Die fernen Stunden

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Diana, 2010, Titel: 'The Distant Hours', Originalausgabe

Couch-Wertung:

78

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Daniela Loisl
Viel Geduld ist gefragt, bevor es spannend wird

Buch-Rezension von Daniela Loisl Dez 2010

Kurzgefasst:

London 1939: Als die ersten Bomben auf die Stadt fallen, befindet sich die zwölfjährige Meredith mit einer Gruppe evakuierter Kinder auf dem Weg nach Kent, wo sie Zuflucht bei einer fremden Familie findet. Staunend und eingeschüchtert zieht sie auf das herrschaftliche Milderhurt Castle, wo die siebzehnjährige Juniper mit ihren Zwillingsschwestern und ihrem Vater, dem bekannten Schriftsteller Raymond Blythe, lebt. Sie taucht ein in eine Welt der Geschichten und der Fantasie - bis etwas geschieht, das das Leben des Mädchens für immer verändert. Nie ist sie nach Milderhurst zurückgekehrt, doch das Auftauchen eines lange verschollenen Postsacks führt ihre Tochter Edie auf die Spur einer geheimnisvollen Vergangenheit. Innerhalb der düsteren Gemäuer kommt mehr ans Licht, als Edie sich je hätte vorstellen können. Damals geriet auch die Welt der jungen Juniper Blythe aus den Angeln, doch vielleicht ist es noch nicht zu spät, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen.

 

Edith Burchill, genannt Edie, Lektorin eines kleinen Verlages, ist bei ihrer Mutter zu Besuch, als diese einen verloren geglaubten Brief nach über fünf Jahrzehnten erhält, der sie in Tränen ausbrechen lässt. Edies Mutter, eine sehr distanzierte Frau, erklärt Edie, dass sie diesen Brief von Juniper Blythe bekommen hat, die sie 1941 als zehnjähriges Mädchen in Schloss Milderhurst aufgenommen hat, als es üblich war, Kinder aus London zu evakuieren. Edies Mutter berichtet, dass Juniper damals selbst erst 17 Jahre alt war und mit ihren beiden älteren Zwillingsschwestern und ihrem Vater im Schloss gelebt hat. Als ihre Mutter nicht näher auf die damalige Geschichte eingehen möchte, beginnt Edie, deren Neugierde angefacht ist, selbst Nachforschungen anzustellen und findet schnell heraus, dass Raymond Blythe der Autor des sehr bekannten Kinderbuches "Die wahre Geschichte des Modermanns" war. Immer mehr geht Edie in die Vergangenheit zurück und will das Rätsel um den "Modermann" unbedingt lösen, nicht ahnend, welch umfassende Geheimnisse sie dadurch ans Tageslicht befördern wird.

Ein immens schleppender Beginn

Wer von der Autorin schon Das geheime Spiel oder auch Der verborgene Garten gelesen hat, wird seine Erwartungen auch dementsprechend hoch in den neuen Roman gesetzt haben. Das Buch beginnt auch zweifelsfrei vielversprechend, da die Autorin es geschickt versteht, mit dem Prolog die Neugierde zu wecken. Als dann die eigentliche Erzählung beginnt wartet man voller Ungeduld auf eine spannende Geschichte. Leider stellt Kate Morton diese auf eine lange Probe, denn es zieht sich alles ziemlich zäh dahin.

Der Leser begleitet Edie auf eine Fahrt zu Schloss Milderhurst und man lernt die drei alten Schwestern Seraphine, Persephine und Juniper kennen. Es plätschert alles dahin und man hätte all diese Begebenheit gut und gerne um gut 150 Seiten raffen können. Man ist nicht selten verleitet, das Buch einfach abzubrechen, denn mindestens 250 Seiten Durchhaltevermögen ist gefragt, bis die Geschichte endlich an Fahrt aufnimmt und der Leser zumindest annähernd das geboten bekommt, was er sich von der Autorin erhoffte. Morton zieht das Tempo an, verliert sich zwischendurch aber des Öfteren in zu ausschweifenden Beschreibungen.

