Tod auf dem Mühlenschiff

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2009, Titel: 'Tod auf dem Mühlenschiff', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Mord auf dem Rhein

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Sep 2009

Kurzgefasst:

Köln anno 1276. Friedlich liegen die Mühlenschiffe in zwei Reihen auf dem Fluss. Bis eines Morgens einer der Müller tot aufgefunden wird. Büttel Florian Grimm glaubt nicht an einen Unfall und kommt bei seinen Ermittlungen einigen mächtigen Patriziern in die Quere. Zusätzlich gilt es, einen Reliquiendiebstahl aufzuklären und den Ursachen der "Antoniusfeuer" genannten Krankheit auf den Grund zu gehen. Grimm widmet sich allen Aufgaben mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

 

Im Jahr 1276 liegen wie immer die Kölner Mühlenschiffe im Rhein und verrichten ihre Arbeit. Ludwig Titz, Müller des Mühlenschiffs "Pollux", versieht seinen Dienst erfolgreich und hat mit seinen drei Mitarbeitern gut zu tun. Bis er eines Morgens tot im Rhein aufgefunden wird. Florian Grimm, Büttel der Stadt, beginnt zu ermitteln, da Titz ein Freund von ihm war. Nicht von allen Bürgern und Patriziern der Stadt sind seine Untersuchungen gerne gesehen.

Schnell hat Grimm im bisherigen Gesellen und neuen Müller Blasius Frechen einen Verdächtigen gefunden, und tatsächlich scheint mit ihm etwas nicht zu stimmen. Zudem wird er von den Patriziern der Stadt, die gleichzeitig Eigner des Mühlenschiffs sind, mit unwichtigen Aufgaben abgelenkt, damit er sich nicht mit dem Todesfall und vor allem mit dem Mühlenschiff beschäftigen kann.

Hinzu kommen noch private Probleme, denn seine Frau glaubt, er hätte ein Verhältnis mit einer anderen Frau, ausgerechnet mit ihrer Wirtin, der nervigen Christina Appelsack. Florian Grimm hat alle Hände voll zu tun und deckt nach und nach eine unglaubliche und zukunftsweisende Geschichte auf, die ihn auch fast das Leben kosten könnte.

Inhaltlich gut, sprachlich schwach

Antonia Pauly schickt mit ihrem zweiten historischen Roman Tod auf dem Mühlenschiff erneut den Kölner Büttel Florian Grimm in Ermittlungen. Nach seinem ersten Fall Der Büttel zu Cöln, in dem er seine künftige Frau kennerlernte, ist er nun treusorgender Familienvater mit einer bereits ein weiteres Mal schwangeren Frau und einer mehr als nervigen Nachbarin. In seinem zu lösenden Fall hat Grimm einiges zu tun und kann sich auf sein berufliches Gespür verlassen. Da hilft es ihm, viele Leute in der Stadt zu kennen. Dabei schafft es die Autorin durchaus, den Leser in ein mittelalterliches Köln zu versetzen, von dem man gerne glaubt, dass es so ausgesehen hat. Sie zeigt interessante Ortskenntnisse und kennt sich auch in Traditionen, vor allem den handwerklichen, aus.

Leider schafft sie es nicht, dem auch sprachlich gerecht zu werden. Ihre Dialoge wirken streckenweise hölzern und wackelig und hemmen so den Lesefluss. Was aber vor allem bitter aufstösst, sind die immer wieder eingefügten Kurzreferate, in denen die Autorin ihr angelesenes Wissen an den Leser zu bringen sucht. Das ist an sich nicht verwerflich, aber es gelingt ihr an keiner Stelle, dieses Wissen so geschickt in die Handlung und in die Dialoge mit einzubauen, dass man die "Belehrung" nicht merkt. Streckenweise ist man sogar genervt, was auch damit zusammenhängt, dass diese Ausbrüche mit der Handlung eigentlich überhaupt nichts zu tun haben und daher auch gut und gerne hätten weggelassen werden können.

Überflüssige Nebenhandlungen

Ebenfalls überflüssig wirkt der Handlungsstrang mit der nervigen Nachbarin. Nimmt diese Geschichte zu Beginn doch recht viel Raum ein und birgt Stoff für einen brisanten Nebenschauplatz, findet diese Ebene im weiteren Verlauf keine Fortsetzung und ist damit eigentlich überflüssig. Somit hätte man die Beziehungskonflikte zwischen Florian und seiner Frau auch anders unterbringen und lösen können. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Amüsant hingegen ist es zu lesen, wenn die Autorin den Menschen den Kölner Dialekt in den Mund legt. Gerade wenn der Rheinschiffer Matheiß Beltz den Mund aufmacht, heißt es, genau zu lesen und sich den Dialekt auf der Zunge zergehen zu lassen. Auch der Anhang des Romans ist durchaus lobenswert. Neben einem Glossar finden sich die hochdeutschen Übersetzungen der Sätze im Kölner Dialekt, und auch ein Nachwort mit historischen Ergänzungen der Autorin fehlt nicht. Nur schade, dass das Buch sonst sprachlich nicht mit seinem interessanten Inhalt mithalten kann. Sollten weitere Romane um den Kölner Büttel Florian Grimm folgen, muss die Autorin hier noch einiges zulegen, um ihre Leser bei der Stange zu halten. Es wäre ihr zu wünschen.

 

Tod auf dem Mühlenschiff

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