kann  zu Missfallen seines Vaters.

Auch die weiteren Figuren der Insel haben ihre Ecken und Kanten. Da ist die alte Meta, die sich mit Kräutern gut auskennt, der Wirt und auch der Strandvogt, der vielleicht mehr mit der Mordsache zu tun hat als man meinen möchte, anders kann man sein zögerliches Herangehen an den Fall nicht erklären. Da gibt es den Kutscher Brahms, der den Toten nicht leiden konnte, und den alten Kapitän Lindhorst, der etwas brummelig ist. Zudem ist zusammen mit Kohl der Kurzwarenhändler Wilhelm Poppenbüttel mit seinem Bauchladen auf die Insel gekommen, wie er es seit einiger Zeit jedes Jahr tut, um den Frauen die neusten Garne und Wolle zu verkaufen.

Als Amrum noch zu Dänemark gehörte

Kohl entdeckt die Amrumer Sitten und Gebräuche, wie die Insel aufgebaut und strukturiert ist und wird von verschiedenen Leuten über die Insel geführt. Er entdeckt das Dünenland für sich, das vom Autor treffend beschrieben wird, und die Landschaft eignet sich hervorragend, um sich oder andere zu verstecken, zumal man sich gut verlaufen kann, wenn es dunkel oder neblig oder beides wird. Eine Kulisse wie gemacht für Kriminalfälle, und somit lässt Volker Streiter seinen Reiseschriftsteller ermitteln.

Streiter trifft sehr gut den Puls der Zeit. Man ist züchtig und darf nicht alles, was man gerne würde. Das zeigt sich vor allem, als sich Kohl und Dina näher zu kommen scheinen, aber vor dem Inseltratsch nicht dürfen, und wirklich allein lässt man die Jungfer mit den Fremden auch nicht. Dafür sorgt auch der geheimnisvolle Streuner Nickels, der nirgendwo auf der Insel gut gelitten ist und der mittel- und heimatlos ist und somit der ideale Schuldige, hinter dem man ein Verbrechen verstecken kann. Doch er ist nicht dumm, auch wenn es manchmal den Anschein hat, und er hilft Dina und Kohl bei der Aufklärung des Falls.

Viele Figuren

Genügend Verdächtige gibt es reichlich, und fast möchte man ein wenig die Übersicht ob all der kleinen Geschichten im Hintergrund verlieren. Doch Streiter kriegt rechtzeitig die Kurve, man muss aber trotzdem am Ball bleiben, um nicht den Faden zu verlieren. Für die Übersicht wäre auch eine Karte der Insel Amrum hilfreich gewesen, um zu verfolgen, wo sich die jeweiligen Szenen des Romans gerade abspielen. Überhaupt verfügt der 280seitige Roman aus dem Hause Prolibris leider über keinerlei Anhänge. Man hätte gerne gewusst, wer von den Personen fiktiv ist und wer real. Dass Kohl eine reale Figur ist, kann man nur aus der kurzen Bibliographie schliessen, wo sein Reisebericht als Quelle erwähnt wird, und dass Pastor Mechlenburg eine reale Figur ist, erkennt man an der Danksagung und wenn man zufällig den Namen bei Wikipedia findet, was nicht zu den Recherchen eines Lesers gehört.

Insgesamt hat Volker Streiter ein gelungenes Histo-Debüt vorgelegt, das sich flott lesen lässt und den Leser in die traute Zeit der Mitte des 19. Jahrhunderts auf die für Histo-Leser ungewohnte Insel Amrum entführt. Die Atmosphäre ist gut eingefangen, die Naturschilderungen passend und die Zeit treffend wiedergegeben. Der Kriminalfall ist recht spannend, zumal wenn man merkt, dass da doch einiges unter dem Amrumer Sandstrand brodelt, was nicht zu ahnen war. Je tiefer man gräbt, desto mehr Geschichten kommen ans Licht und immer mehr Menschen sind in den Fall verstrickt. Hier droht die Geschichte, unübersichtlich zu werden, aber am Ende ist alles klar. Lobend erwähnt werden soll auch das gelungene und passende Buchcover, das den Leser bereits auf die Atmosphäre des Romans einstimmt. Hier kann sich mancher Verlag ob seiner einfallslosen Cover eine Scheibe von abschneiden. Warum der Verlag allerdings den Buchtitel Das Geheimnis des Strandvogts gewählt hat, bleibt bis zum Schluß schleierhaft.