Mehrere Erzählstränge fordern die Aufmerksamkeit

Kate Mortons Bücher gehören sicher nicht zu den Literarischen Highlights, aber die Autorin versteht es selten wie andere, ihre Leser in eine andere Welt zu entführen und sie mitten unter ihre Figuren zu platzieren. Auch wenn die Spannung etwas zu wünschen übrig lässt, so veranschaulicht sie den Schauplatz des Geschehens auf unvorstellbar realistisch und greifbarer Weise. Man sieht Schloss Milderhurst vor sich, spürt die drückend melancholische Atmosphäre und die Beklemmung, die die alten Gemäuer verursachen.

Das gegenwärtige Geschehen, das im Jahr 1992 angesiedelt ist, erzählt Edie selbst. Ihr folgt man, als sie versucht, hinter das Geheimnis ihrer Mutter und der drei Schwestern zu kommen. Man sieht ihre Mutter mit ihren Augen und ist geneigt, Partei zu ergreifen, nur um später feststellen zu müssen, dass man eben nie urteilen kann, wenn man nicht beide Seiten kennt.
In den anderen Erzählsträngen geht man zurück ins Jahr 1941 bzw. 1939 und ist damit Edie einen Schritt voraus. Kate Morton beherrscht es großartig, die Perspektiven zu wechseln, ohne den roten Faden entgleiten zu lassen. Dennoch ist aufmerksames Lesen gefordert, da man auch verschiedene Figuren begleitet.

Vielschichtige Figuren

Mortons Buch lebt von den Gefühlen und Empfindungen ihrer Protagonisten, und diese hat sie auf exzellente Weise lebendig werden lassen. Persephone, genannt "Percy", handelt rational und ohne Rücksicht auf Gefühle, Seraphine, genannt "Saffy", ist die schwache und gefühlvollere der Zwillingsschwestern, und dann ist da noch Juniper, von allen nur "June" gerufen, die Exzentrikerin, die ihren beiden Schwestern das Leben nicht gerade einfach macht. So klar auch alle Figuren strukturiert scheinen, bekommt der Leser Schritt für Schritt gezeigt, dass nichts so ist wie es scheint und die Figuren wesentlich tiefgründiger sind als es zu Beginn den Anschein hat. Jede für sich hat ihre Eigenheiten, ihre Stärken und Schwächen und auch ihr kleines Geheimnis. Aber nicht nur die Hauptdarsteller, sondern auch alle Nebenfiguren sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, so dass man sich wahrhaftig in der Geschichte wähnt.

Das Gesamtgefüge der Geschichte ist intelligent durchdacht und in sich stimmig, so dass sich am Schluss alles glaubwürdig und zu der Geschichte passend, aufklärt. Leider gelingt es der Autorin nicht, den Leser von Beginn an an das Buch zu fesseln, so dass leider die Gefahr besteht, dass das Buch vorzeitig abgebrochen wird. Dies wäre aber schade, denn auch wenn etwas Durchhaltevermögen gefragt ist, so ist die Geschichte selbst bezaubernd und packend und entschädigt für die am Beginn zähe Lesezeit.

 

Die fernen Stunden

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Letzte Kommentare:
04.12.2016 22:54:50
Henriette H.

Die reinste Gruselgeschichte im Stil der "Gothic Novel"! Eine sehr alte, völlig degenerierte Familie, deren Mitglieder alle bis auf eine Person psychisch krank sind. Ein Hausgeist in Gestalt eines schlammigen Monsters, das an Schlossmauern hochklettert, um sich unschuldiger Kinder zu bemächtigen... Das ist alles viel zu dick aufgetragen, und außerdem ist die ganze Geschichte sehr langatmig. Der Schluss befriedigt auch nicht. Und was war nun eigentlich die "wahre Geschichte des Modermannes"? Frau Morton hat schon wesentlich bessere Romane geschrieben!

