Das Geheimnis der Inselrose

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2010, Titel: 'Das Geheimnis der Inselrose', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Nette Liebesgeschichte vor interessantem historischen Hintergrund

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2010

Kurzgefasst:

"Suche junge Frau mit gutem Leumund für eine Stellung auf der Insel Wangerooge, die absolute Bindung erfordert. Angehörige willkommen." Für Wemke aus Jever ist die Annonce ein Glücksfall. Die Waise zieht 1854 mit ihrer kleinen Schwester auf die Nordseeinsel. Als sie sich in den jungen Jeels verliebt, bekommen beide die Abneigung der Insulaner zu spüren. Wemke muss mit dem ungewöhnlich begabten Mann das Geheimnis seiner Herkunft lüften, das seine Mutter mit ins Grab nahm.
Kann eine neue Liebe den windverwehten Spuren der Vergangenheit standhalten?

 

Tiefschürfende Literatur ist Das Geheimnis der Inselrose nicht. Aber ein unterhaltsames Leseerlebnis mit einem feinfühlig geschilderten Gesellschaftsportrait in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist es auf jeden Fall. Die junge Wemke muss für ihre wesentlich jüngere Schwester Freya sorgen, da die Eltern kurz nach Freyas Geburt starben. Für die junge Frau eine anspruchsvolle Aufgabe, ist sie doch in die Stellung einer alleinerziehenden Mutter gerutscht. So lässt sie sich auf ein Abenteuer ein, als in einer Anzeige eine junge Frau gesucht wird, um in einem mondänen Bad auf der Insel Wangerooge zu leben. Wemke, die gemäß dem abgeschlossenen Vertrag den Badearzt Konrad Hoffmann heiratet, hofft, dass sie so zur Ruhe kommen wird. Doch da ist der junge, ungebundene Arzt Jeels van Voss, der auf der Insel nach seinen Wurzeln sucht. Wemke verliebt sich.

Portrait einer Zweiklassengesellschaft

Wenn auch die Liebesgeschichte zwischen Wemke und Jeels den Roman dominiert, so bietet Jutta Oltmanns doch ein gut abgestütztes Portrait jener Zeit. Einerseits sind da die Inselbewohner, von der Autorin konsequent als Insulaner geführt, die froh darüber sein müssen, dass ein mondänes Bad Wangerooge touristisch erschliesst. Es bedeutet für die einfachen Leute der Insel Einkommen aber auch Abhängigkeit. Denn die Gründerin des Bades, Hofrätin Bartling, geht alles andere als feinfühlig mit der Inselbevölkerung um. Sie deklariert sie zu Menschen zweiter Klasse, die nur dazu da sind, die honorigen Vertreter der besseren Gesellschaft zu bedienen. Die Hofrätin führt aber auch bei ihren Bediensteten ein strenges Regime, und so herrscht hinter der lieblichen Kulisse des luxuriösen Inselbads eine Atmosphäre von Angst, Unterdrückung und Wut.

Gut ausgearbeitete Figuren

Jutta Oltmanns setzt auf das Zusammenspiel verschiedenster Charaktere, die der Geschichte spannende und liebevolle Momente verleihen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, werden als handelnde und fühlende Wesen wahrgenommen. Dies verleiht dem Roman eine Stärke, die die doch recht konventionelle Liebesgeschichte mittragen kann. Selbst die etwas gar konstruierte Situation Wemkes mit ihrer Schwester im Baby-Alter profitiert davon, dass Oltmanns die Charaktere so überzeugend gezeichnet hat. Schön ist, dass der Roman weitgehend ohne gekrönte Häupter und starke historische Figuren auskommt, sondern sich ganz dem "normalen" Volk zuwendet, sei es nun die bessere Gesellschaft oder die einfache Bevölkerung der kleinen Insel.

Mystik und Legenden

Sehr schön geht die Autorin mit dem Bereich Mystik und Legenden um. Sie nutzt dabei das "Seemannsgarn", das auf der Insel geknüpft wird, ebenso wie die Angst vor der weisen Frau. Dass diese Geschichten nicht in die Banalität abrutschen, sondern ihren Zauber bis zum Ende des Buches behalten können, beweist, dass die Autorin ihr Handwerk durchaus versteht.

Das Geheimnis der Inselrose ist ein sehr liebevoller Roman, der vor allem mit dem Hintergrund bezaubert und die Leser in eine Welt entführt, die ansatzweise vertraut scheint. Allerdings weist er klar den Charakter eines Liebesromans auf und dürfte jene Leserschaft, die auf handfeste Schlachten, politische Intrigen oder fließende Blutströme stehen, nicht wirklich ansprechen. Wer hingegen die feinen Töne mag, dem wird Das Geheimnis der Inselrose schöne Lesemomente bescheren.

 