Die Biographien der Herren Kohl und Mechlenburg würden es zulassen, dass es weitere Fälle und Ermittlungen auf Amrum geben könnte. Wenn Streiter hier weniger Personal verwendet, ansonsten aber seinem Stil treu bleibt, könnte das der Beginn einer erfolgreichen Reihe sein. Hoffentlich macht der Autor künftig des Öfteren Ausflüge ins Histo-Genre.

Ihre Meinung zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«

tassieteufel zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«06.04.2016
Reiseschriftsteller Georg Kohl ist unterwegs um die Insel Amrum zu bereisen, per Leiterwagen geht es bei Ebbe durch das Watt von Föhr nach Amrum, als einer der Fahrgäste, eine Leiche entdeckt. Es ist der Postläufer Busso Dahl, der erschlagen, mit einer Harpune durchbohrt und mit Holzpfählen ins Watt gepflockt wurde. Der brutale Mord erschüttert die kleine Inselgemeinde und auch Georg Kohl läßt der Mord nicht mehr los und er beginnt nachzuforschen, da der eigentlich zuständige Strandvogt, nicht wirklich etwas tut. Dabei lernt er die hübsche Dina Martensen und den Waisenjungen Nickels kennen, die ihm bei seinen Ermittlungen helfen.

Volker Streiter ist ein stimmiger und atmosphärischer dichter historischer Krimi gelungen, der viel Lokalkolorit verströmt und ganz nebenbei viel Wissenswertes über die Insel, ihre Bewohner und deren Lebensweise Mitte des 19. Jahrhunderts vermittelt. Indem er Reiseschriftsteller Georg Kohl die Ermittlungen führen läßt, ist dem Autor ein geschickter Schachzug gelungen, denn natürlich will Kohl so viel wie möglich über die Insel erfahren, da er ja einen Reisebericht darüber verfassen will und so fließen viel kleine Details über die Insel und ihre Bewohner wie nebenbei in die Geschichte ein und bilden so eine sehr stimmige Hintergrundkulisse und vermitteln ein gutes Bild der damaligen Zeit. In diesem Zusammenhang lernt Kohl auch viele der Inselbewohner kennen und merkt so recht schnell, dass es reichlich Motive und noch mehr Verdächtige gibt. Als er Dina Martensen kennen lernt, findet er zudem noch eine Verbündete, die ihn bei seinen Ermittlungen unterstützt und je mehr sie zusammen in Erfahrung bringen, um so gefährlicher wird es für Beide. Schnell wird aber auch klar, dass es zwischen Georg und Dina mehr gibt als nur die gemeinsamen Ermittlungen, zarte Bande werden geknüpft, immer unter den neugierigen Augen der Inselbewohner und in dem Bestreben, die Schicklichkeit zu wahren. Hier kommt auch ein gewisser Humor mit in die Geschichte, die die Mordermittlungen auflockert und den Leser immer mal wieder schmunzeln läßt.

Ganz interessant fand ich, dass der Autor mit Pastor Lorenz Mechlenburg und Reiseschriftsteller Georg Kohl reale Figuren in seine Geschichte aufgenommen hat, die gelungen mit dem fiktiven Mordfall verknüpft werden. Seine Figuren, bis hin zu den Nebencharakteren hat der Autor mit Ecken und Kanten versehen und so individuelle Personen geschaffen, die sehr lebensnah und realistisch erscheinen. Da sind der brummigen Kapitän Lindhorst, der cholerischen Strandvogt, die undurchsichtige Kräuterfrau Meta, Außenseiter Nickels, der für fast alle der Sündenbock ist und Tycho Mechlenburg, der gegen den dominanten Vater aufbegehrt und der schmierige Händler Poppenbüttel um nur ein paar zu nennen. Geschickt schildert der Autor hier die Verflechtung der einzelnen Figuren untereinander und die Dynamik des dörflichen Lebens in so einer abgeschiedenen Gegend, wo die Menschen doch ziemlich isoliert leben.

Der Krimifall ist recht undurchsichtig und je mehr Kohl und Dina zu Tage fördern um so mehr Verdächtige finden sie, daher bleibt die Mördersuche bis zum Schluß spannend und interessant, am Ende werden aber alle losen Fäden zusammen geführt und der Mord schlüssig aufgelöst. Lediglich die Frage, ob Dina und Georg Kohl noch zusammen finden, bleibt offen oder der Phantasie des Lesers überlassen. Im April diesen Jahres erscheint ja ein weiterer historischer Krimi des Autors, vielleicht wird diese Frage ja dort geklärt.

