Der Bund der Hexenkinder

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2010, Titel: 'Der Bund der Hexenkinder', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Von verbotener Liebe, Gewalt und dem harten Leben auf der Strasse

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2010

Kurzgefasst:

Salzburg im Jahr 1658: In einer eisigen Nacht wird die schwangere Sybilla von ihrer Mutter in eine Kutsche gesteckt, die sie nach Rosenheim bringen soll. Bevor die Kutsche abfährt, raunt die Mutter ihr noch zu, dass ihr Kind des Teufels ist. Sybilla hingegen hat sich längst entschieden, für ihr Kind zu sorgen. Zwanzig Jahre später beschließt dieses Kind nach Salzburg zurückzukehren, um seine Mutter zu rächen.

 

Robert leidet darunter, dass sich seine Mutter Sybilla eisern darüber ausschweigt, wer sein Vater ist. Sie war einst schwanger nach Rosenheim gekommen, und niemand hat je einen Mann an ihrer Seite gesehen. Der junge Mann ist gerade 20, als seine Mutter von einem zudringlichen Schiffsmeister niedergestochen wird. Robert, verzweifelt über den Tod seiner Mutter, die das Geheimnis um seinen Vater mit ins Grab genommen hat, übt Rache und muss fliehen. Begleitet wird er dabei von der jungen Helene und deren Sohn Adam. Denn schon seit langem ist Helene in Robert verliebt, er sieht in ihr zunächst nur eine unwillkommene Last. Auf dem Weg nach Salzburg, wo Robert seinen Vater vermutet, kommen er und Helene sich körperlich näher, was die Hoffnungen der jungen Frau schürt. Doch da begegnet Robert der Bürgerstochter Charlotte, die vor ihrem brutalen Ehemann geflohen ist und sich der Bettlergruppe, mit der Robert und Helene ziehen, angeschlossen hat. Mit dem Instinkt einer Frau erkennt Helene in Charlotte eine Rivalin und versucht, diese mittels Verrat aus dem Weg zu räumen. Doch die Situation gerät ausser Kontrolle.

Subtil aufgebaut

Autor Michael Wilcke stellt von Beginn an sein Erzähltalent unter Beweis. Er spielt in diesem subtil aufgebauten Psychodrama mit Tempi und Spannung, bleibt aber dem eigentlichen Erzählstrang treu. In den Mittelpunkt rückt der Autor vier Personen, die alle gegen dunkle Gestalten in ihrem Leben zu kämpfen haben. Während die an sich einfach gestrickte Witwe Helene der Einsamkeit entfliehen möchte und hofft, in Robert nicht nur einen Ehemann, sondern auch einen Vater für ihren Sohn Adam zu finden, fühlt sich der aufbrausende und in seiner ganzen Art zerrissene Robert von der Frau bedrängt. Sein Herz gehört der in guten Verhältnissen aufgewachsenen Charlotte, deren Träume nach der vom Vater arrangierten Hochzeit mit dem zwielichtigen Victor jäh zerplatzt sind. Denn schnell zeigt Victor sein wahres Gesicht und begegnet seiner jungen Frau, auf deren Mitgift er angewiesen war, mit ungehemmter Brutalität. Die vier Hauptprotagonisten sind teils durch greifbare Umstände (Ehe) aneinander gekettet, teils hat das Schicksal sie zusammen geschweisst. Gemein ist ihnen allen, dass sie nach Liebe hungern, nach Anerkennung und einer besseren Zukunft. Dies hat Michael Wilcke sehr geschickt mit der Geschichte um die Hexenverfolgung im Salzburg des 17. Jahrhunderts verknüpft.

Verzicht auf plumpe Effekthascherei

Beim Titel Der Bund der Hexenkinder kommt schnell der Gedanke auf, dass es sich hier um einen der nach dem klassischen Schema aufgebauten Hexenroman handeln könnte. Doch weit gefehlt. Zwar spielt das Thema durchaus eine Rolle im Roman, ist aber nicht so übermächtig, dass es alles andere überlagern könnte. Auch weicht die Geschichte von Anfang an vom Schema ab und lässt den Leser das Bestreben Roberts mitverfolgen, sich als gesuchter Verbrecher zu verbergen und dennoch die Suche nach seinem Vater weiterzuverfolgen. Diese Geschichte tritt zwar stellenweise in den Hintergrund und macht der Schilderung anderer Schicksale Platz, ist aber immer der zentrale Punkt, um den sich das Geschehen dreht. So wird hinter dem Roman eine konsequent gebaute Struktur deutlich. Dass Michael Wilcke beim Thema Hexenverfolgung auf jede Effekthascherei verzichtet, macht den Roman Der Bund der Hexenkinder umso lesenswerter.

Tolles Cover, misslungener Titel

Mit der Titelsetzung hat sich der Verlag hingegen keine Lorbeeren verdient. Wohl ist der Versuch erkennbar, von den gängigen Titel-Mustern abzuweichen, doch entspricht der Titel weder dem Inhalt noch der Tiefe des Romans. Der Klappentext trägt hier kaum zur Verbesserung bei. Sehr schön ausgefallen ist hingegen das Cover, das ohne abgeschnittene Frauengemälde auskommt. Angenehm ist auch die Karte zu Beginn des Romans, welche ein Mitverfolgen der Flucht von Robert und Helene möglich macht und auch Lesern, denen die Gegend nicht vertraut ist, ein anschauliches Bild der Gegebenheiten vermittelt. Erhellend ist schliesslich das Nachwort des Autors, das der wunderbar erzählten Geschichte noch einmal eine neue Färbung gibt.

Michael Wilckes Roman Der Bund der Hexenkinder richtet sich an ein erwachsenes Histo-Roman-Publikum, das es schätzt, ein fein gewirktes Gewebe von der Psyche der handelnden Personen präsentiert zu bekommen und dadurch nachvollziehen zu können, weshalb die Charaktere so handeln müssen, wie sie es tun. Geschrieben in einer leicht verständlichen Sprache verlangt der Roman aber nichts anderes als die Bereitschaft, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.

 

Der Bund der Hexenkinder

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