Der gläserne Schrein

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2010, Titel: 'Der gläserne Schrein', Originalausgabe

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Annalena Brix
Dombau zu Aachen: Morde, Lügen und Liebe

Buch-Rezension von Annalena Brix Mär 2010

Aachen, 1414. Als bei Arbeiten in der neuen Chorhalle des Doms ein Gerüst einstürzt und bald Todesfälle und ein Giftanschlag zu beklagen sind, gerät schon bald der Goldschmied Bardolf Goldschläger in Verdacht. Marysa steckt sowieso schon  mitten in dem Schlamassel, um ihr Geschäft fürchten und sich allerhand Werber vom Leib halten zu müssen. Sie ist Witwe und führt den Reliquienhandel ihres verstorbenen Mannes alleine, was ihr allerdings ohne neuen Mann an ihrer Seite nicht lange gestattet ist. Die Sorge um ihren Stiefvater Bardolf ist eine zusätzliche Belastung und zugleich eine Ablenkung. Außerdem taucht der Mönch Christophorus überraschend wieder in Aachen auf und bringt Marysa durcheinander. Gemeinsam suchen sie nach den Schuldigen für die Vorfälle.

Alte Bekannte und neue Morde

Petra Schier knüpft an ihren Aachen-Roman Die Stadt der Heiligen an und serviert dem Leser neben historischem Kolorit erneut einen Kriminalfall und dazu auch eine Liebesgeschichte. Der fortschreitende Bau der Chorhalle des Aachener Doms im Jahre 1413 bietet den Ausgangspunkt für die Geschehnisse, bei denen man wieder einiges über die Intrigen des Klerus und die Lebensumstände der Zeit erfährt.

Die Figuren - allen voran Marysa - konnte man teilweise schon im Vorgängerroman kennenlernen, aber auch wer diesen nicht gelesen hat, wird schnell in die Geschichte finden. Mittelpunkt der Ereignisse sind Marysa und ihre Familie sowie der Mönch Christophorus, aber auch die Nebenfiguren erfreuen mit Seitenhandlungen.

Besonders gelungen sind die Protagonistin Marysa und Christophorus, deren Charaktere an Tiefe gewinnen, die sie im letzten Roman noch vermissen ließen. Die Geheimnisse von Christophorus und seine wachsende Zuneigung zu Marysa sind charmant verpackt und machen Spaß. Die Gegenspieler der beiden sind scharf gezeichnet und teils erheiternd, aber dabei nicht unbedingt originell. Nicht immer überzeugend ist der Kriminalfall, der durchaus Spannung verspricht, diese aber nicht immer einlösen kann. Durch den rasanten Verlauf der Geschichte und die angenehm lockere Erzählweise stört man sich allerdings wenig daran und ist schnell im Lesefluss.

Eindrucksvolle Geschichte eines Bauwerks: der Aachener Dom

Wer einmal im Aachener Dom stand, wird die Faszination verstehen, die Petra Schier beflügelt hat, den Dom und seine lange Geschichte zu einem historischen Angelpunkt ihres Romans zu machen. Der Bau der ursprünglichen Pfalzkirche fand bereits im 8. Jahrhundert statt, als Karl der Große sich in Aachen eine Residenz schaffte. Später folgten verschiedene Anbauten wie beispielsweise die gotische Chorhalle, die im Roman zum Tatort wird.

Auch wenn der Dom als Schauplatz der Geschichte nur eine Nebenrolle spielt, verknüpft die Autorin historische Fakten des Dombaus und anderer Ereignisse geschickt mit ihrer Geschichte und vermittelt damit einen glaubhaften geschichtlichen Hintergrund sowie Begeisterung für Details und Freude an der Erzählung.

Mischung zum Mitnehmen

Für Leser, die sich an historischer Atmosphäre und ansprechender Erzählweise erfreuen, sind bei Petra Schier genau richtig. Sie erzählt gewohnt charmant mit Freude an Worten und ihren Figuren. Eine Karte zur besseren Übersicht darf dabei genauso wenig fehlen, wie die eingestreuten mittelalterlichen Lieder, die dem Roman ein liebevolles Detail schenken. Die lockeren Dialoge liefern zwar keinen ausnehmenden Tiefgang, aber ausgezeichnetes Lesevergnügen. Der Autorin gelingt es abermals, eine unterhaltsame Mischung aus Kriminalfall, Zeitgeschehen und Liebesgeschichte sympathisch zu verpacken. Daher ist Der gläserne Schrein ein Buch, das man ohne Bedenken für eine vergnügliche historische Lesereise mitnehmen kann!

Der gläserne Schrein

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Letzte Kommentare:
24.03.2013 15:14:09
PMelittaM

Ein gutes Jahr ist vergangen seit den Ereignissen des Vorgängerbandes. Marysa hat noch nicht wieder geheiratet und betreibt sehr erfolgreich die Werkstatt ihres verstorbenen Mannes sowie ihren Reliquienhandel. Doch eine Witwe kann zur damaligen Zeit nicht unbegrenzt alleine einen solchen Betrieb führen, Marysa muss sich wieder verheiraten. Es gibt auch schon einige Interessenten, doch sie kann sich für keinen entscheiden. Auf der Dombaustelle kommt es zu mehreren Unfällen, bei denen es Verletzte und Tote gibt. Schnell wird der Verdacht laut, dass es sich hier um Sabotage gehandelt haben könnte. Als Marysas Stiefvater verdächtigt wird, muss sie handeln und da kommt es ihr gerade recht, dass der Mönch Christophorus wieder in Aachen ist.

Es handelt sich hier um den mittleren Band der Aachen-Trilogie. Die aus dem Vorgängerband bekannten Charaktere tauchen größtenteils wieder auf, einige haben eine interessante Entwicklung durchgemacht und auch manche der im ersten Teil aufgeworfenen Fragen werden hier beantwortet. Das Buch lebt vom gewohnt bildhaften Stil der Autorin und lässt sich wieder sehr flüssig lesen, wie gewohnt, mochte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Obwohl es sich um eine Fortsetzung handelt, kann man das Buch auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen, ein größeres Leseerlebnis bietet er aber schon, wenn man diesen kennt.

Petra Schier knüpft auch hier wieder an reale historische Gegebenheiten an, die sie geschickt mit der Geschichte ihrer Protagonisten verknüpft. Was daran wahr und was fiktiv ist, kann man im Anhang nachlesen, für mich immer eine großes Plus bei einem historischen Roman. Wie auch im Vorgänger hat die Autorin auch hier wieder ein im Roman erwähntes Rezept angehängt, ebenfalls eine feine Sache. Eine Karte und ein Glossar runden das Ganze bestens ab.

Ich bin nun sehr gespannt darauf, den dritten (und leider letzten Band) der Trilogie zu lesen. Allen Fans gut recherchierter historischer Romane sei das Buch sehr empfohlen.

02.02.2012 17:45:59
Ursula Schulte

Habe soeben das Buch " Der goldene Schrein gelesen. Mit dem Vorgänger "Die Stadt der Heiligen" eine spannende und interressante Lektüre. Einmal angefangen, möchte man gar nicht mehr aufhören zu lesen.Ich kann diese Bücher jedem Leser ans Herz legen, der historische Romane mit einem kriminellen Hintergrund liebt.