Die Tochter des Münzmeisters

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2009, Titel: 'Die Tochter des Münzmeisters', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Frauen, Liebe und die Familienehre

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Sep 2009

Kurzgefasst:

Goslar im 11. Jahrhundert: Die junge Hemma, Tochter des Vogts, muss nach der Enteignung der Familie und dem Tod des Vaters durch die Hand eines adligen Verehrers aus Not den Sohn des örtlichen Münzmeisters heiraten. Gleich bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt Hemma. Ihre Tochter Henrika wächst ohne Mutter bei dem sie liebevoll umsorgenden Vater auf. Als Henrika sich in einen Gefolgsmann des Königs verliebt, erlangt sie Zugang zu gesellschaftlichen Kreisen, in denen sich auch der Mörder ihres Großvaters bewegt...

 

Die Tochter des Münzmeisters ist Marion Henneberg's zweiter Roman. 1056, die Familie wird durch eine Intrige entehrt. Die Tochter des Hauses - Hemma - muss sich völlig unter ihrem eigentlichen Stand mit dem Sohn des Münzmeisters verheiraten. Die Geburt ihrer Tochter überlebt sie indessen nicht. 16 Jahre später - Henrika, Hemma's Tochter ist geborgen bei ihrem Vater aufgewachsen, bis zu dem Tag, als der König verfügt, dass sie verheiratet werden soll. Dass es ausgerechnet der Sohn des Mannes sein soll, der damals ihren Großvater ins Unglück gestoßen hat - welch Hohn des Schicksals!

Und doch, Marion Henneberg's Frauengestalt ist wie bereits in der Figur der Eilika in ihrem ersten Roman Die Entscheidung der Magd eine starke Person, die sich jedoch fügen will:

 

 

Entschlossen straffte die junge Frau die Schultern und wischte sich mit einer resoluten Handbewegung die Tränen weg. Sollte es der Wunsch des Königs sein, dass sie diese alte Familienfehde mit einer Heirat beendete, dann würde sie sich nicht durch unbedachtes Verhalten der Verantwortung entziehen.

 

Allerdings kennt sie zu dem Zeitpunkt ihre Familiengeschichte noch gar nicht. Und so setzen sich für sie und die Leserschaft langsam die Teile des Puzzles zusammen. Marion Henneberg erzählt diese Geschichte portionsweise in Rückblenden.

Tolle Mischung von geschichtlichen Ereignissen, Fiktion und Liebe

Die Autorin bleibt dicht an dem, durch den gewählten Zeitraum vorgegebenen Handlungsrahmen. Das mittelalterliche Goslar erwacht ebenso zum Leben, wie auch die Schilderung der Menschen, der Bauernhöfe und Burgen. Eine schöne Fähigkeit der Autorin, die sie auch schon in ihrem ersten Buch immer wieder erfolgreich eingesetzt hat. Ein vielfarbiges Bild mit einer guten Mischung von Intriganten, Fieslingen, Lichtgestalten (die jedoch niemals zu grell gezeichnet sind) und Personen, die nicht sofort einzusortieren sind. Eine spannende und tragische Liebesgeschichte, die in einer interessanten und nicht allzu häufig erzählten Epoche handelt.

Schade ist allerdings, dass der Zugang zum Buch etwas schleppend ist und leicht zu Verwirrungen führen kann, wenn man nicht konsequent am Roman bleibt. Das wird bedingt durch die immer wieder einfließenden Rückblenden, sowie die Tatsache, dass die Leser genauso wie die Hauptprotagonistin Henrika zunächst im Dunkeln tappen. Jedoch ist das kein größeres Problem, denn der Roman macht Spaß und verleitet dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.

Für alle Historienfans gibt es im Anhang noch eine kleine tabellarische Aufstellung der historischen Vorkommnisse, die von dem Roman tangiert werden.

 

Die Tochter des Münzmeisters

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Letzte Kommentare:
28.03.2013 16:28:43
Schnagg