FaziT: ein spannender historischer Krimi mit einem gelungenen historischen Hintergrund, der bestens unterhält und eine Mördersuche vor eher ungewöhnlicher Kulisse bietet.
leseratte1310 zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«17.09.2014
Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl sucht auf Amrum Grundlagen für sein neues Buch. Schon bei der Anreise mit dem Pferdewagen durchs Watt entdeckt die Gesellschaft einen Toten. Es handelt sich um den Postläufer. Die Verletzung lassen an eine Hinrichtung denken.
Strandvogt Hinrich Gulderling hat wenig Interesse an der Klärung dieses Todesfalles, versucht es gar als Unfall darzustellen. Keiner scheint dem toten Postläufer nachzutrauern, denn er war sehr unbeliebt. Kohls Neugier ist geweckt und er betreibt eigene Ermittlungen. Dabei unterstützt ihn Dina Martensen, die auf der Insel lebt. Sie decken einige Geheimnisse auf und bringen sich damit in Gefahr.
Schon die Beschreibung der Fahrt durchs Watt gibt einem eine gute Vorstellung der gruselige Atmosphäre. 1845 gehört Amrum zum dänischen Königreich und unterliegt damit der dänischen Gesetzgebung, die vom Strandvogt durchgesetzt werden muss. Die Nichteinhaltung der Verbote (wie Austern oder Strandgut sammeln) werden daher streng geahndet. Das Leben auf der Insel wird anschaulich beschrieben. Die Menschen dort haben es nicht leicht. Das knappe Auskommen wurde gerne durch das Erbeuten von Strandgut aufgestockt.
Der sympathische Kohl ist schon aufgrund seines Berufes ein neugieriger und wissbegieriger Mensch. Die junge Dina Martensen hat das Herz auf dem rechten Fleck und kümmert sich um Nickels, einen Waisenjungen, der ziemlich verwahrlost ist und den die Bewohner fälschlicherweise für dumm halten. Nickels zeigt dann, was in ihm steckt. Strandvogt Gulderling ist ein harter und nicht gerade sympathischer Mensch, der auch etwas zu vertuschen hat. Die Kräuterfrau, die über alles im Bilde ist, ist auch eine interessante Figur.
Ich mag die Kombination aus Krimi und historischem Roman sehr gerne. Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Das Leben der kleinen Gemeinschaft mit allen Stärken und Schwächen wird sehr schön geschildert.
Die Spannung baut sich langsam auf und steigert sich bis zum überraschenden Schluss.
Ein toller und spannender historischer Krimi mit interessanten Figuren.
tigerbea zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«10.09.2014
Der Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl will über die Insel Amrum einen Bericht schreiben. Schon auf der Fahrt durchs Watt zur Insel finden er und seine Mitreisenden einen Toten. Der Postläufer liegt im Watt. Er wurde mit einer Harpune erdolcht, mit einer Axt erschlagen und mit Treibholz ins Watt gespießt. Johann beginnt auf der Insel Nachforschungen über den Toten zu stellen. Mit Hilfe der jungen Dina und dem Waisenkind Nickels deckt er so manches Inselgeheimnis auf. Bis die drei die Schuldigen entlarven können, müssen sie so manche Gefahr unbeschadet überstehen.

Die Geschichte ist unheimlich interessant. Sie führt in eine Zeit, in der die friesischen Inseln vom Tourismus noch um Welten entfernt waren. Die Menschen mußten hart arbeiten um zu überleben. Die Frauen waren für diese Zeit sehr selbstbewußt. Schließlich mußten sie alleine zurechtkommen, wenn ihre Männer auf See waren. Für Spannung ist auch gesorgt. Sie baut sich langsam auf und zum Schluß geht es richtig rund. Das ist genau so, wie ich es mag. Deshalb bekommt dieses Buch von mir 100 %!
Igelmanu66 zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«06.09.2014
Ein tolles Buch! Ich hatte viel Spaß beim Lesen! Der Krimi-Handlung fehlte nichts, es gab für mich jede Menge Aspekte, die zum Miträtseln einluden. Wer konnte ein Motiv haben, wer die Gelegenheit? Was steckt hinter all den Gerüchten, die über den Toten, den Standvogt und den Dünenjungen Nickels verbreitet werden? Es blieb spannend bis zum Schluss, der eine ordentliche Auflösung hatte und dabei nochmal überraschte.

