Sturmsegel

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • , 2010, Titel: 'Sturmsegel', Originalausgabe

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Kirsten Lambeck
Gelungener Jugendroman aus dem Dreißigjährigen Krieg

Buch-Rezension von Kirsten Lambeck Jan 2010

Kurzgefasst:

Der 30-jährige Krieg verändert auch das Leben der 15-jährigen Anneke entscheidend: Auf einer abenteuerlichen Flucht verschlägt es sie zuerst nach Schweden, wo sie ihrer großen Liebe Ingmar begegnet, und dannnach Dänemark. Sie muss nicht nur ihr eigenes hartes Schicksal meistern, sondern wird auch Zeugin historischer Ereignisse, wie der Belagerung Stralsunds durch Wallensteins Truppen und des Untergangs der Vasa.

 

Die junge Anneke lebt im Stralsund des Jahres 1628, mitten im 30jährigen Krieg. Das junge Mädchen lebt mit ihrer Mutter in einer Hütte ein sehr einfaches Leben. Als die Mutter krank wird, gelingt es auch dem herbeigerufenen Arzt nicht mehr, sie zu retten. Vom einen auf den anderen Tag steht Anneke allein da. Doch Rettung naht in Gestalt ihres Vaters Roland Martens, einem reichen und angesehenen Kaufmann. Anneke ist vollkommen überrascht, denn die Mutter hatte ihr erzählt, der Vater sei bereits vor Annekes Geburt gestorben, in Wahrheit aber hatte die Mutter Hilfe und Kontakt aus Stolz immer abgelehnt.

Der Vater nimmt Anneke nun zu sich und das Mädchen fügt sich rasch in die neue Rolle aus Kaufmannstochter ein. Sie lernt herrschaftliches Verhalten und gewöhnt sich an die Kleidung der Zeit mit der unbequemen Schnürbrust. Nur der Halbbruder lehnt das "Hurenkind" vehement ab und macht ihr das Leben schwer. Als die Kaiserlichen wenig später Stralsund belagern, lässt Martens seine Tochter nach Schweden zu seiner Schwester bringen.

Flucht nach Schweden

Als Junge verkleidet gelangt Anneke auf einem Flüchtlingsschiff nach Schweden. Dort wird sie aber als uneheliches Kind eisig empfangen und lebt fortan als "Aschenputtel" des Hauses. In unbewachten Stunden flüchtet sie sich zur nahen Schiffswerft und lernt dort den Schiffbauersohn Ingmar kennen, der an der "Vasa", dem neuen Königsschiff, mitarbeitet. Das Mädchen ist fasziniert von der Technik und von Ingmar.

Nach dem endgültigen Zerwürfnis mit der Tante und ihrer Flucht aus deren Haus findet Anneke Arbeit in einer Schenke und wird erneut in ein Familiendrama involviert: der Wirt betrügt seine Frau mit einer Angestellten und misshandelt den tauben Sohn. Anneke trifft sich weiterhin mit Ingmar. Gemeinsam besuchen sie die Jungfernfahrt der Vasa. Als das Schiff kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen aufgrund von Baufehlern sinkt, beginnt eine Hetzjagd auf die Schiffbauer. Ingmar muss fliehen - und Anneke begleitet ihn in eine ungewisse Zukunft.

Ein romantischer Geschichtsroman vor allem für Mädchen

Das Jugendbuch richtet sich an jugendliche Leser, die Altersangabe der Verlages mit 14-17 Jahren scheint allerdings zu hoch gegriffen. Der Roman sollte problemlos ab etwa 12 Jahren lesbar und verständlich sein. Die weibliche Protagonistin und die romantischen Episoden zwischen Anneke und Ingmar beweisen, dass vor allem Mädchen hier die Zielgruppe sind. Die sehr langen Kapitel sind mit Pausenzeichen versehen und der Text so für junge Leserinnen übersichtlicher gestaltet. Auch die weitere, sehr wertige Gestaltung mit Glossar und eine Karte auf der Umschlaginnenseite macht Lust auf das Buch.

Lebendige, straff erzählte Fluchtgeschichte

Die Geschichte aus dem 30jährigen Krieg ist lebendig erzählt, seine leicht altertümlich-gestelzte Sprache passt zur Handlung und lässt die Leser tief in die Atmosphäre eintauchen. Dabei verzichtet die Autorin weitgehend auf Belehrungen und ausufernde Detailbeschreibungen. Die Handlung entwickelt sich sehr schnell, dadurch bleibt die Erzählung immer spannend. Allerdings bleiben dabei teilweise Einzelfäden der Handlung auf der Strecke.

Leider etliche unglaubwürdige Wendungen

Ärgerlich ist dabei, dass etliche Wendungen sehr unwahrscheinlich und gewollt scheinen: So wird Anneke nach einem Schiffbruch ausgerechnet in ihrer Heimatstadt an Land gespült und ausgerechnet von ihren Brüdern aufgelesen. Auch die Tatsache, dass sich das arme Mädchen so schnell als Kaufmannstochter zurechtfindet, um sich wenig später in Schweden über mangelnden Komfort zu beschweren, wirkt unglaubwürdig. Doch ansonsten ist Anneke eine authentische und schlüssige Protagonistin, die sich im Laufe der Handlung aus ihrer Passivität zur handlungsfähigen Erwachsenen entwickelt.

Realistisch ohne explizite Gewaltszenen

Der Jugendroman streift geschickt viele Facetten des Lebens im 17. Jahrhundert, vor allem durch Annekes häufigen Lebensstil- und ortswechsel: Stralsund und Stockholm, uneheliches Kind und Kaufmannstochter, Flüchtling und Schankmädchen. Angenehm ist das Fehlen von expliziten Gewaltszenen, trotzdem gelingt des der Autorin, die alltägliche Lebensgefährdung im 30jährigen Krieg immer spürbar zu machen. Insgesamt gelungener Jugendroman für Mädchen, der die Lust auf weitere historische Romane wecken dürfte.

 

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