Der schwarze Papst

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2009, Titel: 'Der schwarze Papst', Originalausgabe

Couch-Wertung:

87

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:84
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Volker Faßnacht
Mord im Collegium Germanicum zu Rom

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Sep 2009

Kurzgefasst:

Rom 1552. Warum stirbt ein Schüler während der Eröffnung des Collegium Germanicum, der deutschen Schule der Jesuiten, durch Gift? Und wer hat Carlotta aus dem Fenster gestürzt? Der junge Jesuit Sandro Carissimi ermittelt mit der Unterstützung der lebenslustigen Glasmalerin Antonia Bender, die er wie Carlotta in Triest kennen gelernt hat. Die Nachforschungen sind heikel, führen sie doch in die allerheiligsten Gemächer des Vatikans, wo den Mächtigen mehr an den Geheimnissen der Kirche, als an den Geboten Gottes liegt...

 

Eric Walz legt mit Der schwarze Papst bei seinen Kriminalromanen um Sandro Carissimi einen dritten Teil nach. Handelten Die Glasmalerin noch während des Konsils von Triest im Herbst 1551 vom geplanten Mord am Sohn des Papstes und Die Hure von Rom von dem unnatürlichen und vorzeitigen Ableben der Geliebten des Papstes Anfang 1552 im unmittelbaren Dunstkreises des Papstes, so beschäftigt sich der neue Fall nun um den Mord an einem Schüler der eben erst gegründeten Deutschen Schule des Jesuitenordens in Rom.

Wer aber könnte einen Grund gehabt haben, diesen jungen, vor wenigen Tagen erst aus Bayern angereisten Schüler umzubringen? Ging es dabei im Streit um die Gunst eines jungen Mädchens, der in tödliche Rivalität umgeschlagen war? Sollte der Schule bzw. dem Jesuitenorden an sich geschadet werden? Immerhin machten sich die Jesuiten bei den Mächtigen der Welt nicht gerade beliebt, waren sie doch ein Bettelorden, der sich für die Menschenrechte der Armen und Schwachen eingesetzt hat. Ein Dorn also in den Augen der Renaissance-Herrscher, die sich in einem Punkt absolut ähnlich waren: Sie liebten den Prunk und frönten der Verschwendungssucht, während ihre Untertanen kaum das Notwendigste zum Überleben hatten.

Fürchteten die alten Mönchs-Orden um ihren Einfluss und wollten so ihren neuen Widersacher in Misskredit bringen? Oder ging es gar um das ganze große Spiel an sich: Um Macht, um deren Erhalt oder deren Mehrung im Kirchenstaat?

Große Erzählkunst und viel kriminalistische Spannung

Eric Walz' Erzählkunst ist bereits in seinen ersten Werken zutage getreten und trifft auch wieder auf diesen Roman zu. Die Figuren werden von ihm sehr sorgfältig eingeführt und vielschichtig beschrieben. Und so leben seine Geschichten immer von den Protagonisten, von den Handlungen und den ebenso liebevoll beschriebenen äußeren Umständen.

Der schwarze Papst profitiert als Kriminalroman noch mehr von diesem angenehmen und profunden Erzählstil. Das Ermittlerteam um Carissimi ist sehr scharfsinnig, und obwohl bereits nach wenigen Seiten überraschend einer der Mörder seine Maske gegenüber dem Publikum fallen lässt, so wird dadurch auch dem aufmerksamen Leser kein Stückchen der Gesamtauflösung gezeigt. Nur eben gerade so viel, wie es der Autor für notwendig erachtet, vielmehr noch, ist man als Leser doch aufgeheizt und glaubt der Auflösung des Rätsels nahe zu sein.

Der Spannungsbogen jedoch bleibt bis zum Schluss erhalten. Die Auflösung selbst ist zunächst sehr überraschend, wird aber mit den Gedankengängen, die Carissimi gegenüber dem Mörder erläutert - weil der natürlich selbst nicht glauben kann, dass dieser unscheinbare Mönch, der Visitator des Papstes, einfach so hinter die Gründe für diesen Mord gekommen sein konnte - zunehmend klarer.

Die heimliche Liebe zu Antonia als roter Faden zwischen den drei Carissimi-Bänden

Natürlich ist auch dieser Roman, obwohl als Teil einer dreiteiligen Romanserie angelegt, mühelos als Stand-alone zu verstehen. Man muss nicht die beiden anderen Bücher vorher gelesen haben, um die Protagonisten und deren Handlungsweisen nachvollziehen zu können.

Allerdings - und auch das ist oft bei den mehrteiligen Romanserien so - gibt es doch einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Bänden. Bei Der schwarze Papst ist es die heimliche Beziehung der Glasmalerin Antonia Bender und Sandro Carissimi, der sich seit ihrer Begegnung in Trient lieben, er sie jedoch als Jesuitenmönch nicht lieben darf und Milo, dem Sohn einer römischen Hurenhaus-Betreiberin, quasi dem lachenden Dritten, der im zweiten Teil mit Antonia anbandeln konnte. Zusammen mit Luis de Soto, Julius III., Hauptmann Forli und Angelo begegnet der Leserschaft eine ganze Menge alter Bekannter.

