Angelica

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2007, Titel: 'Angelica', Originalausgabe

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Elke Röhrig
Geschliffen geschriebene philosophische Abhandlung

Buch-Rezension von Elke Röhrig Nov 2007

Die junge Verkäuferin Constance lernt den Wissenschaftler Joseph Barton kennen und steigt durch ihre Heirat mit ihm in die höhere Gesellschaft auf. Doch die Ansicht, damit das große Los gezogen zu haben, gerät zunehmend ins Wanken - denn als Mitglied der besseren Londoner Gesellschaft muss sie sich an gewisse Regeln halten. Als sie nach mehreren Totgeburten endlich das ersehnte Töchterchen Angelica in den Armen hält, ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Und dann geschehen merkwürdige Dinge...

Angelica

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Letzte Kommentare:
28.09.2012 19:34:34
Chrisu

Eine kleine Verkäuferin heiratet einen Mann aus besseren Kreisen, bekommt nach ein paar Fehlgeburten dann endlich eine Tochter, die jetzt 4 Jahre alt wird. Und irgendwie läuft das ganze Leben aus dem Ruder.

Der Autor beschreibt hier einen Lebensabschnitt der englischen Familie Barton in der viktorianischen Zeit. Eingeteilt hat er diese Geschichte in 4 Gruppen, oder 4 Akte, wie eine Bühnendarbietung.

Der 1. Akt schildert die Geschichte von Constance Barton, ihre Wahrnehmung der Ereignisse, als ihre Tochter Angelica aus dem elterlichen Schlafzimmer verbannt wird. Im 2. Akt findet die Geschichte von Anne Montague Gehör, eine frühere Schauspielerin, die sich jetzt als beratende Spiritistin sieht. Der 3. Akt umfasst die Geschehnisse aus der Sicht von Joseph Barton, der Hausherr und Vater von Angelica. Der 4. bzw. Schluß-Akt ist Angelica gewidmet. Ihre Sichtweise bringt Licht in das Dunkel dieses Buches.

Ich hatte teilweise große Probleme mit dem Schreibstil des Autors, der meines Erachtens ziemlich eigen, aber wahrscheinlich der damaligen Zeit angepasst ist. Und auch die blumige Sprache war gewöhnungsbedürftig und manchmal zu viel des Guten.

Die Thematik selber ist natürlich sehr bewegend und sicher auch in der heutigen Zeit.

Also ein Buch mit faszinierendem Inhalt, aber nicht so einfach zu lesen.

24.01.2010 10:58:17
toma

Die Zeitschrift PETRA bezeichnet dieses Buch, laut Klappentext, als „Ein faszinierendes Portrait des viktorianischen Zeitalters“
Ich nehme an, dass „Angelica“ aus diesem Grunde in der Sparte „historischer Roman“ gelandet ist und bei den meisten Lesern
(und der Rezensentin) von vorn herein falsche Erwartungen weckt/e.

„Historisch“ ist an diesem Buch nur, dass die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Frau Ende des 19.ten Jahrhunderts für die Beziehung des Ehepaares Barton eine entscheidende Rolle spielt.
Männer und Frauen der Mittel- und Oberschicht hatten jeder einen eigenen Bereich, von dem der Ehepartner wenig wusste.
Der Mann sorgte für die Familie und teilte der Frau ihr Haushalts- und Taschengeld zu, die Frau „schenkte“ ihm Kinder, führte sein Haus, leitete die Dienstboten an und pflegte gesellschaftlichen Umgang mit Ihresgleichen.

Constance Barton, in einem Heim aufgewachsen und gezwungen, für ihren Lebensunterhalt als Verkäuferin zu arbeiten, erreicht durch ihre Heirat einen höheren Stand, wird aber von der Gesellschaft nicht anerkannt. Einsamkeit und Langeweile sind die Folgen.
Als sie auch noch in ihrer (wie SIE meint) wichtigsten Aufgabe, einen Sohn zur Welt zu bringen, versagt, klammert sie sich an ihre 4jährige Tochter Angelica und beschwört damit die Krise in der Beziehung zu ihrem Mann herauf.

Wie bereits hier gesagt, beschreibt der Autor diese Krise aus der Sicht von 4 Personen, die alle die gleiche Geschichte erzählen.
Ich als Leserin habe also Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt aller Protagonisten.
Hatte ich zunächst auf Constances Seite gestanden, mich über ihren Mann aufgeregt und mit IHR gelitten, musste ich bei SEINER Darstellung der Dinge dann meine Meinung überdenken und zugeben, dass ich auch für IHN Verständnis hatte.
Also das alte Sprichwort von den „zwei Seiten einer Medaille“ ….