26.05.2014 12:40:36
B.c

Ich habe Die fernen Stunden gelesen und ich finde das Buch wirklich super..
Wenn ich in der Bahn sitze und umsteigen muss, denke ich mir immer, warum kann der Weg nicht länger dauern.. Ich wollte garnicht mehr aufhören zu lesen. Ich werde mir die anderen Bücher von Kate Morton kaufen und lesen. Dieses Buch hat mir sehr gefallen und Kate Morton gehört jetzt zu meinen lieblings Schriftstellerinnen. Sie soll weiterhin wunderschöne Romane wie "Die fernen Stunden" schreiben.. Ich bin schon auf die anderen Bücher gespannt *.*

04.08.2013 02:04:24
Doson yasa

Eine wunderschöne Geschichte über 5 verschiedene Frauen.
Spannung, Drama, liebe und Verzweiflung.
All das und noch die wunderschöne Umgebung. Man taucht ein in eine Welt die fast zu Real erscheint.
Ich habe es wirklich verschlungen.
Das Buch erweckt den Wunsch in einem den Picknick Korb zu packen eine kleine Decke und dann einem geheimen Ort zu entdecken wo man in alle Ruhe sich diesem Buch wenden kann.
Danke für dieses Werk! Großartig!!!

19.02.2013 20:58:27
dani.p

Ich habe den verborgenen Garten und die verlorenen Spuren gelesen und fand diese beiden Bücher super klasse - nur dieses fand ich sehr schwach. Ich weiß auch nicht, aber dieses hat mich nicht gefesselt. Schade - aber wenn es wieder ein Buch von Kate Morton gibt, liegt es unverzüglich auf meinen Nachttisch :) Aber für die fernen Stunden konnte ich mich nicht erwärmen..

22.10.2012 11:37:57
Marthe

Ich habe bisher auch nur dieses Buch gelesen und es war reiner Zufall, wie ich dazu kam. Aber ich fand es ganz wunderbar. Mal eine ganz andere Form von Krimi. Und ich liebe gerade die "ausschweifenden" Beschreibungen - das Lokalcolorit.
Für mich hatte dieses Buch viel Atmosphäre und ich war bis zum Schluß immer wieder neu am Rätseln, wie die Geschichte nun eigentlich war. Das Ende fand ich sehr überzeugend.

02.07.2012 07:54:23
Desirée

Mir haben "Die fernen Stunden" sehr gut gefallen (war allerdings auch mein erster Roman von Kate Morton u. ich kann daher nicht beurteilen ob die anderen beiden spannender waren).
Mich hat's von der 1. Seite an richtig gepackt, ich musste einfach weiterlesen, so begeistert war ich und schön gegruselt habe ich mich zwischendurch auch immer mal wieder.

Das mit den vielen verschiedenen Handlungssträngen kenn ich ja bereits von Charlotte Link u. von daher fand ich es ganz in Ordnung, sich da jedesmal neu "reinzudenken".

Ich persönlich kann's nur empfehlen, ist locker und leicht geschrieben - Spannung, Romantik, Krimi, von allem etwas dabei.

02.06.2012 18:05:40
Olivia

Ich muss leider sagen, dass "Die fernen Stunden" nicht so toll war, wie die zwei bisherigen Romane. Ich hatte mir sehr viel Spannung und Liebe erwartet, jedoch musste ich am Ende feststellen, dass es nicht der Fall war.
Zu aller erst, fand ich es nicht sehr gut geschrieben. Ich dachte, dass sich Kate Morton bei diesem Roman nicht so viel Mühe gegeben hatte; obwohl es ungefähr 700 Seiten hatte und damit das dickste Buch von ihr.

