Die Frau des Apothekers

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2011, Titel: 'Die Frau des Apothekers', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Geschichte um einen mysteriösen Todesfall mit deutlichen Schwächen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jan 2011

Kurzgefasst:

Hamburg 1898. Die 18-jährige Louise erträgt es kaum mehr: Ihr Mann Raoul Paquin, ein angesehener Apotheker in den Fünfzigern, ist in den vergangenen Wochen unausstehlich geworden. Dann wird eines Morgens Paquin tot im Badezimmer aufgefunden, an seinem Hals klafft eine Wunde. Hat sich der sichtlich verwirrte Mann die Kehle durchgeschnitten? Nachdem sich herausgestellt hat, dass Paquin vergiftet worden ist, beginnen die Spekulationen - alle im Umfeld des Apothekers scheinen verdächtig zu sein, auch die junge Witwe. Sie entlässt das aufsässige Personal und übernimmt die Leitung der Apotheke, während die Polizei nach dem Täter sucht...

 

Louise ist geschockt: Nicht nur, dass ihr wesentlich älterer Ehemann Raoul Paquin eines unerwarteten Todes stirbt, seine Familie nutzt dies auch gleich, um der jungen Witwe ihr Erbe streitig zu machen. Nicht genug damit: Sie wird von der streitlustigen Verwandtschaft des Giftmordes bezichtigt. Immerhin hätte sie erhebliche Vorteile gehabt - hätte Raoul nicht in letzter Minute ohne das Wissen seiner Frau das Testament geändert. Hilflos steht die junge Louise den Ereignissen gegenüber, doch da findet sich mit der selbstbewussten Frauenrechtlerin Amy Harrington eine unerwartete Verbündete.

Unglaubwürdiger Plot

Die Geschichte beginnt überzeugend. Louise sitzt im Gefängnis und denkt über ihre Situation nach. Dabei erzählt sie den Lesern, wie sie die Frau des wesentlich älteren Apothekers geworden ist. Hier blitzt aber bereits ein Klischee durch, das aufhorchen lässt: die Waise Louise - arm aber bildschön - hat keine andere Wahl, als dem Werben Raouls nachzugeben. Der gutherzige Gatte vermag zwar nicht ihr Herz zu gewinnen, aber zumindest ihre Zuneigung. Wäre dies das einzige Klischee, vermochte man es der Autorin verzeihen. Doch es ist nur der Auftakt zu einer ganzen reihe platter, unspektakulärer Figuren, die sich im Umfeld des Trauerhauses tummeln. Und so vermag der Plot wenig zu begeistern.

Naive Heldin sinkt an die Brust ihres Liebhabers

Mehr als ein befremdetes Stirnrunzeln ruft dann die Verbindung Louises zum treuen Sekretär des Hauses auf. Sie ist ihm zwar gefühlsmässig nicht zugetan, sinkt ihm aber gleich am ersten Abend nach ihrer Rückkehr aus dem Gefängnis an die Brust und gibt damit nicht nur dem Gesinde, sondern auch der lauernden Familie genug Grund, in dieser Liebschaft ein Motiv zu orten. Louise muss hilflos mit ansehen, wie die Dienerschaft ihr den Dienst verweigert. Wenn da nicht die tatkräftige, aber in ihrer charakterlichen Ausgestaltung genauso blasse Frauenrechtlerin Amy Harrington und der in ihrem Fahrwasser segelnde Anwalt wären, erginge es Louise übel. Diese Mischung ist denn doch des Guten zuviel.

Bestechender Hintergrund

Fast könnte man meinen, man halte mit Die Frau des Apothekers einen seichten Liebesroman in Händen, der nicht einmal besonders unterhaltend ist. Doch da ist noch der historische Hintergrund. Und der ist - im Gegensatz zu Louises Geschichte - bestechend erzählt. Die Autorin schildert die Hintergründe des Apothekengewerbes und geht detailliert auf die Umstände ein, mit denen die nun verwaiste Apotheke zu kämpfen hat. Auch die geheimnisvolle Kammer, deren Inneres Louise schon lange erforschen wollte, passt ins Bild. Hier sind die Feinheiten des Romans angesiedelt und sorgen dafür, dass die Geschichte nicht ganz so konturenlos vor sich hindümpelt.

Geübte Feder

Charlotte Sandmann schreibt zweifellos mit geübter Hand. Der Roman liest sich leicht, ohne dass er sprachlich gar zu einfach gestrickt wäre. Allerdings fällt Die Frau des Apothekers auch sprachlich deutlich ab von den bisherigen Werken der Autorin. So ist man geneigt, diesen Roman eher als Ausrutscher zu bezeichnen, denn als gelungenes Werk in einer mittlerweile ganzen Reihe von sensiblen und überzeugenden Romanen. Dass absolut im Dunkeln bleibt, wer sich hinter dem Pseudonym "Charlotte Sandmann" verbirgt und der Umstand, dass die bisherigen Romane deutlich besser gelungen sind als Die Frau des Apothekers, lässt gar die Frage aufkommen, ob hier verschiedene Autoren am Werk sind. Auf jeden Fall wünschte man sich die Charlotte Sandmann zurück, die mit Kalte Zärtlichkeit, Paradies in Flammen und Die Erbin überzeugen konnte.

 

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