Das Geheimnis der fünf Frauen von Ulrike Ladnar

Buchvorstellungund Rezension

Das Geheimnis der fünf Frauen von Ulrike Ladnar

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Das Geheimnis der fünf Frauen“,, 470 Seiten.ISBN 978-3839216507.

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Kurzgefasst:

Im November 1893 wird ein angesehener Wiener Bankier ermordet in seiner Bibliothek aufgefunden. Am Tatort stößt Inspektor Karl Winterbauer auf fünf seit ihrer Kindheit befreundete Frauen und ahnt bald, dass alle ein Geheimnis haben. Allmählich wird aus seinem Misstrauen Sympathie und er beginnt, an ihre Unschuld zu glauben. Da geschieht ein zweiter Mord – und wieder sind nur die fünf Frauen am Ort des Verbrechens. Das Leben des Inspektors treibt einem gefährlichen Strudel entgegen ...

Das meint Histo-Couch.de: „Fünf Frauen und ein Inspektor“83

Rezension von Bettina Weiß

Fünf Frauen begehen einen Mord und schweigen standhaft? Ende November 1893 wird Inspektor Karl Winterbauer in das Haus einer angesehenen Bankiersfamilie gerufen: Der Hausherr liegt ermordet auf dem Diwan in der Bibliothek und am Tatort trifft er auf fünf eigenwillige Frauen. Diese sind seit der Kindheit miteinander befreundet und keine will etwas von dem Mord mitbekommen haben. Aber alle haben ihre Geheimnisse und machen dem Inspektor und seinem Assistenten Felix von Wiesinger die Ermittlungen sehr schwer. Sie alle hatten Kontakt zu dem Toten oder standen ihm nahe und hatten Gründe, ihn zu töten. Nur, haben sie oder eine von ihnen es auch getan?  

Der Inspektor verliert die Distanz

Inspektor Winterbauer ermittelt im Umfeld der fünf Frauen und der Kontakt zu jeder einzelnen wird sehr nahe und so kommt er ihren Geheimnissen, die ein Motiv für den Mord sein könnten, auf die Spur und verliert zunehmend die Distanz zu ihnen. Jede einzelne zieht ihn in ihren Bann und als ein zweiter Mord geschieht und wiederum nur die fünf Frauen anwesend sind, scheinen ihm die Ermittlungen endgültig zu entgleiten.

Die fünf Titelheldinnen repräsentieren ganz unterschiedliche Lebensentwürfe, in einer Zeit, in der erstmals Emanzipation und eigene selbstbestimmte Lebensentscheidungen für Frauen möglich scheinen. Da ist die Aristokratin, die sich als Frauenrechtlerin sieht und doch nicht ohne den privilegierten Lebensstand auskommen kann. Oder die Ehefrau, die sich nicht unterdrücken lässt und auch in der familiären Bank ihre Position einfordert. Oder die Malerin, die sich nicht länger verleugnet und schmerzvoll schließlich doch zu ihrer eigenen künstlerischen Sprache bekennt. Oder die Ermittlerin, die ihren Teil zum Erhalt einer Familie beiträgt, und schließlich die Wirtin und Konditorin, die gleichberechtigt mit dem Ehemann das Unternehmen leitet und zur Blüte führt.

Gefährliche Nähe

Die Morde bleiben dabei sehr lange rätselhaft und der Inspektor und sein Assistent aus der besseren Gesellschaft müssen sich auf das ganz unterschiedliche Milieu der fünf Frauen einlassen und ihre Motive hinterfragen. Inspektor Winterbauer kommt dabei jeder einzelnen Tatverdächtigen gefährlich nahe und scheint zu einer objektiver Beurteilung der Geschehnisse nicht mehr in der Lage.

Die Nähe führt zur Aufklärung

Der Roman ist dabei in Gänze nicht nur aus dem Gesichtspunkt der Krimihandlung, sondern vor allem aus dem Aspekt der Psychologie und des Zeitgeistes sehr spannend. Die Handlung wird ruhig aufgebaut und es wird viel Zeit auf die verschiedenen Näheverhältnisse des Inspektors zu den fünf Frauen verwendet. Die Ermittlungen kommen voran, kommen langsam voran und schlussendlich verhilft genau das Vertrauensverhältnis zwischen dem Inspektor und den fünf Frauen dazu, den Mörder zu finden.

Insgesamt ein sehr interessanter ruhiger Roman mit Kriminalhandlung, der Aufbruchsgeist und die beginnende Emanzipation erahnen lässt und nicht nur im Inspektor lange nachklingt. 

Ihre Meinung zu »Ulrike Ladnar: Das Geheimnis der fünf Frauen«

Enrico zu »Ulrike Ladnar: Das Geheimnis der fünf Frauen«25.04.2015
Nachdem in Ulrike Ladnars beiden ersten Romanen Frauen die Opfer waren, sind es in diesem Roman Männer, die zu Tode kommen. Aber nicht nur die Spannung bei der Aufklärung dieser Verbrechen, macht den Roman lesenswert, sondern die Einblicke, die die Autorin in die Lebensschicksale und das Innenleben von fünf Wiener Frauen gibt, von denen jede ihr Geheimnis hat. Wieder trägt auch die Darstellung des Zeitkolorits (dieses Mal mit Blick auf die Frauenbewegung) zur Qualität des Romans bei. Dazu kommt, dass mit der Figur des ermittelnden Inspektors Winterbauer ein Mann ins Spiel kommt, den die fünf Frauen zunehmend in ihren Bann ziehen. Mit seinem Assistenten Von Wiesinger ist eine Verknüpfung zu den etwas später spielenden ersten beiden Romanen hergestellt. Und wieder gelingt der Autorin ein überraschender Schluss. Mir hat dieser Roman von Ulrike Ladnar bisher am besten gefallen.
venatrix zu »Ulrike Ladnar: Das Geheimnis der fünf Frauen«21.03.2015
Emittler Winterbauer und sein Assistent Felix von Wiesinger werden zu einem toten Historiker und Bankeigentümer gerufen. Schnell ist klar, dass der Mann während der Anwesenheit von fünf Frauen ermordet wurde.
Diese fünf Freundinnen verbindet ein Geheimnis. Die beiden Polizisten ermitteln. Winterbauer fühlt sich zu allen hingezogen.
Kurz nachdem man sicher sein kann, dass keine der Frauen die Täterin sein kann, passiert im selben Haus ein weiterer Mord. Und wieder sind die fünf Frauen zur Tatzeit im Haus.
Werden Winterbauer und Von Wiesinger die Morde und das Rätsel um die fünf Frauen lösen?

Ulrike Ladnar entführt uns in das Wien knapp vor der Jahrhundertwende. Die Kluft zwischen arm und reich, adelig und bürgerlich ist groß. Die Scheinmoral ebenso. Nichts ist so wie es scheint, manches lediglich ein Potemkinsches Dorf.
EInfühlsam schildert die Autorin die einzelnen Figuren. Kommissar Winterbauer ist sehr sympathisch angelegt. Auch der Assistent, der uns aus den bereits vorab erschienenen (Nachfolge)Romaane "Wiener Vorfrühling" und "Wiener Herzblut" bekannt ist, wird facettenreich geschildert.
Die fünf Frauen präsentieren sich ungewöhnlich, couragiert, nicht immer ihrem Stand angemessen, aber liebenswert.
Für Leser(innen), die sich vom Wien um 1900 angesprochen fühlen, sehr empfehlenswert.
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