Das Buch Saladin

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 1998, Titel: 'The Book of Saladin', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Ein Ausflug in die orientalische Geschichte mit ein paar Schönheitsfehlern

Buch-Rezension von Birgit Borloni Jun 2010

Kurzgefasst:

Eine kalte Winternacht in Kairo im Jahre 1187. Nach dem Abendessen mit einem guten Freund geschieht das Unglaubliche: Der spätere Sultan Saladin klopft an die Tür des jüdischen Schreibers Ibn Yakub und erkundigt sich nach einem vertrauensvollen Chronisten, der nicht vor der Wahrheit zurückschreckt.

 

Kairo 1187: Ibn Yakub, ein jüdischer Schreiber, lebt mit Frau und Tochter in Kairo. Eines Abends, als er gerade mit einem Freund zusammensitzt, der dem Sultan dient, klopft eben dieser Herrscher an die Tür. Er ist auf der Suche nach einem vertrauenswürdigen Schreiber, der seine Worte so wiedergibt, wie er sie ihm diktiert. Auf Empfehlung seines Freundes nimmt der Sultan Salah al-Din Ibn Yakub in seine Dienste. Von nun an begleitet der Schreiber seinen Herrscher fast überall hin und hält sämtliche wichtigen politischen, aber auch privaten Ereignisse fest.

Geschickte Verwebung von Fiktion und Fakten

Sultan Salah al-Din (Saladin) lebte im 12. Jahrhundert und wurde zu einem der größten und bekanntesten Herrscher, der allerdings auch oft romantisiert und verklärt wurde. Tariq Ali nimmt in seinem Buch die bekannten Fakten über Salah al-Din als Rahmenhandlung und füllt sie mit Details aus dem Leben des Sultans, wie es gewesen sein könnte. Dabei lässt er nicht nur Salah al-Din zu Wort kommen, der seinem Schreiber diktiert. Auch einige andere Personen wenden sich an Ibn Yakub und berichten über den Herrscher. So kommen unter anderem der treue Gefolgsmann Shadhi, Salah al-Dins Frau Jamila, seine Konkubine Halima und einige andere zu Wort, die die Berichte des Sultans mit eigenen Anekdoten und Erinnerungen ergänzen. So entsteht nach und nach das Bild dieses legendären Herrschers.
Zudem erzählt Ibn Yakub auch aus seinem eigenen Leben, das durchaus nicht nur positiv verläuft. Seine Stellung bei Salah al-Din und seine häufigen Abwesenheiten haben tief reichende Folgen für sein Privatleben, das auch durch persönliche Tragödien erschüttert wird. Diese Episoden beleben das Buch und verhindern, dass die ganze Geschichte zu einseitig wird.

Ein Herrscher ohne Fehl und Tadel

Das einzige, was den Lesegenuss etwas trübt, ist die recht einseitige Darstellung Salah al-Dins. Auch wenn er bis heute als ein Mythos gilt, so ist die Schilderung seines über jeden Zweifel erhabenen Charakters auf Dauer doch etwas mühsam zu lesen. Es gibt nur wenige Ansätze, auch seine negativen Seiten aufzuzeigen, und dabei wird auch noch versucht, etwas Positives zu finden. Auch wenn diese Darstellung mit anderen, überlieferten übereinstimmen mag, so hätte eine etwas kritischere Sichtweise dem Buch keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil. Zumal Salah al-Din nach seinem Tode recht verklärt wurde.
Zudem wird sich der eine oder andere Leser an den recht freizügigen sexuellen Schilderungen stören. Egal ob Mann mit Frau, Mann mit Mann oder Frau mit Frau, mit Anspielungen, Erzählungen und einigen deutlichen Szenen wird nicht gespart. Auch mit sonstigen vulgäreren Sachen, wie Rülpsen oder Furzen, wir nicht gegeizt. Mag sein, dass das eine historisch korrekte Darstellung ist, doch auf die Dosierung kommt es an. Auch wenn das Buch keinesfalls in einen Softporno ausartet, wäre manchmal weniger mehr gewesen.

Insgesamt hat das Buch Potenzial, eine interessante und spannende Geschichte zu erzählen, nämlich die Kreuzzüge bzw. einen Teil davon aus muslimischer Sicht. Doch durch die allzu einseitige Darstellung Salah al-Dins und die allzu deutliche sexuelle Komponente vergibt der Autor hier die Chance, ein Werk vorzulegen, das alle Leser fesseln könnte.

 

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