Mein 1. Roman der Autorin u. wird nicht mein letzter bleiben.
Die Geschichte beginnt mit einem rasantem Auftakt, denn bereits der Prolog hatte es wahrlich in sich: Rasant - fatal - brutal - ereignisreich & weichenstellend für das was nun kommen mag. Besonders aufgefallen sind mir die Namen in dem Buch. Die Autorin scheint großen Gefallen daran zu haben Namen zu nutzen die auffällig unbekannt sind (Goswin, Edgithas, Eriko, Herwin, Herika, Widerhold, Betlindis ...). Dies verleitete mich oft zum schmunzeln. Es mag jedoch auch daran liegen, dass bereits am Anfang mit vielen Namen handiert wird u. man sich ziemlich viel davon merken soll ... so gesehen sind die ausgefallenen Namen ggfs. eine liebevoll eingebaute Gedächtnisstütze der Autorin für den namengeplagten Leser.
Nun man begibt sich letztendlich mit Henrika auf Spurensuche wer den nun ihr leiblicher Vater ist, was denn alles einst vorgefallen ist, denn jeder scheint sich in Schweigen zu hüllen u. alles muss erst mal rausgekitzelt werden. Dies ist einerseits interessant, andererseits manchmal auch etwas ermütend. Dafür wird aber dann wieder alles aufgepeppt mit Kampfszenen u. vorallem den tollen "Rückblicken". Auch die Liebe spielt wieder eine gewichtige Rolle, wobei man hier mitfiebert was denn nun passieren mag, damit zusammenkommt was ggfs. zusammengehört. Es bleibt also durchweg spannend. Auch über die Zeit Heinrich IV. konnte man hier etwas Einblick gewinnen.

28.11.2010 19:25:37
anath

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, allerdings zerfaserte sich die Handlung im letzten Teil doch leider in einigen Unwahrscheinlichkeiten. Wieder gut gemacht wurde dies durch ein realistisches Ende. Die Geschichte selbst, angesiedelt in Goslar zur Zeit Heinrichs IV., ist mit Verve erzählt und fesselt durchaus.Dabei bleibt die Autorin dicht an der von ihr gewählten Zeit. Ihre Schilderung des mittelalterlichen Goslar, des Lebens auf Bauernhöfen , Burgen und in der Königspfalz zieht den Leser in den Bann und vermittelt sein sehr vielfarbiges, differenziertes Bild vom mittelalterlichen Leben. Jede Menge Intrigen, einige richtig fiese Fieslinge, dazu positiv besetzte Protagonisten und jene, die sich nicht so ohne weiteres in eine Schublade stecken lassen, machen das Bild komplett. Schade nur, daß der Verlag dem Leser schon auf dem Umschlag erzählt, wie die Vorgeschichte ausgeht - hier wird die Spannung weg genommen. Als ganz große Schwäche ist mir die wörtliche Rede aufgefallen : häufig sehr gestelzt, in der Wortwahl nicht immer glücklich, schade, das beeinträchtigte zumindest mein Lesevergnügen.
Trotzdem ein informatives Buch über eine Zeit, von der nicht viele Autoren erzählen. Auch die Liebesgeschichte ist durchaus glaubhaft, ein Pluspunkt für das Buch. Hemma versucht, ihre Familiengeschichte zusammen zu fügen und die Bruchstücke, die ihr genauso wie dem Leser nach und nach serviert werden, erzählen eine spannende und tragische Geschichte. Ich denke, von diesem Buch kann man sich getrost für ein paar interessante Lesestunden einfangen lassen.

03.04.2010 13:01:31
KatrinWoody

"Die Tochter des Münzmeisters" ist ein sehr schöner, spannender und authentisch wirkender Roman, den ich mit viel Freude gelesen habe. Schon Marion Hennebergs erstes Werk "Die Entscheidung der Magd" hat mir sehr gut gefallen, deswegen habe ich auch nicht gezögert, mir ihren zweiten Roman zuzulegen.
Dieses Mal sind es die Rückblenden, die dem Geschehen rund um Henrika und Randolf die Würze geben und die dem Leser die Welt von Henrikas Mutter Hemma näherbringt. Henrika ist, ebenso wie ihre "Vorgängerin" Eilika, keine Superheldin, die sich in jeder Situation korrekt verhält. Die Charaktere in diesem Roman werden sehr menschlich gezeichnet, so dass man nicht umhin kann, sowohl Henrika als auch Randolf zu mögen; Randolf vor allem, da er seinem Eheversprechen gegenüber Betlinidis niemals richtig untreu wird, obwohl er Henrika liebt. Diese Situation ist es, die den Roman zu etwas Besonderem macht und die ihn von anderen Romanen unterscheidet. Am Ende wäre mir am liebsten gewesen, wenn Marion Henneberg eine Fortsetzung dazu schreiben würde, weil mich brennend interessieren würde, wie es mit Henrika und Randolf weitergeht! Ein sehr empfehlenswerter Roman, der nie langweilig wird!

21.12.2009 08:44:16
Janina K

Absolut fesselnder und spannend erzählter Roman. Man hat das Gefühl, direkt dabei zu sein und fiebert jeder Situation entgegen. Der Autorin sind die Sprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit bestens gelungen und das Buch ist von Anfang bis Ende Harmonisch und spannend. Ich kann es nur weiter empfehlen ;)