Dieses goldene Land

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2010, Titel: 'This Golden Land', Originalausgabe

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Sabine Bongenberg
Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Okt 2010

Kurzgefasst:

Aus der Enge des viktorianischen England flieht die Arzttochter Hannah in die Weiten Australiens. Schon auf der Überfahrt begegnet sie dem Naturforscher Neal, der eine Expedition in die unerforschten Regionen des fünften Kontinents führen will. Dort taucht er ein in die mystische Welt der Aborigines. Während Hannah noch um seine Rückkehr bangt, gerät sie selbst in die Hände von rauen Schatzsuchern. Mit ihnen zieht sie mitten hinein in das Herz der Wildnis...

 

Sicherlich hat jeder unterschiedliche Ansichten, was die Art und Weise seiner Nahrungsaufnahme angeht. Die einen essen gerne beim Franzosen, andere schwören eben auf die gute alte Hamburger-Bräterei. Wenn man sich andererseits für die amerikanische Variante entscheidet, darf man sich natürlich nicht wundern, wenn tatsächlich keine "haute cuisine" serviert wird. Sondern eben ein Burger. Aber auch bei Fast-Food darf man sicherlich erwarten, dass der Burger heiß und appetitlich ist und nicht nur aus einer usseligen Frikadelle und einem pappigen Brötchen besteht.

Im Bezug auf diese "kulinarische" Eröffnung ist es vermutlich nicht ungerecht, wenn man Barbara Woods Werke als - naja - eher Fastfood bewertet. Wenn man sich aber schon so entschieden hat, bleibt die Frage, ob der "Burger" wenigstens die an ihn gestellten Erwartungen erfüllt.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Von einem heißen Gericht ist dieser Roman weit entfernt. Barbara Wood entspinnt die Geschichte der jungen Hannah, die sich aufgrund unglücklicher Verwicklungen entschließt, England den Rücken zu kehren und im wilden Australien ihr Heil zu suchen. Wie es das Schicksal - oder die Autorin - will, begegnet sie schon auf der Hinreise einem aufregenden, dunklen Mann, aber ach, die Liebenden wollen einfach nicht zusammen kommen. Das Objekt von Hannah's Begierde hat sein Leben nämlich der Forschung und der damit verbundenen Erforschung des australischen Kontinents gewidmet und hat naturgemäß wenig Zeit, um sich um seine neue Eroberung zu kümmern. Diese scheint das aber auch mehr oder weniger mit Fassung zu tragen, muss sie doch ihre eigene Karriere als Hebamme, Forscherin im Dienste der Medizin, Heilpraktikerin und Karriereförderin einer misshandelten Dienerin verfolgen. Im australischen Märchenland ist es dabei nicht verwunderlich, dass Hannah alle ihre Ziele verwirklichen kann: Sie entdeckt die maßgebliche Bedeutung der Desinfektion bei der Krankenbehandlung, etabliert sich als angesehene Hebamme, das Heilpraktiker-Geschäft lässt auch nach einigen Anlaufschwierigkeiten nicht zu wünschen übrig und ihr geförderter aber entstellter Schützling entpuppt sich als begnadete Sängerin, die schließlich auch über ihre Herkunft triumphiert.

Austauschbarer Ort der Handlung

Grundsätzlich liegt es hier bei der Leserin oder dem Leser, ob ihm derartige leider vorhersehbaren Märchen zusagen. Bei einem Buch, das als der "Neue Australien-Epos" beworben wird, wäre es aber sicherlich wünschenswert gewesen, wenn der Autorin anschauliche oder lebendige Schilderungen des Landes und seiner Ureinwohner gelungen wären. Leider bleibt es aber auch bei diesem Aspekt bei einem frommen Wunsch. Barbara Wood kann lediglich Bilder anreißen, ohne dass es ihr gelingt, in die Tiefe zu gehen und dem Publikum tatsächlich lebendige Eindrücke zu vermitteln. So werden zum Beispiel die Traumpfade der Aborigenes in die Handlung eingebaut, doch bleiben diese Aspekte blass und profillos und schaffen es daher auch nicht, ein tieferes Verständnis für die Lebensweise der Ureinwohner zu schaffen. Insgesamt muss man den Eindruck gewinnen, dass Australien als Ort der Handlung willkürlich gewählt ist und im Prinzip vollkommen austauschbar ist, hätte Ort der Handlung im Prinzip genauso Schottland, Wales oder Niederbayern sein können. Allerdings wäre es hier natürlich wesentlich schwieriger gewesen, den jugendlichen Helden auf ausgiebige Forschungsreisen zu schicken.

Bei diesem relativ dünnbrüstigen Rahmen, muss es nicht überraschen, wenn auch die Liebesgeschichten, die zwangsläufig den roten Faden bilden, nicht sonderlich fesseln. In Barbara Woods Welt "verfallen" Männer noch Frauen beim ersten Ansehen, während diese auch nach langer sexueller Abstinenz auf den EINEN warten und allen Versuchungen widerstehen. Die Gründe für dieses Verhalten bleiben im Großen und Ganzen im Dunkeln bzw. lassen an der Klugheit gewisser Entscheidungen zweifeln. Wenn auch in Woods heiler Welt vollkommen klar war, dass die tugendhafte Hannah wohl kaum mit dem kriminellen Herumtreiber durchbrennen würde.

Where's the beef?

Als Fazit bleibt festzuhalten: Barbara Woods Roman ist literarisch gesehen tatsächlich wie ein Hamburger: Das Brötchen sah erstmal ganz gut aus, viel Fleisch war nicht drin und man hat ihn fix gegessen und noch fixer wieder vergessen.

 

Dieses goldene Land

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