Eric Walz vollendet den vorliegenden Roman, wie bei fast allen seinen Romanen, mit einem Nachwort, in dem er erläutert, was historische Fakten und was Fiktion in seiner Geschichte darstellen, sowie einem Personenregister. Für die Fans von Sandro Carissimi und Antonia Bender lässt er offen, ob es möglicherweise noch einen weiteren Teil mit diesen Protagonisten geben könnte. Zu wünschen wäre es allemal.

 

Der schwarze Papst

Der schwarze Papst

Deine Meinung zu »Der schwarze Papst«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
01.07.2015 17:10:49
Sabine Löffler

Ich habe die zwei Vorgänger, die Glasmalerin und Die Hure von Rom gelesen, was mir schon sehr gut gefallen hat. Der schwarze Papst gefällt mir noch ein Stück weit besser. E. Walz ist ein scharfsinniger Beobachter, der in seinen Figuren Schwächen, Stärken, Witz und Feinsinnigkeit so gekonnt zum Ausdruck bringt,
dass ich immer wieder spontan zum Lachen angeregt werde, obwohl es sich hier, wohlgemerkt, um einen Krimi handelt.
Ich glaube, der Schriftsteller nimmt sich selbst nicht ganz so ernst und lässt dies auch über seine Protagonisten vermitteln. Heiter und doch tiefsinnig plätschert die Handlung dahin und macht immer wieder Lust und Freude weiterzulesen.
Ein sehr gelungenes Werk, das Kurzweil bietet.

06.05.2015 08:35:55
venatrix

Der Autor entführt die Leser in das Jahr 1552 in die, nach Jerusalem, zweite Heilige Stadt des Christentums, Rom. „Heilige“ Stadt? Keine Spur! Völlerei, Unzucht, Intrigen Geldgier und Mord sind die Kennzeichen der Ewigen Stadt.
Während der Eröffnung des Collegium Germanicum, der neuen Jesuitenschule wird ein angehender Schüler ermordet. Er bleibt nicht der einzige Tote. Die gute Seele des Collegiums, Giovanna muss ebenso sterben wie allerlei lichtscheues Gesindel und sinistre Gestalten. Sandro Carissimi, Privatsekretär des Papstes und Jesuit, ermittelt gemeinsam mit der Glasmalerin Antonia Bender.
Verzwickte Verstrickungen, undurchsichtige Machenschaften sowie der todkranke Ordensgründer Ignatius de Loyola behindern Sandros Ermittlungen.
Einer scheint – wenn nicht alle - so doch viele Fäden in seiner Hand zu halten: Papst Julius III.
Wird Sandro die Morde aufklären können und wird er aus dem Intrigantenstadl unbeschadet hervorgehen?

Ein spannender Mittelalter-Krimi. Der Leser kann die schmutzige, pulsierende Stadt kennenlernen, ohne jemals dort gewesen zu sein.
Das vorliegende Buch ist der dritte Teil der „Antonia-Bender-Trilogie“. Allerdings führt Antonia in diesem Roman eine eher untergeordnete Rolle.

Die beiden anderen Titel:

Die Glasmalerin (1. Band)
Die Hure von Rom (2. Band)

02.11.2009 10:00:41
anna191

„Der schwarze Papst“ ist der dritte Teil der historischen Kriminalserie um die junge Glasmalerin Antonia Bender und Jesuitenpater Sandro Carissimi.
Während der Einweihung des Collegium Germanicum in Rom im 1552, wird ein Jesuitenschüler vergiftet. Der Sekretär und Visitator des Papstes, Sandro Carissimi, soll den Fall lösen. Unterstützt wird er von der Glasmalerin Antonia Bender, die er in Trient im Oktober 1551 kenngelernt hat (Teil 1). Neben dem Mord an dem Jesuitenschüler, muss Sandro noch den Mord an der ehemaligen Prostituierten Carlotta aufklären. Und während die beiden mit den Ermittlungen beschäftigt sind, passieren noch weitere Morde…

Fazit:
Das Buch ermöglicht einen kleinen Überblick über die Entstehung und die Mission des Jesuitenordens. Die Figuren sind sehr gut beschrieben und sind alles andere als perfekt. Besonders der Jesuit Sandro hat mir gut gefallen, da er sich im Laufe der Zeit verändert. Er verstößt immer wieder gegen die Jesuitenregeln und zweifelt immer mehr an seiner Berufung als Jesuit. Der Grund dafür ist die Liebe zu einer Frau, für die er schon immer Gefühle empfunden hat, sie sich aber nicht eingestehen wollte. Obwohl die Beziehung der Beiden einen großen Teil des Buches einnimmt, ist sie gut in das Geschehen integriert, so dass die zu ermittelnden Fälle nicht in den Hintergrund treten.
Ich denke, dass die Liebhaber der historischen Romane auf ihre Kosten kommen werden, während die Fans der Kriminalromane vielleicht ein wenig über den Verlauf der Ermittlungen enttäuscht werden. Ich fand das Buch insgesamt unterhaltsam und vergebe ihm deshalb 76°.