Die Tränen der Hoffnung

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2009, Titel: 'Kilmorna', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Ein zähflüssiges Sittengemälde des frühen 20. Jahrhunderts

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2010

Kurzgefasst:

Dublin, 1907: Die irischen Kronjuwelen sind verschwunden. Nur wenige Menschen hatten Zugang zum Tresor. Während der Ermittlungen lernt der Adelige Rodi die junge Brigid kennen, und sie verlieben sich. Doch Brigid ist bereits verlobt. Ihre unstandesgemäße Liebe zu Rodi hat keine Zukunft. Trotzdem flieht Brigid schließlich vor ihrem eifersüchtigen Ehemann - zu Rodi. Nach einer glücklichen gemeinsamen Zeit verlässt Rodi Irland Hals über Kopf und reist in seine Heimat Bulgarien.Seine Geliebte bleibt hochschwanger und allein zurück. Wie kann Rodi so etwas tun? Der Mann ihres Lebens! Nach und nach kommt ihr der Verdacht, dass Rodi etwas mit dem Diebstahl der Kronjuwelen zu tun haben könnte...

 

Die junge Irin Brigid ist von ihrer Familie dazu bestimmt, den Jugendfreund ihres Vaters zu heiraten. Bis sie den geheimnisvollen Adligen Rodopi Serrai kennenlernt, glaubt die junge Quäkerin, sich in die von ihren Eltern gewünschte Ehe mit Zachary schicken zu können. Doch Zachary spürt, dass seine junge Ehefrau, die seine Tochter sein könnte, ihm nicht so zugetan ist, wie er es sich wünscht. Nach einer Eifersuchtsszene flüchtet Brigid zu Rodopi, da sie sich von ihrer Familie verraten glaubt. Rodopi nimmt sich Brigid an und die beiden verbringen eine glückliche Zeit. Bis Rodopi plötzlich verschwindet. Da Rodopi zum Kreis jener gehört, die Zugang zu einem Tresor hatten, aus dem die Kronjuwelen verschwunden sind, kommt der Verdacht auf, er könne etwas mit der Sache zu tun haben. Brigid ist verzweifelt.

Zu wenig Struktur

Der Roman Die Tränen der Hoffnung liest sich weder flüssig, noch kommt wirklich Spannung auf. Dies könnte auch daran liegen, dass ihm teilweise die Struktur fehlt. Die Sprünge zwischen äußerst langatmigen und ausführlichen Szenen im Bedford Tower und den etwas - aber wirklich nur etwas - gefühlvolleren Szenen mit Brigid im Zentrum sind verwirrend und unangenehm. Immer wieder muss man sich in die Szene hinein kämpfen um sie ohne Bedauern bald wieder zu verlassen. Dieser ständige Szenenwechsel verleitet in höchstem Masse dazu, das Buch einfach beiseite zu legen.

Gutes Bild der Quäker

Gelungen ist der Autorin das Bild der Quäkergemeinschaft, zu der Brigid und ihre Familie gehören. Alexandra Jones verzichtet auf eine allzu verklärende Darstellung der bescheidenen und einfachen Leute, zeigt auch die Lebensfeindlichkeit der Gemeinschaft auf und den unterdrücken Lebenshunger Brigids oder ihrer Brüder. Die Beschreibung der Gesellschaft und ihrer verschiedenen Facetten sind es denn auch, die dem Buch Die Tränen der Hoffnung ein wenig Tiefe verleihen. Das Dublin von 1907 ist so gut beschrieben, dass viele Szenen mühelos nachempfunden werden können.

Nicht richtig einordnen

Leider lässt sich die Geschichte um Brigid und ihre Familie nicht richtig einordnen. Es ist weder ein Krimi noch ein Liebesroman und die historische Kulisse ist nicht in allen Bereichen glaubwürdig. Die Figuren des Romans bleiben platt, uninteressant und in vielen Belangen unglaubwürdig. Es gibt mehrere Szenen, in denen sich die Charaktere recht sprunghaft verändern, um später wieder in den bisherigen Trott zu verfallen. Da und dort kommt der Verdacht auf, dass die Autorin selber nicht so richtig weiß, wie sie ihre Figuren einordnen soll. Dazu kommt, dass etliche etwas schwülstige Liebesszenen auf dem an sich schon dünnen Eis eines historischen Romans einzubrechen drohen, um die ganze Geschichte in den Abgrund zu reißen.

Keine vertiefte Auseinandersetzung

Obwohl einzelne Züge erkennbar sind, sich mit den Themen - Quäker und ihre Lebensweise, unterschwellige Ausländerfeindlichkeit, Diebstahl der Kronjuwelen - ernsthaft zu beschäftigen, gibt es in diesem Roman keine vertiefte Auseinandersetzung mit der Sache. Dies ist irritierend, versucht doch die Autorin immer wieder, mit höchst ausführlichen Schilderungen das Leben in der Familie oder auch im Bedford Tower darzustellen. Diesen Schilderungen fehlt leider jede Spur von Pfiff, so dass sie einerseits eher einer geschichtlichen Abhandlung (Bedford Tower) und andererseits einer etwas undifferenzierten Liebesgeschichte (Brigid) gleichen.

So richtig warm werden dürften mit diesem Roman nur die Leserinnen, die sich mit Leib und Seele auf die Liebesgeschichte zwischen Brigid und Rodopi einlassen möchten und die ganze - allerdings oberflächliche - Dramatik dieser Liebe miterleben möchten. Allen anderen sei auf jeden Fall eine Leseprobe empfohlen, bevor sie zugreifen. Denn auch sprachlich hält man mit Die Tränen der Hoffnung kein Wunderwerk in Händen.

 

Die Tränen der Hoffnung

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