Die Welt ist im Kopf

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Diogenes, 2010, Titel: 'Die Welt ist im Kopf', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Ereignisreiche Reise nach Venedig

Buch-Rezension von Bettina Weiß Mär 2010

Kurzgefasst:

Im jahr 1818: Arthur Schopenhauer hat sein Manuskript schon vor Monaten bei Verleger Brockhaus abgeliefert, doch der will "Die Welt als Wille und Vorstellung" einfach nicht wie vereinbart drucken. Erbost reist der junge Philosoph aus Weimar ab und startet eine Reise von Dresden nach Venedig, von Goethe zu Lord Byron, über schroffes Gebirge und weite Täler ins Labyrinth der Kanäle - in den Strudel der Wirklichkeit.

 

Venedig, ein noch unbekannter Philosoph, ein schon legendärer Dichter und zwei Frauen namens Teresa, das ist der Stoff aus dem Christoph Poschenrieders Debütroman geschrieben ist. Nachdem gerade die Veröffentlichung seines Werkes Die Welt als Wille und Vorstellung von Verleger Brockhaus verschoben worden ist, reist Arthur Schopenhauer im Spätsommer 1818 enttäuscht von Dresden nach Venedig. Im Gepäck ein Empfehlungsschreiben Goethes an den berühmten Dichter Lord Byron, der ebenfalls in Venedig weilt. Die Reise mit der Postkutsche zieht sich über Wochen hin und führt über schroffes Gebirge und weite Täler. Einen Reisebegleiter findet Schopenhauer in dem Studenten Fidelis von Morgenrot, dem der Schalk im Nacken sitzt und der versucht, Schopenhauer aus seiner trübsinnigen Stimmung zu reißen. Bereits auf der Reise wird die österreichische Geheimpolizei, die auch Venedig besetzt hat, auf die Reisenden aufmerksam. Das Schreiben an Lord Byron, einen von der Besatzungsmacht geächteten, bringt auch Schopenhauer und Fidelis in Verruf und stellt sie unter Beobachtung.

Die Stadt der Kanäle - voller Schönheit und Überraschungen

In Venedig angekommen durchstreift der melancholische Philosoph die Stadt ziellos und macht dabei skurrile Bekanntschaften und schließt neue Freundschaften. Auf einer seiner Streiftouren lernt Schopenhauer Teresa kennen. Mit ihr ergründet er die Stadt nochmals neu und er entdeckt, dass in seiner bisherigen Betrachtung der Welt ein wichtiges Element gefehlt hat: die Liebe.

Christoph Poschenrieder stellt Schopenhauer von einer ganz anderen Seite vor, einerseits der nachdenkliche Philosoph, der sich bereits als legitimen Nachfolger Hegels sieht und von Goethe anerkannt wähnt, und andererseits der lebendige und sinnenfreudige junge Mann, der die Genüsse des Lebens entdeckt. Ihm gegenüber steht Lord Byron, der etablierte Dichter, der den Machthabern ein Dorn im Auge ist, was ihn jedoch allenfalls zu belustigen vermag, ihn aber nicht anficht. Zwischen diesen beiden Polen pendelt der Roman und zieht daraus seine Spannung. Zwischen Schopenhauer, dessen Selbstbild durch die verschobene Veröffentlichung seines Werks einen deutlichen Dämpfer erhalten hat, und Lord Byron, den legendären Dichter in finanziellen und persönlichen Schwierigkeiten.

Schopenhauers Philosophie in kleinen Dosen

Die Sprache ist anspruchsvoll, ohne belehrend zu sein, aber auch voller Humor und Ironie. Der Roman ist gespickt mit Zitaten aus Schopenhauers Philosophie. Diese sind wohl gewählt und fügen sich stimmig in den Lesefluss ein. Sie laden jedoch ein, die eine oder andere Stelle mehrfach zu lesen und zu verweilen. Es ist eine Freude, Schopenhauer auf seinen Streifzügen durch Venedig zu begleiten, ihm bei seinen Begegnungen über die Schulter zu schauen und zu beobachten, wie er sich Lord Byron nähert.

Insgesamt ein ganz besonderer philosophischer Roman, voller Witz und feinem Humor, der Lust macht, sich mit Schopenhauers Ideen zu befassen. Ein Buch, das es verdient hat, mit Ruhe und Zeit genossen zu werden, eine klare Leseempfehlung.

 

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