Aber auch die Geschichte hatte mir nicht besonders gut gefallen, ich weiß nicht woran es lag, aber es schien mir jemand anders gewesen zu sein, der dieses Buch geschrieben hatte :/

Ich möchte niemandem abraten, es NICHT zu lesen. Macht euch bitte selbst eure Meinung und schreibt das auf, was ihr denkt.
Jedes Buch ist einmal lesenswert, also riskiert es :)

20.02.2012 16:20:46
Maria

Ich habe mit dem Buch "der verborgene Garten " angefangen. Ich war so begeistert von diesem Buch, dass ich unbedingt mehr von Kate Morton lesen wollte. Also holte ich mir auch "das geheime Spiel" und "die fernen Stunden".
Kate Morton versteht es immer wieder aufs Neue, ihren Leser in den Bann zu ziehen. Ich war nicht mehr gewillt das Buch aus der Hand zu legen. Selten findet man einen Schriftsteller mit dem man sofort harmoniert. Ich liebe alle drei Bücher und ich bin gespannt auf mehr! "Die fernen Stunden" selbst, habe ich nicht als langartmig oder gar langweilig am Anfang empfunden. Der Anfang bietet einem die Chance alle Characktere kennen zu lernen und sich ein malerisches Bild zu machen. Dank der tollen Beschreibungen gelingt das sehr sehr gut. Die Geschichte ist vom ersten Wort an spannend. Besonders kommt man in den Genuss der Atmosphäre, wenn es draußen regnet und man es sich gemütlich in einem bequemen Stuhl,in einer kuschligen Decke gemütlich macht. Es ist gänzliche eine andere Welt, die man betritt. Ein Zauber, der auch mit dem letzten Wort nicht gleich erlischt. Ich danke Kate Morton für ihre Kreativität. Die Kunst des Schreibens ist ein Geschenk. Ich hoffe, wir bekommen noch zahlreiche Geschenke dieser Art von ihr!

21.01.2012 22:33:40
Marion Th.

Habe das Buch als das das Dritte von ihr gelesen und war auch von Anfang an in der Geschichte gefesselt und empfand keinerlei Langeweile oder Langatmigkeit. Perfekt, um einfach in eine andere Welt abzutauchen. Ich mag den Erzählstil der Autorin sehr. Und wer mag immer so anspruchsvolle Kost lesen? Das Leben ist anspruchsvoll genug!

15.01.2012 17:58:56
PrinzessinPing

Die fernen Stunden ist mein erstes Buch von Kate Morton, mit Sicherheit werde ich mich aber auch um die beiden anderen angesprochenen bemühen. Die angesprochenen Längen im vorderen Teil konnte ich nicht erkennen, ich war von Beginn an begeistert und kann mich nur meinen Vorschreiberinnen anschließen.

13.11.2011 16:05:57
findefüchsin

Das Buch "Die fernen Stunden" von Kate Morton hat mir nicht so gut gefallen wie "Der geheime Garten", aber auf jeden Fall besser als "Das geheime Spiel".
Faszinierend fand ich die Beschreibung der 3 Schwestern, deren Denken und Lebensweise, und wie sie durch äußere Umstände und Erziehung gezwungen sind, ein Leben zu führen, das sie so eigentlich gar nicht wollten. Das hinterläßt Spuren. Sie werden verschroben und sind mehr oder weniger dann auch geistig nicht mehr gesund. Wunderbar auch das Hin- und Herspringen zwischen den verschiedenen Zeiten, wie das ja auch bei den anderen Romanen von Kate Morton der Fall ist.
Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, obwohl es zwischendurch Passagen gibt, die mich eher etwas langweilten, bereue ich es keinesfalls, das Buch gelesen zu haben.