Wichtig auch die starken Charaktere, von denen wir hier gleich mehrere haben. Neben dem Schriftsteller gibt es hier beispielsweise die junge Dina Martensen, eine starke und selbstbewusste Frau, die Johann unterstützt und sich zudem für einen jungen Außenseiter einsetzt. Auf einer Insel mit einer überschaubaren Menge an Bewohnern und einem Vogt, der ganz sicher nicht zum Sympathieträger taugt, sind das sehr mutige Aktionen!

Natürlich ist auch der Vogt zu erwähnen. Ob man ihn mag oder nicht – Eindruck hinterlässt ein Mann wie er immer. Dann gibt es eine alte „Kräuterfrau“, die den nicht vorhandenen Arzt ersetzt und über wirklich jeden Tratsch informiert ist, den es so auf der Insel gibt. Weiter geht es mit einem sittenstrengen Pastor, seinem rebellischen Sohn und natürlich Nickels, dem oben schon erwähnten Außenseiter, der mein absoluter Lieblingscharakter war.

Schön fand ich auch, wie hier die Stimmung in den Dorfgemeinschaften dargestellt wird. Dieses Getratsche, die Lästereien, die Vorurteile – schlimm, aber absolut glaubwürdig.

Wie es sich für einen guten historischen Krimi gehört, gibt es den passenden zeitlichen Rahmen für die Handlung. Der Alltag ist von harter körperlicher Arbeit geprägt, beinahe jede Familie ist Kummer und Leid gewöhnt. Gleichzeitig kann sich ein leidenschaftlicher Leser über Tischgespräche freuen, die sich um die damals aktuellen Werke von Hans Christian Andersen oder Charles Dickens drehen. Noch weitere berühmte Namen werden auftauchen und ich wünsche jedem viel Spaß beim Entdecken dieser Textpassagen! Ich hatte ihn jedenfalls.

All das findet dabei vor einer wirklich beeindruckenden Kulisse statt. Denn natürlich gibt es reichlich Schilderungen der Natur, der Dünen, des Watts. Ich sah in meinem Kopfkino mächtige Wolkenformationen über den Himmel ziehen, fühlte den starken Wind im Gesicht… Auch wenn wir es hier mit dem Amrum des 19. Jahrhunderts zu tun haben, merkt man deutlich, dass der Autor diese Insel sehr mag.

Fazit: Eine spannende Spurensuche zwischen Dünen und Watt! Dieser historische Amrum-Krimi bekommt eine volle Leseempfehlung von mir.
robberta zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«06.09.2014
Wundervoller historischer Who-done-it Krimi der die historischen Begebenheiten authentisch und spannend mit den Amrumer Besonderheiten verbindet. Jede Menge Verdächtige in einer einsamen Insel-Atmosphäre.
Die neblig gruselige Überfahrt von Föhr nach Amrum ist wirklich toll vom Autor beschrieben worden und man fühlte sich als Leser auf die Insel versetzt.
Johann und Dina begeben sich auf eine wirklich gefährliche aber auch sehr spannende Mörderjagd.
Die fiktive historische Geschichte ist spannend und erinnert mich an "Mord im Orientexpress"
Gerhard Taudor zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«04.09.2014
Ein Buch wie ein Film. Alles ganz plastisch, man meint den Nebel und die Feuerstellen in den Friesenhäusern zu riechen. In der armen Landschaft aus Äckern und Dünen macht sich der Reiseschriftsteller Kohl auf, zusammen mit der Friesin Dina den Mörder zu finden, der den Postläufer im Watt erschlagen hat. Eine Polizei gibt es auf Amrum nicht, und der Strandvogt möchte alles als Unfall abtun.
Dicht, glaubhaft, gut recherchiert, tolles Krimipersonal, dabei kaum Klischees. EINEN Logikfehler hab ich gefunden :-) Sonst... ein Extragutes Buch
Monika Brühl zu »Volker Streiter: Das Geheimnis des Strandvogts«04.09.2014
Das Buch bietet alles, was mich an einem historischen Roman begeistert.
Historische Infos (hier zum Leben auf den nordfriesischen Inseln unter dänischer Krone) wurden gut in der spannenden Geschichte verpackt. Greifbare Charaktere, mit denen man sich sofort versteht. Die einfühlsame Darstellung eines Vollwaisen und Dünenstreuners ist großartig gelungen, nachvollziehbare Handlungen und Motive der Beteiligten lassen keine Fragen offen. Eine immer wieder düstere Atmosphäre liegt auf der Insel, der Mord am Postläufer bleibt bis zum Schluss rätselhaft, die Aufklärung überrascht sogar.
Eine wunderbare, intensive Reise in die Zeit.
Ihr Kommentar zu Das Geheimnis des Strandvogts

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.