Irrwege

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • , 2010, Titel: 'Irrwege', Originalausgabe

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86

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Daniela Loisl
Ein spannender zweiter Band um das Leben des Novizen Faolán

Buch-Rezension von Daniela Loisl Dez 2010

Kurzgefasst:

In Begleitung seines treuen Gefährten Konrad wird der Benediktinernovize Faolán in das streng reglementierte Columbankloster verbannt. Dort scheint jedoch nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen, und Tag für Tag wächst auch Faoláns Sorge um Svea, seine große Liebe. Von dieser Furcht getrieben, entwickelt Faolán einen gefährlichen Fluchtplan um den eigenartigen Columbanbruder Clemenza. Etwa zur selben Zeit befindet sich der Edelherr Brandolf auf der Suche nach dem verschollenen Grafensohn Rogar, dessen ermordetem Vater er einst den Eid geleistet hat, sich um den Knaben zu kümmern. Doch der Mörder von damals lässt nichts unversucht, um dies zu verhindern. Eines Tages trifft der Edelherr auf zwei verwahrloste Pilger, deren Identität einige Fragen aufwirft, während Prior Walram, Graf Rurik und dessen Sohn Drogo bereits neue Ränke schmieden. Allerdings rechnet keiner von ihnen mit dem Einfluss jener Männer, die einst für den Überfall auf die Grafenburg verantwortlich gemacht wurden ... bis das Schicksal ihre Wege kreuzt!

 

Irrwege, der zweite Band nach Brudermord der Eiswolf-Saga, schließt exakt dort an, wo der erste Band endet. Faolán und sein bester Freund Konrad werden auf Betreiben Prior Walrams vom Kloster verbannt. Abt Degenar, der den beiden helfen wollte, konnte nichts dagegen tun und so kommen die beiden ins Kloster Culamban, welches Walram ganz bewusst ausgesucht hat, wurde doch auch er selbst dort sehr streng erzogen. So landen die beiden Freunde in der abgelegenen und sehr düsteren Abtei, vom Abt eindringlich gebeten, sich anzupassen, denn er werde sein Möglichstes tun, um die beiden wieder in ihr Heimatkloster zurückzubekommen. Da die beiden aber wissen, dass es sogar für Degenar schwer sein würde sie zu befreien, planen sie schon bald ihre Flucht.

Wenige Jahre davor erhält weit entfernt, auf der Insel Björko, der Ritter und Jarl Bjoren einen Auftrag von dem Weisen Jorund. Diesem haben die Götter vorhergesagt, dass eines Tages ein weißer Wolf das Volk bedrohen werde und Bjoren diesen nun suchen soll. Dies gestaltet sich aber sehr schwierig, da der Wolf sehr schwer zu erkennen sein wird. So macht sich Bjoren mit seinen Männern auf eine weite Reise mit unbekanntem Ziel, denn die Götter sollen ihm den Weg weisen und zu dem besagten Wolf führen...

Sprachlich auf dem selben hohem Niveau wie schon der erste Band

Am Anfang des Buches ist man leicht irritiert, befindet man sich doch plötzlich in Birka, das im heutigen Schweden liegt. Nach dem Prolog, der in diese außergewöhnliche Szenerie führte, trifft man nun endlich wieder auf Faolán und Konrad und begleitet diese an den Ort ihrer Verbannung.

Wie schon im ersten Band besticht Holger Weinbach auch in Irrwege mit seiner bildhaften und klaren Sprache, die einem das frühe Mittelalter auf sehr eindrucksvolle und authentische Weise näher bringt. Das Kloster Columban, das historisch belegt ist, zeigt sich dem Leser als düsteres und feuchtes Gebäude und man scheint die beklemmende Atmosphäre, die schwere Arbeit zu der die Jungen genötigt werden und auch die strengen Erziehungsmethoden beinah selbst körperlich wahrzunehmen. Ohne große Beschreibungen und mit wenigen Worten gelingt es dem Autor, die ganze Peristase zu skizzieren und plastisch darzustellen.

Weinbach versteht es hervorragend, mit geschicktem Szenenwechsel die Spannung stets straff zu halten. So begleitet man einerseits Faolán und Konrad, aber bekommt auch Einblicke in die parallel laufenden Geschehnisse, die Drogo, Faoláns schlimmsten Feind, Brandolf, der auf seiner Burg lebt und nicht mehr daran glaubt, den Sohn des verstorbenen Grafen Rurik, Roger, zu finden und auch Svea, Faoláns große Liebe, betreffen.

Positive Entwicklung der Figuren

Der Wermutstropfen und damit größte Schwachpunkt des Debütromans Brudermord waren zweifelsohne die sehr schwarz/weiß gezeichneten Figuren. Holgar Weinbach scheint sich die Anregungen oder auch Kritiken seiner Leser zu Herzen zu nehmen und diese möglichst umzusetzen. So wird man erfreulicherweise feststellen, dass die Figuren sich entwickeln. Faolán als Protagonist bleibt natürlich einer der "Guten". Drogo aber, dessen ungemeinen Hass und Bösartigkeit man nicht nachvollziehen konnte, wird auch von einer anderen Seite beleuchtet und man bekommt einen glaubwürdigen Einblick in sein Seelenleben, und obwohl sich einem so manche seiner Handlungen erklärt, wird man sich mit ihm nicht anfreunden. Auch bei Rurik, Drogos Vater, darf der Leser eine überraschende Änderung miterleben, die auf den weiteren Verlauf der Erzählung bestimmt noch großen Einfluss haben wird.

Es geschieht viel im zweiten Teil, und auch der Name des Buches Eiswolf-Saga scheint sich langsam zu erklären. Weinbach wartet mit allerlei Wendungen auf, die dem Leser die Lust am Weiterlesen erhalten. Die Erlebnisse der beiden Novizen sind interessant zu lesen und man darf getrost sagen, dass man förmlich in die Vergangenheit eintaucht. Etwas auf der Strecke bleiben leider die historisch politischen Hintergründe der Zeit, was aber angesichts der gut erzählten Geschichte in flottem Tempo und sehr schönem Erzählstil zu verzeihen ist.

Positiv anzumerken ist auch noch die Karte am Beginn des Buches, auf der man die Reise Bjorens und auch Brandolfs nachverfolgen kann. Und das Personenregister am Ende des Buches erweist sich als sehr hilfreich. Dass es natürlich ein Manko ist, dass man noch ein paar Jahre warten wird müssen, bis der 6. und damit letzte Band der Eiswolf-Saga erscheint, ist wohl verständlich. Dennoch ist es die Geschichte wert, den langen Zeitraum durchzuhalten.

 

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