07.08.2011 13:50:52
Cecilia

Das neue Werk von Kate Morton habe ich mir als Hörbuch von Esther Schweins vorlesen lassen. Meine Autofahrt verging wie im Fluge und ich war wieder beeindruckt von den Beschreibungen der Orte und Charakteren. Esther Schweins Stimme unterstreicht die Spannung der Geschichte, die Besuche im Schloss waren somit ein besonderes Erlebnis. Es ist ein Genuss der bildlichen Sprache zu lauschen und ich habe immer noch das alte Schloss, die Ladys und sogar die Pension und ihre Besitzerin vor Augen. Die Schreibweis und die verzwickten Zusammenhänge sind berauschend und ich freue mich auch Kate Mortons erstes Buch noch zu lesen.

13.07.2011 22:52:29
babilui

Nachdem ich das geheime Spiel gelesen habe und "Der verborgene Garten" immer noch mein Lieblingsbuch ist, konnte ich mir natürlich das aktuelle Buch von Kate Morton nicht entgehen lassen. Die Geschichte fing wirklich vielversprechend an und ging auch interessant weiter, jedoch hat anfangs eine wirkliche Geschichte gefehlt. Mir hat das Buch trotzdem gut gefallen, die verschiedenen Erzählstränge machen es lebhaft, jedoch ist es auch sehr anstrengend, die Geschichte zeitlich richtig zu ordnen. Am Ende steht wieder eine vom aussterben bedrohte Familie, man erkennt spätestens im 3. Werk klar ein Muster in allen Büchern von Kate Morton. Dieses kommt zwar nicht an den verborgenen Garten ran, ist aber durchaus gelungen und ein sehr feinfühliger Roman.

24.05.2011 13:11:53
tedesca

Erneut hat Kate Morton bewiesen, dass sie wunderschöne Romane schreiben kann. Wie auch schon in "Der verborgene Garten" und "Das geheime Spiel" bewegen wir uns zwischen zwei Epochen - den frühen Kriegsjahren und den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts.
Edie Burchill, eine junge Verlegerin, entdeckt plötzlich die geheime Vergangenheit ihrer Mutter, die eng in Zusammenhang mit der "True Story of the Mud Man" steht, einem Jugendbuchbestseller aus den 20er-Jahren, dessen Autor und seine drei Töchter ein furchtbares Geheimnis umgibt. Anhand von Briefen, Tagebüchern und Gesprächen mit den alten Damen löst sich schön langsam ein Faden nach dem anderen aus dem Wirrnis von verschleiterten Tatsachen und enthüllt nicht nur ein Drama aus Liebe, Eifersucht und Enttäuschung.
Morton beschreibt mit viel Liebe England, seine Landschaften und vor allem die wunderschönen alten Herrenhäuser, die wirklich greifbar vor dem inneren Auge entstehen. Ebenso liebevoll zeichnet sie ihre Charaktere, allen voran die drei altjüngferlichen Schwestern, jede auf ihre Art liebenswert und mysteriös.
Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag, bevor man nicht auf der letzten der 670 Seiten angelangt ist. Unterhaltungsliteratur auf höchstem Niveau, für mich in einer Rige mit Daphne du Maurier und Vicki Baum. Ein besonderes Zuckerl für alle, die gerne über Gehemnisse, Bücher und alte Briefe lesen!

09.02.2011 18:41:51
adhara

Welch eine starke Geschichte! Kate Morton legt mit "Die fernen Stunden" einen Roman vor, der zwar einem an Mainstream angelehnten Muster entspricht, jedoch in einem höchst überzeugenden Masse ein über Generationen hinweg fesselndes Beziehungsgeflecht offen legt. Was als nette, wenn auch gut geschriebene Geheimnis-Geschichte beginnt, entwickelt sich zu einem sensiblen Roman über verschiede Formen von Wahnsinn. Das feine Gespinst der vergangenen Tragödien offenbar sich nach und nach - und lässt die Leser nachdenklich werden.
Um diesen Roman in all seinen Facetten geniessen zu können, muss man bereit sein, sich voll darauf einzulassen. Dann aber darf man sich über eine sensibles und starkes Buch freuen.

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