Das Geheimnis der Inselrose

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Letzte Kommentare:
14.02.2014 14:25:14
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Mir hatte “Tochter der Insel” von Jutta Oltmanns schon ganz gut gefallen und ich war sehr gespannt auf dieses Buch, wobei es mich vom Klappentext jetzt nicht sooo angesprochen hat.
Bislang konnte mich Ostfriesland nicht reizen, aber die Landschaftsbeschreibungen haben wir sehr gut gefallen und jetzt würde ich mir furchtbar gerne mal Wangerooge anschauen.
Die Inselbewohner kennen die Gefahr, die das Meer ausüben kann und dann halten sie zusammen. Sie helfen sich gegenseitig und sie geben nicht auf, auch wenn das Meer mal wieder Häuser zerstört hat. Ich finde das sehr bewundernswert. Auf der einen Seite der Zusammenhalt und auf der anderen Seite diese Stärke.
Leider plätschert die Geschichte meistens so vor sich hin. Manchmal wird es etwas spannender, wenn Jeels etwas von seiner verstorbenen Mutter erfährt, aber ansonsten ist es ein sehr ruhiges Buch. Erst als es zu der großen Sturmflut kommt überschlagen sich die Ereignisse und man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende war dann richtig klasse.
Wir haben es mit unterschiedlichen Charakteren zu tun, wobei diese ganz klar entweder gut oder böse sind. Das war mir dann etwas zu sehr schwarz-weiß gemalt, denn jeder noch so böse Mensch hat auch seine guten Seiten.
An die Namen musste ich mich am Anfang etwas gewöhnen, da sich mir so nicht geläufig sind und wenn ich ehrlich bin, sie mir auch nach dem Buch nicht besonders gefallen. Sie wirken alle recht hart und kalt auf mich
Die Autorin schildert wunderbar das Leben der Klassengesellschaft. Zum einen gibt es den Kurbetrieb, wo die reiche Hofrätin schaltet und waltet, damit es ihren gut betuchten Gästen an nichts fehlt. Zum anderen gibt es die Inselbewohner, die leider auf die Hofrätin angewiesen sind, wenn sie überleben wollen. Diese Unterdrückung hat mich sehr schockiert, denn ich wusste gar nicht, dass es so etwas auf den Inseln gab. Natürlich gibt es verschiedene Beispiele dafür wie die Reichen die Armen unterdrücken und sie von sich abhängig machen wollen, aber ich war mir nicht bewusst, dass es so etwas auch in den Kurbetrieben gab. Sollte nämlich das große Kurhaus voll belegt sein, dann hat die Hofrätin den Inselbewohnern Gäste zugewiesen. Dass die Inselbewohner sich dann in ihrem eigenen Haus einschränken müssen, ist den hohen Herrschaften natürlich absolut egal. Und sollte es sich ein Inselbewohner mit der Hofrätin (übrigens ist das eine ganz unsympathische Person) verscherzen, dann bekommen sie keine Gäste mehr zugeteilt, was zu Geldproblemen führt.
Unsere Protagonistin Wemke hat vor kurzem ihre Eltern verloren und muss sich nun um ihre kleine Schwester kümmern. Sie kann nicht in Jever bleiben und da kommt ihr die Zeitungsanzeige genau richtig. Sie gibt ihr Leben auf, nur um ihrer Schwester eine Zukunft bieten zu können. Sie lässt sich in etwas hereinziehen und ihr fehlt der Mut dagegen vorzugehen. Natürlich hatten es alleinstehende Frauen damals nicht leicht, trotzdem wirkt sie auf mich wie ein kleines schüchternes Reh. Letztendlich steht diese Entscheidung und auch sie selbst sich und ihrem Glück mit Jeels im Weg. Genau da habe ich dann mitgefiebert, ich wollte dass sie ihr Glück finden kann, was vor allem durch die Hofrätin gar nicht so einfach ist. Diese Frau muss überall mitmischen, ihre Meinung sagen und über alles bestimmen.
Nach dem Tod seines Ziehvaters erfährt Jeels, dass er von der Insel Wangerooge kommt und möchte mehr über seine richtige Familie erfahren. Dabei stößt er auf das ein oder andere Familiengeheimnis und deckt längst vergessen Verbrechen auf. Diese Suche nach Informationen hat den größten Teil der Spannung in diesem Buch ausgemacht.
Insgesamt war es ein nettes Buch, was ich jetzt nicht nochmal lesen müsste, aber ich werde mir ganz bestimmt noch die anderen Bücher von Jutta Oltmanns anschauen, da ihr Schreibstil mich überzeugt hat.

Fazit

Eine Suche nach den Wurzeln und nach dem eigenen Glück auf Wangerooge. Dabei dürfen wir Wemke und Jeels begleiten, wobei die beiden noch nicht wissen, dass sie mitten in eine Sturmflut gehen. Ein eher ruhiges Buch mit netten Charakteren, der ein oder anderen Überraschung und vielen Informationen über das Leben der Inselbewohner.

05.07.2010 23:36:06
bonomania

Glück bedeutet zu wissen woher man kommt und wohin man gehört!

Irgendwie sind wir doch alle Strandläufer auf der Suche nach dem Glück. Doch was das Leben für uns an Land schwemmt, das weiß keiner. Uns bleibt nur, das Gute und das weniger Gute anzunehmen und das Beste daraus zu machen.

Als Wemke so kurz hintereinander Ihre Eltern verliert und sich fortan um die kleine Schwester Freya kümmern muss, kommt Ihr die Job Anzeige nach Wangerooge gerade recht.
Doch das Leben gestaltet sich ganz anders, als sie es sich gewünscht hat. Auch ist der Menschenschlag der Insulaner ein ganz anderer als wie der vom Festland, Ihnen werden einige "Merkwürdigkeiten" nachgesagt.

In diesem Roman gibt es sehr viele liebenswerte Personen, die man sofort in sein Herz schließt.
Die Spannung baut sich langsam auf, ab Seite 180 flogen bei mir die Seiten nur so dahin. Innerhalb von 2 Abenden war ich damit fertig. Am Ende bleibt man nachdenklich zurück. Die Geschichte wurde logisch erzählt und hat mich restlos überzeugt

100 %ige Kaufempfehlung, vor allem für Personen, die das Meer lieben und ganz besonders die Nordsee und Wangerooge.

Leider kann ich bei meiner Bewertung nicht ins Detail gehen, um euch die Spannung nicht zu nehmen :o)
Nein, ich verrate nichts, nur soviel: besser selber lesen!