Tod im Weinkontor

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • , 2004, Titel: 'Tod im Weinkontor', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Kurzweiliger Ausflug ins mittelalterliche Köln

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jan 2011

Kurzgefasst:

Köln im Jahre 1474: Der Geistliche Andreas Bergheim kehrt nach längerem Rom-Aufenthalt in seine Heimatstadt Köln zurück. Dort erwartet ihn eine traurige Nachricht. sein bester Freund, der Ratsherr und Weinhändler Ludwig Leyendecker, hat sich das Leben genommen. Er soll mit dem Teufel im Bunde gewesen sein, tuschelt man hinter vorgehaltener Hand. Elisabeth Bonenberg zweifelt am Selbstmord ihres Bruders Ludwig und bittet Bergheim um Hilfe, er soll sich heimlich Einblick in die Unterlagen der erzbischöflichen Inquisition verschaffen. Die Ermittlungen des jungen Geistlichen führen ihn schließlich zum Aussätzigenheim Melaten vor den Toren Kölns, in dem Ulrich Heynrici, ein ehemaliger Ratsherr, den Küsterdienst versieht. Dort erfährt Bergheim von den zwielichtigen Geschäften der Witwe Barbara Leyendecker, die, gemeinsam mit einigen Kölner Kaufleuten, in ein wahnsinniges Komplott verstrickt zu sein scheint. Kann Andreas Bergheim den rätselhaften Tod seines Freundes aufklären? Und welches Geheimnis umgibt Elisabeth, deren schönes Antlitz den Kaplan auch im Traum nicht mehr loslässt...

 

1474 - Nach zweijährigem Studium der Theologie im fernen Bologna kehrt Andreas Bergheim als Kaplan der Pfarrkirche Sankt Kolumba nach Köln zurück. Doch bereits am nächsten Tag erfährt er von Elisabeth Bonenberg, dass ihr Bruder Ludwig Leyendecker angeblich Selbstmord begangen haben soll. Andreas und Ludwig waren zeitlebens beste Freunde und so fällt es Andreas schwer zu glauben, dass Ludwig mit dem Teufel im Bunde stand und sich deshalb erhängte. Elisabeth bedrängt Andreas ihr zu helfen, denn sie glaubt, dass ihr Bruder ermordet wurde und dass dessen allzu lebensfrohe Frau Barbara daran beteiligt war.

Ludwig war ein angesehener Ratsherr und Kaufmann, der sehr erfolgreich mit Wein handelte. Allerdings schaffte er sich zahlreiche Feinde, nachdem er sich im Stadtrat mit teils unlauteren Mitteln für die Verhansung der Stadt aussprach. Köln durfte somit zwar weiter Handel mit England betreiben, wurde aber gleichzeitig aus der Hanse ausgeschlossen. Ein Handel vor allem in den norddeutschen Hansestädten war somit unmöglich geworden. Nicht wenige Kaufleute mussten ihre Geschäfte daraufhin aufgeben. Eine erste vielversprechende Spur führt Andreas vor die Tore der Stadt, genauer gesagt zum Leprosenhaus des Melatenfriedhofes.

Während Andreas in Köln vorsichtig Erkundigungen einholt, macht sich Elisabeth gemeinsam mit ihrem Mann Heinrich auf den Weg nach London. Heinrich erhofft sich gute Weinverkäufe, Elisabeth hingegen will Kontakt zu einem alten Geschäftspartner ihres Bruders, Edwyn Palmer, aufnehmen. Doch dieser befindet sich auf Geschäftsreise in Köln und so trifft sie nur auf dessen Frau Anne. Diese gesteht Elisabeth, dass sie ihren Mann verdächtigt Ludwig ermordet zu haben, da sie dessen Geliebte war...

Spannendes und fühlbares Mittelalter

Auf nicht einmal 230 Seiten versteht es Michael Siefener, der bislang vorwiegend fantastische Romane schrieb (siehe phantastik-couch.de), einen weitgefächerten Spannungsbogen aufzubauen. Da jedoch bereits auf dem Buchrücken von einem "wahnsinnigen Komplott" die Rede ist, verwundert es kaum, dass man die Lösung bestenfalls ansatzweise vermuten kann. Ebenso ordentlich wie der Plot ist die Darstellung der Stadt Köln im ausgehenden Mittelalter, in welche man förmlich hineingezogen wird. Es stinkt auf den Straßen, wer nicht aufpasst landet schnell in einem Haufen Kot, und der Dombau will ebenso wenig vorangehen wie die Fertigstellung von Sankt Kolumba, an deren Altar noch immer gearbeitet wird.

Zunächst gibt es nur einen Erzählstrang aus der Sicht des Protagonisten Andreas Bergheim, einem jungen Kaplan, der nach und nach leichte, bisweilen für einen Geistlichen irritierende Gefühle für Elisabeth entwickelt. Diese jagt nicht nur den Mörder ihres Bruders, sondern muss sich zudem den körperlichen Begehrlichkeiten ihres Ehemannes erwehren, der sie auch nach drei Jahren Ehe bislang nicht anrühren durfte. Als Elisabeth gemeinsam mit Heinrich nach England aufbricht, teilt sich der Erzählstrang. Andreas recherchiert in Köln, Elisabeth sucht in London nach Antworten. Der durchaus spektakuläre Showdown spielt dann wieder im Herzen Kölns, wo es gilt, das bereits erwähnte Komplott zu verhindern.

Fühlbares Mittelalter, echter als versetzter Wein und ein lebendiges Köln sind die Ingredienzien dieses spannenden und lesenswerten Romans. Michael Siefener hat spätestens mit dem vorliegenden Buch den Beweis erbracht, dass er nicht nur fantastische Romane schreiben kann.

 

Tod im Weinkontor

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