Zu Ehren des Königs

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2009, Titel: 'Zu Ehren des Königs', Originalausgabe

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Birgit Stöckel
Interessante Darstellung zweier bekannter historischer Figuren

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Nov 2009

Kurzgefasst:

Der Sonnenkönig und sein Lehrmeister: Der spätere König Ludwig XIV. ist erst vier Jahre alt, als er dem mehr als zwanzig Jahre älteren Nicolas Fouquet begegnet, einem talentierten jungen Mann aus reichem Hause, dem eine glänzende Karriere bevorsteht. Immer wieder kreuzen sich die Wege von Ludwig und Nicolas: genusssüchtig, materialistisch, voller Rivalenangst der König - kultiviert, begabt und bewundert sein Minister. Als Nicolas zu Ehren des Königs ein glanzvolles, nie dagewesenes Fest in seinem prächtigen Schloss ausrichtet, gilt er in dieser Nacht als wahrer König Frankreichs. Kurze Zeit später wird er verhaftet und vor ein Sondergericht gestellt. Ludwig will seinen Tod.

 

Anders als der Text auf dem Buchrücken vermuten lässt, spielt das Fest zu Ehren des Königs nicht die Hauptrolle. Viel mehr spannt sich der Bogen der Geschichte von der frühesten Kindheit Ludwig XIV. bis hin zur Verhaftung seines Oberintendanten der Finanzen, Nicolas Fouquet, und dessen Prozess.

Überraschende Portraitierung

Abwechselnd erzählt die Autorin von König Ludwig XIV., seiner Kindheit, seiner Jugend und seiner Erwachsenenzeit sowie von Nicolas Fouquet, seinem Aufstieg bei Hof und seinem Privatleben. Rosemarie Marschner belässt es dabei nicht mit der strahlenden und glänzenden Fassade des charmanten und gewinnenden Sonnenkönigs, sondern zeigt ein differenzierteres Bild. Bereits mit vier Jahren zum König gekrönt, wird Ludwig von klein auf beigebracht, dass er König von Gottes Gnaden ist und dass alle ihm zu gehorchen und ihm die Ehre zu erweisen haben. Andererseits erlebt er, dass er lange keine Macht hat und dass auch seine Mutter und Kardinal Mazarin sich vor dem Parlament erniedrigen müssen, wenn sie z.B. Geld für den Krieg brauchen. Dieser Widerspruch verwirrt und entsetzt den jungen Ludwig und lässt ihn später alle Macht in seiner Person vereinen. Während der Fronde lernt er, dass er augenscheinlich keinem trauen kann, dass Loyalität wankelmütig sein kann und dass sich auch ein Volk gegen seinen Herrscher erheben kann. Als Erwachsener ist er daher ein misstrauischer Mensch, der eher durch Angst die Leute an sich bindet als durch Treue. Zudem fürchtet und verachtet er sein Volk, den "Pöbel", wie er es nennt.

Nicolas Fouquet hingegen erscheint in einem sehr positiven Licht. Er ist ein fähiger Finanzier, der das Vermögen seiner Familie durch Klugheit und Weitsicht zu mehren versteht. Er dient dem König mit tief empfundener Loyalität und sein Aufstieg ist seinem Können, nicht seinem Ehrgeiz zu verdanken. Zudem ist er ein liebevoller Ehemann und Vater. Sein Fall wird nur durch die Intrige seines Neiders Colbert herbeigeführt und durch die Tatsache, dass der König sich durch seinen Reichtum bedroht fühlt, nicht durch Fouquets Fehler.
Es macht Spaß, die Protagonisten aus diesem Blickwinkel kennen zu lernen und ihren Lebensweg zu verfolgen. Dabei ist die Darstellung Ludwig XIV. gut gelungen, ein Mensch mit Ecken und Kanten, dessen Handlungen stets nachvollziehbar sind. Leider kann man das über die Figur des Fouquet so nicht sagen. Seine Persönlichkeit ist einfach zu geschliffen, zu glatt, als dass sie sich glaubwürdig präsentiert. Das Fehlen von Ecken und Kanten führt zu mangelnder Tiefe in der Charakterdarstellung. Außerdem legt Fouquet bei aller Intelligenz und Weltgewandtheit manchmal eine erschreckende Naivität an den Tag, die schwer nachzuvollziehen ist.

Sehr interessant lassen sich die ganzen politischen Begebenheiten lesen: Die Fronde, der Krieg gegen Spanien und sein Ende durch die Hochzeit Ludwigs mit der spanischen Infantin. Damit unterhält die Autorin gelungen und man folgt ihr gerne durch die Wirren dieser Zeit.

Irreführender Klappentext

Schade ist nur, dass die Geschichten der beiden Protagonisten kaum Berührungspunkte in diesem Roman haben. Obwohl Fouquet auf dem Buchrücken als "Weggenosse, Verbündeter, Lehrmeister und Vorbild" des Sonnenkönigs bezeichnet wird, kommt es zu vielleicht zwei oder drei kurzen Treffen, ansonsten werden die beiden Lebensgeschichten strikt getrennt voneinander erzählt. Dabei wäre gerade dieses Verhältnis interessant gewesen und hätte durchaus das Potenzial zu einer spannenden Geschichte gehabt. Allerdings wäre dann das Grundgerüst wohl so nicht mehr aufrecht zu erhalten gewesen. Denn wenn Ludwig Fouquet wirklich so gut gekannt hätte und wäre Fouquet wirklich so frei von jeder Schuld, dann hätte eine Intrige, ein feudales Fest und eine flapsige Bemerkung nicht ausgereicht, um seinen Untergang herbei zu führen.
Wer sich also aufgrund des Klappentextes erhofft, mehr über das Verhältnis von König und Finanzminister und dessen Wandel im Laufe der Zeit zu erfahren, wird enttäuscht werden.
Dennoch kann man dieses Buch getrost denjenigen empfehlen, die sich für diese Zeit interessieren und die historische Persönlichkeiten auch gerne mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Allerdings sollte man es dann verschmerzen können, dass Nicolas Fouquet sehr einseitig und fast schon zu gut dargestellt wurde.

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