Stil und Sprache des Buches sind hier schon angesprochen worden, dem kann ich mich nur anschliessen.
Ich habe mich aber zeitweise gefragt, ob „Angelica“ wirklich von einem MANN geschrieben wurde …
Arthur Phillips einfühlsame Schilderung von den „Abgründen der weiblichen Psyche“ hat mich tief beeindruckt.
Ich gebe diesem Buch 90°

22.01.2010 17:42:56
olympia

Der Umschlagtext enthält im Wesentlichen den Inhalt dieses Buches.
Constance, eine junge Verkäuferin in einem Schreibwarengeschäft, lernt den gesellschaftlich wesentlich höher gestellten Forscher Joseph Barton kennen und heiratet ihn. Nach einigen Fehlgeburten wird dann doch ihr Töchterchen Angelica geboren. Constance geht ganz in ihrer Mutterrolle auf und lässt das Kind auch im elterlichen Schlafzimmer nächtigen. Joseph hält dies eines Tages nicht mehr aus und ordnet Constance an, alle Sachen von Angelica in das Kinderzimmer umzuräumen und teilt ihr auch seinen Beschluss mit, dass das Kind ab sofort in diesem Zimmer schlafen wird. Constance fügt sich. Aber dann geschehen merkwürdige Dinge, die die junge Frau völlig aus der Fassung bringen und sie versucht Hilfe zu finden...

Was erwartet man nach so einer Kurzbeschreibung für ein Buch? Etwas mystisch Spannendes? Ein Intrigenspiel des Ehepartners? Irgendwie ist man schon auf dem richtigen Weg, aber was letztendlich wirklich hinter all dem steckt, offenbart sich erst beim Lesen des Buches.
Phillips schreibt in einer sehr feinen geschliffenen Sprache, so dass man kein Problem hat seiner Erzählung zu folgen. In dieser Geschichte geht es aber nicht um irgendwelche banalen, spannenden Ereignisse, sondern wesentlich mehr um psychologische Charakterzeichnung. Das Buch ist wie ein Theaterstück aufgebaut. Vier Akte sind zu sehen, wobei den ersten Akt Constance, den zweiten Anne Montague, den dritten Joseph und den vierten und letzten, Angelica erzählt. Alle Figuren berichten dieselben Ereignisse und doch bekommt der Leser das Gefühl, immer eine andere Geschichte zu erfahren.
Die ganze Aufmerksamkeit des Lesers ist gefordert, da der Autor viele kleine Details mit eingebaut hat, die sich einem oft erst nach vielen Seiten erschließen und zusammenfügen lassen.
Das Buch spielt zwar im viktorianischen London, aber dennoch ist dies für mich kein Buch das in das Genre der historischen Romane gehört. Das 19. Jahrhundert bietet lediglich den idealen Rahmen, da die gesellschaftliche Stellung und die damit verbundenen Regeln eine sehr große Rolle spielen. Weder von politischen Ereignissen der Zeit, Alltagsgewohnheiten oder auch das exakte Aussehen der Protagonisten wird man erfahren. Man darf sich keinen simpel erzählten Roman erwarten, denn dann wird man ziemlich enttäuscht werden.
Arthur Phillips hat mit diesem Werk ein Kammerspiel geschaffen, welches Einblick bis in die hintersten Wände des charakterlichen Kleiderschrankes bietet und mit einer Ansammlung von Kleidungsstücken wie Einsamkeit, Sehnsucht, Schmerz oder Selbstverleugnung, aufwartet. Tiefpsychologisch hervorragend erzählt und mit ausgefeilten Figuren, liefert der Autor mit diesem Buch ein kleines, literarisches Juwel.
Wer gehobene Erzählkunst und Empathie in Perfektion zu schätzen weiß, sollte dieses Buch unbedingt lesen!

12.06.2009 20:57:32
arthez

Ein beeindruckendes Buch, klug und spannend bis zum überraschenden Ende. Sprache, Aufbau und Stil heben sich wohltuend vom Allerlei ab, lange weiß der Leser nicht wohin die Reise führt, Schauereffekte wechseln sich mit Krimi-Elementen ab, der Autor schafft es immer wieder und bis zum Schluss der Geschichte neue Wendungen zu geben. Durch die geringe Anzahl der Handelnden und Orte hatte ich oft das Gefühl ein Theaterstück zu lesen, aber eines das mich nicht losließ.

Von mir gibts 88 Grad.